WANJA - Momente in der Ewigkeit

Oliver Klatt teilt seine Erinnerungen an Wanja Twan, eine der 23 von Hawayo Takata ausgebildeten Reiki-Meis­terInnen. Wanja verstarb im Herbst 2019.

Was kann ich über Wanja sagen? Dafür, dass ich recht wenig Zeit mit ihr in Person verbrachte, fühle ich mich ihr überraschend nahe, seitdem ich sie das erste Mal traf … und das hält bis heute an.

Das Reiki-Blessing, das ich 2002 von ihr auf der Reiki Alliance-Konferenz in Gersfeld erhielt, hat mich tief berührt. Und dass ich kurze Zeit danach von ihr lernen durfte, wie man das Blessing gibt, ebenso. Als sie mir viele Jahre später, kurz vor ihrem Tod, erlaubte es auch zu lehren, erfüllte mich dies mit großer Freude. 
Und alles, was sich daraus ergibt, dauert unvermittelt weiter an.

Beisammensein

Die Stunden, die ich mit Wanja hatte, in persönlicher Begegnung, vor allem auf der Reiki Alliance-Konferenz in Gilleleje, 2005, haben sich tief in mein Gedächtnis eingegraben. Am Tisch mit ihr und anderen Takata-Meistern sitzend … in einem Talk mit ihr, sie erzählt aus ihrem Leben … das Erlernen des Reiki-Blessings, in einer kleinen Gruppe … sie und ihre Begleiterinnen nach der Konferenz zu einer Fähre fahrend, mein kleines Auto bis unter’s Dach voll mit Menschen und Koffern, ich weiß bis heute nicht, wie das eigentlich möglich war …

Dann: weiterer Kontakt via Telefon und E-Mail, später auch bei Facebook. Ich hatte mehrfach vor, sie in Kanada zu besuchen – aber es kam einfach nicht dazu. Ich las ihre Bücher, übersetzte Texte von ihr ins Deutsche, die wir im Reiki Magazin veröffentlichten.

Die vielen Stunden, die ich mit den Übersetzungen ihrer Texte verbrachte, vor allem ihres bemerkenswerten Beitrags für das Takata-Sonderheft … das waren Zeiten großer innerer Nähe zu ihr.
Das Lesen all ihrer Bücher ebenso.

Takata-Sonderheft

Schon drei Jahre bevor (!) wir das Takata-Sonderheft produzierten, bat ich sie um einen Beitrag dafür. Warum so früh? Sie verfasste ihn tatsächlich umgehend, schickte ihn mir per ­E-Mail, dann: lange Zeit Sendepause.

Zwei Jahre später eine E-Mail von ihr: Sie habe jetzt längere Zeit starke gesundheitliche Probleme gehabt … und sie hätte den Text wohl gar nicht mehr schreiben können, wenn er nicht vorher schon fertig gewesen wäre.
Sie bedankt sich dafür, dass ich sie so früh darum gebeten hatte.

Herbst 2019

Im September 2019: ihr Tod. Im März desselben Jahres war Phyllis Furumoto verstorben. Wanja folgt ihr mit einem halben Jahr Abstand.
Ich kondoliere auf der dazu angeführten Website … und trete in Kontakt mit Anneli, Wanjas Tochter.

Es folgt ein Artikel im Reiki Magazin von Anneli, über das Leben ihrer Mutter. Und schließlich weitere Übersetzungen von Wanjas Texten, die 2020 im Reiki Magazin erscheinen.

JOKER

Inger Droog sagte zu mir, auf der Reiki Alliance-Konferenz 2002 in Gersfeld, wo ich das Blessing von Wanja zum ersten Mal erhielt:

 „Wanja ist der ‚Joker‘
unter den Takata-Meistern!“

Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, was sie damit meinte. Obwohl es der Aussage ja eigentlich nicht an Deutlichkeit mangelt.

Was mich angeht, so begegnet mir Zeit meines Lebens die ‚Joker-Thematik‘ auch immer mal wieder. Beim Kartenspielen kommen meist viele zu mir. Die Zusammenhänge rund um die dazugehörige Symbolik sind komplex, vielfältig, kaum eindeutig. Ein Joker hat immer etwas von „alles und nichts“ ... er ist gewissermaßen paradox. Beim Kartenspielen sind ein paar Joker hilfreich – zu viele aber interessanterweise manchmal gar nicht.

(Der bekannte Spielfilm „Joker“ mit Joaquin Phoenix behandelt vor allem das Wirre und Gefährliche dieser Symbolik. Viel aussagekräftiger finde ich den Spielfilm „Harlekin“ von Simon Wincer, der eine andere, viel wesentlichere Nuance der zugrundeliegenden Symbolik behandelt. Und auch der Archetyp des ‚Narren‘, u.a. bekannt durch die gleichnamige Tarotkarte, gibt weiteren Aufschluss.)

     Und …

 … was bleibt?

Tiefe Verbundenheit.

Ein Foto von Wanja, das seit 2019 dauerhaft
in meinem Seminarzentrum steht.

 Im Geben der Blessings:
innere Nähe zu ihr,
mitschwingend,
„unpersönlich persönlich“.

 Wenn ich an sie denke:
ein inniges Gefühl feinstofflicher Nähe.

Dankbarkeit.

 

 

 

Zum Autor: Oliver Klatt praktiziert Reiki seit 1994; seit dem Jahr 2000 als Meister/Lehrer. Er ist außerdem Herausgeber des Reiki Magazins und Buchautor.

Info & Kontakt:
EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.einfach-nur-reiki.de

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.