Gedanken über das Reiki-Festival in Gersfeld

Birgit Maack über das Reiki-Festival 1997 in Gersfeld:


„Das Reiki-Treffen in Gersfeld ist mittlerweile eine richtige Institution geworden. Für mich war es das dritte Treffen, das mir viele schöne Begegnungen und wichtige Erfahrungen gebracht hat. Und obgleich derartige Veranstaltungen natürlicherweise Elemente enthalten, die sich von Jahr zu Jahr wiederholen, bin ich doch immer wieder erstaunt über das hier schlummernde Entwicklungspotential, welches sich von Mal zu Mal mehr entfaltet, und freudig überrascht über die Kreativität, die hier freigesetzt wird. Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Reiki-Festival“. Wir feierten die Energie, die uns verbindet, unterstützt und trägt, und hatten Gelegenheit, unterschiedlichste Talente zu entdecken. So hatten wir viel Spaß beim gemeinsamen Tanzen und Trommeln, bei der pantomimischen Darstellung der Reiki-Geschichte und beim Singen mit Phyllis oder am abendlichen Lagerfeuer. Es ging alles ganz leicht, Vergnügen und Beschaulichkeit hielten sich die Waage und fanden ihren symbolischen Ausdruck in der Anwesenheit wunderschöner Schmetterlinge, die sich immer zu uns in die Stadthalle gesellten und sich offensichtlich in unserer Mitte sehr wohl fühlten.



So wie ich es wahrgenommen habe, hatte das diesjährige Treffen eine ganz besondere Qualität und Intensität und war zugleich getragen von einer harmonischen Leichtigkeit und heiteren Gelassenheit. Beides vereinte sich in wunderbarer Weise in den Ausführungen von Phyllis Lei Furumoto, als sie auf Fragen nach der Anwendung und der Wirkungsweise der Reiki-Kraft einging und zu den vielen brennenden Fragen über die anstehenden Veränderungen Stellung nahm, die vor allem auf eine klare Definition von Reiki abzielten. Die Reiki-Gemeinschaft befindet sich derzeit in einem tiefen Prozess der Rückbesinnung auf die Tradition und die Wurzeln des Systems, einem Prozess, mit dem sich jeder Praktizierende in irgendeiner Form auseinandersetzen muss. Natürlich gab es auch in Gersfeld zum Teil emotionsgeladene Disskusionen über den Sinn der anstehenden Veränderungen und deren Bedeutung für den einzelnen. Und wenn auch die Wellen zum Teil hochschlugen, hatte sich doch – so empfand ich es zumindest – am Ende unserer gemeinsamen Zeit eine Stimmung erwartungsvoller Akzeptanz des Neuen ausgebreitet.

Die Änderung betreffen keinesfalls nur Meister, sondern fließen auch in die Praxis der Behandlung ein. Phyllis zeigte uns die Handposition, so wie ihre Großmutter Mrs. Takata sie gelernt und gelehrt hat, und natürlich gab es auch Gelegenheit, die „neuen“ alten Positionen gemeinsam zu praktizieren. Obgleich der Fokus auf gemeinsamen Aktivitäten lag, kamen auch besinnliche Momente der Selbstbehandlung, des In-sich-Hineinspürens und des intensiven individuellen Erlebens der Reiki-Kraft nicht zu kurz. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie die Energie sich zu potenzieren scheint, wenn so viele Menschen sich gemeinsam Reiki geben. Dies sind Momente, die ich persönlich in ihrer Intensität immer wieder als großes Geschenk empfinde und die mich auch die verbindende Qualität der Energie spüren lassen.

Vielerlei Verbindungen auf anderer Ebene hat sicher auch das „Spiel des geheimen Freundes“ geschaffen. Jeder Teilnehmer bekam bei der Anmeldung den Namen seines geheimen Freundes. Nun galt es zunächst, diesen ausfindig zu machen, um ihm dann kleine Geschenke zukommen zulassen oder auf andere Art zu verwöhnen, ohne sich jedoch zu erkennen zu geben. Dieses Spiel erwies sich als sehr kommunikativ und hielt viel Spaß und bei der Auflösung am Ende sicher so manche Überraschung bereit.

Wie immer vergingen die Tage wie im Flug, doch bevor wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuten, kam es noch zu einem für dieses Treffen sehr passenden Schluss, als jeder einen Luftballon bekam und wir schließlich ca. 160 bunte Luftballons in einen strahlend blauen Himmel aufstiegen ließen. Das war ein wirklich krönender Abschluss, der jeden möglichen, kleineren Anflug von Traurigkeit sofort wieder in Heiterkeit verwandelte; und so fiel und auch der Abschied ganz leicht, denn eines ist gewiss: Das nächste Treffen in Gersfeld kommt bestimmt!


Birgit Maack, geboren im Februar 1961, Studium der Romanistik und Anglistik, Übersetzerin und Lehrerin in der Erwachsenenbildung, seit 1994 in Reiki eingeweiht und mittlerweile Meisterschülerin von Simone Bressau.

 

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