Reiki nach der Geburt

Kolumne Janina Köck

 

Die letzten Male habe ich euch in dieser Kolumne von meiner Schwangerschaft und der Geburt meiner kleinen Tochter berichtet. Doch das eigentliche Abenteuer beginnt ja erst jetzt, nach der Geburt: Die kleine Maus ist da, und ich bin glücklich, dass alles so gut gelaufen ist, dass es ihr gut geht und sie sich toll entwickelt!

Schon während der Zeit auf der Säuglingsstation fiel mir auf, wie entspannt meine Kleine meist war, im Vergleich zu vielen anderen Babys, und wie wenig sie geschrien hat. Der Monitor (für Herzfrequenz und Atmung) piepste nur, wenn die Elektrode nicht richtig saß. Sie lernte gut zu essen, und das Stillen klappte zum Glück auch recht schnell. Das Baby war also gut versorgt! Meine Erfahrung ist, dass man sich auf der Säuglingsstation insgesamt gut um die Babys gekümmert hat, die Schwestern waren sehr nett und geduldig. Ich halte es für ein gutes Zeichen, wenn sich von einem gewissen Punkt an fast nur noch die Praktikantinnen um einen kümmern – dann ist man ja wohl ein recht unkomplizierter Fall :-)

Was auf Säuglingsstationen leider oft zu kurz kommt, wie ich für mich festgestellt habe und auch von anderen gehört habe, sind die Frauen. Die frischgebackenen Mütter müssen sich hier um sich selbst kümmern, denn die Schwestern kümmern sich fast ausschließlich um die Babys und dass diese von ihnen und der jeweiligen Mutter gut versorgt werden. Als Mutter (oder Vater) hat man die Möglichkeit, die ganze Zeit über bei seinem Kind zu bleiben. Genau so ist es aber auch möglich, nur gelegentlich dabei zu sein. Dies wird von den Eltern unterschiedlich gehandhabt. Manche Mütter haben noch andere kleine Kinder zu Hause. Sie sind dann tagsüber weg und kommen erst abends wieder in die Säuglingsstation, bleiben über Nacht und fahren am nächsten Morgen wieder nach Hause. Ein ganz schöner Spagat ... Zum Glück hatte ich das Privileg, die ganze Zeit über bei meinem Baby sein zu können. So lange war ich allerdings noch nie im Krankenhaus gewesen. Vor 32 Jahren (also nach meiner eigenen Geburt) war ich das letzte Mal überhaupt über Nacht in einem Krankenhaus gewesen, und nun waren es gleich fast zwei Wochen. Ohne Reiki, Meditation, meinen Partner und den Besuch von Freunden hätte ich da wahrscheinlich einen regelrechten Krankenhauskoller bekommen.

Das Wichtigste auf der Welt

Und jetzt ist dieses kleine Menschenwesen da, welches die volle Aufmerksamkeit fordert und verdient und auf einmal das Allerwichtigste auf der Welt ist. Atmet sie richtig? Schläft sie ruhig? Oh, jetzt jammert sie ... was hat sie wohl? Windel voll, Hunger oder will sie einfach nur Nähe? Das ist am Anfang gar nicht so einfach zu erfassen. Und sich selbst darf man in dieser Zeit auch nicht gänzlich vergessen, auch wenn so gut wie alle Aufmerksamkeit automatisch dem kleinen Baby gilt. Da ist Reiki eine gute Möglichkeit, immer wieder etwas für sich selbst zu tun, in den Phasen, in denen die Kleine schläft oder zwischen dem Stillen, um wieder leichter einschlafen zu können.

Der wenige Schlaf, den man in dieser Zeit kriegt, ist natürlich auch gewöhnungsbedürftig. Hier hilft ein Powernapping, verbunden mit einer Reiki-Eigenbehandlung, manchmal Wunder. War ich kurz vor einem Krankenhauskoller, ging ich für einige Zeit in die Natur, um mich wieder aufzuladen, legte die Hände auf – und war dann schon bald wieder gestärkt zurück bei meinem Baby.

Es geht also in dieser Zeit auch darum, sich um sich selbst zu kümmern, nicht bloß seelisch, sondern auch körperlich. Je nachdem wie die Geburt verlaufen ist, muss ja doch einiges wieder heilen. Und auch nach einer unkomplizierten Geburt muss innerlich erst einmal alles wieder an seinen Platz kommen und regenerieren. Meine Hebamme kam ein paar Mal vorbei, um zu schauen, dass meine Wundheilung gut verläuft und es mir gut geht. Die Erfahrung, dass Reiki bei der Wundheilung hilft, hatte ich vorher schon öfter gemacht. Und hier war es wieder das gleiche: Alles verlief gut, unproblematisch und, laut meiner Hebamme, erstaunlich schnell!

Auch der Hormonhaushalt muss sich nach der Geburt wieder normalisieren. Zum Glück hatte ich damit ja während der Schwangerschaft schon kaum Probleme gehabt. Direkt nach der Geburt ging es mir dahingehend auch erstaunlich gut. Bis es mich dann anderthalb Wochen nach der Geburt noch einmal voll erwischte: Ich hatte zwei Tage, wo ich richtig starke Hormonschwankungen hatte. Dabei unterstützte mich die Energie einfach in dem Annehmen, dass es so ist wie es ist – und auch wieder vorbei geht.

Für mich geht es bei Reiki nicht darum, dass man damit „etwas nicht mehr bekommt“ oder Symptome abgeschwächt werden. Na klar, das ist oft so, mit Reiki! Ich habe es auch selbst oft so erlebt, während dieser Zeit. Aber gerade der Fakt, dass ich etwas „in den Händen habe“, womit ich mich und das kleine Menschenwesen unterstützen kann, ganz generell, womit ich etwas tun kann, um gelassener mit den Herausforderungen des Abenteuers Leben umgehen zu können, finde ich phänomenal und ganz wunderbar! Dabei auch Dankbarkeit zu fühlen, gerade in solchen Zeiten des Übergangs, empfinde ich als wichtig und als möglichen Benefit des Reiki-Weges.

In dem Zusammenhang ist mir auch klar geworden, wie dankbar und glücklich wir sein können, gute Krankenschwestern und Hebammen zu haben, die einen nach der Geburt noch betreuen und für einen da sind. Bekannte von meinem Partner und mir haben in Amerika ihr Baby bekommen, und dort gibt es wohl keine Hebammen, die zu einem nach Hause kommen und einen so im eigenen Heim bei der Babypflege, wenn alles noch neu ist, unterstützen und mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Wie wichtig manche Jobs und Menschen darin sind, merken wir erst, wenn wir in der Situation sind, diese zu brauchen.

 

 

 

Janina Köck, klassische Homöopathin, körperorientierter Coach, Reiki-Lehrerin. Praxis Leben im Einklang in Köln. Referentin Reiki Convention, Gründungsmitglied ProReiki.

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