Editorial 1/07


Liebe Leserinnen, liebe Leser,


der Jahreswechsel und die ersten Wochen im neuen Jahr sind eine gute Zeit, um das vergangene Jahr zu reflektieren, es noch einmal Revue passieren zu lassen und zugleich das neue Jahr ins Auge zu fassen, nach vorne zu blicken, auf neue Möglichkeiten und Potenziale, die verwirklicht werden möchten.

Zwei beeindruckende Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe, zeigen - jeder auf seine Art -, was wir als Menschen tun können, um einen Akzent zu setzen, für mehr Menschlichkeit, für ein liebevolles Miteinander, unter uns Menschen sowie zwischen Mensch und Natur.

Der erste heißt „Die Himmelswiese - die kleinen Wunder von Baan Gerda“. Er zeigt ein Kinderdorf in Thailand namens „Baan Gerda“, wo unter medizinischer Betreuung Waisenkinder aufwachsen, die mit HIV infiziert sind. Die Begründer des Dorfes, der Deutsche Karl Morsbach und seine Frau Tassanee, haben ein klares Motto: Nur ein Kind, das glücklich ist, hat Aussichten auf Heilung. So schaffen sie in ihrem Dorf die bestmöglichsten Bedingungen dafür, dass die Kinder mit ihrer Krankheit leben können. Bereits seit einiger Zeit wird das Dorf kontinuierlich mit Fernreiki unterstützt, durch die Mitglieder der Fördergemeinschaft Reikipraktizierender (FGR) - siehe Artikel ab S. 16.

Der zweite Film trägt den Titel „Eine unbequeme Wahrheit“ und porträtiert den früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore und dessen Aufklärungsarbeit zum Thema Klimawandel. Bereits seit Jahrzehnten setzt sich Gore für den Klimaschutz ein. „Der Kampf gegen die Erwärmung der Erde ist keine politische, sondern eine moralische Aufgabe“, sagte Gore in Cannes, wo der Film uraufgeführt wurde. Es gehe jetzt um das Überleben der menschlichen Zivilisation. Die Stärke dieses Films liegt vor allem darin, dass er alle wichtigen Fakten in verständlicher Weise aufbereitet, ohne den Zuschauer auch nur eine Minute zu langweilen. Am Ende der 90 Minuten hat man das Thema wirklich durchdrungen und im Kern verstanden. Und nicht zuletzt auch, was man konkret tun kann, um gegenzusteuern, damit es nicht dazu kommen muss, dass sich eine Umweltkatastrophe globalen Ausmaßes auf diesem Planeten ereignet.

Beide beschriebenen Filme sind Dokumentarfilme, und beide haben mich zutiefst bewegt. Beide halten erschreckende Wahrheiten für uns bereit, die jedoch gleichzeitig auch tief transformierend wirken können - wenn wir bereit sind, uns ihnen zu öffnen und die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht, wie wir sie gerne hätten. Und wenn wir, in der Folge, auch bereit sind, konkret daran mitzuwirken, die Dinge zu verbessern - im Rahmen der uns gegebenen Möglichkeiten.

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude mit diesem Heft und den Akzenten, den ein jeder, der hier mit einem Artikel vertreten ist, auf seine eigene Weise setzt. Und ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!


Oliver Klatt

 

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