Wilhelm Reich

Grenzenloses Forschen im Dienste der Menschheit – vielleicht war dies einer der Hauptansätze Wilhelm Reichs für sein intensives Leben und Wirken. Franziska Rudnick porträtiert einen unkonventionellen Denker, Visionär und Lebensenergieforscher.

Wilhelm Reich war von Haus aus Psychiater. Er galt als Nachfolger Sigmund Freuds, seines Ausbilders und väterlichen Mentors. Jünger als die meisten seiner Kollegen, war Wilhelm Reich im Wien der 1920er Jahre ein angesehener Psychotherapeut – bis er anfing, seine eigene Sicht der Dinge, insbesondere der den Menschen durchströmenden Energie, einzubringen.

„Was ist Leben?"

Der promovierte Mediziner WilhelmReich gab sich nicht zufrieden damit, die Welt durch die Brille nur einer wissenschaftlichen Disziplin zu betrachten. Er begann über unsichtbare Grenzen zu gehen und Erkenntnisse unterschiedlicher wissenschaftlicher Fachbereiche in seine Arbeit einfließen zu lassen. „Was ist Leben?", fragte er, „welche Kraft steckt dahinter?" Auch methodisch hatte das Konsequenzen, denn Reich wurde zum Forscher mit eigenem Labor. In Dänemark und Norwegen machte er Experimente, darunter solche, mit denen er die Entstehung dessen, was er „Charakterpanzer" nannte, herausfinden wollte. Auch wollte er den Übergang vom Leblosen zum Lebendigen herausfinden. Er trachtete danach, eine biologische Grundlage für die Psychoanalyse zu liefern, „wie Freud sie einst vorausgesehen hatte ..."

Lange bevor der Biologe Kinsey Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre in den USA seine Studien über das Sexualverhalten der Amerikaner veröffentlichte, hatte Wilhelm Reich seine eigenen Forschungen über diese Materie begonnen, deren Ergebnisse publiziert und sie weiterentwickelt. Dies führte Anfang der 1930er Jahre zum Bruch mit Freud und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, die ihn aus ihren Reihen ausstießen. Vordergründig ging es um Reichs Auftreten, seine politischen Neigungen als Mitglied der KPD. Subtilere Gründe lieferten die Tatsache, dass er Jude war und schließlich sein ausgeprägtes Interesse an der Sexualität. In dem, was Wilhelm Reich die „orgastische Potenz" nannte, die sich idealerweise im Orgasmus offenbare, meinte er, ein Element der alles durchströmenden Lebensenergie entdeckt zu haben und deren wohltuende Wirkung auf die seelische Gesundheit der Menschen. Damit folgte er einer Theorie Sigmund Freuds, der die „Libido" als den Menschen antreibende und durchdringende Kraft postuliert hatte, diese Theorie aber später fallenließ. Sein Schüler Reich jedoch erweiterte sie konsequent. Dabei setzte er seinen Schwerpunkt ähnlich wie Freud: Lebensenergie hängt eng mit Sexualität zusammen. Wilhelm Reich begriff die sexuelle Energie als im Orgasmus konkret erleb- und fassbar: nämlich als dem vegetativen Nervensystem entspringende „elektrophysiologische Entladung".

Er hatte festgestellt, dass der Körper sich bei lustvollen Empfindungen „zur Welt hin" öffne, bei Angst sich „von der Welt weg" zusammenziehe: Expansion und Kontraktion als die beiden Grundbewegungen des Lebendigen. Zusätzlich entdeckte er während seiner Studien in Skandinavien: der von ihm sogenannte „Charakterpanzer" des in Abwehr und Angst erstarrten Menschen könne gelöst werden durch direkte therapeutische Intervention, die begleitend zur psychoanalytischen Therapie auch Atemübungen des Patienten und Berührungen des Körpers durch den Therapeuten enthalte. Der Panzer wirke sich krankmachend aus auf die gesamte Persönlichkeit, wofür Reich sogar ein eigenes Wort prägte: „Kontaktlosigkeit". Die Menschen seien innerlich wie abgestorben, nicht in Kontakt mit der Wahrnehmung von Lebendigkeit, mit dem Leben selbst. Es ging darum, die im Panzer gebundenen Emotionen wieder zu lösen. Das war eine Grenzüberschreitung, weg von der therapeutischen Haltung Freuds und seiner Kollegen, die es vermieden, den Patienten zu berühren.

