Das Phänomen der Fernbehandlung

Mit dem zweiten Reiki-Grad kann Reiki über die Ferne Reiki gesendet werden. Dies wird seit Jahrzehnten von Hunderttausenden Reiki-Praktizierenden weltweit getan, ohne dass es bislang wissenschaftliche Untersuchungen größeren Ausmaßes dazu gab. Dr. David Bolius, Reiki-Meister, weist auf wissenschaftliche Studien hin, die Fernbehandlung im Allgemeinen und Gebetsheilung untersuchen – und regt dazu an, dass vergleichbare Studien auch für die Fernbehandlung mit Reiki angegangen werden.


Einer der Schwerpunkte des Reiki II-Seminars ist das Erlernen der Kunst der Fernbehandlung, also die Behandlung einer Person, die sich an einem anderen Ort als der Behandler befindet. Für etliche Menschen sprengt dieses Konzept ihre Vorstellungskraft. Dabei ist Fernbehandlung geläufiger, als es zunächst den Anschein hat. Auch außerhalb von Reiki wird darauf zurückgegriffen, sei es in der Arbeit mit schamanischen Methoden oder bei einem simplen Gebet für eine andere Person. Durch das Absolvieren des zweiten Reiki-Grades steht es heute jedem Menschen frei, selber eine kraftvolle Form der Fernbehandlung zu erlernen, diese zu praktizieren und damit eigene Erfahrungen zu sammeln und Vertrauen in die Methode aufzubauen. Eine spezielle Begabung wird dabei nicht vorausgesetzt.

Das faszinierende Phänomen der Fernbehandlung wurde inzwischen auch von Wissenschaftlern untersucht. Obwohl es noch lange nicht auf breiter Basis anerkannt ist, wurde die Wirksamkeit von Fernbehandlungen in objektiven Experimenten, die auch strengen wissenschaftlichen Kriterien standhalten (Doppelblindversuch, Veröffentlichung in peer-review Magazinen usw.), bestätigt. Die zugehörigen Studien sind jedoch in der Regel in einer Fachsprache abgefasst, die für Laien sehr schwer verständlich ist.

Fernbehandlung für AIDS-Patienten

Eine der faszinierendsten wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema wurde von Fred Sicher, Elisabeth Targ und anderen durchgeführt (1,2) Sie untersuchten die Wirkung von Fernbehandlung bei 40 AIDS-Patienten, deren Krankheitsverlauf zu Beginn der Studie bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hatte. Bei der Studie wurde besonders darauf geachtet, dass sie wissenschaftlich einwandfrei durchgeführt wurde. Dazu war es notwendig zu gewährleisten, dass die beobachteten Veränderungen ausschließlich ein Ergebnis der Fernbehandlung sind. Dies bringt beim komplexen "System Mensch" im Allgemeinen große Herausforderungen mit sich.

Es wurde wie folgt vorgegangen: Die 40 Patienten wurden in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt, die statistisch bezüglich der relevanten Faktoren (Alter, Konzentration der CD4-Zellen (3) und Zahl der AIDS definierenden Erkrankungen) identisch waren. Nur Patienten der ersten Gruppe erhielten Fernbehandlungen, die Patienten der zweiten Gruppe bildeten die Kontrollgruppe. Dabei wussten weder die Patienten noch die betreuenden Ärzte, welcher Gruppe ein individueller Patient zugeteilt war. Alle Patienten erhielten volle schulmedizinische Betreuung.

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Als Behandler fungierte eine Gruppe von 42 Personen verschiedener spiritueller Traditionen (Christentum, Judentum, Buddhismus, Schamanismus, Indianer) und Absolventen diverser Heilschulen. Alle Behandler verfügten über langjährige Erfahrung mit der von ihnen praktizierten Form der Fernbehandlung. Die Patienten der ersten Gruppe wurden über einen Zeitraum von zehn Wochen an sechs Tagen pro Woche eine Stunde fernbehandelt, wobei sie jede Woche einem anderen Behandler zugeteilt wurden. Damit konnten nur Aussagen über die Fernbehandlung an sich getroffen werden, eine Bewertung der Effizienz individueller Heiler und ihrer Methoden war jedoch unmöglich. Es gab keine persönlichen Treffen zwischen Heilern und Patienten. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Dabei wurde festgestellt, dass die behandelten Personen im Durchschnitt weniger neue AIDS definierende Erkrankungen zeigten als die Personen der Kontrollgruppe (0,1 im Vergleich zu 0,6), weniger oft den Arzt besuchten (9,1 Mal im Vergleich zu 13), weniger Krankenhausaufenthalte hatten (0,15 im Vergleich zu 0,6), weniger Tage im Krankenhaus verbrachten (0,5 im Vergleich zu 3,4) und besser gelaunt waren. All diese Ergebnisse waren statistisch signifikant. Die Fernbehandlung wirkte und hielt der Überprüfung durch ein naturwissenschaftliches Experiment stand. Dies überraschte selbst jene Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt hatten.

