Die Reiki-Lebensregeln: „Heute soll man sich nicht ärgern."

Die Reiki-Magazin-Serie von Mark Hosak zu neuen Übersetzungen der Lebensregeln nach Mikao Usui (> Ausgabe 4/12 bis 4/13) nahm Reiki-Meister und Diplom-Psychologe Harald Wörl zum Anlass, sich neue Gedanken über die Reiki-Lebensregeln zu machen.

 

Es ist jetzt ungefähr 15 Jahre her, dass ich im Reiki Magazin zum ersten Mal eine Reise durch die Reiki-Lebensregeln unternommen habe.(1) Inzwischen gibt es Übersetzungen von Mark Hosak zu diesen Lebensregeln von Originalquellen aus dem Japanischen.(2) Es gibt das Sprichwort, dass man nicht zwei Mal im selben Fluss baden kann. Und es gibt eine Lehrgeschichte von Bertold Brecht, in der Herr K. nach zehn Jahren einen alten Freund wiedertrifft, der zu ihm sagt, dass er sich gar nicht verändert habe. „Oh", sagte Herr K. und erbleichte.

Verändertes Verständnis?

Wie verstehe ich heute die Lebensregeln? Ist mein Verständnis von ihnen in der Essenz auch heute noch identisch? Oder ist es, aufgrund der neuen Übersetzungen oder wegen eigener Entwicklungen, jetzt ein ganz anderes? Ich versuche in dieser Artikelserie (m)eine Antwort darauf zu geben.

Von der Form her scheint zumindest die erste Lebensregel sich durch die neuen Übersetzungen nicht sehr verändert zu haben. Beruhigend ... der Verstand kann (noch) in seiner Komfortzone bleiben. Gerade heute sich nicht zu ärgern steht also nach wie vor auf dem Programm. Gesichert ist, dass Usui einen buddhistischen Hintergrund hat, ohne diesen hier genauer differenzieren zu wollen. Im Buddhismus ist u.a. auch von den „drei Geistesgiften" die Rede. Neben Unwissenheit und Gier wird dabei auch Ärger an vorrangiger Stelle genannt. Und es soll hier auf eine Differenzierung verzichtet werden, ob dieser Ärger auch Aggression, Wut, Zorn etc. genannt werden könnte. Wesentlich erscheint mir, dass sich nicht zu ärgern von Usui an erster Stelle genannt wurde. Und es gibt auch und gerade in der heutigen Zeit eine fast unendliche Anzahl von Möglichkeiten sich zu ärgern. Die Gelegenheiten, das „Nicht-Ärgern" zu praktizieren, werden uns sicher auch in der Zukunft noch in mannigfaltiger Weise erhalten bleiben.

Dass Ärger nicht nur eine „Vergiftung" des Geistes darstellt, sondern auch ganz real eine des Körpers, und zwar unseres eigenen Körpers(!), kann heutzutage noch besser als früher zum Beispiel mit den Messmethoden der Psychoneuroimmunologie nachgewiesen werden. Ärger hat u.a. negative Auswirkungen auf unser eigenes Immunsystem: Wenn man sich ärgert, ändern sich bestimmte wesentliche Parameter, diese Veränderungen sind in unserem Blut messbar. Was heute durch die „Wissenschaft", egal was man von ihr halten mag oder welchen Stellenwert man ihr gibt, nachgewiesen werden kann, wusste man allerdings auch schon früher. In Abwandlung eines bekannten Sprichwortes ist sich zu ärgern – vor allem, wenn man es wiederholt praktiziert oder sich chronisch ärgert – gleichbedeutend damit, jeden Tag Gift zu trinken und dabei zu hoffen, dass der vermeintliche Feind im Außen irgendwann daran sterben wird. Wenn wir beginnen, uns zu ärgern, ist es nicht nur mit unserem inneren Frieden dahin. Und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es dabei egal ist, ob wir uns über andere oder irgendetwas im Außen ärgern – oder ob die Zielscheibe unseres Ärgers wir selbst sind. Beides ist gleichermaßen „wirkungsvoll", um Un-Frieden in uns selbst zu erzeugen, den wir in der Folge dann manchmal sogar noch mit anderen teilen.