Eine einfache Persönlichkeit war Wilhelm Reich nicht. Wer nicht für ihn war, war gegen ihn. Wer seine Interessen nicht teilte, brauchte den Kontakt mit ihm nicht aufrechtzuerhalten. Er war ein „Alles-oder-Nichts"-Charakter. Der Schlüssel zu seiner anspruchsvollen Haltung seinen Freunden gegenüber, die er immer wieder für seine Zwecke einzuspannen suchte, sowie seines heftigen Zorns, wenn er sich angegriffen fühlte, liegt vermutlich in Erfahrungen, die er als junger Mensch, fast noch ein Kind, machen musste. Er war hin- und hergerissen zwischen den Eltern: dem Vater, der ihn hart erzog, und der Mutter, die ihn vor den Schlägen des Vaters schützte. Die Mutter beging Selbstmord, nachdem Wilhelm deren Verhältnis mit seinem Lehrer dem Vater verraten hatte. Der Vater, darüber depressiv geworden, starb vier Jahre später. Schon im Alter von 17 Jahren hatte Wilhelm Reich am Vorabend des 1. Weltkriegs, 1914, Verantwortung für ein Gut und dessen Angestellte zu übernehmen sowie für den ein paar Jahre jüngeren Bruder. Das Gut wird im Krieg geplündert, Reich zieht freiwillig an die Front. Sein Bruder stirbt 1926 an Tuberkulose, Reich bleibt als einziger seiner Familie zurück.

Wilhelm Reich fühlte sich schuldig am Tod der Mutter, der Eltern, des Bruders. Er soll dazu gesagt haben: „Mag mein Lebenswerk meine Missetat wieder gutmachen." Ein Außenseiter blieb Wilhelm Reich sein Leben lang, obwohl er nie einer sein wollte. Nachdem er versucht hatte, einer Person wie Freud oder einer Gemeinschaft wie der Kommunistischen Partei zu dienen, entstand seit den 1940er Jahren nach seiner Emigration in die USAeine neue Identität Reichs, der nun sein Werk über alles stellte: „Er mußte in sich selbst das Gefühl besiegen, er sei eine schwierige, unerreichbare, von Schuld getriebene Person. Er mußte er selbst sein ... Nur so konnte er sich den weitreichenden Folgen stellen, die seines Erachtens aus den Thesen, die seine Arbeit bestimmten, erwachsen würden", schreibt ein Biograph.

Freunde und Feinde

Wohin Wilhelm Reich nach dem Bruch mit Freud, der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung und dem Ausschluss aus der Kommunistischen Partei auch ging: sowohl Freunde und Anhänger als auch jene, die ihm kritisch bis ablehnend, sogar feindselig gegenüber standen, waren schon da. Das war sowohl in Wien, Berlin, schließlich Dänemark so, als auch in Norwegen und später in den USA, wohin ihn ein Patient einlud. Dort sollte die Mischung menschlicher Verhältnisse letztlich zu dem führen, was ihm zum Verhängnis wurde. Nicht selten waren Feinde einst Freunde oder zumindest wohlwollend gewesen. Am verheerendsten war dies im Prozess, der Mitte der 1950er Jahre von der US-Aufsichtsbehörde für Medikamente und Lebensmittel (FDA)gegen Reich geführt wurde: der ihn anklagende Staatsanwalt war Wilhelm Reichs einstiger Rechtsanwalt.

Was hatte der Einwanderer aus Europa denn gefunden, was die US-Behörde so erregte und schließlich dazu führte, dass seine medizinischen Geräte zerstört und seine Bücher verbrannt wurden? Wilhelm Reich selbst musste seine Orgonakkumulatoren zerstören, vor den Augen zweier Beamter jener Behörde, die ihn beharrlich im Blick hatte und seine Forschungen mit Argusaugen verfolgte. Auch seine Bücher wurden verbrannt, wenngleich es nur eine symbolische Handlung sein konnte, denn Wilhelm Reichs Gedanken waren da längst in der Welt. Bitter jedoch, dass er schon einmal eine Verbrennung seiner Schriften erlebt hatte: im Deutschland der 1930er Jahre.

