Editorial 1/11

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


„Höre, was noch nicht gesagt ist – schaue, was noch nicht gesehn – lausche, was noch nicht gesungen – staune wie ... Wunder geschehn ...“ – so klingt es gerade durch den Raum. Klare, spirituelle Lieder, die durch ihre Einfachheit berühren. Inneren Frieden bringen. Die CD, von der wir fünf Exemplare verlosen (> S. 55), endet mit den Worten: „Nur die Liebe zählt – habe sie gewählt – sie bleibt durch alle Zeit – fürs Neue jetzt bereit ...“

„Nur die Liebe zählt“ – das ist auch der Name einer bekannten deutschen Fernsehshow. Und ebenso der Titel vieler CDs, Bücher, Zeitungsartikel und Internetbeiträge. Eine gewichtige Aussage, diese vier Worte, die zugleich so leicht daher kommen und in den verschiedensten Zusammenhängen auftauchen: mal oberflächlich, mal sehr ernst gemeint, mal kitschig, mal spirituell, mal Effekt heischend, mal alles zusammen ...

Was ist dran, an diesen vier Worten? Hin und her schwankend zwischen der Trivialität einer sat1-Fernsehshow am Sonntagabend und der Bedeutsamkeit einer gleichsam die Essenz aller spirituellen Lehren zusammenfassenden Aussage. Doch ist es nicht oft so, dass gerade die höchsten spirituellen Lehren und Einsichten, je nach Bewusstseinszustand oder Zusammenhang, mal banal, mal relevant, mal seicht, mal hochbedeutsam sein können? 

„Alles ist eins“ – „Licht und Liebe“ – „Universelle Lebensenergie“ – „Gotteskraft“ ... wenn richtig verstanden, mit spiritueller Essenz und Wahrheit gefüllt, im richtigen Zusammenhang, zum passenden Zeitpunkt: erleuchtend, ­Frieden bringend, erfüllend ... Wenn mit falscher Intention, als Worthülse verwendet, in unpassender Weise, unaufrichtig: inhaltslos, manipulativ, egozentriert ...

Gibt es Regeln, Grundsätze oder Prinzipien, anhand derer man erkennen kann, wann derartige Aussagen „wahr“ sind, d. h. essenziell, authentisch spirituell? Und wann nicht? Nun, ich bin mir nicht sicher, ob es solche Regeln gibt bzw. ob diese klar definierbar sind. Häufig wird ja in diesem Zusammenhang auf die Intuition verwiesen, das Bauchgefühl. Oft mag dies eine Hilfe sein. Aber auch damit kann man, im Nachhinein betrachtet, mal völlig falsch gelegen haben – trotzdem es sich in einem bestimmten Moment „irgendwie richtig“ angefühlt hat. 

„Das Mysterium des Lebens ist nicht ein Problem, das gelöst werden muss, sondern eine Wirklichkeit, die erfahren werden muss“ – so hat es mal ein weiser Mensch ausgedrückt (der Name ist mir gerade entfallen). Also: Auf in die Erfahrung der Wirklichkeit des Mysteriums des Lebens! Und: Loslassen vom Probleme wälzen – angehen – lösen wollen! Für die Planung eines Umzugs oder die situative Bewältigung eines schwierigen Sachverhalts mag es vielleicht die richtige Herangehensweise sein, ein Problem zu benennen und es dann zu lösen. Für die Erfahrung des Mysteriums des Lebens sicherlich nicht.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern zum Jahreswechsel beschauliche Stunden, dem Mysterium des Lebens, der Liebe zugewandt – und viele Erfahrungen, die voranbringen und Wachstum ermöglichen! Und denken Sie ­daran: Nur die Liebe zählt ... letztlich, irgendwie, definitiv ... usw. :-) (auf jeden Fall ...)


Oliver Klatt

 

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