Reiki als Kunst

Für Fokke Brink ist Reiki mehr als nur das Auflegen der Hände zum Zweck des Heilens. Für ihn ist Reiki eine Kunst. Und natürlich gibt es mehrere Türen, durch die man treten kann, um dieser Kunst zu begegnen.


„Kunst ist die Mutter der Religion“ , sagte Onisaburo Deguchi kurz nach 1900 in Japan, als er die Oomoto (große Quelle)-Gemeinschaft gründete. Nao Deguchi, seine Frau, hatte im Auftrag der Götter Texte geschrieben, welche als Grundlage für diese shinto-buddhistische Gemeinschaft bestimmt waren. Nao Deguchi hatte selbst nie in ihrem Leben schreiben oder lesen gelernt. Ein Gott führte ihr den Pinsel und schrieb mit ihrer Hand über 200.000 Seiten mit Texten, welche die Basis waren für eine spirituelle Gemeinschaft, deren spirituelle Führung immer eine Frau innehaben sollte.

Im Laufe ihrer Geschichte ist die Oomoto Foundation zweimal von der Regierung in Japan mit Dynamit total zerstört worden. Oomoto konnte nicht akzeptieren, dass der Kaiser als einziger Gesandter Gottes das Haupt der Shinto-Naturreligion in Japan wurde. In diesem Moment, als das Militär ihr großes Gebetshaus „Choseiden“ zerstörte, als es explodierte, sagte Onisaburo: „Ihr könnt die äußere Form des Tempels zerstören, aber nie den Tempel in uns.“

Vor dem zweiten Weltkrieg waren mehr als 80 Prozent der Offiziere der Kriegsmarine Mitglieder von Oomoto, wie auch der Begründer des Aikido, Morihei Uyeshiba. Oomoto glaubt: „Ein Gott, eine Welt, eine Sprache.“ Alle Regionen sind „austauschbar“, wenn man die Essenz dahinter versteht. Alle Regionen kommen aus derselben Urquelle hervor. Selbst gibt sich diese Urquelle keinen Namen, sondern jede Kultur benutzt einen anderen Namen für die gleiche universelle Lebenskraft. Ein Name dafür, der in Japan gebraucht wird, ist „Reiki“. Wenn Reiki die Urquelle des Lebens ist, ist es zugleich der größte Künstler, der hinter allen Religionen und hinter allen Geschöpfen im Universum steht.

Stell’ dir das mal vor! Ein Künstler, der das Universum malt. Was für eine Pracht da entsteht!
Millionen von Formen in unzählbaren Farbkombinationen. Alle bilden zusammen ein Universum, ein lebendes Gemälde. Dann sind wir alle eine Farbe in diesem Gemälde, sorgfältig gewählt von diesem Künstler, sorgfältig auf unseren Platz gebracht, genau dort, wo wir zusammen mit allen anderen Farben um uns herum eine perfekte Harmonie bilden.

Auf diesem Platz entdecken wir eine andere Kunst, die Kunst des Heilens, die Kunst, mit Symbolen zu Tanzen, und dadurch die Kunst, unsere Farben tiefer glänzen zulassen. Wir finden einen Weg, diese Kunst auszuüben. Dieser Weg heißt: „Das Usui-System in der Kunst des Reiki-Heilens“.
Wir lernen durch diese Kunst, unsere Farbe und unseren Platz im ganzen Gemälde besser zu verstehen und zu akzeptieren.

Viele Türen führen zum Reiki

Viele von uns sind über ihren Körper zu dieser Kunst gekommen. Wir haben etwas gesucht, um uns „besser zu fühlen“, um uns „besser zu verstehen“ oder vielleicht um unsere „Schmerzen loszuwerden“ oder oder oder – viele andere Anliegen könnten da gewesen sein, Reiki über diesen Weg zu finden.

Der körperliche Heilungsweg ist oft die erste Tür, um mit dieser Kunst in Verbindung zu kommen. Unser Körper ist uns am „nächsten“. Physische Krankheit wird häufig erlebt und ist oft am deutlichsten erlebbar. Durch Handauflegen gibt man sich selbst Reiki oder man bekommt es von anderen. Hier beginnen die Wunder: Schmerzen können verschwinden! Wenn die Schmerzen einmal nicht verschwinden, werden wir herausgefordert, uns tiefer mit uns selbst in Verbindung zu setzen, und wir müssen uns dann überlegen, warum wir die Schmerzen eigentlich haben oder wie wir mit diesen Schmerzen umgehen.

