Die Welt der Düfte

In den vergangenen Jahren hat Birgit Grobbecker in ihrer Duft-Kolumne im Reiki Magazin ein Repertoire an ätherischen Ölen vorgestellt. Mit diesem Artikel rundet sie ihre Kolumne ab und stellt eine spannende Mischung vor: den „Reiki Duft“.

Vor 20 Jahren hat Reiki mich tief im Herzen berührt und vieles in meinem Leben verändert. Zur gleichen Zeit fing ich an, die Welt der Düfte zu entdecken, und beides, Reiki wie auch die Aroma-Therapie, begleiten mich seitdem. Duft ist etwas sehr Feines, nicht Greifbares, er ist schwer zu beschreiben. Unsere Nase kann 10.000 verschiedene Düfte erkennen, und je nach Duftbotschaft werden über Hormone entsprechende Gefühle und körperliche Reaktionen ausgelöst. Auch Reiki ist nicht wirklich greifbar und schwer in Worte zu fassen. Und doch hat es so umfassende Wirkungen auf Körper, Emotionen, Denken und unser spirituelles Sein. Es wirkt auf allen Ebenen gleichzeitig, also ganzheitlich. Das tun ätherische Öle auch.

Ätherische Öle

Was ist eigentlich ein ätherisches Öl? In verschiedenen Teilen von Pflanzen sitzen kleine Kapseln mit ätherischen Ölen, deren Duftmoleküle so fein sind, dass sie in die Luft schweben, also himmelwärts, und dabei in unsere Nase steigen – daher kommt die Bezeichnung „ätherisch“, das bedeutet „himmlisch“. Durch Destillation werden die Duftmoleküle eingefangen, wie ein Geist in einer Flasche. Das so gewonnene ätherische Öl wird als die Essenz, als die Seele der Pflanze bezeichnet. Diese Essenzen enthalten die Lebenskraft der Pflanzen in konzentrierter Form. Jedes ätherische Öl hat spezielle Wirkungen und eine eigene „Duftpersönlichkeit“, die in Form einer Duftbotschaft kurz zusammengefasst werden kann.

Wie wäre es, einen eigenen Duft zu kreieren, der als Duftbotschaft ausdrückt, was Reiki für dich ist? Du kannst damit die Menschen willkommen heißen, die zu dir kommen, und mit dem Duft deine Arbeit mit Reiki unterstützen. Bevor es nun ganz praktisch wird, noch ein paar spannende Fakten über unseren Geruchssinn: Unsere Sinnesorgane versorgen uns ständig mit Informationen aus der Außenwelt. Damit es zu keiner Überlastung unseres Gehirns kommt, werden die Informationen gefiltert – mit Ausnahme der Geruchsinformation. Diese gelangt direkt in unser Gehirn und ist damit die Informationen, die am schnellsten dort eintrifft. Bevor wir also über unser Auge entschieden haben, ob uns ein Ort angenehm ist oder nicht, hat unsere Nase diese Entscheidung bereits getroffen. Das hängt wiederum mit unserem Duftgedächtnis zusammen.

In unserer zunehmend von Technik bestimmten Welt vergessen wir vielleicht, dass unser Geruchssinn unser natürliches „Navigationsgerät“ ist. Jede Situation und jede Person wird mit dem entsprechenden Duft abgespeichert. Unsere Erinnerungen sind also mit einem Duft gekoppelt. Auch wenn wir uns beispielsweise im Straßenverkehr anderer Hilfsmittel bedienen, orientieren und entscheiden wir uns auch heute noch mehr über die Nase, als uns tatsächlich bewusst ist.

Wenn wir über die Nase entscheiden, ob wir uns an einem Ort wohl fühlen oder nicht, dann können wir das auch für uns und unsere Klienten nutzen. Wir können mit Düften eine entspannte Atmosphäre schaffen, in welcher sich der Klient willkommen fühlt und sich Reiki gegenüber mehr öffnen kann. Verwenden wir bei allem, was wir mit Reiki anbieten, immer wieder denselben Duft, so kommt das Duftgedächtnis hinzu. Der Duft ruft bei unseren Klienten und Schülern die Erinnerungen an Reiki, an diesen Ort wieder wach, wie beispielsweise an die Einweihung. Und auch uns selbst können wir mit einem solchen „Reiki-Duft-Anker“ unterstützen.



