The Next Generation

Kolumne von Janina Köck

Zur Zeit kümmere ich mich um die nächste Reiki-Generation, was im Klartext heißt: Ich bin schwanger :–) Nicht nur der Körper macht in dieser Zeit viele Veränderungen durch, sondern auch das Gemüt bzw. die Psyche. Bei mir war vor allen Dingen das Thema Entschleunigung sehr präsent. Ich konnte einfach – vor allem in den ersten drei Monaten – nicht mehr so intensiv arbeiten, wie das vorher möglich gewesen war. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass das ein ganz schön starker Prozess ist für jemanden, der seit sechs Jahren hauptberuflich selbstständig ist und monatlich mindestens ein Wochenendseminar gibt.

Reiki zu geben und Reiki zu bekommen war in der ersten Zeit gar nicht so einfach. Die Selbstbehandlung ging gut – aber anderen Menschen Behandlungen zu geben gestaltete sich anfangs schwierig. Bei längerer Energiearbeit wurde mir einfach übel. Natürlich sah ich dann an manchen Tagen auch nicht gerade aus wie das blühende Leben, was für jemanden, der in einem Beruf arbeitet, bei dem er anderen zeigt, wie es ihnen besser gehen kann, auch nicht gerade vertrauenserweckend wirkt. Leider kenne ich wenige Reiki-Kolleginnen, die hauptberuflich selbstständig mit Reiki sind und mit denen ich Erfahrungen austauschen kann. Entweder sind es männliche Kollegen oder die Reiki-Praxis wurde erst eröffnet, als die Kinder schon relativ groß waren bzw. es nicht mehr die Notwendigkeit gab, in Vollzeit zu arbeiten, da der Freund/Ehemann ausreichend Einkommen in die Beziehung mit einbrachte. Die Fragen, die für mich aufkamen, waren u.a.: 1. Wenn ich keine Reiki-Behandlungen mehr geben kann, was mache ich dann? 2. Kann ich trotzdem noch meine Seminare geben? 3. Zu welchem Zeitpunkt erzähle ich meinen Schülern, Klienten und/oder Kollegen, dass ich schwanger bin?

In den ersten drei bis vier Monaten habe ich einfach kaum Reiki-Behandlungen gegeben. Auch hier kam mir wieder das Universum zur Hilfe, wie es oft der Fall ist. Denn es meldeten sich in dieser Zeit auch einfach kaum Klienten, die eine Reiki-Behandlung hätten haben wollen. So kam es gar nicht erst dazu, dass ich jemandem hätte absagen müssen. Da ich Heilpraktikerin bin, konnte ich zum Glück einfach mehr Behandlungen anderer Art geben, die weniger „energetisch" sind, wie beispielsweise mit der klassischen Homöopathie. Das war super, und es meldeten sich in dieser Zeit viele neue Homöopathie-Klienten. Zum Glück war das aber ein Zustand, der zeitlich begrenzt war – und nach den ersten vier Monaten konnte ich auch wieder „energetische Behandlungen" geben.

Natürlich habe ich auch überlegt, woran das liegen könnte, dass mir bei Energiearbeit schlecht wurde. Das ist bestimmt auch individuell sehr unterschiedlich, so wie ja auch nicht jede Frau in den ersten drei Monaten an Schwangerschaftsübelkeit leidet bzw. diese unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Bei mir war es so, dass mein Blutdruck recht niedrig war, ich das Gefühl hatte, dass sich im Bauch sehr viel Energie sammelte, und wenn die Energie stark durch mich hindurch floss, ging mein Puls etwas hoch, was dann die Übelkeit hervorbrachte. Sport konnte ich anfangs auch nicht machen, denn immer wenn mein Puls etwas höher war, kam die Übelkeit. Wie schon gesagt, Entschleunigung war bei mir das Thema. Vieles, selbst gehen, musste ich bewusst langsam machen.

Achtsamkeit und Vertrauen

Seminare geben ging glücklicherweise besser, auch die Einweihungen waren meistens kaum ein Problem. Natürlich gab es auch hier bessere und etwas schlechtere Tage. An Seminartagen musste ich dann besonders auf mich achten. Immer etwas zu essen da haben, ausreichend trinken usw. Die Inhalte des ersten Grades sind über die Jahre so ins Blut über gegangen, dass ihr mich mitten in der Nacht wecken könntet, um mir Fragen zu stellen, und ich würde das Seminar im Halbschlaf halten können. Leider kann man nicht vorher wissen, wann ein guter Tag ist und wann nicht. So musste ich natürlich auch stark darauf vertrauen, dass alles gut werden wird.

Es stellte sich mir auch die Frage, ob ich überhaupt Seminare in der Zeit geben sollte oder ob ich das alles besser sein lasse. So etwas muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Leider ist es in der Selbstständigkeit nicht immer möglich, auf die eigenen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen bzw. drei Monate lang kaum etwas zu machen. Und andere Menschen, die zum Beispiel fest angestellt sind, arbeiten ja auch noch bis einen Monat vor der Entbindung. Und an Tagen, an denen es besonders schwierig war, habe ich mir auch zum Glück frei nehmen können. Außerdem gibt es ja über die Jahre verteilt auch immer mal wieder Wochenenden, an denen man sich nicht hundertprozentig wohl fühlt. Dann ist man halt nicht schwanger, sondern hat einen Schnupfen oder einfach auch mal einen schlechten Tag oder muss mit anderen Herausforderungen zurecht kommen. Die Erkenntnis über die Jahre ist, dass Reiki und besonders auch die Einweihungen trotzdem funktionieren. Wer kann von sich schon behaupten, er sei immer und zu jeder Sekunde hundertprozentig präsent? Ich denke, wir tun alle unser Bestes, in jedem Moment, jedes Mal wenn wir Seminare geben – und so war es auch bei mir während meiner Schwangerschaft.

Den Schülern, die mich regelmäßig sehen, beispielsweise beim Reiki-Kreis, ist natürlich schon aufgefallen, dass es mir manchmal nicht so gut ging. Als ich ganz frisch wusste, dass ich schwanger war, habe ich es auch noch nicht erzählt. In den ersten drei Monaten kann ja auch immer nochmal was passieren, das ist ja keine Seltenheit. Mir war es aber auch schnell zu blöd, den Fragen zu meinem Befinden auszuweichen bzw. zu erklären, warum ich gerade ungern Reiki auf den Bauch bekomme. Irgendwann, ich glaub' so im 2. Monat, hab' ich es dann (zumindest im Reiki-Kreis) offen gesagt – und das war auch gut so, erklärte es doch für meine Schüler auch ihre eigenen Empfindungen bzw. Wahrnehmungen, dass bei mir gerade irgendwas los ist. Sie sind alle ganz süß und hilfsbereit. Momentan ist da eher die Frage, wie lange ich nach der Geburt ausfallen werde bzw. ob es dann eine Reiki-Kreis-Vertretung gibt.

Die Schwangerschaft ist natürlich das eine – nach der Geburt gibt es ja wieder neue Abenteuer, Gedanken und Herausforderung.

 

Janina Köck, klassische Homöopathin, körperorientierter Coach, Reiki-Lehrerin. Praxis Leben im Einklang in Köln. Organisation Reiki Convention, Gründungsmitglied ProReiki.

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