Wie Reiki zu mir nach Indien kam

berichtet Upen Chokshi

 

Upen Chokshi ist einer der ersten Reiki-Meister in Indien. In seinem Beitrag für das Reiki Magazin erzählt er, wie ihm Reiki begegnete und wie es sein Leben veränderte.



Wenn ich an Reiki denke, geht meine Erinnerung zurück zum Januar 1989, als ich in Bombay an einem Seminar über frühere Leben bei einem deutschen Lehrer, Karl Everding, teilnahm. Es wurde von vielen Europäern und Amerikanern besucht. Eine der Teilnehmerinnen war Paula Horan, deren Gastgeber ich war.

Als ich sie vom Flughafen abholte und wir uns zum erstenmal trafen, begannen wir das übliche Gespräch mit »Wie geht es Ihnen?«, »Was sind Ihre Hobbys?«, spezielle Interessen und so weiter. Mit Erstaunen hörte ich ihrer Biographie zu. Sie war Psychologin, Tänzerin, Englischlehrerin in Japan, Masseurin, eine spirituelle Heilerin und anderes mehr. Sie sagte, daß sie eine Reiki-Meisterin sei. Während dieser Zeit las ich viel und war auch an Heilungstherapien interessiert, hatte aber noch nie das Wort »Reiki« gehört oder gelesen. Ich fragte neugierig, was Reiki sei. Sie sagte, - was die meisten Leute das erste Mal über Reiki zu hören bekommen - daß es eine natürliche Heilkunst ist, bei der universale Lebensenergie zur Heilung durch unsere Handflächen fließt.

Das schockierte mich irgendwie. Ich hatte über Handauflegen in mythologischen Büchern und Kindermärchen gehört. Ich hatte ein Bild von solch einem Heiler, der wie ein Yogi oder ein Guru ein Blumenmandala, auf der Stirn einen Tilak (roten Punkt) und eine safrangelbe Robe trägt. Diese Person sah nicht so aus. Sie war eine wunderschöne junge amerikanische Frau. Unterwegs sprachen wir mehr darüber. Je mehr ich zu hören bekam, desto mehr war ich erstaunt.

Es begann mit einer Heilung

Zu dieser Zeit lag meine Frau Anjana, die inzwischen selbst Reiki-Meisterin und Mitglied der Reiki Alliance ist, mit einem Steißbeinbruch, den sie sich durch einen kleineren Busunfall zugezogen hatte, auf Anraten der Ärzte im Bett. Es war ihr nicht erlaubt zu sitzen, sie konnte nur gehen oder liegen. Es war ihr verboten, Auto zu fahren und schwere Gegenstände zu heben.

Als Paula zu uns nach Hause kam, sprachen wir immer noch über Reiki. Sie bot Anjana eine Behandlung an. Sie sagte uns, daß vier aufeinanderfolgende Sitzungen das Minimum wären. Wir nahmen dankbar an.

Ich sah beim Reiki zu. Nichts Spektakuläres. Nichts Dramatisches. Und ... wowh!!! In diesen vier Tagen wurde Anjana so gesund, daß sie nach dem fünften Tag wieder Autofahren konnte. Die Geschichte ist mehr als neun Jahre alt, und bis heute hatte sie keine Probleme mehr mit ihrem Steißbein.

Das erstaunte mich. Ich wollte diese wunderträchtige Kunst erlernen. Ich sagte zu meiner Frau, daß ich Geld sparen wollte und, wenn wir einige tausend Dollars zusammen hätten, würde ich in die USA gehen und Reiki lernen!
Ich sprach mit Paula darüber. Sie sagte, daß sie mich hier unterrichten könne, in nur zwei Tagen. Ich dachte, daß es sehr teuer sein könnte. Aber - die Unterrichtskosten waren peanuts im Vergleich zu dem, was ich bekam!

