Reiki in Nigeria

Reiki führte beide zusammen – zunächst in Deutschland, wo Ikechukwu von Ursula, seiner jetzigen Frau, im März 1991 in den I. Grad eingeweiht wurde. Knapp ein Jahr später – im Januar 1992 – reisten beide und zwei weitere Personen aus Österreich und der Schweiz nach Nigeria, in die Heimat Ikechukwus, zur II. Grad-Einweihung. Ein Erfahrungsbericht von Ursula Klinger-Omenka und Ikechukwu Simeon Omenka.


Gleich bei diesem ersten Aufenthalt begegneten wir Ikechukwus Familie, die im Süden Nigerias lebt. Dabei wurden wir nicht nur begeistert begrüßt und aufgenommen, sondern wir erlebten auch eine Offenheit der Familie für Reiki. Noch während der Ausbildung im II. Grad besuchte uns eine Schwester von Ikechukwu mit akuten Schmerzen, und wir konnten ihr vor unserer Weiterreise noch an zwei Tagen zu viert eine Stunde Reiki geben, und danach zwei Fern-Reiki-Behandlungen.

Vor der Abreise lernten wir auch den ältesten Bruder von Ikechukwu kennen, Chris, zu dem Ikechukwu eine ganz besonders vertrauensvolle Verbindung hat. Beide verbrachten nach dem Biafra-Krieg mehrere Jahre an derselben Schule und in einer Wohngemeinschaft – Chris als Lehrer, Ikechukwu als Schüler. Wir erzählten ihm von Reiki, und dann begann Reiki zu wirken ...

Bereits nach einem halben Jahr kehrten wir, Ikechukwu und Ursula, als Paar zurück. Chris war der Tradition zufolge für uns der Wegbereiter für die Aufnahme von Ursula in die Familie. Chris wurde aber auch zu einem Wegbereiter und Verbündeten für Reiki in Nigeria. Wir hatten ihm die englische Übersetzung des Reiki-Buches von Bodo Baginski und Shalila Sharamon mitgebracht. Es las es noch während unseres Aufenthaltes, hatte nur wenige Fragen, und wir gaben ihm zu zweit eine Stunde Reiki. Beim Abschied bat er Ursula, ihn einzuweihen, wenn wir zurückkämen. Diese geschah im Januar 1993.

Diese I. Grad-Einweihung von Chris war für uns ein besonderer Augenblick – uns war bewusst: Jetzt bleibt Reiki in Nigeria, denn Chris lebt mit seiner Familie hier und reist nicht nach einem Monat wieder ab. Zu dritt gaben wir mehrere Reiki-Behandlungen an vier aufeinander folgenden Tagen, um Chris eine größere Sicherheit im Reiki-Geben zu ermöglichen. Denn er konnte niemanden um Rat fragen – es gab noch keine weiteren

Reiki-Eingeweihten in Nigeria. Wieder waren es zunächst Mitglieder der Familie, die sich von uns Reiki haben geben lassen, aber auch ein Freund und Kollege von Chris, der selbst unbedingt Reiki-Kanal werden wollte.

Das erste Seminar in Nigeria

Als wir im September 1993 wieder in Nigeria sind, werden wir von Chris und einem Kreis von 20 Menschen, die mehr über Reiki erfahren wollen, erwartet. Sie alle kannten Chris schon seit vielen Jahren. Er lebt in Owerri, Südnigeria, und unterrichtet dort an der technischen Hochschule Biologie und ist mit sehr vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Gesellschaftsschichten in Kontakt. Die Menschen schätzen ihn, vertrauen ihm, suchen oft Rat bei ihm. Durch ihn hatten zunächst einzelne ihm nahe stehende Menschen, denen er vertraut, von Reiki erfahren.

Wir machten einen ersten Informationsabend, bei dem wir von Reiki und unseren Erfahrungen berichteten, viele prüfende Fragen beantworteten und

Reiki-Schnellbehandlungen im Sitzen gaben. Fast alle Anwesenden waren Männer, jeder für sich eine Persönlichkeit, ganz präsent, ganz wach und nach einiger Zeit offen und zutiefst interessiert. Fast alle haben eine akademische Ausbildung und verantwortungsvolle Tätigkeit als Lehrer, Dozent, Politiker, Rechtsanwalt, Apotheker, Geschäftsführer und waren nicht beeinflusst von angst und abhängig machenden Vertretern der Kirchen und Sekten. Mit ihren Fragen und Beobachtungen klärten sie u. a. für sich, ob wir Bedingungen an ihre Person bzw. ihre Entwicklung stellen oder Versprechungen über Heilungen machen würden und warum wir einen Energieausgleich über Geld haben wollten.