Eine Anfechtung auch, dass er schon 1941 im Visier der US-Behörden war: das FBI hatte ihn damals als „feindlichen Ausländer" verhaftet und ins Gefängnis geschickt. Von „Hass", der Reich in den USA entgegenschlug, spricht sein Biograph, von „Vorverurteilung durch die FDA", dem „Pornographievorwurf gegen seine Arbeit" und der Einschätzung Wilhelm Reichs selbst, der „die Reichweite seiner Arbeit" erkannt hatte und nach direkten Wegen suchte, „diese Angriffe zu beantworten und sich nicht dafür schuldig zu fühlen, dass man mit der Energie der Sexualität umging."

Während seiner Forschungen, nach dem Ursprung des Lebens, die er in Skandinavien begonnen und in den USA seit 1939 fortgesetzt hatte, fand Wilhelm Reich zunächst mikroskopisch kleine Bläschen, die sich wie Einzeller verhielten und die er „Bione" nannte. Sie schienen den Übergang vom Leblosen zum Lebendigen zu bilden und waren unterschiedlich; sie widerstanden selbst extrem hohen Temperaturen, und eine Form der Bione strahlte. Deren Strahlung war als bläuliches Licht sichtbar und schien als erhöhte Temperatur messbar. Konsequenterweise baute Wilhelm Reich einen Kasten, in dem er die Strahlung dieser Bione messen konnte. Damit sie nicht von der Umgebung absorbiert werden konnte, war dieser Kasten mit Metall ausgekleidet. Der Prototyp des späteren „Orgonakkumulators" war entstanden. An die Behandlung von Krankheiten dachte damals niemand. Die von Reich beobachteten Lichterscheinungen schienen überall. Am Nachthimmel waren sie sichtbar, zwischen den Sternen, bei Tage konnten sie als kleine Pünktchen wahrgenommen werden. So rang der Forscher zwei Jahre mit sich selbst, zweifelnd an sich und seinen Entdeckungen. Er fragte sich, wenn das, was er sah, existierte – warum war es dann nicht schon längst gefunden worden? Aber: wer starrt schon in den blauen Himmel? Und letztlich: wenn „wir vor der Energie in uns selbst Angst haben, können wir dieselbe Energie außerhalb von uns nicht wahrnehmen."

Orgonenergie: „Wie Gott und Äther"

Schließlich erkannte er, dass er es mit Energie zu tun hatte, die außerhalb des menschlichen Körpers, ja überall zu existieren schien („wie Gott und Äther") und gab ihr einen Namen: Orgon. In den Kästen, die er zur Beobachtung dieser Energie gebaut hatte, machte er weitere Entdeckungen: Die Energie ließ die Haut prickeln wie statische Elektrizität, ja, sie war messbar warm. In den Kästen war es wärmer als außerhalb. Reich postulierte statische Elektrizität als eine der Erscheinungsformen des Orgons. Zumal er festgestellt hatte, dass die Lichtphänomene und Temperaturauffälligkeiten der Orgonenergie bei trockenem, gutem Wetter stärker waren als bei Regenwetter oder hoher Luftfeuchtigkeit. Heute weiß man, dass dies tatsächlich so ist.

Reich war begeistert. Er hatte etwas gefunden, das den Gesetzen der klassischen Physik zu widersprechen schien. Wer anders käme dafür als Gesprächspartner infrage als der deren Grenzen überschreitende Physiker Albert Einstein? So schrieb Reich an Einstein und legte seine Entdeckungen dar. Es kam im Januar 1941 zu einem persönlichen Treffen beider, zu dem Wilhelm Reich einen kleinen Orgonakkumulator brachte, den er für diesen Zweck gebaut hatte: damit Einstein selbst seine Experimente nachvollziehen und überprüfen könne. Einstein hat sich darauf eingelassen. Doch entsprachen seine Ergebnisse nicht denen Reichs, und er schrieb an Reich, dass die beobachteten Phänomene mittels der klassischen Physik erklärbar seien. Damit war für ihn die Sache erledigt. Reich war tief verletzt.

