Reiki und Biologische Medizin

Gedanken zur Heilung des Körpers 

Wenn man nur lange genug oder richtig genug mit Reiki behandelt, lässt sich dann alles damit heilen? Falls es mal „nicht klappt“, woran liegt es dann? Was kann als Ergänzung die Wirksamkeit von Reiki bei körperlichen Krankheiten erhöhen? Reiki-Meister und Diplom-Psychologe Harald Wörl teilt seine Erfahrungen und sein Wissen rund um diese Fragen.



In dem 1991 auf Deutsch erschienenen Buch von Helen J. Haberly, „Reiki: Die Geschichte von Hawayo Takata“, wird berichtet, dass Dr. Hayashi Frau Takata den Vorschlag machte, Hydrotherapie zu erlernen, weil ihr das für ihre Reiki-Praxis sehr zugute kommen würde. Schon damals waren die Schilderungen ihrer Behandlungserfolge mit Reiki so reich an wunder-vollen Ergebnissen, dass man sich fragen könnte: Warum wird jemandem, der nachgewiesenermaßen bereits über ganz erstaunliche Heilungsfähigkeiten verfügt, geraten, zusätzlich noch etwas anderes zu erlernen? Ich verstehe darin den Hinweis, dass Reiki nicht alles ist oder sein kann. Wenn jemand mit einem Weitblick wie Dr. Hayashi im Jahr 1940 in Japan Frau Takata diesen Rat gab, womit Reiki ergänzt werden kann, was könnte heute eine sinnvolle Ergänzung zu Reiki sein, um körperliche Krankheiten noch besser heilen zu können? Ich versuche darauf im Folgenden ansatzweise eine Antwort zu geben.

In meiner Beobachtung von Aussagen über die Wirksamkeit von Reiki während der vergangenen 20 Jahre, auch in Bezug auf die Behandlung von schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen, habe ich manchmal den Eindruck gewonnen, dass es eine weit verbreitete Auffassung ist, man müsse nur lange genug oder richtig genug mit Reiki behandeln, dann könne man damit auch alles heilen. Ist dem tatsächlich so? Trifft das immer oder auch nur manchmal zu? Falls es „nicht klappt“, liegt es dann an der Schwere der Erkrankung, an den Fähigkeiten des Behandlers, an den „Widerständen“ des Kranken, seinem „Karma“ oder an Reiki? Gibt es etwas, das als Ergänzung die Wirksamkeit von Reiki bei körperlichen Krankheiten erhöht?



Aus meiner Sicht ist es begrüßenswert, dass es jetzt verstärkt Bestrebungen gibt, die Bande der sogenannten Schulmedizin und Reiki enger zu verknüpfen, weil beide Seiten voneinander profitieren können. Ebenfalls wesentlich finde ich es aus demselben Grund, die Verbindung zwischen der sogenannten Komplementärmedizin und Reiki zu intensivieren und möchte hierzu ein paar Anregungen und Gedanken beisteuern. Aus Platzgründen kann ich dabei nicht ins Detail gehen, sondern beschränke mich auf wenige grundlegende Überlegungen.

Reiki und körperliche Heilung

Manch einen mehr wissenschaftlich orientierten Menschen mag stören, dass über die Wirkungsweise von Reiki auch heute noch relativ wenig bekannt ist. Es gibt wenig Forschung, man weiß oder vermutet, dass bestimmte Blutparameter durch Reiki beeinflusst werden können etc. Viel mehr weiß man noch nicht, was man als Manko ansehen könnte. Das relativiert sich jedoch, wenn man die eher wenig bekannte Information berücksichtigt, dass es für den Großteil der heute üblichen, verschriebenen Medikamente einen klassischen Wirkungsnachweis im streng wissenschaftlichen Sinne ebenfalls gar nicht gibt. Letztlich wenden die unterschiedlichen Behandler die Vorgehensweisen an, die sich ihnen aufgrund der ihnen zur Verfügung stehenden Information, ihrer Überzeugung und ihrer Erfahrung als wirkungsvoll erwiesen haben. Gerade die Erfahrungen, die die Absolventen eines Reiki-Seminares oder einer Reiki-Behandlung machen, sind oft mit Worten gar nicht so leicht zu beschreiben. Je nach Wahrnehmungsfähigkeit oder Erwartungshaltung bemerken sie im ungünstigen Fall erst einmal gar nichts, oder es ist schlicht „angenehm“ oder „entspannend“. „Entspannung“, „Entgiftung“ und „Förderung der Selbstheilungskräfte“ sind Stich- oder Schlagworte, mit denen nicht ohne Grund oft für Reiki und seine Wirksamkeit geworben wird. Für mich ist dabei immer noch eine spannende Frage: Was sind die Möglichkeiten und Grenzen von Reiki in Bezug auf körperliche Heilung?