Ikechukwu war das sehr vertraut, da er selbst miterlebt hatte, wie stark Missionare, die Engländer als Kolonialherren und später auch die Militärregierung versucht hatten, die Menschen in Nigeria von ihren Wurzeln zu trennen. Er weiß auch, dass es erst einmal Aufgabe der Männer ist, etwas, das neu ins Land kommt, zu prüfen. Ursula staunte über die Ernsthaftigkeit und den philosophisch-weltanschaulichen Hindergrund, mit dem diese Menschen Fragen stellten, und sie hatte den Eindruck, dass diesen Augen und Ohren nichts verborgen geblieben ist – nicht einmal das, was wir nicht sagten. Zu unserem I. Grad-Seminar eine Woche später kamen 13 Nigerianer – drei davon waren Frauen.

Die weitere Entwicklung von Reiki in Nigeria

Reiki bleibt im Süden Nigerias rund um Owerri, wo Chris lebt, tief im Landesinnern, wo die Situation ganz anders ist als in der ehemaligen Hauptstadt Lagos. Noch heute kommen alle Auslandsflüge in Lagos an, dort werden Geschäfte mit aller Welt abgewickelt, sind die Botschaften, eine andere Weltoffenheit und andere Verdienstmöglichkeiten als im übrigen Land. So haben wir es in Owerri mit Bedingungen zu tun, die typisch sind für weite Teile Nigerias und in die ein Ausländer ohne familiäre Bindungen nicht eindringen kann. Aber Reiki wollte durch uns gerade da ankommen, führte uns aus beiden Kulturen in Reiki und in unserer Liebe zusammen, um zu diesen Menschen zu kommen.

Wir sind jährlich zwei Monate in Nigeria und erleben ein behutsamen Wachsen von Reiki. Inzwischen sind 40 Menschen in Nigeria in Reiki eingeweiht, davon vier Frauen; 15 in den

II. Grad, davon eine Frau. Die Eingeweihten geben hauptsächlich innerhalb ihrer Familie, guten Freunden und Nachbarn.

Für viele Menschen in Nigeria ist es ungewöhnlich, dass sie für Reiki etwas bezahlen sollen – zu sehr sind sie einerseits an die Almosen der Kirchen gewöhnt und an die Heilungs- und Erlösungsversprechen von Sekten, die meist von ihren Organisationen in Übersee gefördert werden und alles „umsonst“ geben. Andererseits werden die soziale und politische Situation im Land immer schwieriger, die Inflationsrate immer höher, die Zukunft der vielen jungen Menschen immer aussichtsloser. Wir bekommen für die I. Grad-Einweihung 10 US$, für die II. Grad-Einweihung 30 US$. Für viele Menschen sind 10 US$ inzwischen ein ganzes Monatseinkommen – wenn sie überhaupt eins haben, von dem sie nicht nur die eigene Familie, sondern z.T. auch Eltern und Geschwister, die keine Arbeit haben oder krank sind, versorgen.

Menschen, die zu Reiki kommen, haben es durch einen guten Bekannten kennengelernt und kommen zunächst einmal mit dieser Person, die uns persönlich kennt, zu einem Informationstreffen mit uns und Menschen, die wir in Reiki eingeweiht haben. So entsteht eine Vertrauensbasis, auf der es den Interessierten möglich ist, sich der Reiki-Einweihung zu öffnen.

Durch Chris konnten wir ein Haus mieten, in dem wir wohnen, wo unsere Seminare stattfinden, wo es inzwischen das ganze Jahr über wöchentlich Reiki-Treffen gibt. Die Reiki-Eingeweihten in Nigeria schätzen sehr die Gemeinschaft, die Begegnung in Reiki, den Erfahrungsaustausch über die Wirkungsweise von Reiki und ihre persönliche und spirituelle Entwicklung, auch wenn sie dafür bis zu drei Stunden fahren müssen. Die Leitung der Gruppen hat Chris übernommen, er ist auch kompetenter Ansprechpartner für die Reiki-Gebenden in bezug auf die Entwicklungen und Wachstumsprozesse.

Reiki-Erfahrungen in Nigeria

Reiki in Nigeria bedeutet ganz viel Gesundheitsvorsorge und Notfallhilfe. Schon während der I. Grad-Einweihung haben die Teilnehmer zu Hause gleich „alle Hände voll zu tun“, da immer wieder jemand krank ist.

