Heilung, Harmonie und überraschende Wendungen

Einzigartige Erlebnisse rund um Reiki - Teil 2

Die Erlebnisse, die Menschen mit Reiki haben, sind vielfältig. Wie geschieht Heilung? Welche Rolle spielt Reiki dabei? Elisabeth und Dieter Riedel teilen in berührenden Heilungsgeschichten ihre Erfahrungen mit der universellen Lebensenergie.

Erstaunliches Erlebnis

Als wir noch in Indonesien lebten, kam eines Tages ein Arzt zu uns, der Leiter einer Klinik in Zentral-Java war. Er nahm den Flug nach Jakarta auf sich, weil ein Freund, der bei uns Reiki gelernt hatte, ihm von der Wirkung von Reiki vorgeschwärmt hatte. Etwa zwei Wochen nach dem Kurs rief uns der Arzt an, um uns von seinem ersten großen Erlebnis mit Reiki zu berichten: Er bekam eines Tages in der Klinik einen Anruf, alles für eine Notoperation vorzubereiten, da eine Polizistin von einem geistig Verwirrten mit einem Messer attackiert und mehrmals in Hals und Mund gestochen worden war. Sie blutete bei der Ankunft heftig. Der Arzt bat jedoch, noch einige Minuten mit der Operation zu warten, er wolle mit der Patientin alleine in seinem Zimmer sein. Dort gab er ihr Reiki auf die verwundeten Stellen und nach zehn Minuten – als er sah, dass alle Blutungen aufgehört hatten – übergab er sie den Schwestern. Er teilte ihnen mit, eine Operation sei nun nicht mehr nötig, die Wunden der Patientin mögen gereinigt und sie nach Hause geschickt werden.

Das Dilemma, in dem er sich befand, als die Kollegen ihn fragten, wie er das bewerkstelligt hätte, ist vorstellbar. Er wusste nicht, was er darauf antworten und wie er dies erklären sollte. Indonesien hatte damals gerade die Segnungen der Schulmedizin anzuwenden begonnen. Wie konnte er ihnen also klar machen, dass er mit dem damals völlig unbekannten Reiki geholfen hatte? Er sagte uns: „Meine Ausrede war, dass ich durch intensives Beten in der Moschee in den vergangenen Tagen die geistige Kraft dazu bekommen hätte, was meine Kollegen auch anstandslos akzeptierten!“ Auch dieser Arzt ist ein begeisterter Anwender von Reiki geworden – und hatte mit der Zeit noch mehr erstaunliche Erlebnisse zu berichten.

Liebe, Reiki und Zuwendung

Als wir in Indien Reiki unterrichteten, wurde eines Tages ein etwa 10-jähriger Junge zu uns gebracht, mit der Frage, ob wir mit Reiki helfen könnten. Der Junge hatte seine Eltern bei einem Autounfall verloren und war von einem Verwandten, einem Botschafter, adoptiert worden. Er wurde mit Spielsachen überhäuft, materiell gesehen führte er ein Leben wie im Paradies. Doch etwas fehlte ihm offensichtlich, das der ganze Luxus nicht ausgleichen konnte. Abgesehen davon, dass der Junge vom Unfall noch traumatisiert war, schüttelte er unentwegt und unkontrolliert, wie ein Spastiker, seinen Kopf. Seine Pflegeeltern hatten die besten Ärzte konsultiert. Von all den Behandlungen war der Junge bereits total frustriert und weigerte sich, noch weitere Therapien über sich ergehen zu lassen. An seinem Zustand hatte sich nichts geändert.