Liebende Güte

Glücklicherweise gibt es zu jedem „Gift" auch Gegengifte. Es lohnt sich darüber nachzusinnen, welches Gegengift man selbst gegen „Sich ärgern" anwenden könnte oder mehr praktizieren möchte. Bei Reiki geht es nicht nur um Hand-Haltungen, sondern eben auch um Geistes-Haltungen, worauf gerade durch die Lebensregeln hingewiesen wird. Gegengifte gibt es viele. Eines, das mir persönlich sehr gut gefällt, ist die dem Buddhismus entstammende Meditation über liebende Güte (Metta). Auch für diese gibt es verschiedene Arten und Formulierungen. Eine Form, die ich bei Jack Kornfield gefunden haben, einem heutigen Vermittler von buddhistischem Gedankengut für den westlichen Alltag, ist diese hier(3):

Möge ich von liebender Güte erfüllt sein.

Möge ich von äußeren und inneren Gefahren frei sein.

Möge ich mich in Körper und Geist wohlfühlen.

Möge ich zufrieden und glücklich sein.

Interessanterweise wird auch hier davon ausgegangen, dass erst, wenn man spürt, ein Gefühl von liebender Güte in sich selbst fest verankert zu haben, man dieses auf andere Wesen ausdehnen kann.

Die Aufforderung, mich gerade an diesem heutigen Tag nicht zu ärgern, ist für mich auch eine Aufforderung dazu, bei mir selbst anzusetzen und anzufangen. Ich verstehe das auch nicht als egoistische Aufforderung zur narzisstischen Eigenbrötlerei, sondern eher als eine fast zwingend notwendige Erschaffung einer Ausgangsbasis, von der aus dann (nur) zum Frieden in der „Außenwelt" beigetragen werden kann. Wie sonst sollte man zum Frieden in der Welt beitragen können, wenn man mit sich selbst bzw. in der inneren Welt nicht im Frieden ist?

Es lohnt sich, sich selbst die Frage zu stellen, wie Usui sich heute verhalten und handeln würde, wenn er in unserer Zeit leben und wirken würde, vielleicht sogar gerade im Westen, in unserer heutigen Kultur. Natürlich wissen wir das nicht – aber immerhin leben WIR heute und in dem kulturellen Kontext, in dem wir uns gegenwärtig eben befinden. Wenn die Lebensregeln eine allgemein gültige Aussagekraft haben (sollen) und nicht bloß auf eine frühere Zeit bezogen waren und nur damals ihre Gültigkeit hatten, müssen sie auf die heutige Zeit übertragen werden. Wie können wir das in adäquater oder nützlicher Art und Weise tun?

Einen interessante Anregung dazu fand ich in dem Dialog zwischen dem Musiker Konstantin Wecker und dem Zen-Meister Bernie Glassman.(4) Konstantin Wecker wirft in dem Dialog eine interessante Frage auf, hinsichtlich der positiven Funktion von Wut, indem er sagt: „Und wenn ich auch glaube, dass man nicht aus der Wut heraus handeln sollte, so kann die Wut doch ein effektiver Auslöser für unser Handeln sein." Diese Erfahrung kenne ich selbst, und auf den ersten Blick erscheint diese Aussage auch logisch. Es erscheint sogar als vernünftig, die Emotion „Ärger/Wut" für etwas Positives zu nutzen, quasi etwas Gutes aus ihr zu machen. Die Antwort von Bernie Glassman darauf war und ist für mich bedeutsam, gerade für unseren Kontext hier, weshalb ich diese etwas länger zitieren möchte. Glassman gilt als ein bedeutender Vertreter eines „engagierten Buddhismus", zu dem auch der Dalai Lama und Thich Nhat Hanh gezählt werden. Glassman antwortet:

Klarer Blick auf die Situation

„Ich selbst würde in diesem Zusammenhang weniger das Wort „Wut" als vielmehr „Entschlossenheit" verwenden. Mit Entschlossenheit können wir Dinge verändern. Sie verleiht uns einen klaren Blick auf die Situation, mit ihr können wir entscheiden, was wir verändern wollen und welche Bedingungen wir dafür schaffen müssen. Vielleicht kann ich das an einem Beispiel verdeutlichen: Lass uns annehmen, dass du siehst, wie dein Kind auf die Straße läuft. Gleichzeitig siehst du ein Auto kommen, dass dein Kind anfahren könnte. Du rennst natürlich los und reißt dein Kind von der Straße. Wenn du ein egozentrierter Mensch bist, dann wirst du wahrscheinlich wütend sein auf dein Kind, weil es ja nicht nur sein Leben, sondern auch dein Leben mit seinem Verhalten gefährdet hat. Nun lass uns annehmen, dass du dich in der gleichen Situation befindest, dein Ego jedoch nicht mehr so dominant ist. Du wirst genauso handeln, du wirst losrennen und dein Kind vor dem Auto retten. Doch in diesem Fall handelst du aus Liebe. Du spürst keine Wut und kannst dadurch sogar viel effektiver handeln, denn Du verfügst über mehr Energie. Im ersten Beispiel ist deine Energie von deinem Ärger darüber geschwächt, dass dein Kind sich anders verhält als du es wolltest. Im zweiten Fall steht die ganze Energie der Liebe zur Verfügung. Dein Handeln erhält dadurch weit mehr Entschlossenheit und Tatkraft."(5)

