„Reiki eröffnet eine lebenslange Partnerschaft.“

Das Reiki Magazin im Gespräch mit Phyllis Lei Furumoto


Mit Liebe und Hingabe hat sie ihr Leben ganz in den Dienst von Reiki, der Bewahrung und Weitergabe der Form und der Essenz des Usui-Systems gestellt. Phyllis Furumoto unterrichtet in Reiki-Kursen und Workshops SchülerInnen aller Grade. In Europa, Nordamerika und in Australien besteht die Chance zur Begegnung mit der Großmeisterin, um mit ihr das kostbare Geschenk von Reiki zu teilen. Phyllis tiefes Anliegen ist es, in den SchülerInnen ein Bewusstsein für dieses Geschenk zu wecken, so dass sie voll Vertrauen und Hingabe die tägliche Reiki-Praxis ausüben. Auch für den/die Reiki-SchülerIn des ersten Grades wünscht Phyllis diese Klarheit und die bewusste Entscheidung für Reiki, das Eingehen einer lebenslangen Partnerschaft mit Reiki. Mit Dagmar Schneider-Damn von der Redaktion des Reiki Magazins sprach Phyllis über ihre Erfahrungen und ihren Weg mit Reiki.



Was bedeutet Reiki für Phyllis, wie definiert die Trägerin der Linie des Usui-System Reiki? Phyllis verwendet das Wort Reiki auf zwei Arten: zum einen als Bezeichnung für universelle Lebensenergie, zum anderen, um damit das Usui-System zu beschreiben. Reiki als Praxis, die uns einen Verbindungsweg zwischen der absoluten Ebene des Universums („der Einheit“) und unserer täglichen relativen Ebene öffnet: „Wir alle suchen nach diesem Weg zu dem Ort, wo wir zu Hause sind. Solange wir in unserem physischen Körper leben, befinden wir uns auf der relativen Ebene. Je nachdem, wie stark wir auf diese Ebene fixiert sind, kann Reiki ein Türöffner zur absoluten Ebene sein. Das ist der Punkt in den Einweihungen, wenn Reiki-SchülerInnen von „nach Hause kommen“ sprechen.“

Aber nicht nur während der Einweihung, auch in der täglichen Reiki-Praxis eröffnen sich die Möglichkeiten, in Kontakt zu dieser absoluten Ebene und in Harmonie mit beiden Bereichen, dem Absoluten und dem Relativen, zu kommen. „Unsere Aufgabe ist es, den Pfad zwischen den Ebenen  zu gehen, „ím Tanz“ mit beiden zu sein. Das ist der Pfad von Reiki,“ sagt Phyllis. In der Reiki-Praxis haben alle SchülerInnen diese Chance, sofern sie die Bereitschaft zum Praktizieren und die Hingabe, sich vertrauensvoll auf Reiki einzulassen, mitbringen.

Der zweite Aspekt des Wortes Reiki bezeichnet in Kurzform das Usui-System der natürlichen Heilung, eine spezielle Praxis der Heilkunst: „Meine Absicht ist es, klar zu sein. So sollte jede definierte Praxis ihren eigenen Namen haben.“ Phyllis´Bestreben zielt dahin, dass das Usui-System von Reiki eindeutig formuliert und für die Praktizierenden und Interessenten auch klar identifizierbar ist: „Das Usui-System von Reiki zeichnet sich durch klare Definitionen, die überlieferte Form und den Rahmen, innerhalb dessen praktiziert wird, aus.“

Reiki antwortet auf das Leben

Phyllis beschreibt das Usui System als lebendige Gestalt: „Das System antwortet auf das Leben, die Impulse und die Bedürfnisse der Menschen, die es praktizieren.“ Dabei sei es Aufgabe der Linienträgerin – derzeit sie selbst –, das „Lebensblut“, die Essenz dieser Praxis zu bewahren und weiterzugeben: „Dieses System gibt Schutz, ist eine Anlaufstelle, eine Heimat für die Praktizierenden.“ In diesem Zusammenhang seien Vertrauen und Hingabe an Reiki und zum/r einweihenden MeisterIn gefragt und Respekt für das gemeinsame Band, das MeisterIn und SchülerIn verbindet: „Durch dieses Bündnis und durch die Bewahrung der Übertragungslinie, die  auf Dr. Usui zurückgeht und von der Linienträgerin gehalten wird, geschieht die Übertragung der Reiki-Kraft.“