In der Komplementärmedizin oder auch Biologischen Medizin gibt es als Analogie zum Begriff der Selbstheilungskräfte den Begriff der Regulationsfähigkeit des Organismus. Diese Grundidee gefällt mir: dass der Körper sich selbst heilen kann, in dem er sich selbst reguliert. Sie ist auch nicht neu, im Gegenteil. Um nur zwei der ältesten medizinischen Systeme zu benennen, die auch bei uns recht bekannt sind: Im System der Traditionellen Chinesischen Medizin (das viel mehr umfasst als nur die Akupunktur) geht man beispielsweise davon aus, dass Gesundheit beibehalten oder wiedererlangt werden kann, in dem die „fünf Elemente“ ausgeglichen werden, wozu es viele Möglichkeiten und Vorgehensweisen gibt. Im Ayurveda strebt man dies an, in dem man u. a. die „drei Doshas“ ausgleicht, wobei Gleichgewicht hier, entsprechend der Natur des Menschen, ein jeweils individuelles Gleichgewicht bedeutet. Auch hier gibt es sehr ausgeklügelte Vorgehensweisen, jedoch ganz anderer Art als in der TCM, die ebenfalls sehr effektiv sind.

Domäne dieser sogenannten Alternativen Medizin sind gerade auch die chronischen Erkrankungen, die bei uns inzwischen so selbstverständlich sind oder zumindest scheinen, weil sie so häufig auftreten, dass sie fast als „normal“ gelten. Aus meiner Sicht sind sie dies nicht. Es ist richtig, dass jeder Mensch sterben muss, zumindest sein Körper, wenn seine Zeit gekommen ist. „Seine Zeit“ ist hierbei ein dehnbarer Begriff. Mir erscheint es so, als ob viele Menschen „vor ihrer“ Zeit sterben oder unter Umständen, die so nicht sein müssten. Auch wenn es natürlich ein Schicksal geben mag, scheinen doch viele Probleme des Körpers als menschengemacht und wären sicher vermeidbar. So lange man „jung“ ist, scheint einen das oft weniger zu betreffen oder mehr egal zu sein. Im herannahenden Alter erwischt es letztlich dann aber doch jeden, in der ein oder anderen Weise. Mir gefällt der Gedanke „fit in die Kiste“ zu gehen. Die Realität sieht meist anders aus.

Entspannung und Regulationsfähigkeit

Der Begriff der Regulationsfähigkeit eines Organismus, die auch den Körper betrifft, beinhaltet ebenso, dass diese Regulationsfähigkeit gestört oder nur noch sehr eingeschränkt vorhanden sein kann. Die Regulationsfähigkeit kann hierbei durch unterschiedliche Ursachen blockiert sein. Ist es möglich, dass Reiki diese Regulationsblockaden beseitigt? Ich denke teilweise ja, und teilweise nicht. Dass Reiki die Regulationsfähigkeit des Körpers positiv beeinflussen kann, wird am deutlichsten an der vielleicht am leichtesten zu beobachtenden Auswirkung von Reiki: der (Tiefen-)Entspannung. Viele Menschen sind heute unfähig, sich zu entspannen, abzuschalten, ihr System „runterzufahren“, innerlich zur Ruhe zu kommen.