Im Seminar über frühere Leben erzählten Paula und ich von dieser Erfahrung. Mit Freunden bildeten wir eine Gruppe und nahmen im Februar 1989 am ersten Reiki-Seminar in Bombay und in Indien teil. Anjana war die erste Person, die in Indien Heilung durch Reiki erlebte, und ich schätze mich sehr glücklich, Teilnehmer beim ersten Reiki-Seminar in Indien gewesen zu sein.

Danach gab es kein Zurück mehr. Ich machte meinen II. Reiki-Grad bei Karl Everding, der auch ein Schüler von Paula ist. 1992 wurde ich Reiki-Meister.

Mein Leben mit Reiki

Als Reiki in mein Leben kam, war ich geschäftlich ziemlich erfolgreich, allerdings sehr scheu. Ich war mir über den Sinn des Leben im Unklaren und sehr intellektuell orientiert. Ich las viel, sammelte Wissen, war an verschiedenen Therapien wie Akupunktur, Massage oder der Silva Mind Control Methode interessiert und hatte Seminare der Landmark Forum Serie besucht. Aber ich war immer noch verunsichert. Obwohl ich erfolgreich war, suchte ich nach innerem Frieden.

Nachdem ich zu Reiki gefunden hatte, änderte sich meine Situation. Seit 1992 halte ich Reiki-Seminare. Dadurch kam ich wieder in Kontakt mit Paula, und wir haben zusammen viele Kurse gegeben. Ab 1993 hielt ich auch andere Seminare, vorwiegend über die Überwindung von Dualität. Viele Möglichkeiten öffneten sich in meinem Leben. Mein Leben bekam einen neuen Sinn. Der Wachstumsprozeß beschleunigte sich. Ich begegnete vielen Meistern und Lehrern, die mir beim spirituellen Wachstum halfen und mich auf meinem Weg unterstützten.

Meine erste Heilungserfahrung

Als ich Reiki lernte, kannten es in Indien nur einige wenige Menschen. Ich hielt einen Vortrag über Reiki in meinem Rotary Club. Die Leute waren erstaunt über die Möglichkeiten dieser Heilungsmethode.

Dort sprach mich Khusman an und erzählte mir über seine Tochter Kajal. Regelmäßig bekam sie für fünf bis sechs Tage Fieber. Während dieser Zeit verlor sie die Kontrolle über ihren Körper. Sie ging wie eine Betrunkene, Speichel lief aus ihrem Mund, beim Essen konnte sie die Hand nicht mehr vom Teller direkt zum Mund führen, sie fuchtelte in der Luft herum, näßte ein und hatte keine Kontrolle mehr über den Stuhlgang. Nach diesen sechstägigen Perioden war sie wieder vollkommen normal.

Sie litt seit ihrem zweiten Lebensjahr darunter. Zuerst kamen die Anfälle nach zwei Jahren, dann nach einem Jahr, danach nach sechs und vier Monaten. Die nächsten Anfälle wurde nach zwei Monaten erwartet. Viele Ärzte hatten gesagt, daß es keine Heilung für diese Krankheit gäbe. Kajal war damals acht Jahre alt.

Khusman fragte mich, ob Reiki hier helfen würde. Ich sagte bescheiden, daß ich kein Mediziner sei und nichts über Krankheiten wüßte. Ich hatte auch keine Erfahrungen im Behandeln von schweren Krankheiten. Ich folgte einfach dem Rat »Lege die Hände auf und lasse Reiki wirken.« Ich wußte, wo keine Therapie nutzte, könnte Reiki wirken - wenn die Zeit und die Bereitschaft da wären.

Vor der nächsten Fieberattacke brachte er seine Tochter zu mir. Wir gaben ihr am Abend, am darauffolgenden Morgen und Abend und noch an einem weiteren Tag Reiki. Und ... zu meiner größten Überraschung kam der Anfall nicht! Diese Geschichte ist fast neun Jahre alt, und bis heute hatte Kajal keine Probleme mehr mit dieser Krankheit. Das gab mir viel Selbstbewußtsein und Vertrauen.