Elisabeth nahm sich seiner an und sagte zu ihm: „Hör mir gut zu: Du bist der Chef dieser Behandlung. Du kannst auf deine Uhr sehen und jederzeit das Zeichen zum Abbruch geben, falls du nicht mehr willst. Ich zwinge dich zu nichts – aber versuchen sollten wir es!“ Dann legte sie ihm die Hände auf den Kopf, der zu Beginn – noch stärker als zuvor – unkontrolliert zuckte. Doch das war ein gutes Zeichen. Diese Erstverschlimmerung gab Anlass zur Hoffnung, dass er die Energie annahm. Sehr bald beruhigte er sich, und plötzlich lag sein Kopf ganz ruhig und entspannt in Elisabeths Händen. Dann sagte er: „Das kenne ich, eine ähnliche Behandlung habe ich einmal in Japan bekommen!“ War es Reiki gewesen? Egal, der Junge hielt seinen Kopf völlig ruhig und genoss die Zuwendung. Auf die Uhr sah er nicht mehr. Nach der Behandlung hielt er seinen Kopf ruhig. Das Schütteln hatte aufgehört! Die Sache sah vielversprechend aus.

Am nächsten Tag kam er freiwillig wieder, ließ sich gerne behandeln und hielt seinen Kopf dabei ruhig. Am Ende meinte er, er wolle morgen wiederkommen, er fühle sich durch Reiki so wohl. Leider mussten wir an diesem Tag wieder aus New Delhi abfliegen, und so schlug Elisabeth ihm eine andere Reiki-Behandlerin vor. Widerwillig meinte er: „Ich möchte, dass ihr hierbleibt und mich weiterbehandelt!“ Da dies für uns unmöglich war, erklärte er sich schließlich doch noch einverstanden, zu der anderen Behandlerin zu gehen. Nach deren Berichten, die wir später erhielten, ging es ihm dabei anfangs noch sehr gut, irgendwann aber wurde er wohl zu stark unter Druck gesetzt. Er hätte täglich eine Reiki-Behandlung bekommen sollen, das war ihm jedoch wohl zu viel. Wir denken, dass in diesem Fall zwei sehr dominante Menschen aufeinandertrafen, und der Junge – als recht verwöhntes und mit einem starkem Willen ausgestattetes Kind – dies wohl nicht akzeptieren konnte. Schade, denn wir sind überzeugt, dass man ihn mit viel Liebe, Reiki und Zuwendung von seinem Leiden gänzlich hätte heilen können. Das Schütteln des Kopfes war aus unserer Sicht seine Art, auf sich aufmerksam zu machen und um Zuwendung zu bitten.

Baden mit Reiki

Es gibt in Indonesien Menschen, die sich als Animisten bezeichnen. Sie betrachten jeden noch so kleinen Teil der Welt als von Gott beseelt. Gott ist demnach nicht nur in Mensch und Tier, sondern auch in Pflanzen, Steinen oder Wasser. Einige Animisten, die wir kennengelernt haben, besitzen teils außerordentliche Fähigkeiten. Sie können sich durch eine Atemtechnik blitzschnell in Trance versetzen und baden regelmäßig bei Vollmond um Mitternacht – bevorzugt in Bächen oder Flüssen. Stehen solche nicht zur Verfügung, dann tut es auch die Badewanne.

An einem unserer Kurse in Jakarta nahm ein dort sehr bekannter Maler und Bildhauer teil. Er erzählte uns später, dass er nun sein Badewasser bei den nächtlichen Vollmond-Bädern energetisiere, indem er zunächst das Wasser durch seine Reiki-Hände fließen lasse und dann die Hände für kurze Zeit auf die Wasseroberfläche halte. Seither fühle er sich nach diesen Bädern besonders wohl und erfrischt. Auf diese Variante der Reiki-Anwendung waren wir selbst noch gar nicht gekommen, doch ist sie einleuchtend. Weshalb sollen wir uns nicht ein solches Luxusbad leisten? Meersalz zur Reinigung von negativen Schwingungen, meditative Musik, Kerzenlicht ... und Energetisierung des Wassers durch Reiki – eine wunderbare Vorstellung!