In diesem Jahr kamen erstmals zu I. Grad-Seminar Teilnehmer aus dem angrenzendem Nachbarstaat, die Reiki – wie die anderen Teilnehmer auch – sofort zu Hause in ihrer Umgebung anwenden, aber auch an ihrem Arbeitsplatz. Sie gehen viel offener mit Reiki um, als wir es bisher beobachtet hatten.

Jedes Jahr kommen mehr Menschen zu den Reiki-Behandlungen – alle auf Empfehlung derer, die schon bei uns waren. Dieses Jahr kamen erstmals auch viele Frauen zu den Einzelsitzungen, während in die Seminare nach wie vor fast nur Männer kommen. Für uns ist auffällig, dass Reiki bei den Menschen in Nigeria sehr direkt auf der körperlichen Ebene wirkt. Die Menschen, die an vier aufeinander folgenden Tagen zu einer Stunde Reiki mit Edelsteinen kommen, leiden meist unter chronischen Erkrankungen wie Asthma,

Magen-Darm-Beschwerden, rheumatischen Schmerzen in den Gelenken, Unterleibsproblemen, Rückenschmerzen, aber auch unter psychischen Belastungen, die oft zusammenhängen mit tiefsitzenden lebensbedrohlichen (Existenz-)Ängsten.

Eine Person kommt nie alleine zur Reiki-Stunde. Oft kommt die Person mit, die uns kennt und uns empfohlen hat, und meist noch weitere Familienmitglieder, Verwandte, Nachbarn. Die Begleitpersonen bleiben zusammen mit denen, die noch warten, im Seminarraum, während wir nebenan im Behandlungsraum Reiki geben. Fast immer beten alle Wartenden – still, wie auf natürliche innere Absprache für den, der gerade Reiki bekommt, ob sie ihn kennen oder nicht. Es ist immer eine ganz wunderbare Stimmung und Schwingung, wenn wir aus dem Behandlungsraum kommen, die neu Angekommenen begrüßen und die Gehenden verabschieden. Meist zeigen sich schon während der vier Tage Reiki mit Edelsteinen wohltuende Veränderungen. Wenn wir ein Jahr später wiederkommen, hören wir immer wieder von bleibenden Besserungen bis hin zur Auflösung der Beschwerden, neuem Lebensmut und Selbstvertrauen. Wir führen dies auf die starke, uneingeschränkte, natürliche Glaubenskraft der Menschen zurück.

Durch die tagtäglichen Nöte und Sorgen um das Weiterleben der Familie wird Reiki oft sehr direkt im körperlichen Bereich gebraucht und angewendet. Gleichzeitig wächst aber auch die spirituelle Gemeinschaft in Reiki sehr stark, da jeder fast jeden Reiki-Eingeweihten persönlich kennt, Reiki-Behandlungen oft zu zweit oder dritt gegeben werden und viele sehr häufig zu den Treffen kommen. Je mehr den Reiki-Gebenden Reiki vertraut wird, um so sensibler werden sie auch für die Veränderungen in der Persönlichkeit und für spirituelle Erfahrungen und dafür, dass Reiki sehr viel mehr ist als Hilfe für den Körper.

Aufbau einer Reiki-Klinik in Nigeria

Bei der ersten Reiki-Einweihung in Nigeria 1992 war unser „Seminarraum“ ein Pavillon in einem Palmenwald an einem romantischen See, wo wir eine Woche in einem sehr schönen Hotel wohnten. Die nächsten Reiki-Seminare fanden in einer größeren Hotelsuite in Owerri statt. Jetzt gibt es seit Anfang 1995 ein gemietetes Reiki-Haus in New-Owerri mit einem Seminarraum und zwei Behandlungsräumen, fünf Reiki-Liegen, zwanzig Stühlen und einer kleinen Wohnung für uns. 1994 konnten wir ganz in der Nähe von Owerri (fünf Autominuten vom Reiki-Haus entfernt) in Avu ein Grundstück für den Bau einer Reiki-Klinik erwerben. Noch im gleichen Jahr wurde es ummauert und mit einem abschließbaren Tor versehen – erst dann kann in Nigeria aus Sicherheitsgründen (Diebstahl) mit dem Bau begonnen werden.

Anfang 1995 begannen wir mit der Planung und dem Bau. Auch hier ist Chris wieder unser Verbündeter in der Abwicklung und Organisation aller erforderlichen Arbeiten und Behördengänge. In der kurzen Zeit, die wir in Nigeria sind, ist dies ohne vertrauensvolle Kontaktperson im Land nicht möglich.