Auf körperlicher (und natürlich auch psychischer) Ebene zeigt sich dies z. B. in einer gestörten Regulationsfähigkeit des sympathischen und parasymathischen Nervensystems. Das sympathische Nervensystem ist zuständig für die Kampf- und Fluchtreaktionen wie beispielsweise die Energiebereitstellung, die Beschleunigung von Herzschlag und Atmung, die Verengung von Blutgefäßen und die Blutumverteilung. Das als Gegenspieler dazu dienende parasympathische Nervensystem ist entsprechend zuständig für die Erholungsreaktionen wie beispielsweise die Energiespeicherung, Schlaf, Verdauung und die bessere Durchblutung der Haut und der inneren Organe. Wir brauchen beide Funktionen, und optimal wäre es, wenn beide Systeme entsprechend ihrer tatsächlichen Notwendigkeit zum Zuge kommen könnten. Dies ist leider oft nicht so.

In unserer heutigen, oft hektischen Zeit spielen „Stress“ und stressbedingte Krankheiten eine bedeutende und auch in vielerlei Hinsicht kostspielige Rolle, d. h. wir bezahlen einen hohen Preis dafür. Stress bedeutet u. a., dass wir in einer Art Daueraktivität des sympathischen Nervensystems gefangen sind. Die Erholungs- und Heilreaktionen des parasympathischen Nervensystems finden nicht mehr genügend statt. Allein aus den Inhalten der oben kursiv gesetzten Begriffe kann schon leicht abgeleitet werden, welche Folgen das haben kann: fehlende Energie kann sich z. B. in der immer mehr zunehmenden Diagnose des „Burnout“ niederschlagen, auch Schlafstörungen liegen erfahrungsgemäß nahe, wenn wir zu viel um die Ohren haben. Eine gesunde Verdauung ist nicht nur für die optimale Verwertung der Nährstoffe wichtig. Ausgebreitet hätte der Darm ca. die Größe eines Fußballfeldes, und 80 Prozent aller Aktivitäten unseres Immunsystems tragen genau hier mehr oder weniger erfolgreich ihre Abwehrschlachten mit einer Vielzahl von Erregern aus.



Eine andauernde Verengung von Blutgefäßen, das mag zunächst harmlos klingen. Andauernder Bluthochdruck, egal wie man ihn nun genau definiert, wird es gerade durch seine Dauer nicht mehr sein. Welche Auswirkung kann eine ungenügende Durchblutung der inneren Organe haben, gerade wenn sie dauerhaft anhält? Dauerhaft kann hier bedeuten: einen Tag, eine Woche, Monate, Jahre und Jahrzehnte. Wer vermag zu sagen, wann welche Auswirkungen auftreten, wenn Zellen nicht mehr ausreichend lebenswichtige Nährstoffe erhalten oder die Abbauprodukte nicht mehr entsprechend entsorgt werden können?

Zum einen ist klar, dass der Körper Kompensationsmöglichkeiten hat. Klar ist aber auch, dass diese Kompensationsmöglichkeiten begrenzt sind. Es gibt schon seit längerem Geräte, die die Umschaltmöglichkeit zwischen sympathischem und parasympathischem Nervensystem eines Menschen bzw. deren jeweilige Aktivität messen können, zum Beispiel durch Messung der Herzfrequenz- oder Herzratenvariabilität (HRV). Hier ist es interessanterweise nicht so, dass je regelmäßiger der Abstand zwischen zwei Herzschlägen ist, desto gesünder dann der Mensch ist. Es ist vielmehr umgekehrt: Je flexibler und anpassungsfähiger die Frequenz des Herzschlages entsprechend der Belastung variiert werden kann, umso regulationsfähiger ist der Mensch. Mir sind bislang vier durchgeführte Untersuchung bekannt(1), die sich dieser Thematik von Reiki und HRV gewidmet haben und aufzeigten, dass Reiki einen positiven Einfluss auf die Aktivität des parasympathischen Nervensystems hat. Ich bin davon überzeugt, dass, je mehr Untersuchungen dieser oder ähnlicher Art durchgeführt werden würden, umso mehr auch die positiven Effekte von Reiki (nicht nur auf die Regulationsfähigkeit des parasympathischen Nervensystems), mit all seinen heilsamen Auswirkungen, noch deutlicher zum Vorschein treten würden.