Überraschende Wendung

Ein indisches Ehepaar suchte uns in Jakarta auf, da der 74-jährige Mann schwere Nierenprobleme hatte, auf eine Transplantation wartete und die Dialyse nicht mehr gut vertrug. Sein Gesicht war gelb wie Apfelsaft, er war mürrisch und verzagt. Seine Frau wollte ebenfalls eine Behandlung erhalten, obwohl sie über keine spezifischen Beschwerden klagte. Wir behandelten die beiden auf zwei Liegen, im selben Raum. Nach einiger Zeit wurde der Mann unruhig, weil er nicht mehr auf dem Bauch liegen wollte oder konnte. So setzte Dieter die Behandlung in einem anderen Zimmer, auf einem Sessel, fort. Elisabeth blieb mit der Dame zurück, die unmittelbar nachdem sich die Türe hinter ihrem Mann geschlossen hatte, bitterlich zu weinen begann. Elisabeth behandelte sie weiter und sprach ihr gut zu: „Weinen Sie nur, das ist gut für Sie und völlig in Ordnung!“ Nach der Behandlung erzählte die Frau von ihrem 40-jährigen Ehe-Martyrium. Die Kinder waren längst aus dem Haus, sie lebte mit ihrem Mann – einem anscheinend harten Tyrannen – einsam in einem riesigen, luxuriösen Haus. Da beide wie Hund und Katze zueinander waren, versuchte sie ständig, sich in einem weit von ihm abgelegenen Raum aufzuhalten, um Streit aus dem Weg zu gehen. Geld war in Hülle und Fülle vorhanden, und dennoch war sie unglücklich und häufig krank. Er machte ihr oft den Vorwurf: „Ich verstehe nicht, warum du ewig krank bist, du hast doch alles!“ Sie befand sich in einem goldenen Käfig, aus dem es kein Entrinnen gab. Eine indische Frau hat, innerhalb der geltenden Traditionen, kaum Chancen, dieser Situation zu entkommen.


Am nächsten Tag kamen beide wieder. Der Mann war nicht mehr gelb im Gesicht, zeigte sogar einen Anflug von Humor und fühlte sich wohl und zuversichtlich. Die Frau strahlte Elisabeth mit einem unerklärlichen, aber zufriedenen, nein, verschmitzten Lächeln an. Wie am Vortag behandelten wir anfangs nebeneinander, später waren die Dame und Elisabeth wieder alleine. Die Frau konnte kaum damit warten zu erzählen, was am Tag zuvor noch geschehen war: Da sie auf Besuch bei ihrem Sohn in Jakarta waren und in dem kleinen Haus nur ein Zimmer für sie und ihren Mann zur Verfügung stand, saßen sie nach der Behandlung notgedrungen einander gegenüber. Plötzlich begann sie, ihrem Mann zu erzählen, welches Martyrium diese Ehe bisher für sie gewesen war, weshalb sie so oft erkrankt war und so weiter. Ihren Erfahrungen entsprechend erwartete sie von ihm ein Donnerwetter, einen wütenden Abmarsch, ein unsanftes Schließen der Türe von außen. Doch nichts dergleichen geschah. Ihre Worte waren sanft gewesen, sie wusste gar nicht, weshalb keine Aggression in ihnen lag. Er blieb fassungslos sitzen und fragte nur: „Warum hast du mir das alles nicht schon viel früher gesagt? Ich hatte ja keine Ahnung. Jetzt verstehe ich deine vielen Krankheiten!“ Der Rest ist schnell erzählt: Inzwischen hat der Mann eine Nierentransplantation gut überstanden, sein Leben bekam wieder Qualität und dies gilt auch für die „neue“ Beziehung der Eheleute zueinander. Dies berichtete uns ihr Sohn, der bei uns den ersten Grad erlernte – und dann von Reiki so begeistert war, dass er bald danach den zweiten Grad absolvierte.

Mehr Durchsetzungskraft

In einem Reiki-Kurs, der in Indien stattfand, war unter den Teilnehmern eine junge, sehr attraktive und gut gekleidete Dame. Dieter unterhielt sich mit ihr während einer Pause und fragte sie, woher sie käme. Sie sagte, sie käme aus Bhutan und interessiere sich für Mode. Dieter dachte an eine Modedesignerin, doch sie meinte schlicht: „Nein, ich arbeite nicht, mein Vater wünscht das nicht!“ Später erzählte sie, dass alle ihre sieben Schwestern mit dem König von Bhutan verheiratet worden waren, und jede für sich ein Leben in einem Palast wie aus tausendundeiner Nacht führte. Den Ehemann mussten sie sich allerdings teilen! Sie sei nur deshalb der Ehe mit ihm entkommen, weil sie anlässlich dieses großen Hochzeitsfestes noch ein Kind gewesen war. Andere Länder, andere Sitten. Kein Mensch hätte vermutet, aus welch hochrangigen Verhätnissen sie stammte.