Meine Lektion

Ich war sehr enthusiastisch mit Reiki. Ich nutzte jede Möglichkeit für Reiki-Sitzungen. Viele wundersame Resultate haben sich gezeigt. Aber es gab auch Zeiten, in denen keine Heilung stattfand. Ich war schockiert. Ich wollte mich beweisen. Es war der Zustand des egoistischen Heilers, der die »magische Macht« in den Händen hat, die ganze Welt zu heilen! Und ... es passierte jedesmal. Ich war verunsichert. Ich wollte wissen, wieso das so war. War Reiki beschränkt? War »mein Reiki« nicht machtvoll genug? Hatte ich mehr zu lernen und ein Experte in Reiki zu werden?
Es war eine Entdeckungsreise. Nach vielen Sitzungen und Erfahrungen realisierte ich, daß jede Heilung eine Selbstheilung ist. Es geschieht keine Heilung »dort«. Die Heilung findet in mir statt. Es war meine Verhaftung, jemand zu heilen, die die Heilung blockierte. Ich realisierte überrascht und schockiert, daß ich nicht und niemanden heilen konnte. Es ist die Person, die sich selbst heilt. Kein Heiler dieser Welt kann jemanden »heilen«.

Diese Erkenntnis hatte großen Einfluß auf meinen Unterricht und meine Reiki-Praxis. Ich begann, Reiki zu vertrauen. Ich begann, in die Selbstheilungsfähigkeit der Menschen zu vertrauen.

Reiki auf Gegenstände

Schon der Gedanke, Reiki auf Gegenstände zu geben, schafft Fragen und Erwartungen. Wie kann das funktionieren? Ich rate den Leuten, es auszuprobieren, die Hände aufzulegen. Der beliebteste Gegenstand sind Walkmanbatterien. Einige haben Musikinstrumenten Reiki gegeben und herausgefunden, daß die Stimmung besser gehalten werden konnte.

Eine wunderbare Erfahrung machte Aruna, eine Stewardeß. Sie hatte mit anderen Stewardessen der Indian Airlines ein Reiki I und Reiki II Seminar bei mir besucht. Die folgende Geschichte wurde von einer Zeugin des ganzen Wunders erzählt.

Auf einem Flug von Bombay nach Delhi erhielt die Stewardeß ein SOS vom Piloten mit dem Hinweis, daß eine Notlandung notwendig werden könnte. Die Windschutzscheibe hatte einen haarfeinen Riß. Falls dieser größer geworden wäre, hätte das Flugzeug notlanden müssen. Um das zu verhindern, mußte der Pilot das Flugzeug innerhalb einiger Sekunden von 9000 Meter auf 4000 Meter Flughöhe herunterbringen.

Daraufhin sandten Aruna und zwei weitere Stewardessen Fern-Reiki ins Cockpit und auf das ganze Flugzeug. Aruna hat auch Verbindung mit der Hare-Krishna-Bewegung und sang dazu das Gayatri Mantra. Minuten später bekamen sie die Nachricht vom Piloten, daß die Gefahr vorüber sei. Sie waren erleichtert.

Als sie landeten, sprach Aruna mit dem Piloten über diese Erfahrung. Er hatte nicht gewußt, was passierte, aber plötzlich eine starke Präsenz wie »Gottes Gegenwart« um sich herum gefühlt. Er hatte sich geborgen und sicher gefühlt. So hatte er ruhig bleiben und ohne Aufregung die notwendigen Entscheidungen durchführen können. Dieses Erlebnis erzähle ich liebend gerne in meinen Seminaren.

Alles ist Schwingung und verbunden.


Der Autor
Upen Chokshi, wurde 1948 in Indien geboren, ausgebildeter Chemie-Ingenieur und Geschäftsmann als Beruf, ist einer der ersten Reiki-Meister in Indien. Reiki in Indien begann 1989 in seinem Haus, als er beim das erste Reiki-Seminar teilnahm. 1992 wurde er Reiki-Meister/Lehrer und unterrichtet seitdem Reiki und andere Seminare zum Thema »Tiefes Bewußtsein« in Indien und in Europa.