1942 kauft Wilhelm Reich eine Farm in den USA und richtet sich dort Laboratorien ein sowie ein Observatorium. Seine Forschung scheint zu gedeihen, er entdeckt durchs Mikroskop im Blut von krebskranken Patienten etwas, das einen seiner Meinung nach entscheidenden Hinweis auf die Natur der Krebserkrankung gibt: der Krebsprozess hatte bereits begonnen, bevor der erste Tumor erschien. Ein Mitarbeiter schreibt dazu, dass Reichs Fähigkeit, Krebs durch die Beobachtung von Körperzellen zu diagnostizieren, Entdeckungen der klassisch medizinischen Krebsforschung um „mindestens fünfzehn Jahre" vorweggenommen habe. Ferner fand er Gemeinsamkeiten zwischen den an Krebs Erkrankten: sie alle hatten einen „Charakterpanzer", die Lebensenergie floss nicht mehr in ihnen, sondern staute sich, wie Wasser in einem Tümpel. Nun begann Reich, Orgonakkumulatoren einzusetzen, um den Patienten zu helfen. Seine Methode schien wirksam, er setzte sie parallel zu anderen medizinischen Maßnahmen ein. Eine besondere Rolle spielten sie bei Vorbeugung von Krebs und bei der Pflege der Gesundheit, also der Sorge der Patienten um sich selbst. Eine Reihe von Ärzten interessierte sich für die Arbeit Reichs. Viele dieser Ärzte begannen nun ebenfalls, ihre Patienten während der 1940er und -50er Jahre mittels Orgonakkumulatoren zu behandeln.

Es hätte gut laufen können für Wilhelm Reich, wenn da nicht dieser Presseartikel über ihn und seine Arbeit gewesen wäre, der im Herbst 1947 die Aufmerksamkeit der US-Behörde für Lebensmittel und Medizinprodukte, der Food and Drug Aministration (FDA) auf ihn lenkte. Der Artikel behauptete, Reich setze die Orgonakkumulatoren ein, um die „orgastische Potenz" von Patienten zu steigern. Das Gerät gebe orgastische Potenz und sei damit quasi ein Allheilmittel. Dieser Artikel wird ungeprüft von einer angesehenen psychiatrischen Fachzeitschrift übernommen und nachgedruckt. Das war fatal. Eine Kampagne auch internationalen Ausmaßes gegen Reich begann.

Im Vorhof der Atomforschung

Bald darauf erschien der erste Beamte der FDA bei Wilhelm Reich. Dieser zeigte sich willig, mit der FDAzu kooperieren – er hoffte wohl, die Aussagen jenes Pressetextes klären zu können. Reich gab zu, dass der Orgonakkumulator ein Behandlungsgerät sei, aber noch im experimentellen Stadium. Aber die später verbreitete Behauptung, er betreibe ein „Sexgeschäft", kränkte ihn tief, und er beendete die Zusammenarbeit mit der FDA. Die Behörde blieb indes dran. Seit 1951 bedrängte sie ihn, kaum ein Monat ohne Zwischenfall verging. Dabei hatte die FDA es besonders auf die Orgonakkumulatoren abgesehen. Man machte auch Experimente, doch ohne den Erfinder und dessen Hinweise zu berücksichtigen. Heraus kam ein uneinheitliches Bild: „Die FDA schien den Akkumulator gleichzeitig als wertlos (akkumuliert nichts) und gefährlich (muss zerstört werden) einzuschätzen." In einem Antrag vor Gericht zeigte die FDA, dass sie darauf aus war, die gesamte orgonomische Forschung zu stoppen. Von Zerstörung war hier noch nicht die Rede. Wilhelm Reich erschien nicht vor Gericht, da er die Ansicht vertrat, ein Thema naturwissenschaftlicher Forschung könne nicht von einem Gericht entschieden werden. Damit spielte er seinen Gegnern in die Hände. Auch die Entwicklung eines neuen Projekts half ihm nicht mehr aus dieser Lage heraus.

Auf seiner Suche nach der Lebensenergie und deren Erforschung war Wilhelm Reich wohl auch in Gefilde gelangt, die an die Atomforschung der USA grenzten. Nur dass Reich mithilfe dessen, was er über die von ihm entdeckte Energie herausgefunden hatte, eigentlich helfen wollte. Er hatte gehofft, seine Funde und Erkenntnisse könnten die Wirkungen der Radioaktivität unschädlich machen. Doch sein Experiment, in dem er Radiumproben der Bestrahlung durch Orgonakkumulatoren aussetzte, wurde ein Fiasko. Reich wollte 1950 in einem Experiment namens „Oranur" zeigen, dass Orgonenergie dazu beitragen könne, Radioaktivität zu neutralisieren. Doch das Gegenteil trat ein: die Orgonenergie entwickelt sich unter Einfluss der radioaktiven Strahlung des Radiums zu einer verheerenden Kraft, die von Reich später „DOR", „Deadly Orgone", genannt wurde, tödliches Orgon. Sie lief gewissermaßen Amok und verstörte in ihrer Umgebung alles, was schwach oder anfällig war. Assistenten Reichs, die bei diesen Experimenten dabei gewesen waren, wurden schwer krank, bis hin zum Auftreten von Krebs. „Jeder wurde an seinem körperlich schwächsten Punkt angegriffen", weiß ein ehemaliger Mitarbeiter des Forschers.