Ich kann das nicht besser und vor allem nicht klarer formulieren. Diese Aussage, dieses Beispiel mir „ins Gedächtnis zu rufen" bzw. „vor Augen zu führen" gibt mir eine starke Motivation und Erinnerung für ein „Mich besser nicht ärgern". Wir können für uns selbst herausfinden und überprüfen, ob es auch für uns zutrifft, ob mit dem Vorhandensein von Ärger unsere Klarheit nachlässt, sich unsere Energie verringert, unsere Liebe weniger wird. Für mich trifft das zu.

Auf Usui bezogen kenne ich Überlieferungen seines Wirkens in der „Bettlerstadt", andere Quellen schildern sein Wirken während eines großen Erdbebens. Vernachlässigend was historisch dabei wahr ist und was nicht, fühle ich mich auch an Usui erinnert, wenn Glassman zum Thema „Ärger/Wut" weiter fortfährt:

„Wut führt oft dazu, dass meine Kraft an Entschlossenheit verliert, weil ich zu sehr mit meinem eigenen Ego beschäftigt bin. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Handlungen nicht mehr so effektiv sind, wenn sie aus Wut erfolgen. Trotzdem handle ich manchmal aus Wut heraus. Ich übe mich selbst in dem, wovon ich hier spreche. Und das kann ich am besten, in dem ich an die Orte gehe, die mich wütend machen. Ich gehe auf die Straßen und lebe auf den Straßen, weil es mich wütend macht, dass Menschen gleichgültig an Obdachlosen vorbeigehen und in diesen nicht ihre Mitmenschen erkennen können. Es zieht mich förmlich an Plätze, die mich wütend machen, damit ich lernen kann."(6)

Das finde ich abermals beeindruckend, wobei ich zugleich gestehen muss, dass ich nicht einmal aus dem Haus gehen muss, um mich im „Nicht-ärgern" zu üben. Mein Leben bietet eine solche Vielzahl von Gelegenheiten, dies zu praktizieren, dass ich diese gar nicht aktiv aufsuchen muss. Diese Gelegenheiten des Lernens kommen auch von selber ungefragt zu mir.

Wesentlich finde ich, dass Usuis Aufforderung, uns nicht zu ärgern, nicht gleichbedeutend damit ist, sozusagen nur im stillen Kämmerlein über einen friedlichen Zustand zu meditieren und gleichzeitig nicht zu handeln. Ganz im Gegenteil gefällt mir seine Aussage als Aufforderung, gerade in unserem alltäglichen Handeln dies zu praktizieren. Die Lebensregeln sind deshalb – nach meinem Verständnis – nicht etwas, was sich nur auf das Rezitieren vor oder nach einer Reiki-Behandlung beschränken sollte. Für mich persönlich ist vielmehr erstrebenswert, gerade diese Trennung auch im Alltag zu überwinden. (Auch) meinen Alltag als Übungspraxis zu nehmen, „Nicht-ärgern" zu praktizieren, entspricht mir am meisten. Mich also nicht (nur) „aus der Welt herauszunehmen", an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, und dort unter dem Einfluss von Räucherstäbchen „Nicht-ärgern" zu praktizieren ... sondern eben auch mitten im Alltag, den ganzen Tag über – das finde ich erstrebenswert! Und Letzteres steht für mich in keinerlei Widerspruch dazu, zuweilen eben auch besondere, meditative Situationen zu schaffen, in denen man sich dann ganz störungsfrei genau darauf konzentrieren kann.

