Reiki als Lebensphilosophie

Interview mit Dr. med. Konrad Mildner

Ein Hamburger Orthopäde integriert Reiki in seiner Praxis. Barbara Simonsohn, Buchautorin und Reiki-Lehrerin des authentischen Reiki, besuchte Dr. Konrad Mildner vorort – und führte ein spannendes Gespräch mit ihm, über Handauflegen, Energiemedizin und Goethes Faust.

 

Die Praxis von Dr. Konrad Mildner wirkt wie eine Ruhe-Oase, in den geschäftigen Straßen der Hamburger Innenstadt. Hohe Decken, mit Stuck verziert, ein Regal mit Büchern über Schulmedizin, aber auch mit Faust I und II und dem I-Ging. Dr. Mildner ist Orthopäde – und er hat abgeschlossene Weiterbildungen in Chirotherapie, Akupunktur, Kinesiologie und Raum-Energie-Beratung nach Global Scaling. In seiner Praxis führt er neben schulmedizinischen Behandlungsmethoden auch Akupunktur durch, Homöopathie, Kinesiologie, Schröpfen und Reiki. Darüber hinaus nutzt er die Protonen-Resonanz-Therapie und, im Rahmen von Diagnosen, ein Gerät, das auf Quanten-, Informations-, Schwingungs- und Bewusstseinstheorien basiert und Elemente von Bioresonanz und Radionik vereint. Auf seiner Website findet sich ein Zitat von Carl-Gustav Jung: „Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht?" Seine 36-jährige Berufserfahrung hat ihn vom Teil – der Orthopädie – zum Ganzen geführt, von Beschwerden des Bewegungsapparates zum ganzen Menschen, von der Medizin zur Heilkunde. Er sagt seinen Patienten: „Ich werde Ihnen zuhören, Sie beraten und informieren, Ihnen Hilfe anbieten und Sie ein Stück begleiten, unter Einbeziehung Ihrer Erlebnis- und Betrachtungsweise." Zwar praktiziere er „keine spirituelle Medizin", er erkennt aber „die Spiritualität als Teil des Menschseins an" und bezieht diese mit ein.

Alternative Methoden

Barbara Simonsohn: Wie kamen Sie dazu, sich mit alternativen Methoden wie Reiki zu beschäftigen?

Dr. Konrad Mildner: Ich nehme mir gern viel Zeit für meine Patienten. Das ist im Rahmen der üblichen Kassenmedizin leider nicht möglich. In der wissenschaftlichen Medizin wird auf der Basis von Diagnosen behandelt. In der alternativ-ganzheitlichen Medizin steht der ganze Mensch im Mittelpunkt.

Ich war 15 Jahre Schulmediziner in Dresden und habe an der dortigen Universitätsklinik viele Operationen durchgeführt. Nach der Wende bin ich mit meiner Familie nach Hamburg umgezogen. Hier kam ich in Kontakt mit Akupunktur und ganzheitlichen Betrachtungsweisen, die im Gegensatz zu mechanistisch-lokalen Betrachtungsweisen stehen. Ich beschäftigte mich intensiv mit dem I Ging, der Kinesiologie, der Homöopathie und der Bioresonanz-Therapie. Meine Erkenntnis war: Jede Methode begrenzt sich irgendwo selbst. Daher bin ich nirgendwo „hängen geblieben". Mein Ziel ist eine eigene Medizin, die aus mir herauskommt. Ich habe mich mit Fragen wie „Wer bin ich?" beschäftigt, mit Philosophie und Quantenphysik. Dazu habe ich Seminare bei Professor Fritz-Albert Popp besucht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass hinter der großen Vielfalt an Therapien letztlich eine Einheit steht. Keine Methode heilt. Die Heilung geschieht durch innere Heilkräfte, die identisch mit dem universellen Energiesystem sind. Im Krankheitsfall hat der Mensch den Kontakt dazu verloren.

Andere Welten

Barbara Simonsohn: Wie sind Sie auf Reiki gestoßen?

Dr. Konrad Mildner: Ich habe einen Kontakt zu einer Heilerin bekommen, die Reiki praktiziert, zu der ich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut habe. Sie ist für mich im positiven Sinn eine „Hexe", eine weise Frau, die in andere Welten schauen kann. Über Wochen und Monate haben wir immer wieder Kontakt gehabt, und sie hat mir den I. und den II. Reiki-Grad vermittelt.

„Du gleichst dem Geist, den du begreifst."

Barbara Simonsohn: Gab es Schlüsselerlebnisse für Sie, was den Umgang mit Reiki in Ihrer Praxisarbeit betrifft?

Dr. Konrad Mildner: Ein Patient sagte zu mir, als ich Akupunkturnadeln setzen wollte: „Ich spüre schon etwas, bevor Sie die Nadeln setzen." Da wurde mir klar, dass ich keine Nadeln mehr brauche. Eine Panikattacke einer Patientin konnte ich mit Reiki sofort zum Abklingen bringen, die Patientin beruhigen. Ich habe mich auch mit den Chakren und der traditionellen indischen Medizin beschäftigt. Und stelle fest, für meine Berufslaufbahn: Reiki entspricht am meisten meiner Lebensphilosophie. Im Kontakt mit dem Patienten steht für mich im Mittelpunkt die Frage: Was möchte er? Denn, wie es im Faust (Faust I, Vers 512) heißt: „Du gleichst dem Geist, den du begreifst." Es kommen Patienten mit Rückenschmerzen, die eine Spritze wollen. Sie schildern mir vielleicht ihre Lebensgeschichte, und ich kann erforschen, was sie tatsächlich innerlich brauchen, spirituelle Betrachtungen anstellen und einen wirklichen Kontakt zum Patienten herstellen. Einige Patienten kommen regelmäßig. Meine Spezialität ist, dass ich mich nicht spezialisiere. Ich betrachte meine Therapie als integrativ. Ich frage: Was passt? Es geht nicht um „Entweder oder", sondern um „Sowohl als auch."

Zeichen sehen, sensibel sein

Barbara Simonsohn: Können Sie einige Fallbeispiele erzählen? Sozusagen Erfolgserlebnisse mit Reiki?

Dr. Konrad Mildner: Eine Patientin hatte an beiden Fußgelenken eine schwere Arthrose. Bei ihr kam es zu Destruktionen, das heißt: der Knochen zersetzte sich. Der Zustand war sehr schmerzhaft und das Gehen behindert. Eine von der Schulmedizin vorgeschlagene Operation kam für die Patientin nicht in Frage. Ich sagte ihr, ich könne mit keiner Methode diesen Stand der Arthrose heilen. Nach einigen Reiki-Behandlungen, über einen Zeitraum von mehreren Wochen, hatte sie wesentlich weniger Schmerzen und konnte besser gehen, bei röntgenologisch unverändertem Befund. Ein anderer Patient hatte nach einem Unterarmbruch eine Nervenlähmung, Nerven waren verletzt. Wir haben viel gesprochen. Nach einigen Wochen Reiki-Behandlungen war der Patient völlig beschwerdefrei. Das ist erstaunlich. Ein Arzt sollte behandeln. Mit den Händen etwas zu tun, sollte selbstverständlich sein. Bei der Berührung ist wichtig: Mit welcher Intention wird es getan? Ich möchte eine Ecke dieser Welt erhellen. Zeichen sehen und sensibel genug sein, um Dinge, die kommen wollen, nicht zu verhindern.

Barbara Simonsohn: Herr Dr. Mildner, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

 

 

Copyright Fotos:

Portrait Dr. med. Mildner: privat

Abbildung/Logo: Sonja Janson - Fotolia.com

 

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