20 Jahre Reiki Magazin!

1997 erschien die erste Ausgabe des Reiki Magazins. Kaum zu glauben, dass es nun schon 20 Jahre her ist, dass es das Reiki Magazin gibt. Herausgeber Oliver Klatt lässt die vergangene Entwicklung Revue passieren – und gibt Ausblicke auf die Zukunft von Reiki in Deutschland.

Die Jahre seit 1997 waren 20 erfolgreiche Jahre, in denen das Reiki Magazin aus vollstem Herzen „am Puls von Reiki“ unterwegs war, dabei stets authentisch blieb und wichtige Reiki-Entwicklungen im deutschsprachigen Raum sowie auch international mitgestaltet hat. Und: Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre, in denen das genau so weitergehen soll! 

Der „Heiler-Entscheid“!

Wie war die Freude groß, als 2004 das Bundesverfassungsgericht den „Heiler-Entscheid“ traf – und damit in Deutschland endlich das Geben von Reiki-Behandlungen in gewerblichem Rahmen für alle Reiki-Praktizierenden möglich wurde, ohne dass sie Arzt oder Heilpraktiker sein müssen. Das Reiki Magazin hat den damaligen Muster-Prozess, der vor allem vom Dachverband Geistiges Heilen unterstützt wurde, durch alle Instanzen tatkräftig unterstützt – im Dienste aller Reiki-Praktizierenden in Deutschland. Bis heute ist dies unser Selbstverständnis: ein Magazin zu machen für die Reiki-Gemeinschaft in Deutschland sowie vor allem in Österreich und der Schweiz – von Reiki-Praktizierenden für Reiki-Praktizierende!

Ein weiterer wichtiger Punkt war vor rd. 18 Jahren die zunehmende Erkenntnis in der Redaktion, dass alle Reiki-Stile letztlich gleichwertig nebeneinander stehen. Es mag aus heutiger Sicht vielleicht seltsam klingen, dass hierfür eine besondere Erkenntnis nötig war. Jedoch war es damals tatsächlich so, dass sehr viele Reiki-Meis­ter der verschiedensten Stile sowie Freie Meister gegeneinander aufgebracht waren und sich teils regelrecht bekämpften. Viele von ihnen hatten ein Selbstverständnis, in dem sie ihre eigene Praxis und Lehre über die der anderen stellten. Ich erinnere mich an eine verheerende Reiki-Podiumdiskussion Mitte der 1990er Jahre in Berlin, als ich gerade meine Reiki-Meister-Ausbildung begonnen hatte – und ziemlich erschrocken war, wie die teilnehmenden Meister sich da gebärdeten.

Vielfalt der Reiki-Stile

So entschieden wir, im Reiki Magazin alle größeren, auch international verbreiteten Reiki-Stile in einer Serie darzustellen, immer unter Beteiligung der jeweiligen Linienhalter oder Großmeister, soweit dies möglich war. Um eine ausreichende Qualität in Form und Inhalt der Beiträge zu gewährleisten, gaben wir den Autoren der Serie vorab redaktionelle Anhaltspunkte zur Hand, die zu beachten waren. Heraus kam eine wirklich interessante Serie, in der die verschiedensten Reiki-Stile umfassend und informativ vorgestellt wurden – ein Unikum in der damaligen Reiki-Gemeinschaft weltweit. Aus dieser Serie erwuchs auch das Konzept für mein Buch „Die Reiki-Systeme der Welt“, das diesen Impuls aufgriff und erstmals in offener Weise, ohne Vorbehalte, über alle bekannten Reiki-Stile berichtete. Da dieses Buch ins Englische übersetzt wurde, konnte es auch international Akzente setzen.

Unmittelbar gewachsen aus der deutschsprachigen Reiki-Gemeinschaft der 1990er Jahre war das Reiki Magazin von Anfang an dafür gedacht, mit seinen Beiträgen die Leserinnen und Leser konkret in ihrer Reiki-Praxis zu unterstützen. So sind von Anfang an Erfahrungsberichte und Reportagen rund um Erlebnisse, die Menschen mit Reiki haben, ein zentraler Bestandteil des Magazins. Ebenso sind auch die drei großen gesellschaftlichen Bereiche, die am meisten mit Reiki zu tun haben, immer wieder Thema im Reiki Magazin: „Reiki und Schulmedizin“, „Reiki in der Rechtsprechung“ & „Reiki und Kirche“.