Praxis der Achtsamkeit

Eine der vielfältigen Möglichkeiten mit „Ärger" umzugehen, bieten heutzutage die inzwischen allgemein bekannteren auf Achtsamkeit basierenden Verfahren, die ebenfalls wiederum dem Buddhismus entstammen. Neben vielen hilfreichen vorbereitenden oder begleitenden Vorgehensweisen geht es im Kern hierbei darum, (das Phänomen) „Ärger" in sich bewusst wahrzunehmen, ohne zugleich in irgendeiner Weise automatisch zu reagieren. Man beobachtet, was Ärger in einem oder mit einem macht. Man nimmt dabei mehr einfach wahr, als dass man darüber nachdenken würde. Gleichzeitig identifiziert man sich nicht damit, und auch nicht mit den in/an sich beobachteten, automatischen Reaktionsweisen. Die Formulierung „Es ärgert mich" ist in diesem Zusammenhang zutreffender als die Formulierung „Ich ärgere mich." Man beobachtet sein „Ich", die eigenen Reaktionen auf Gedanken- und Gefühlsebene, die mit „Ärger" verbunden sind. Dies kann man erlernen und üben – und die spezielle Methodik dabei wiederum auf die eigene Persönlichkeit zuschneidern. Die „Kunst" dabei besteht wahrscheinlich darin, nach und nach ein größeres Gewahrsein dafür zu bekommen, dass die Reaktion „Ärger", die man an/in sich beobachten lernt, nicht identisch ist mit der eigenen Identität oder Essenz als Mensch. Wenn „Es ärgert mich" die gleiche gefühlte Qualität bekommt wie „Es kitzelt mich", ist schon viel gewonnnen. Der Gegenpol dazu wäre ein „ICH muss mich furchtbar aufregen über/weil ..."

Schließlich ist es ebenfalls sehr lohnenswert, sich die vielen Vorteile bewusst zu machen, die es mit sich bringt, wenn man sich nicht ärgert. Wird Reiki einer Übersetzung zufolge als „Geheime Methode zur Einladung des Glücks" bezeichnet(7), so erscheint diese Methode heutzutage nicht mehr so „geheim", zumindest nicht, wenn man dies auf die Lebensregeln bezieht. Was kann es mir beispielsweise an positiven Resultaten bringen, wenn ich mich, gerade für den jeweiligen Tag oder den jeweiligen Moment, nicht oder nicht mehr, sondern eher weniger ärgere? Die Frage könnte auch sein bzw. so gestellt werden, worin denn das „Glück" genau besteht, das ich mir damit einlade? Was bedeutet es, auf den verschiedenen Ebenen des Seins „glücklich" zu sein? Wäre es nicht wirklich verlockend, wenn es eine Art Garantie dafür gäbe, glücklich zu sein bzw. zu werden, wenn ich mich zum Beispiel nicht ärgere? Und: Gibt es diese „Garantie" nicht eigentlich tatsächlich bzw. ist diese vielleicht doch nicht geheim, sondern eher ganz offensichtlich?

Auf körperlicher Ebene kann das Resultat von „Nicht-ärgern" Wohlbefinden sein, oder Gesundheit. Erkenntnisse der Mind-Body-Medizin (eher ein „neuerer" Begriff, früher sprach man öfter von Psychosomatik, was aber einen anderen Beiklang hatte) legen nahe, dass u.a. die Abwehrkräfte des Körpers enorm gesteigert werden können, wenn man mit sich selbst mehr in Einklang ist oder kommt. Wir wissen es nicht und brauchen es auch nicht zu wissen, wie weit die ordnenden oder heilenden Kräfte auf körperlicher Ebene gehen können. Die (selbst-)heilenden Möglichkeiten von vorneherein in irgendeiner Weise grundsätzlich zu begrenzen, scheint dabei aus meiner Sicht nicht sinnvoll zu sein. Beschäftigt man sich beispielsweise eingehender mit dem Phänomen der Spontanheilung, oder mit den sogenannten „Nahtoderfahrungen", so gibt es hier eindrückliche und gut dokumentierte Erfahrungsberichte, die die Grenzen von allem sprengen, was normalerweise aus medizinischer Sicht überhaupt als möglich erscheint.(8) Weniger spektakulär, dafür eher allgemein bekannte Erfahrungstatsache ist, dass frisch Verliebte normalerweise nicht erkältet sind. Warum eigentlich? Wissen die Bakterien und Viren davon und wollen nur nicht stören? Vorhanden sind sie ja genauso. Auch wenn ein tiefgehendes Mit-sich-einverstanden-sein nicht als Resultat eine völlige Wiederherstellung auf körperlicher Ebene nach sich ziehen sollte, so kann doch dadurch der Krankheitsverlauf ein in jeder Hinsicht ganz anderer sein.