Hieraus können wir neue Lebensgeschenke empfangen, z. B.: Habe ich einfach ein gebrochenes Bein oder habe ich Mühe, Schritte in mein Leben zu machen? Oder vielleicht habe ich, unaufmerksam in meinem Leben, falsche Schritte getan? Hier fordert Reiki mich auf, weiterzuwachsen in meinem Bewusstsein. Hier kann ich lernen, wie ich mein Leben lebe. Ich kann lernen, dass es im Leben mehr gibt als nur unsere „materielle Ebene“.

Hier tut sich die zweite Tür von Reiki auf: der Selbstwachstumsprozess. Wenn ich alle diese Vorgänge ignorieren würde, würde ich nicht wachsen. Dann säße ich einfach mit einem gebrochenem Bein da und gäbe möglicherweise nur den Umständen die Schuld an dieser Situation. Ich wäre in einem geschlossenen System gefangen und würde mir nicht erlauben zu wachsen. Ich wäre wie ein Uhrzeiger und drehte einfach auf einer Ebene meine Kreise und zweifelte nie an meinem „Lebenssystem“. Ich kann aber auch einen neuen Schritt in meinem Leben machen und mir erlauben, mir selbst zu misstrauen. Nicht mehr akzeptieren: „Das bin ich nun einmal, und ich kann mich nicht ändern.“ Erlaube dir, dein eigenes System anzuzweifeln, zu kritisieren. Ist das wirklich wahr, dass ich das bin? Wo war mein Geist, als mein Bein brach, anstatt hier und jetzt zu sein? Wie bringt mich die Energie zurück zum Hier und Jetzt? Einen nächsten Schritt machen bedeutet: Selbstwachstum.

Hier ist Heilung nicht nur physische Heilung. Wenn wir uns dessen mehr und mehr bewusst werden, fangen wir an zu sehen, dass es tiefere Konzepte gibt im Leben. Hier erfahren wir eine Heilung von unseren Gedankenmustern. Danach können wir spüren, dass das Wachsen eine Art Disziplin ist, die uns zu anderen Ebenen des Seins wachsen lässt. Hier begegnen wir der dritten Tür von Reiki: der spirituellen Disziplin. Das Praktizieren von bestimmten, sich wiederholenden Dingen nennt man „Disziplin“. Dadurch, dass unser Körper lernt, bekommt unser Geist mehr Freiheit, sich zu entwickeln. Darum folgen wir einer Disziplin und üben sie immer wieder aus.

Die Reiki-Gemeinschaft in die Welt als Ganzes wächst langsam, von der ersten Tür durch die zweite und dritte Tür. Wir bringen mehr Beachtung auf für die Strukturen der Menschen und für die Welt. Etwas wächst langsam, was wir nicht beeinflussen können. Ein Kollektiv ohne feste Regeln, sondern mit universellen Gesetzen und Bewegungen. Hier nähern wir uns der vierten Tür: dem mystischen Orden. Das Verständnis für diese vierte Tür ist jetzt noch weit weg.

Hier steht alles in einem Zusammenhang, alles wird hier zum Lehrer in unserem Leben. Wir bekommen ein tiefes Wissen von universellen Strukturen und Gesetzen. Wenn wir dort ankommen, werden wir erfahren, dass wir das gesammelte Wissen wieder auf materieller, physischer Ebene leben und hier und jetzt im Alltag umsetzen müssen. Hier treten wir wieder, auf einer neuen Ebene, durch die erste Tür in unser Leben.

Menschen kommen durch verschiedene Türen zu Reiki, jeder wächst durch alle Türen, so kommt es zu einer Harmonisierung, zu einem immer wieder neuen Kreis. Wenn wir diesen Kreis und diese Ebene verstehen, gibt es keine Bewertung mehr. Wir können anerkennen, dass jeder auf einem bestimmten Platz im Gemälde des universellen Künstlers ist. Dann gibt es nur „Handauflegen oder nicht“. Hier ist dann unsere Selbstbehandlung wieder am wichtigsten, unsere eigene Disziplin.

Die Reiki-Kunst ist die Art, wie wir hier und jetzt Reiki in unserem Leben leben. Ein Teil dieser Kunst ist es, wie wir mit „Handauflegen“ umgehen und wie wir mit den „Symbolen tanzen“. Dies alles kann man immer tiefer lernen, es gibt hier nie ein: „Ich bin Meister, und ich weiß das alles schon lange.“ Diese Kunst immer wieder zu vertiefen entfaltet einen noch tiefer gehenden Heilungsprozess in uns und in unserer Umgebung. Das nenne ich die „Kunst des Reiki“.

So kann ich immer mehr in Verbindung sein mit dem größten Künstler des Universums. Oder ist es die größte Künstlerin des Universums?

 

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