Ein weiterer Bruder, Martin, übernahm die Ausgabe, die Handwerker und Hilfskräfte auszuwählen, ihre Arbeit zu beaufsichtigen, das Material einzukaufen und die Verarbeitung zu überwachen. Er ist inzwischen auch in den II. Grad eingeweiht. So wurde noch 1995 das Erdgeschoss mit 370 m² im Rohbau fertig mit einem großen Seminarraum, Einweihungs- und Behandlungsraum, Büro, Toiletten, vier Klientenzimmern mit jeweils zwei Betten und Dusche/ WC, Küche und Abstellraum für die Klinik, zwei Zimmern mit Dusche/ WC für ein Hausmeister-/Verwalterehepaar. Vor jedem Zimmer befindet sich ein durchgehender, vom Obergeschoss überdachter Balkon mit Blick auf den Innenhof.

Noch im selben Jahr riefen wir in Deutschland den „Verein zu Förderung Internationaler Begegnung – Nigeria e.V.“ ins Leben. Das erste Projekt des Vereins ist die Fertigstellung der Reiki-Klinik in Avu. Dank einzelner engagierter Reiki-Eingeweihter, Reiki-Meistern,

Reiki-Zentren und Terra Humanica Reiki e.V. war es möglich, bereits Anfang 1996 das Obergeschoss im Rohbau mit 370 m² fertigzustellen. Hier befinden sich vier weitere Klientenzimmer mit Dusche/ WC, ein Aufenthaltsraum sowie eine Wohnung und drei Gästezimmer mit Dusche/ WC für Reiki-Schüler, -Meister, interessierte Gäste, die aus anderen afrikanischen Ländern, Europa oder anderen Erdteilen kommen und ein großer

Eß- und Aufenthaltsraum für die Gäste. Auch hier gibt es durch das geplante Dach vor jedem Gästezimmer einen durchgehenden überdachten Balkon mit Blick zum Innenhof, der wohltuenden Schatten gibt.

Das Konzept der Reiki-Klinik in Avu sieht vor, dass Reiki-Praktizierende, die besonders ausgebildet sind, ambulant und stationär täglich Reiki über einen längeren Zeitraum geben, wobei sich auch eine Zusammenarbeit mit schulmedizinischen Einrichtungen und Pflanzenheilkundigen entwickeln soll. Es werden Reiki-Seminare gegeben, regelmäßige Treffen sowie andere unterstützende Angebote, wie gesunde und bewusste Ernährung, Yoga und Meditation, Edelstein-Farbtherapie, Tanz und Live-Musik, aber auch Ausbildungen in der in Nigeria entwickelten und praktizierten Pflanzenheilkunde.

Es ist möglich, als Gast – auch für längere Zeit – hier zu sein, um selbst Reiki zu bekommen oder zu geben, um Ferien zu machen oder um als Reiki-Meister hier zu arbeiten. Dies ermöglicht, Reiki in Nigeria im Sinne der Gesundheitspflege und –vorsorge anzuwenden und an die Bevölkerung weiterzugeben, aber auch, einen internationalen Austausch von Erfahrungen anzuregen, der mit dazu beiträgt, Hemmungen, Ängste und Vorurteile im Zusammensein mit Menschen aus verschiedenen Kulturen abzubauen und ein friedliches, tolerantes, voneinander lernendes Miteinandersein zu unterstützen.

Später sollen noch weitere Grundstücke zur landwirtschaftlichen Nutzung vom Verein erworben werden. Der geplante Gemüse- und Obstanbau dient dann der teilweisen Selbstversorgung, und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die Kosten für ambulante oder stationäre Betreuung und Seminare für sich selbst oder Familienangehörige durch Arbeiten auf der Farm zu verdienen.

Dachaktion für die Reiki-Klinik

Als nächster großer Bauabschnitt steht das Dach bevor, das unbedingt vor der nächsten Regenzeit fertig gestellt werden sollte, damit der Rohbau keinen Schaden nimmt. Da es sich um ein Aluminiumdach handelt, das nicht wie ein Blechdach bereits nach fünf Jahren durch die vielen Regenfälle durchgerostet sein wird, betragen die Kosten einschließlich der tragenden Holzkonstruktion ca. 50.000 DM.

Auch hier haben wir wieder viel Unterstützung aus Reiki-Kreisen erhalten, und wir haben schon mehr als die Hälfte der veranschlagten Kosten gedeckt. Wir bedanken uns ganz herzlich dafür bei allen Spendern und für das uns entgegengebrachte Vertrauen – auch im Namen der Reiki-Familie in Nigeria. Der Verein führt eine Dachaktion durch, bei der symbolisch der Betrag für eine oder mehrere Dachplatten inklusive Holzkonstruktion á 200 DM übernommen werden kann. Für jede finanzielle Unterstützung sind wir dankbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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