Viele der Damen der High Society in Indien interessieren sich sehr für Reiki. Wir vermuten jedoch, dass die meisten es deshalb lernen wollten, weil Reiki unbekannt und exotisch ist, und sie denken, dadurch außergewöhnlich zu sein und in der Gesellschaft damit glänzen zu können. Eines aber faszinierte sie alle: Wie sehr Reiki ihre Persönlichkeit und ihren Mut positiv beeinflusste. Sie waren dadurch auf einmal jemand, der Wert in den Augen der anderen hatte. Sie erzählten uns später, dass auch ihre Durchsetzungskraft in der Ehe, in der Beziehung zu ihrem Mann, merklich zunahm und ohne Konflikt akzeptiert wurde.

Kunst mit Reiki

Einige Künstler, die bei uns Reiki lernten, berichteten nach kurzer Zeit übereinstimmend, dass sich ihre Kreativität so stark entfaltet hatte, dass sie nicht nur bessere Ideen bekamen, sondern ihre Werke auch mehr Harmonie ausstrahlten. Sie konnten ihre Werke besser interpretieren und fanden die richtigen Titel dafür (was bei moderner Kunst unbedingt nötig ist, um die Käufer zu überzeugen), sodass sich auch der Verkauf wesentlich steigerte. Der Stil ihrer Bilder verlor an Aggressivität, die nach den Einweihungen in Reiki geschaffenen Skulpturen wirkten weicher, aussagekräftiger und ansprechender.

Wir erinnern uns noch an eine junge Österreicherin, die auf Bali wohnte und dort Designerin für Kinderkleidung in einer Fabrik war. Nebenbei malte sie Bilder, doch diese strahlten so viel Negatives, Aggressives aus, dass wir uns kaum vorstellen konnten, warum jemand Derartiges wohl kaufen sollte. Entsprechend schlecht lief auch der Verkauf der Bilder, die alle so aussahen, als hätte der Teufel seine Krallen in Tinte getaucht und wäre zornig und unkontrolliert über die Leinwand gefahren.

Ihrem Vater gegenüber hatte sie unerklärliche Hassgefühle, deren Ursache völlig unerwartet, im Verlauf des Reiki-Kurses, während den Behandlungen, ans Licht kam. Nach dem Kurs hatte sie dann seelisch sehr viel aufzuarbeiten und zu verkraften. Letztlich bewirkte Reiki in ihr ein Verstehen und Loslassen der Vergangenheit. Zu Weihnachten stand schließlich nicht nur ihre Mutter, sondern auch – völlig unerwartet – ihr Vater vor ihrer Türe. Konfrontiert mit den Bildern der Vergangenheit beschloss sie, sich mit ihren Eltern auszusprechen, um sich von diesem Thema zu befreien. Ende gut, alles gut: Sie vergab ihren Eltern und war imstande, ihre Vergangenheit in Liebe loszulassen. Danach veränderte sich ihr Leben: Ihre Bilder wurden so schön, sanft und harmonisch, dass sie sich jetzt verkaufen „wie warme Semmeln“. Sie lebt nach wie vor auf Bali, hat aber ihren Job aufgegeben und lebt sehr gut vom Verkauf ihrer wunderschönen Bilder.



Dieser Artikel ist die Fortsetzung des Artikels „Heilung, Harmonie und kleine Wunder“ aus Ausgabe 4/2012. Elisabeth und Dieter Riedel starben vor rd. neun Jahren. In ihren Reiki-Geschichten leben sie weiter. Der Abdruck in drei Teilen - nächste Folge in Ausgabe 2/2013 - erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Tochter von Elisabeth Riedel, Verena Jahn.




 

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