Entgiftung und Regulationsfähigkeit

Nicht nur die Zufuhr von lebenswichtigen Nährstoffen zu den Zellen spielt für den Gesundheitszustand des Körpers eine Rolle, sondern auch der Abtransport von Stoffen oder Stoffwechselabbauprodukten, die dort nicht hingehören. Wir alle können uns vorstellen, was es für Folgen hat, wenn die Müllabfuhr für längere Zeit nicht kommen würde. Ist die Müllabfuhr im Körper beeinträchtigt, müssen diese Stoffe dann irgendwo im Körper eingelagert und möglichst unschädlich „deponiert“ werden, was nur begrenzt möglich ist. Die oben beschriebenen, typischen Erholungsreaktionen des parasympathischen Nervensystems und die Ergebnisse der vier erwähnten Untersuchungen legen nahe, dass u. a. durch die Verbesserung der Verdauung und die bessere Durchblutung der inneren Organe, einhergehend mit der Zurverfügungstellung der notwendigen Energie, die Müllabfuhr des Körpers wieder besser funktioniert. Diesen Vorgang könnte man auch „Entgiftung“ nennen, der bei Reiki-Einweihungen und Reiki-Behandlungen häufig in unterschiedlicher Form beobachtet wird.
Die segensreichen Wirkungen der Entgiftung scheinen dabei ebenfalls unbegrenzt zu sein. Wenn es da nicht so komische Stoffe gäbe, für deren Abtransport unser Körper nicht richtig eingerichtet ist, vielleicht weil er bislang noch nicht genügend Zeit hatte, sich evolutionsmäßig an diese neuen Herausforderungen anzupassen. Ich meine in erster Linie und beispielhaft die Schwermetalle. Bei einer intensiveren Beschäftigung mit Quecksilber lernte ich vor längerer Zeit, dass die Halbwertszeit von Quecksilber im menschlichen Körper ca. 18 Jahre beträgt. D. h. würde man sicherstellen, dass der Körper keinerlei neues Quecksilber mehr aufnimmt, hätte er nach 18 Jahren (erst) die Hälfte der ursprünglichen Menge ausgeschieden bzw. entgiftet. Für mich ist vorstellbar, dass die Entgiftungsleistung des Körpers auch in Bezug auf Schwermetalle durch die Anwendung von Reiki verbessert werden kann. Untersuchungen dazu sind mir bislang keine bekannt. Kennt man aber die Schwierigkeiten, die es dem Körper bereitet, nicht nur die Schwermetalle aus den „Deponien“ zu mobilisieren, sondern sie im Darm dann nicht wieder erneut zu resorbieren, habe ich Zweifel, ob Reiki hier alleine ausreicht.

Schwermetalle sind im Körper hochgiftig und blockieren nach Meinung der Komplementären Medizin(2) in vielfältiger Weise seine Regulationsfähigkeit. Um die offenbar eingeschränkte Regulationsfähigkeit des Systems durch das Vorhandensein von Schwermetallbelastungen beispielhaft zu verdeutlichen: Mehrfach wurde mir von kompetenten Anwendern der Homöopathie mitgeteilt, dass die Regulationsfähigkeit der homöopathischen Mittel durch Schwermetalle stark eingeschränkt werde, d. h. diese bei Schwermetallbelastungen nicht mehr richtig „greifen“ würden.

Ein weiteres Beispiel, auch für die unterschiedliche Anschauung und Vorgehensweise im Bezug auf die Regulationsfähigkeit des Organismus, wäre eine Pilzbelastung im Darm, z. B. durch Candida. Ein Ansatz sieht diese Pilze eher als „Feinde“ an, bekämpft sie mit Fungiziden und versucht sie auszurotten. Ein anderer Ansatz sieht diese Pilze eher als „Freunde“ an, weil sie Schwermetalle binden können (und damit auch als Versuch der Selbstregulation des Körpers), lässt die Pilze erst einmal in Ruhe und kümmert sich vorrangig um eine Schwermetallausleitung.