Ist gleichzeitig ein Sich-wohlfühlen, ein Glücklich-sein auf emotionaler Ebene nicht alleine ebenfalls schon ausreichend, auf ein Sich-ärgern weitestgehend zu verzichten bzw. dieses auf ein persönliches Minimum zu beschränken? Reicht es nicht, mir klar zu machen, dass ich mir wahrlich keinen Gefallen damit tue, mich zu ärgern, sondern dass ich damit eher mein Missfallen errege, wenn mich meinem Ärger hin- oder nachgebe oder mich sonstwie von ihm vereinnahmen lasse? Was wäre, wenn sich zu ärgern keine automatische Reaktion mehr wäre oder würde, sondern eher eine Art Entscheidung, die man, vielleicht täglich neu, treffen könnte oder müsste? In zwischenmenschlichen Beziehungen kann man sich scheiden lassen – warum nicht auch in Bezug auf seinen Ärger, als eine Art Ent-Scheidung? Man könnte einen Abschiedsbrief schreiben, in dem Tenor: „Lieber Ärger, Du warst mir bislang Zeit meines Lebens ein treuer Freund, vielen Dank dafür. Jetzt möchte ich meinen weiteren Weg aber eher ohne Dich gehen. Wenn ich Sehnsucht nach Dir habe, besuche ich Dich mal."

Glücklich sein

Alle Menschen streben eigentlich nach Glück, streben und sehnen sich danach, glücklich zu sein. Sich zu ärgern ist definitiv ein Hindernis auf diesem Weg. Wir stehen uns selbst und unserem Glück im Wege, solange wir uns ärgern. Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin, mich über irgendetwas zu ärgern, mit mir selbst oder der Welt zu hadern, habe ich auch gedanklich eher den Kopf frei für Gedanken, die zu meinem Glück – was auch immer das sein mag oder wie ich das jeweils verstehe – beitragen werden. Ich kann mich natürlich auch darüber ärgern, dass es mir noch immer nur unvollkommen gelingt, mich nicht zu ärgern.

Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass Menschen, die sich nicht ärgern, sondern eher mit sich im Reinen sind, auch eine andere Ausstrahlung haben. Man ist gerne mit solchen Menschen zusammen, fühlt sich wohl in deren Nähe. Also aufgepasst: Eine Entscheidung, ein Vorhaben und ein Bemühen, sich gerade heute weniger zu ärgern als bisher, kann Freunde, private oder Geschäftsfreunde, an die eigenen Strände spülen. Was würde, was wird geschehen, wenn du dir selber der beste Freund oder die beste Freundin sein wirst? Nicht auszudenken, oder etwa doch? Und die erste Lebensregel ist dabei ja „nur" das erste Hilfsmittel, vier weitere folgen ja noch, keine Sorge.

Mögest du von liebender Güte erfüllt sein.

Mögest du von äußeren und inneren Gefahren frei sein.

Mögest du dich in Körper und Geist wohlfühlen.

Mögest du zufrieden und glücklich sein.

 





Harald Wörl, Diplom-Psychologe, seit 1984 als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig. Hilft Menschen zusammen mit seiner Frau bei der Selbstentfaltung ihres Potentials. Gibt seit 1992 als Reiki-Meister Seminare und Behandlungen.

Kontakt:

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Anmerkungen:

(1) Die erste Serie zu den Reiki-Lebensregeln von Harald Wörl erschien im Reiki Magazin von 1997-99, mit insgesamt neun Texten in den Ausgaben 4/97 bis 4/99. Die meisten Hefte davon sind immer noch erhältlich und können nachbestellt werden. Alle neun Texte befinden sich mittlerweile auch online auf der Website des Reiki Magazins, siehe: www.reiki-magazin.de/schlagworte/lebensregeln.html

(2) Die fünfteilige Serie zu den neuen Übersetzungen der Reiki-Lebensregeln von Mark Hosak erschien in den Ausgaben 4/2012 bis 4/2013. Alle Hefte davon sind noch erhältlich und können nachbestellt werden.

(3) Jack Kornfield: Erleuchtung finden in einer lauten Welt. Buddhas Botschaft für den Westen, S. 408

(4) Konstantin Wecker/Bernie Glassman: Die revolutionäre Kraft des Mitgefühls, S.146

(5) s.o., S. 147

(6) s.o.

(7) siehe Reiki Magazin, Ausgabe 1/2013, S. 40

(8) Nur zwei Beispiele von mehreren dafür: 1. Anita Moorjani: Heilung im Licht. Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde. Arkana, 2012 / 2. Dr. med. Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit. Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen. Ansata, 2013

 

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