Reiki an Volkshochschulen

Reiki an der Volkshochschule? Ist das nicht ein alter Hut? Hört man nicht oft, dass dort angebotene Reiki-Kurse sogar gestrichen werden müssen, mangels Interessenten? Es kann anders aussehen. Das weiß zumindest Reiki-Meister Frank Glatzer, der im Norden Deutschlands an sechs Volkshochschulen Kurse für den 1. Reiki-Grad anbietet.

 

Frank Glatzer scheint ein Mensch zu sein, der „im Fluss" ist: der seinen Eingebungen und Gedanken vertraut, ihnen folgt ... und sieht, was sich daraus in der Welt entwickelt. Zumindest passierte wohl genau das, als er 2008 gerade seine Reiki-Meister-Ausbildung beendet hatte und wusste, dass er andere in diese Energie einweihen wollte. Während er durch die Straßen seines Heimatortes Ellerau, nordwestlich von Hamburg, ging, fragte er sich im Stillen, wo das wohl sein und wie es wohl geschehen könne. Als er sich dann umsah, befand er sich direkt vor dem Gebäude der örtlichen Volkshochschule. „Keine Frage, das war die Idee!", weiß er heute. Denn er folgte seiner Eingebung – und betrat die Volkshochschule.

„Die Volkshochschule ist ein wichtiger Multiplikator."

Anfangs wurde er belächelt. Im Verzeichnis der VHS Ellerau stand damals nur ein kurzer Text ohne Foto – und doch kamen die ersten Neugierigen. Er brauchte sechs Teilnehmer, um den Kurs voll zu bekommen, es kamen zwölf. Mittlerweile gibt der Erfolg ihm recht: Nicht nur, dass er inzwischen festangestellter VHS-Dozent ist – an insgesamt sechs Volkshochschulen nördlich von Hamburg gibt Frank Glatzer regelmäßig seine Reiki-Kurse. An zwei Orten sind sogar feste Reiki-Gruppen entstanden, die sich einmal monatlich unter seiner Leitung treffen.

Die Werbeeffekte, die sich durch Nennung seiner Kurse in den Volkshochschulen ergäben, seien grandios: Pro VHS würden etwa 2.000 Vorlesungsverzeichnisse gedruckt, das mache bei sechs Schulen pro Halbjahr insgesamt 12.000 Hinweise auf seine Kurse – und das alles gratis. Im Schnitt habe er jährlich über 100 Teilnehmer in seinen Reiki-Kursen an den VHS, die er in den ersten Grad einweiht. „Durch die Volkshochschule kommen alle wichtigen Sachen an die Massen!" ruft Frank Glatzer aus, „Die Volkshochschule ist ein wichtiger Multiplikator, von der Basis her. Yoga, Pilates, die jetzt von den Kassen teilweise als Gesundheitsvorsorge finanziert werden, sind über die VHS so bekannt geworden. Mit Reiki wird es genauso sein!"

„Je mehr Kollegen sich aufraffen und Reiki über die Volkshochschulen anbieten, desto mehr wirkt es", davon ist er überzeugt. Er weihe an den Volkshochschulen ausschließlich in den ersten Reiki-Grad ein, betont Frank Glatzer. Das laufe auch unter „Gesundheitsvorsorge", eine Teilnehmerin hat ihren Reiki-Kurs teilweise von der Krankenkasse erstattet bekommen. Seine Reiki-Kurse finde man in der Rubrik „Gesundheit", was sich auch decke mit seiner Intention, „Reiki in den Medizinbereich zu bringen."

Alles passt!

Frank Glatzers Reiki-Praxis befindet sich in Quickborn. Seit 2010 finden seine Reiki-Treffen in der Reha-Abteilung des Ärztezentrums Quickborn statt. Dorthin gekommen ist der gelernte Schwimm- und Saunameister sowie Heilpraktiker über eines seiner Angebote: die medizinische Fußpflege. In der Apotheke im Ärztezentrum, die seiner Lebensgefährtin gehört, hat er einen Behandlungsraum. Alles passt. Sogar Ärzte kommen zu seinen Reiki-Behandlungen.

Frank Glatzer versteht sich als „Handwerker des Reiki", dem es auf die praktische Umsetzung und die Vermittlung ankommt. Natürlich erzähle er in seinen Kursen auch die Usui-Legende, weil sie alle wesentlichen Elemente enthalte, auf die es im Umgang mit Reiki ankomme. Doch eigentlich interessieren ihn mehr die Fakten, wie sie beispielsweise von Frank Arjava Petter bekannt gemacht wurden.

„Die älteste Heilmethode der Welt ..."

Wenn er mit Reiki behandelt, ist er sich dessen bewusst, dass nicht er heilt, sondern dass er „nur Übermittler" ist, gemäß dem Denkspruch des mittelalterlichen Arztes Paracelsus, den er zitiert: „Der Heilmeister ist in dir selber" – den wecke er mit Reiki. Reiki und die Ruhe, die eine Behandlung mit sich bringt, sind für ihn die wohl älteste Heilmethode der Welt. Selbst bei Tieren sei es üblich, dass sie, wenn sie unwohl oder krank sind, Ruhe suchten.

Frank Glatzer beschert sein Erfolg an den Volkshochschulen nicht nur Freunde. „Ich habe auch schon einige unschöne E-Mails von Kollegen bekommen, dass ich ihnen die Klienten wegnehme", erzählt er. „Doch ich bin davon überzeugt, dass die Klienten immer zu den Reiki-Meistern gehen, bei denen der Funke für sie überspringt, die zu ihnen passen."

Reiki für Reiter

Sein Reiki-Angebot an den Volkshochschulen zieht auch Menschen an, die vielleicht sonst gar nicht zu einem Reiki-Kurs gingen. Etwa die Landwirtin aus Schleswig-Holstein, die Reiki lernen wollte, um einer ihrer zahlreichen Milchkühe helfen zu können, die kränkelte. Auch Hundebesitzer nehmen an seinen Kursen teil. Am häufigsten aber kämen Pferdebesitzer und Reiter. Das liegt wohl auch daran, dass Frank Glatzer selbst ein Pferd hat und in seiner Freizeit gerne reitet. Gleich zu Anfang, in seinen ersten VHS-Reiki-Kurs, seien acht Teilnehmer gekommen, die Reiki bei ihren Pferden anwenden wollten.

Seine neue Leidenschaft sieht er denn auch darin, ab 2014 gezielt Reiki-Seminare für Sportreiter anzubieten. In Zusammenarbeit mit einer Pferdewirtin klassischer Reitausbildung, die den Pferdehaltern die Anatomie ihrer Tiere und deren Besonderheiten erklären soll. Er selbst mischt sich da nicht ein: „Ich bin für Reiki zuständig!"

 

Copyright Fotos: Frank Glatzer

 

Franziska Rudnick ist Redakteurin des Reiki Magazins und Autorin des Buchs „Heilende Begegnung". Als Heilpraktikerin wendet sie in ihrer Praxis Klassische Homöopathie, Reiki und andere energiemedizinische Methoden an. www.akatombo.de

 

 

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