Schwermetallbelastungen

Schwermetalle kann man ganz leicht und auch ohne eigenes Zutun oder „Schuld“ in seinem System haben. Eine wesentliche Quelle für Quecksilberbelastungen sind u. a. die früher standardmäßig verwendeten Amalgamfüllungen der Zähne. Es ist möglich, dass der Körper der Mutter während der Schwangerschaft einen Teil seiner Quecksilberbelastung an das werdende Kind abgibt, da Quecksilber plazentagängig ist. Diese Information gefällt mir auch nicht, aber es ist gegenwärtiger Wissensstand. Wer also durch Reiki-Behandlungen nicht in angemessener Zeit gesund wird (wobei: wer sagt, was angemessen ist?!), für den kann es sinnvoll sein, z. B. eine Schwermetallbelastung in Erwägung zu ziehen bzw. diese abklären zu lassen.

Als es mir vor langer Zeit dämmerte, dass Amalgamfüllungen im Mund nicht optimal sind, habe ich mir diese herausbohren lassen, einfach so. Und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Später habe ich dann gelernt, dass dabei durch schnelldrehende Bohrer besonders reaktionsfreudige und giftige Quecksilberverbindungen entstehen, die die Blut-Hirnschranke leicht überwinden können. So gesehen war mein damaliges Vorgehen doch etwas voreilig gewesen, aber es entsprach meinem damaligen Kenntnisstand.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Schwermetallbelastungen im Körper festzustellen, durch (spezielle) Laboruntersuchungen im Blut sowie durch unterschiedliche energetische Testverfahren. Das gleiche gilt auch für die unterschiedlichen Ausleitungsverfahren von Schwermetallen. Meine Erfahrung dabei ist, das manche „funktionieren“, andere nicht – und dass dies sowohl methoden- als auch behandlerabhängig ist. Wer sich für eine Ausleitung von Schwermetallen entscheidet, sollte eine Methode und einen Behandler finden, die für ihn „funktionieren.“ Auch wenn dies leichter gesagt als getan ist, so ist es doch möglich.

In dem eingangs erwähnten Buch von Helen J. Haberly wird auch mitgeteilt, dass bei Hawayo Takata „ein Tumor, Gallensteine und eine Blinddarmentzündung“ diagnostiziert wurden. Auf dem Operationstisch liegend hörte sie dann eine Stimme, die ihr sagte: „Die Operation ist nicht nötig!“ und: „Frag ... den leitenden Chirurgen!“ Takata findet dadurch zur Alternative Reiki, die sie letztlich heilt, auch durch ihren eigenen großen Einsatz und ihre Hingabe. Eventuell kann die größte Hilfe bei der Anwendung von Reiki die sein, dass wir auch in uns eine solche „Stimme“ wahrnehmen, die keine innere Stimme sein muss, sondern auch eine „Ahnung“ oder ein „Gefühl“  etc. sein kann. Sollte es eine „Stimme“ sein, gilt es diese Stimme von anderen inneren Stimmen deutlich genug unterscheiden zu können bzw. diese differenzieren zu lernen. Wobei es nicht darum geht, seine Intuition (oder wie immer man dies auch nennen könnte) nur wahrzunehmen, sondern auch gleichzeitig den Mut zu haben oder zu entwickeln, dieser auch zu folgen.

So verstanden unterstützt Reiki auch die Selbstverantwortung und die Fähigkeit, den eigenen, auch körperlichen Heilungsweg zu finden und zu gehen. Die Einstellung „Reiki wird es schon machen“ oder „Reiki wird mich schon heilen“ erscheint aus dieser Sicht als Illusion. Wer nicht auf die „Stimme seines Herzens“ hört, seine Innere Stimme, seine Intuition, oder wie auch immer man diese „Instanz“ nennen mag, ist praktisch „verloren“. Er hört dann mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Stimme seiner Angst oder auf seinen Verstand oder auf die Meinung und den Verstand anderer Menschen, die seiner Ansicht nach tatsächlich oder vermeintlich kompetenter sind als er, und legt sein Schicksal in deren Hand. Reiki unterstützt dabei, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, wozu auch gehören kann, die für einen tatsächlich hilfreichen Behandler zu finden.

