Zur Weltsituation

»Wie kannst du lachen und fröhlich sein, obwohl die ganze Welt brennt? Dunkelheit hüllt dich ein - warum suchst du nicht das Licht?«

Dhammapada, Vers 146


Ungewöhnlich drastisch, diese Worte, die ich in einer kleinen buddhistischen Vers-Sammlung fand. Zumindest für eine spirituelle Belehrung, wie ich finde. In ihrer Harschheit vielleicht vergleichbar mit der Stelle in der Bibel, wo Jesus die Händler wutentbrannt aus dem Tempelhof vertreibt.
Auch erinnern mich diese Zeilen an die Stelle in der Reiki-Geschichte, wo Dr. Usui mit einer brennenden Fackel durch das Armenviertel zieht und die Leute ihn fragen, warum er das tue, es sei doch hellichter Tag, und er antwortet: »Ich sehe hier nur Dunkelheit! Wenn ihr mehr über das Licht erfahren wollt, kommt heute Abend zu mir!«

Licht und Dunkelheit, Gut und Böse - die zwei Seiten einer Medaille? »Je heller das Licht, umso dunkler der Schatten.« Eine simple Wahrheit, fast schon banal, und auch ganz einfach nachzuprüfen:
Man schaue seinen Schatten an, stelle das Licht etwas heller, und schwupp: Der Schatten ist dunkler als zuvor. Verblüffend.
Nun macht das ja eigentlich gar nichts aus, solange der Schatten im Hintergrund bleibt und nicht auffällt. Ist er halt ein bisschen dunkler, na wenn schon.
Tritt er jedoch irgendwann plötzlich hervor, weil er mit der Zeit ein Eigenleben entwickelt hat, weil ihn niemand beachtet hat, weil er dauerhaft brüskiert wurde, dann gibt es ein Problem.
Unangemessenes Verhalten ist dann oft die Folge, je nach Ausprägung bis hin zu (selbst)zerstörerischen Aktionen. Und besonders schwierig wird es, wenn sich der Schatten als »Träger des Lichts« empfindet.

Osama Bin Laden sieht sich selbst wohl als »Guter«, als derjenige, der die »Händler« (= Amerikaner) aus dem »Tempelhof« (= islamische Welt) vertreibt. Dass das, was er tut, vollkommen unangemessen ist, eine Verirrung höchsten Grades, sieht er nicht.
Ebenso sieht sich die USA traditionell als »gut«, als »Träger des Lichts«, wie die Freiheitsstatue im Hafen von New York es darstellt. Dass ihr Gebahren als Weltmacht, z. B. durch die dauerhafte Präsenz ihrer Truppen in fernen Ländern, andere in ihrer Ehre und Würde verletzt, sehen sie nicht.

Seit dem 11. September erreichen uns viele Anrufe, Briefe und eMails von Reiki-Praktizierenden, die gemeinsam mit anderen Menschen für die Opfer und deren Angehörige beten, meditieren und Reiki senden möchten, nach New York, nach Afghanistan, in die gesamte Weltsituation.
Wer möchte, ist herzlich dazu eingeladen, sich denen anzuschließen, die sich abends von 19.30 bis 20.00 Uhr in Stille den Betroffenen widmen.
Und bei aller Besorgnis um die Weltsituation sollte das Wichigste natürlich nicht vergessen werden:
Sich selber weiterhin Reiki zu geben und den Frieden in sich selbst zu entfalten.

Viel Licht in dieser herausfordernden Zeit wünscht



Oliver Klatt

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