Möchtest du deinen Reiki-Duft kreieren? Nimm dir ungefähr eine halbe Stunde Zeit und lege die Duftbotschaften der einzelnen Düfte parat (siehe unten). Rieche an den Düften, die du hast, und lies die dazugehörigen Duftbotschaften. Solltest du keine Düfte haben, dann schau dir einfach die Duftbotschaften an. Du kannst folgendermaßen vorgehen: Setz dich in eine bequeme, aufrechte Position. Schließe die Augen und nimm deinen Atem wahr. Lass ihn beim Einatmen immer tiefer fließen, bis in den Bauch hinein. Bist du an deinem Platz innerlich angekommen, dann halte die Hände in der Gassho-Haltung (die Handflächen aufeinander, vor dem Herzen). Spüre in deine Hände hinein, bis du Reiki dort wahrnehmen kannst, und erinnere dich an deine Reiki-Einweihungen. Lass dir Zeit. Erinnere dich auch an das, was Reiki in deinem Leben bewegt hat. Entwickle ein Gefühl dafür, was Reiki für dich in seiner Essenz ist. Dann gibt dir ein paar Minuten Reiki, an einer Stelle deiner Wahl. Komm langsam wieder zurück.

Was ist Reiki für dich? Welche Duftbotschaft drückt eine Facette von dem, was Reiki für dich ist, aus? Wähle entsprechend die Düfte aus und rieche an ihnen, ob sie dir angenehm sind. Suche dir drei bis fünf Düfte für deinen Reiki Duft aus (siehe unten). Spricht dich eine Duftbotschaft an und du hast den Duft nicht, dann suche dir einen Laden, wo du das ätherische Öl findest. Unten findest du die Anleitung für die Verwendung der Düfte in einer Duftlampe. Zum Abschluss kannst du deinem Reiki-Duft einen Namen geben.

Kopfnote 3-8 Tropfen

Bergamotte Lass die Sonne herein und tanze!
Grapefruit Genieße jeden Augenblick!
Orange Lachend umarme ich die Welt.
Lemongrass Alles ist frisch, neu und beschwingt!
Pfefferminz Ich gebe dir kühlend klare Frische.
(Pfefferminz gering dosieren, nicht bei Kindern unter 12 Jahren verwenden)
Myrte Ich schenke dir Reinheit.
Muskatellersalbei Trau dich – lass Altes los, und öffne dich für Neues!

Herznote max. 5 Tropfen

Rosengeranie Tu’ einfach mal nichts und lass dich verwöhnen!
Neroli Ich gebe dir Schutz. (Gering dosieren!)
Ylang Ylang Genieße die Fülle und lass dich fallen! (Gering dosieren!)
Rose Ich gebe dir Schutz. (Gering dosieren!)
Lavendel Ich kläre und ordne dein Inneres.
Zimt Ich schenke dir wohlige Wärme.
Wacholder Stark und von Licht umhüllt kannst du ins Leben gehen.

Basisnote 3 Tropfen

Zeder Nimm dir Zeit und finde deine Mitte.
Sandelholz Ich öffne dich für die ewige Weisheit.
Vanille Ich streichle deine Seele und schenke dir Geborgenheit.


Die Duftlampe: Die Schale muss stets mit Wasser gefüllt sein. Zum Nachfüllen warmes Wasser verwenden. Der Duft braucht ca. 20 Minuten, um sich im Raum auszubreiten – also rechtzeitig die Duftlampe aktivieren, aber nur stundenweise, da wir den Duft bewusst nur 10-20 Minuten wahrnehmen, er aber länger wirkt. Damit die ätherischen Öle fein verdunsten können, die Duftlampe mit Alkohol oder Essig reinigen. Eine neuere Variante der Raumbeduftung ist der Aroma-Vernebler. Die ätherischen Öle in das Wasser des Verneblers geben, und der Duft ist sofort im Raum.

Das Mischen: Es gilt „Weniger ist mehr“. Es können immer noch Tropfen hinzugeben werden. Für einen 20 qm großen Raum können ca. 10 Tropfen verwendet werden. Wähle mindestens je einen der Düfte aus den drei Duftgruppen „Kopfnote“, „Herznote“ und „Basisnote“. Beachte, zu welcher Duftgruppe die von dir ausgewählten Öle gehören, und verwende die jeweils dort angegebene Tropfenanzahl. Solltest du mehrere Öle von einer Duftgruppe auswählen, dann teile diese auf die für die jeweilige Duftgruppe insgesamt angegebene Tropfenanzahl auf. Beachte auch die Hinweise zu einzelnen Ölen. Man kann immer mal wieder von neuem eine Duftlampe anmachen, bei der man die Anzahl der Tropfen einzelner Öle neu variiert. Hast du die für dich stimmige Komposition gefunden, notiere dir die verwendete Tropfenanzahl für deinen Reiki-Duft.

 


Birgit Grobbecker, HP, Reiki-Meisterin, Aromaexpertin, Entspannungstherapeutin, Dozentin
www.heilpraxis-grobbecker.de

 

Copyright Foto Duftlampe: womue - Fotolia.com

 

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