Die Komfortzone verlassen

Wer sich „angemessen viel“ und „angemessen lange“ Reiki gegeben hat und trotzdem noch nicht gesund ist, für den gibt es neben den Schwermetallen noch andere Faktoren, denen er Beachtung schenken sollte. Der wichtigste Faktor dabei ist wahrscheinlich die Ernährung. Alle großen Heilsysteme, wie die eingangs genannte Traditionelle Chinesische Medizin oder der Ayurveda, betonen die zentrale Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit. Die Frage hierbei lautet: Wie findet man für sich die richtige Ernährung, die einen gesund hält bzw. gesund macht?

Meine Erfahrung ist, dass es mir nicht geholfen hat, einfach nur das zu essen, was mir schmeckt, in der Menge wie ich wollte. Dabei hatte ich zwar ein „gutes Gefühl“. Neben dem eher der Vergangenheit angehörenden, guten Gefühl habe ich heute dadurch u. a. ein ansehnliches Übergewicht und die begründete Vermutung, dass dieses nicht optimal für meine Gesundheit ist. „Geschmack“ ist für mich zu einem wenig verlässlichen Indikator geworden. Er hat viel mit Gefühlen, Erinnerungen und den „raffinierten“ Verführungskünsten der Nahrungsmittelindustrie zu tun, die sich nicht wirklich um das leibliche Wohl der Menschen sorgt, sondern eher eigenen finanziellen Interessen folgt.

Was die Ernährung betrifft, so sollte man für sich herausfinden, welche Art von Umgang damit für einen individuell passt. Die Ernährung, die einen gesund macht, kann eine andere sein als jene, die einen dann auch gesund erhält. Es hilft, sich zu informieren, denn Informationen sind hier wichtig, gleichzeitig aber auch verwirrend, weshalb man ohne innere Führung wiederum aufgeschmissen ist. Zum Beispiel gibt es viele und wirklich sehr überzeugende Gründe, kein Fleisch zu essen. Aber meines Wissens isst auch beispielsweise der Dalai Lama manchmal Fleisch, weil ihm seine Ärzte dies angeraten haben. Und wer kein Fleisch isst und nicht ausreichend informiert ist, wird früher oder später einen Vitamin B12-Mangel haben, den er als solchen auch nicht unbedingt bemerken oder identifizieren kann. Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, wird vielleicht feststellen, dass „Bio“ mehr Geld kostet, „normale“ Ernährung dagegen zwar kostengünstiger ist, aber oft einem Überraschungsei gleicht, bei dem man nie sicher sein kann, was tatsächlich drin ist.

Früher hat man noch gelernt, dass beispielsweise Kuhmilch gesund sei, was für Kälber sicher zutrifft. Aber wer weiß schon sicher, ob er Kuhmilch verträgt – oder sein Körper allergisch reagiert oder mit einer Unverträglichkeit? In der sogenannten Oxford-Studie fand man heraus, dass Kälbchen, welche die Milch ihrer Mutter in pasteurisierter Form erhielten, nach einigen Wochen starben.(3) Dies ist nur ein Beispiel von sehr vielen nicht so positiven Nachrichten, die wir eigentlich gar nicht hören wollen, die aber trotzdem eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit spielen können.

Übersäuerung (z. B. durch Übereiweißung) ist ein weiterer Aspekt. Beschäftigt man sich eingehender mit der beim Menschen rhythmisch schwankenden Kurve des Säure-Basen-Haushaltes, die ihrerseits ein Ausdruck eines gesunden Regulationsgeschehens ist bzw. sein sollte, stellt man fest, dass der Säure-Base-Haushalt bei den meisten Menschen heutzutage üblicherweise relativ starr in Richtung „zu sauer“ verschoben ist. Übersäuerung ist eine nicht unwesentliche Ursache einer Reihe von chronischen Erkrankungen. Stressige Lebensumstände können uns sauer machen („Gerade heute, ärgere dich nicht.“), genauso wie viele „Lebens-mittel“, die wir normalerweise essen und für gesund halten, durch ihre Verstoffwechslung zu einem übersäuerten Körpermilieu führen.
Wir gehen zudem wie selbstverständlich davon aus, dass wir uns heutzutage überhaupt noch gesund ernähren können. Ist dies aber durch die Veränderung unser Böden (Deutschland ist z. B. ein Selenmangelgebiet) und den statistisch gesicherten, zunehmend mehr gesunkenen Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel überhaupt noch möglich? Es könnte sein, dass wir bzw. unsere Körper zum Gesund-bleiben ­– und vor allem zum Gesund-werden – neben Reiki und einer für uns individuell passenden, gesunden Ernährung bestimmte „Nahrungsergänzungsmittel“ benötigen, um einen chronischen Mangel unserer Körperzellen an bestimmten essenziellen Stoffen schnell genug ausgleichen zu können. Wie findet man heraus, ob das für einen selbst zutrifft oder die gegessene Nahrung bzw. zugeführte Ergänzung die Zellen auch tatsächlich erreicht? Dies ist eine Fragestellung der Orthomolekularen Medizin, eigentlich ein Zweig der Schulmedizin, deren Definition wie folgt lautet: „Die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“