Gebete über die Ferne

Eine weitere wissenschaftliche Studie, die von William Harris, Manohar Gowda und anderen als Doppelblindversuch durchgeführt wurde (4), beschäftigt sich mit der einfachsten, bekanntesten und wahrscheinlich ältesten Form der Fernbehandlung, dem Gebet. Gläubige Menschen braucht man von der Kraft des Gebets nicht zu überzeugen, aber bei Wissenschaftlern reicht in der Regel der Glaube allein noch nicht aus. In wissenschaftlichen Kreisen herrscht die Idee vor, dass ein Effekt erst dann als real angesehen wird, wenn er sich messen lässt. Eben dies gelang in folgender Gebetsstudie: Hier wurden 990 Personen untersucht, die in eine Herzklinik eingeliefert wurden. Für 466 zufällig ausgewählte Patienten wurde über einen Zeitraum von vier Wochen täglich gebetet, und zwar von Anhängern diverser christlicher Strömungen (Episkopale, Protestanten, Katholiken). Für die 524 anderen Patienten wurde nicht gebetet (Kontrollgruppe). Alle Patienten erhielten herkömmliche schulmedizinische Behandlung. Weder die Patienten noch die betreuenden Ärzte wussten, für wen gebetet wurde. Jene Personen, die das Gebet ausführten, kannten und trafen die Patienten nicht persönlich, sie erhielten nur den Vornamen der jeweiligen empfangenden Person. Das statistisch signifikante Ergebnis war verbüffend: Jene Personen, für die gebetet wurde, wiesen im Durchschnitt weniger schwer wiegende Krankheitssymptome auf.

Reiki-Fernbehandlung

Nach Wissen des Autors gibt es keine vergleichbaren Doppelblind-Studien, die sich ausschließlich mit der Reiki-Fernbehandlung befassen und somit keinen wissenschaftlichen Nachweis hierfür.(5) Natürlich liegt der Schluss nahe, dass die Reiki Fernbehandlung funktionieren kann, wenn sich die Wirksamkeit anderer Methoden bereits nachweisen lässt. Aus wissenschaftlicher Sicht bleibt jedoch die Frage nach der Wirksamkeit der Reiki-Fernbehandlung unbeantwortet. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch zum Thema Reiki-Fernbehandlung vergleichbare Untersuchungen durchgeführt werden. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Alles in allem ist vielleicht der Zweifel vieler Menschen an der Wirksamkeit von Fernbehandlung das Ergebnis eines kollektiven Glaubensystems („Das kann es nicht geben“). Die Geschichte der Wissenschaft lehrt uns, dass immer wieder Dogmen, die ähnlich tief verankert waren, später gefallen sind: beispielsweise die Vorstellung von der Erde als Scheibe, die Idee, die Sonne würde sich um die Erde drehen oder dass bei genügend genauer Messung jedes System vorhersagbar wäre (widerlegt durch die Chaostheorie). Und vor kurzem wurde sogar von Seiten des Nuklearforschungszentrums CERN am Dogma der Lichtgeschwindigkeit als höchster erreichbarer Geschwindigkeit gekratzt. Das macht Hoffnung, dass noch das eine oder andere Dogma der Wissenschaft bzw. der Schulmedizin fallen wird. Wenn damit Vorbehalte aufgegeben werden und zugleich mehr Belege für komplementäre Methoden wie Reiki erbracht werden, dann wird eine verbesserte Zusammenarbeit von Schulmedizin und Reiki immer leichter möglich – zum Wohl der Menschen wie auch zur Kostenreduktion im Gesundheitssektor.



Anmerkungen

1 Sicher, F., E. Targ, D. Moore and H. S. Smith. 1998. A randomized double-blind study of the effect of distant healing in a population with advanced AIDS. Report of a small scale study. Western Journal of Medicine, 169(6), 356-363.
2 Eine ausführliche populärwissenschaftliche Beschreibung der Studie von Sicher und Targ (siehe oben) gibt es in: McTaggart, L., 2007, Das Nullpunkt Feld. Auf der Suche nach der kosmischen Urenergie. 2. Auflage, Wilhelm Goldmann Verlag, München. S. 265 ff.
3 CD4-Zellen = eine Art von weißen Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen.
4 Harris, W. S., M. Gowda, J. W. Kolb, C. P. Strychacz, J. L. Vacek, P. G. Jones, A. Forker, J. H. O’Keefe and B. D. McCallister. 1999. A Randomized, Controlled Trial of the Effects of Remote, Intercessory Prayer on Outcomes in Patients Admitted to the Coronary Care Unit Archives of Internal Medicine, 159(19), 2273-2278.
5 Eine Zusammenstellung von Studien zur Fernbehandlung mit Reiki, die durchaus strengen wissenschaftlichen Kriterien standhalten, die jedoch Reiki gleichzeitig mit anderen komplementären Methoden untersuchen, und, was die Anzahl der beteiligten Personen betrifft, nicht die Ausmaße der hier vorgestellten Studien erreichten, findet sich in: Klatt, O. / Lindner, N., 2006, Reiki und Schulmedizin, 1. Auflage, Windpferd Verlag, Aitrang. S. 125ff.





Zum Autor: DI Dr. David Bolius, Reiki-Meister, Mitbegründer von RIO Reiki International Organisation, Gründungsmitglied von ProReiki – der Berufsverband e.V.

Kontakt:
Tel.: +43-(0)699-10620609
www.reikiseminar.net
www.rioreiki.org



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