Den Segen der Übertragung spüren Reiki-SchülerInnen beim Praktizieren. Phyllis rät zu Kontinuität – ein Leben lang: „Behandelt euch selbst täglich mit Reiki. Und wenn ihr dies tut, dann blüht euer Leben. Es geschieht einfach.“ Reiki gehört zu Phyllis seit ihrer Kindheit. Reiki war präsent in ihrer Familie, aber nicht als öffentliche, sondern als private Praxis. Darüber gesprochen wurde nicht: „Je wichtiger und größer etwas ist, um so weniger spricht man darüber.“ Als Kind lernte Phyllis den selbstständigen Umgang mit Reiki, das Ausüben der Volksheilkunst, das Annehmen dieses Geschenks. Reiki wurde nach der Einweihung in den ersten Grad durch ihre Großmutter, die damalige Großmeisterin Hawayo Takata, zu einem natürlichen Teil von Phyllis´ Leben.

Nach der Schule folgten die College- und die berufliche Ausbildungszeit mit wichtigen
Erfahrungen, die sie rückblickend als hilfreiche Vorbereitung für ihre heutige Aufgabe als Trägerin der Linie sieht: Mit Menschen in Beziehung zu sein und miteinander zu arbeiten zählt für sie ebenso dazu, wie einen offenen Geist zu haben für gesellschaftliche und kulturelle Ideen und Prozesse – sowie die Fähigkeit, hinter all diesem das gemeinsame, verbindende Menschliche zusehen. Da es mittlerweile eine weltweite Reiki-Gemeinschaft gibt, seien diese Qualitäten sehr wichtig, um in der vielfältigen Reiki-Praxis, wie sie in ganz unterschiedlichen Kulturkreisen gepflegt wird, die Einheit zu erkennen.

Als sehr wichtig für ihr Leben empfindet Phyllis ihre Einweihung in den zweiten Reiki-Grad im Alter von 28 Jahren. Zu dem Transformationsprozess dieser Lebensphase gehörten der Abschluss der bisherigen, damaligen beruflichen Tätigkeiten und die Öffnung für Neues. Einer dieser neuen, faszinierenden Bereiche war das Ski laufen. In der Bergwelt, im Kontakt mit der Natur und mit sich selbst, lernte Phyllis sehr viel über sich, über ihre Stärken und Kräfte, aber auch über ihre Ängste und Begrenzungen und deren Überwindung. In der täglichen Reiki-Praxis erhielt Phyllis die Klarheit für Entscheidungen und die Fähigkeit zum Erkennen des jeweils nächsten Schrittes. Einer dieser nächsten Schritte war die Reiki-Meisterschaft. Hawayo Takata wünschte sich sehr, Phyllis in einer verantwortungsvollen Aufgabe zu sehen, die Reiki dient.

Mit 30 Jahren zur Meisterin eingeweiht

1979 weihte Takata die damals 30-jährige Phyllis zur Reiki-Meisterin ein. Zwei Tage später erfolgte der Abflug nach Puerto Rico. Phyllis begleitete ihre Großmutter und ausbildende Meisterin auf dieser und folgenden Reisen und lernte intensiv. Das Training erfolgte durch das Zusammensein, durch das Teilen des Lebens und des Raumes mit Hawayo Takata: „Es war ein direktes Aufnehmen ohne Umweg über den Kopf.“ Durch die Übertragung der Linie und durch die energetische Verbindung wurde Phyllis in ihrem Wachstum begleitet und an ihre Aufgabe herangeführt. Dabei sprach sie mit Hawayo Takata auch über die verschiedenen Ideen, die sie hatte. Auch wenn beide nicht immer derselben Meinung waren, so verband sie doch die tiefe Hingabe an das Usui-System und an die Reiki-Praxis. Die persönliche Verbindung, vielmehr aber noch die energetische Linie, empfindet Phyllis als die tragende Kraft, die sie durch alle Prozesse geleitete. In ihrem persönlichen Reifeprozess erkannte sie, dass sie Hawayo Takatas Lehren gerne folgte. Sie folgte ihr aus freiem Willen, nicht aus Pflichtbewusstsein.

Im Dezember 1980, kurz vor ihrem Tod, übergab Großmeisterin Hawayo Takata mit 79 Jahren das Vermächtnis von Reiki an Phyllis Furumoto und bestimmte sie als Nachfolgerin. Als Trägerin der Linie lebt Phyllis ihr Leben für und durch das Usui-System von Reiki – eine einmalige Beziehung. Als eine ihrer Aufgaben sieht sie die Verpflichtung, Bewahrerin und Beobachterin zugleich zu sein. Das bedeutet, das Herz des Systems, seine Essenz, zu halten. Zum anderen bedeutet es, als aufmerksame Beobachterin des Systems zu schauen, wo der Pfad hingeht.

 

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