Alles mit Humor

Kolumne von Janina Köck

Die lustigsten Begebenheiten mit Reiki erlebe ich immer, wenn Reiki-Menschen unter sich sind. Wir als „Reikianer" sind schon ein lustiges Völkchen. Auf der letzten Reiki Convention habe ich von den Leuten, die auf Gut Hübenthal leben, gehört: „Eure Convention-Gruppe ist unter allen spirituellen Gruppen, die bei uns Veranstaltungen machen, jene die am meisten trinkt, die gut isst, viel raucht und abends am lautesten ist." Dafür sind wir aber auch eine der Gruppen, mit der die Bewohner von Gut Hübenthal am meisten zusammen machen. Das ist schon spannend – und hört sich nicht so richtig „heilig" an, oder?

Aber nicht nur auf der Reiki Convention gibt es solche Tendenzen, auch am Rande des Reiki Festivals in Gersfeld. Da gibt es beispielsweise eine langjährige Tradition am Samstagabend. Ein ganz besonderes, spirituelles Ritual findet hier statt, und man darf nur unter bestimmten Voraussetzungen mitmachen. Dieses Ritual spricht ganz tief den Spirit ... ähm ... Spiritus an. Vielleicht kennt ihr es ja: es ist die „Kümmel-Meditation"! Zwei Flaschen guten hessischen Kümmels werden so lange ausgeschenkt, bis die Flaschen leer sind. Dabei werden Geschichten und Witze erzählt. Aufgenommen in die Runde wird man nur, wenn man drei – nicht ganz jugendfreie – Witze erzählen kann; schon ist man dabei!

Auf dem Reiki Festival 2010, als Mary McFadyen, Brigitte Müller und Jule-Erina van Calker als Gäste dabei waren, saßen wir am frühen Abend zusammen. Mary hatte zum Essen schon einen Wein gehabt – und nach dem Essen gab es für jeden noch einen Absacker. Es war lustig, wie ich in der Runde dieser langjährigen, erfahrenen Reiki-Meisterinnen saß und es auf einmal hieß: „Nich' lang schnacken, Kopp inn' Nacken!" Meinen Gesichtsausdruck hättet ihr sehen sollen ... es war köstlich, und wir haben uns alle kaputtgelacht. Bei dem kurz darauf folgenden Abendprogramm war es so süß, dass Mary, als sie vor der großen Gruppe sprach, als erstes sagte, dass sie vielleicht ein bisschen beschwipst sei und hoffe, trotzdem die passenden Worte zu finden. Wie menschlich!

Ihr seht: diese Tendenzen ziehen sich durch so manches Reiki-Treffen. Auch auf dem ProReiki-Jahreskongress hat Don Alexander eines Abends mal gerne ein Bierchen mit uns zusammen getrunken. Und warum auch nicht?

Große Augen

Wo viele Reiki-Menschen zusammen treffen, geht es tatsächlich oft heiß her. Da könnte ich noch so manche lustige Geschichte zu erzählen. In solchen Runden haben wir auch schon das eine oder andere „neue Reiki-System" erfunden und auch viele „neue Symbole" „gechannelt". Die waren natürlich nicht dafür gedacht, tatsächlich für Heilungszwecke verwendet zu werden. Aber großen Spaß hatten wir allemal dabei!

Doch widerspricht das nicht den Erwartungen, die viele Reiki-Einsteiger an einen Reiki-Lehrer haben? Manchmal werde ich zum Beispiel gefragt: „Janina, du bist doch schon so lange auf dem spirituellen Weg, trinkst du eigentlich noch Alkohol? Isst du noch Fleisch?" Ich antworte dann häufig: „Ja, und ich habe noch Sex." Da gibt es dann manchmal große Augen wegen meiner Antwort. Und: Ich denke, es ist gut, zu hinterfragen, warum jemand solche Erwartungen hat; oder warum er vielleicht meint, man würde seine Frage nicht ernst nehmen, nur weil man mit einer spaßigen Note antwortet.

Meine Beobachtung ist, dass es tatsächlich oft überhöhte Erwartungen bei vielen gibt. So meint zum Beispiel der eine oder andere, man müsse in jedem Fall asketisch leben, um „richtig spirituell" zu sein. Oder man dürfe bei Einweihungen keine schwarze Kleidung tragen. Oder der Genuss von Schokolade habe Auswirkungen auf die spirituelle Entwicklung. Nun, dies ist nicht meine Erfahrung – jedenfalls nicht, so lange man es nicht übertreibt :-)

Ich hatte anfangs auch solche und ähnliche Ansichten. Und wer mich kennt, weiß, dass ich das heute anders sehe ... und eher darauf schaue, was mir guttut und dass der Genuss dabei nicht zu kurz kommt. Wenn ich allerdings ganz natürlicherweise auf etwas verzichte, weil es mir einfach guttut, darauf zu verzichten und ich merke, dass ich so zufriedener bin ... nun, dann ist dies aus einem inneren Prozess heraus so gekommen – und dann ist es keine asketische Praxis, die ich mir überstülpe oder überstülpen lasse. Und: Selbstverständlich sollte jeder der spirituellen Praxis folgen, der er folgen möchte – und die ihm guttut.

Witze über Reiki?

Neulich hat eine Schülerin von mir – sie ist Psychologin – mir mal etwas zum Thema Humor erläutert. Sie meinte, wenn man zum Beispiel hört, dass andere Witze über Reiki machen und man sich dann nicht angegriffen oder verletzt fühle, sondern vielleicht sogar mit Humor darauf reagieren könne, dann sei man in seiner Praxis wohl gefestigt. Wenn man sich aber durch so etwas verletzt fühle, seien vielleicht noch Zweifel da ... und man sei sich innerlich vielleicht gar nicht so ganz sicher bezüglich der eigenen Praxis. Das empfand ich als einen hilfreichen Hinweis.

Selbst wenn jemand zu mir sagt: „Hey, Janina, du bist doch auch so eine ... Jedi-Meisterin ...", versuche ich mit Humor zu antworten und beispielsweise zu sagen: „Ja klar, mein Laserschwert ist nur gerade in der Reinigung ..." Die Stimmung ist dann aufgelockert, man lacht zusammen – und meist ist dann sogar die Offenheit über Reiki zu sprechen größer. Also: Lasst uns weiterhin Humor haben und das Leben genießen, uns selbst nicht zu ernst nehmen und Spaß haben, bei dem was wir tun.

Janina Köck, klassische Homöopathin, körperorientierter Coach, Reiki-Lehrerin. Praxis Leben im Einklang in Köln. Organisation Reiki Convention, Gründungsmitglied ProReiki.

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