Die Regulationsfähigkeit des menschlichen Körpers kann auch (messbar) wesentlich beeinträchtigt sein durch Störfelder, die nicht nur von Narben verursacht sein können, sondern vor allem auch durch zahnmedizinisch völlig korrekt sanierte und wurzelbehandelte Zähne. Das Problem bei wurzelbehandelten Zähnen ist zum einen, dass ein Zahn nicht nur einige wenige glatte Pfahlwurzeln hat, einer Pflanze ähnlich, die man gut präparieren und abfüllen kann, sondern noch eine Vielzahl von weiteren feineren Verästelungen, wie wir sie z. B. als Haarwurzeln bei Pflanzen kennen, die auch zur Seite gehen etc. Auch wenn eine Wurzelbehandlung egal mit welchem Zeit-, Geld- oder medikamentösen Aufwand sie durchgeführt wird, sorgfältig die „Hauptwurzeln“ berücksichtigt, bleiben diese Verästelungen eines toten Zahnes, die volumenmäßig ein ansehnliches  Gebiet ausmachen, prinzipiell nicht abfüllbar. Es bleiben dadurch chronische Entzündungsherde zurück, wobei die Abbauprodukte der vorhandenen Resteiweiße gleichzeitig toxisch sind. Der Körper hat dadurch fortlaufend damit zu tun, diese Entzündung in Schach zu halten. Ob und wie lange ihm das gelingt, wird auch davon abhängig sein, wie viele wurzelbehandelte und damit tote Zähne es gibt und wie viele Belastungen sonst noch vorliegen, von denen einige oben genannt sind. Da es auch einen Bezug zwischen den Zähnen und den Meridianen, den Energiebahnen des Körpers, gibt, ist die Auswirkung von Stör-Herden überdies nicht lokal auf die Mundhöhle und die Abwehr einer Kieferentzündung beschränkt. Die Meridiane stehen in einem engen Bezug zu den Organen oder anderen regulierenden Funktionskreisläufen im Körper, so dass eine energetisch-toxisch bedingte Störung der Zähne auch gravierende negative Auswirkungen auf die Funktion des damit korrelierenden Organsystems haben kann. Ich habe solche vermeintlich negativen Informationen auch als Herausforderung bezeichnet, weil ein Teil in uns so etwas eigentlich gar nicht hören will, damit wir in unserer Komfortzone bleiben können. Eine mögliche Krankheit des Körpers kann jedoch als Aufruf dazu genutzt werden, „eingefleischte“ (Ernährungs-)Gewohnheiten zu überprüfen und in Frage zu stellen.