Selbst die Luft um seine Farm, ja der Himmel schienen verstört: Wilhelm Reich entdeckte schwarze Wolken, die ihm unbekannt und unheimlich waren. Beim Auftauchen dieser Wolken schien der Himmel seinen Glanz zu verlieren, sie wirkten deprimierend. Konsequenterweise gab Reich ihnen den Namen „DOR-Wolken". Er begann, ein Gerät zu entwickeln, mit dem er die Orgonenergie in der Atmosphäre beeinflussen wollte. Die DOR-Wolken sollten aufgelöst und die Atmosphäre entspannt werden. Seine Forschungen mit dem Orgon hatten Reich gelehrt, dass diese Energie durch Wasser abgezogen werde, so auch DOR. Daher baute Wilhelm Reich ein Gerät, das aus langen, gebündelten Rohren bestand, die auf die Wolken gerichtet wurden und das über metallene Schläuche mit einem Brunnen verbunden war. Es gelang ihm, die DOR-Wolken aufzulösen. Etwa ein Jahr nach diesen ersten Experimenten hatte Reich 1953 den Mut, seinen „Cloudbuster" öffentlich vorzustellen. Bauern, die ihre Ernte durch eine anhaltende Dürreperiode bedroht sahen, baten Wilhelm Reich um Hilfe. Der Erfinder folgte ihrer Bitte, fuhr mit dem Cloudbuster zu ihnen, baute das Gerät nahe einem Stausee auf und richtete es über eine Stunde lang auf den wolkenlosen Himmel. In den folgenden Nacht schlug das Wetter um: es begann, sanft und anhaltend zu regnen. Weitere Cloudbuster wurden in den nächsten Jahren gebaut und etliche Experimente folgten. Sie schienen allesamt zu wirken, obwohl es nicht genau geklärt werden kann, denn gerade beim Wetter spielt der Zufall eine große Rolle, der sogenannte „Schmetterlingseffekt."

Schließlich theoretisierte Wilhelm Reich, dass das, was er DOR nannte, eine „schwarze", verheerend wirkende Energie sei und durch Panzerung entstanden. Er zog Parallelen zwischen menschlichem Körper, Erde und Weltall.

Ungeachtet dessen lief die von der FDA gegen Reich gestartete Prozessmaschinerie weiter. Im Jahr 1956 wurde er zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Wilhelm Reich betonte immer wieder, ehe er die Haftstrafe antrat, dass er das Gefängnis nicht überleben werde. Und so war es auch: Am Morgen des 3. November 1957 fand man den Sechzigjährigen tot in seiner Zelle. Die Ursache seines Todes wurde mit „Herzversagen" angegeben.

Umfassende Lebensenergie

Am Ende bleibt festzuhalten, dass Wilhelm Reich, obwohl er durch viele, interne wie externe Einflüsse irritiert wurde, ein stringentes und in sich konsequentes System begründet hatte. Die Theorie der alles durchdringenden und in allem pulsierenden Lebensenergie erweiterte er schließlich um kosmische Dimensionen. Auch das Weltall wird von Energie durchströmt, die laut Reich die Basis für alles in ihm Entstehende bildet. Somit wäre ein Bogen geschlagen zur uralten Theorie vom „Äther", der den scheinbar leeren Raum zwischen den Sternen und Galaxien erfüllt – und der letztlich auch eine Annahme Albert Einsteins war.

 

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Oben: Cover des Buches „Wilhelm Reich – Pionier des neuen Denkens" von David Boadella, erschienen im Schirner Verlag.

Quellen: Bischof, Marco, Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen, Aarau, 2004 / Sharaf, Myron, Der heilige Zorn des Lebendigen, Berlin, 1994

Weitere Informationen: www.wilhelm-reich-gesellschaft.de

 

 

Franziska Rudnick ist Redakteurin des Reiki Magazins und Autorin des Buchs „Heilende Begegnung". Als Heilpraktikerin wendet sie in ihrer Praxis Klassische Homöopathie, Reiki und andere energiemedizinische Methoden an. www.akatombo.de

 

 

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