Editorial 1/10

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


unüberbrückbare Hindernisse kann man nicht „überbrücken“, man kann sie nur auflösen, transzendieren. So kann ein sehr großes Hindernis auch vorteilhaft sein, da man ein kleineres, überbrückbares Hindernis vielleicht einfach „überbrückt“, aber nicht transzendiert hätte – womit es nicht aufgelöst worden wäre. Während einem bei einem großen, unüberbrückbaren Hindernis nichts anderes übrig bleibt, als es zu transzendieren – wenn man es denn überwinden möchte. So gesehen können wir dankbar sein auch für die „großen Aufgaben“, die sich uns auf unserem Lebensweg stellen, ermöglichen sie uns doch, über uns hinaus zu wachsen, neue Lösungsmöglichkeiten zu finden und neue Wege zu gehen.

Dasselbe gilt für uns insgesamt, als Menschheit, in der aktuellen Weltsituation: Die Gesamtlage, wie sie sich uns darstellt, scheint wahrlich „unüberbrückbar“. Na wunderbar, so können wir sagen: Wunderbar, dass es nicht hilft, einfach weitere Brücken über die vielen Hindernisse hinweg zu bauen, die währenddessen immer weiter anwachsen, bis sie womöglich gar die Brücken zu überwuchern drohen. Wunderbar, dass nun neue Wege gefunden werden müssen, um die Lage zu bewältigen. Zu lösen. Zu transzendieren. Und dabei über bisherige Vorstellungen, wie die Dinge angepackt werden müssen, hinausgegangen werden muss.

„Botschaften der Heilung“ – so heißt der Titel dieser Ausgabe, die spirituell berühren und bewegen will. Lorna ­Byrne, die irische Mystikerin und Heilerin, deren kürzlich erschienene Autobiographie in Irland lange Zeit auf Platz eins der Bestsellerlisten stand, erzählt in einem Interview über ihre Kontakte mit Engeln und mit Gott – in einfachen Worten, ohne Verklärung, schlicht so, wie sie diese seit frühester Kindheit erlebt (lesen Sie ab S. 14). ­Margarethe von Trotta, die renommierte deutsche Filmemacherin, teilt anlässlich ihres neuen Films über Hildegard von Bingen ihre Faszination für die bekannte Seherin und Äbtissin aus dem Mittelalter – und berichtet dabei auch von eigenen spirituellen Erfahrungen (lesen Sie ab S. 22). Walter Lübeck schreibt in seiner Kolumne über gute ­Erfahrungen mit Meditation (auf S. 13), und der US-amerikanische Reiki-Meister William Lee Rand stellt in einem Grundsatzartikel fest, in welch umfassender Weise das Usui-System des Reiki in den USA bereits gesellschaftlich integriert ist (ab S. 18).
Neben weiteren interessanten Beiträgen über Feng Shui und Prana Heilung und dem Porträt einer Berliner Reiki-Meisterin, die in einer Praxisgemeinschaft, zusammen mit Ärzten und Psychologinnen, einen Reiki-Behandlungsraum hat, rundet das Porträt eines der größten Heiler der jüngeren Geschichte, Stylianos Atteshlis, genannt ­„Daskalos“, das Artikelangebot ab.

Die Autoren, Interviewten und Porträtierten dieser Ausgabe haben, jeder auf seine Weise, „unüberbrückbare“ ­Hindernisse transzendiert. Und dabei tiefes Vertrauen in den Lauf der Dinge entwickelt. Ich wünsche Ihnen, liebe ­Leserin, lieber Leser, ein ebensolches Vertrauen, sowie Freude und Erfolg in Ihrem heilerischen Wirken – und ­einen gelungenen Start ins neue Jahr 2010!


Oliver Klatt