Körperliche Bewegung

Diese Veränderungen können etwas in uns in bewegen, oder sie können uns buchstäblich in Bewegung bringen. Denn oftmals sind es nicht (nur) sehr komplizierte oder ausgefeilte Vorgehensweisen, manchmal sind es auch die ganz einfachen Dinge des Lebens, auf die wir uns erstmalig oder wieder rück-besinnen müssen, um etwas verändern, etwas in uns heilen zu können. Ich erinnere mich, in einer Untersuchung gelesen zu haben, dass beispielsweise schon nach relativ kurzer Zeit ein langsamer Spaziergang von nur 10 Minuten Dauer dreimal wöchentlich bei Menschen mit Herzerkrankungen eine messbar positive Auswirkung zeigte. Wir müssen also keine Marathons laufen oder uns täglich ins Fitnessstudio quälen, um von den positiven Auswirkungen von körperlicher Bewegung profitieren zu können. Es liegt an uns, wir haben es in der Hand bzw. in den Beinen, wann wir uns wie viel und in welcher Form bewegen. Mich hat immer beeindruckt, wenn Menschen im asiatischen Raum Tai Chi- oder Chi Gong-Übungen in großer Anzahl gemeinsam im Freien praktiziert haben. Oder wenn Menschen, die dazu zu schwach oder bettlägrig waren, Chi Gong-Übungen im Bett sitzend zur Verbesserung ihrer Gesundheit ausübten. Ich glaube, dass bei körperlicher Bewegung nicht nur allein die energetischen Aspekte eine Rolle spielen, obwohl wir, wenn wir unseren Ausgangszustand berücksichtigen und es nicht übertreiben, uns nach körperlicher Bewegung durchaus energetisiert fühlen können. Auch eine „gesundes“ Erschöpfungsgefühl macht beispielsweise deutlich, dass das System in einen vom Paraysympathikus gesteuerten Erholungsmodus übergegangen ist bzw. sich entsprechend regulieren konnte. Es liegt nahe, dass Bewegung die Blutzirkulation verbessert, es uns deshalb warm wird und wir durch Bewegung Stress abbauen können. Nicht ganz so bekannt ist, dass durch die physische Bewegung der Muskeln gleichzeitig, ähnlich wie bei einer Lymphdrainage, auch das lymphatische System in Bewegung gebracht wird. Das Lymphsystem ist ebenso wichtig wie das Herz-Kreislauf-System und hat vielfältige Funktionen, wobei der Transport von Nährstoffen zu und von den Zellen sowie die Bildung und der Transport von wesentlichen Bestandteilen des Immunsystems nur einige sind. Körperliche Bewegung hat dabei nicht nur physische Auswirkungen, sondern auch psychische. Untersuchungen zeigten zum Beispiel, dass regelmäßige körperliche Bewegung auch Depressionen, wenn sie nicht all zu schwer waren, positiv beeinflussen konnten. Es ist vielleicht auch kein Wunder, dass wir uns häufig spontan gerne bewegen und beispielsweise laufen wollen, wenn wir uns in natürlicher Umgebung im Freien befinden, wie am Meer oder im Wald.

Reiki kann uns dabei behilflich sein, den „inneren Schweinehund“ auf unsere Seite zu bringen oder uns mit ihm zu verbünden – egal, ob es sich um eine äußerliche, körperliche Bewegung unser Wahl handelt, oder um eine innere Bewegung oder Aus-Richtung, die es zu erkennen und einzuschlagen gilt. Vielleicht am wichtigsten ist, dass die Reiki-Energie uns dabei helfen bzw. auch dazu genutzt werden kann, unser Bewusstsein dahingehend zu erweitern, auf den Körper bezogene Gewohnheiten als Identifikationen mit einem (physischen) Ego zu erkennen und dieses dadurch zu transformieren. Ich denke, dass wir mit der Veränderung von oft durch Unbewusstheit bedingten, negativen Gewohnheiten oder Gegebenheiten, die unseren Körper betreffen, das uns innewohnende Heilungspotential entscheidend aktivieren können.







Harald Wörl, Diplom-Psychologe, seit 1984 als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig. Hilft Menschen zusammen mit seiner Frau bei der Selbstentfaltung ihres Potentials. Gibt seit 1992 als Reiki-Meister Seminare und Behandlungen.

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Quellenhinweise:
(1) Webadressen zu diesen vier Studien: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21821642 & http://holosuniversity.net/pdf/Nutter_Diss.pdf & http://reikiinmedicine.org/pdf/jacc.pdf &
www.inter-uni.net/static/download/publication/komplementaer/SZ_Pizzinato_E_Reiki_und_Herzratenvariabilitaet_2011.pdf 
(2) Dr. med. Thomas Rau: „Biologische Medizin: Die Zukunft des natürlichen Heilens“, 2009.
(3) Persönl. Mitteilung von Dr. Rau. Ausführliche Literaturhinweise zu dieser Thematik z.B. unter: www.energiepunkt.at/EP/docs/2Milchprodukte.pdf

 

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