Da Reiki eine neue, wachsende Methode war und ist, sucht sie bis heute ihren Platz innerhalb unserer Gesellschaft. In früheren Jahren war diese Suche manchmal damit verbunden, dass sie dabei aneckte. Mit der Zeit sind in allen drei genannten Bereichen, nicht zuletzt durch das Wirken des Reiki Magazins, weitreichende Erfolge für die Anerkennung von Reiki im deutschsprachigen Raum erzielt worden. 

Reiki und Schulmedizin

Mittlerweile gibt es zahlreiche Kliniken in Deutschland, wo Reiki in der einen oder anderen Weise Anwendung findet – was noch vor 20 Jahren unter Reiki-Praktizierenden wie ein unerreichbarer Traum erschien. Und diese Kliniken trauen sich nun auch zunehmend, darüber zu berichten. Insbesondere ist hier die wegweisende Integra­tion der Reiki-Methode für Patienten am renommierten Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) und der Umgang der dortigen Pressestelle damit zu nennen, sowie auch die Reiki-Arbeit an der Helios Klinik Wesermarsch in Nordenham. Immer wieder höre ich, dass gerade unsere Artikel zum Thema „Reiki und Schulmedizin“ andere Ärzte, Krankenschwester und Pfleger dazu ermutigen, dasselbe oder Ähnliches im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Reiki auszuprobieren. Was wäre, wenn es all diese Artikel nie gegeben hätte? Ich wage zu behaupten, dass Reiki dann heute nicht in dem Maße in Kliniken und Arztpraxen verbreitet wäre, wie das glücklicherweise der Fall ist. 

Reiki in der Rechtsprechung

Zum Thema „Reiki in der Rechtsprechung“ gab es seit dem „Heiler-Entscheid“ von 2004 immer wieder neue Urteile und Entwicklungen. Das Reiki Magazin hat kontinuierlich über alle relevanten Urteile und deren Auswirkungen auf die gewerbliche Reiki-Praxis in Deutschland berichtet – und wird dies auch weiterhin tun. So können wir als Reiki-Praktizierende unsere gewerbliche Praxis in die deutsche Rechtsordnung integrieren – und können überdies ein gesundes Selbstbewusstsein hierzu entwickeln. Das war früher, als man sich mit dem Geben von Reiki-Behandlungen noch am Rande der Rechtsordnung bewegte, sobald man dafür Geld nahm, nicht in diesem Maße möglich, da immer die Gefahr einer möglichen Verurteilung im Raum stand.

Reiki und Kirche

Besonders erfreut bin ich auch über die Erfolge im Bereich „Reiki und Kirche“. War es noch vor 10 oder 15 Jahren gar nicht so selten, dass wir in der Redaktion Anrufe und Briefe von Reiki-Praktizierenden erhielten, die Probleme mit einzelnen Dorf-Pfarrern oder Sektenbeauftragten (ja, so hießen die damals) hatten, manchmal gar in existenzbedrohender Weise, ist heute ein gänzlich neues Stadium erreicht: So war es ein Meilenstein, als die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen ihren lexikalischen Text zu Reiki vor einigen Jahren erneuerte und zwischenzeitlich veraltete Inhalte und Sichtweisen dabei entfernte. Und im vergangenen Jahr wurde die Vorstandsvorsitzende von ProReiki, Angela Zellner, zu einer Jahrestagung der Dekanatsbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eingeladen, um dort über Reiki zu informieren. Wenige Monate später erschien in den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse, einem Zusammenschluss fünf katholischer Kirchenzeitungsverlage, der in seiner Offenheit bezüglich Reiki sehr bemerkenswerte Text, den wir in dieser Ausgabe auf Seite 13 abdrucken.

Nun gilt es dran zu bleiben, insbesondere in diesen drei gesellschaftlichen Bereichen! Wir werden die Entwicklungen weiterhin impulsgebend und, wenn nötig, auch mal kritisch begleiten. Und außerdem gibt es seit einigen Jahren nun auch den Berufsverband ProReiki, der sich zielstrebig für die beruflichen Belange von Reiki-Praktizierenden und Reiki-Lehrern einsetzt. Mit dem Reiki Magazin besteht eine gute Kooperation, bei der beide Partner ihre jeweiligen Stärken einbringen. Weitere gute Kooperationen seitens des Reiki Magazins bestehen mit dem Österreichischen Berufsverband der Diplomierten Reiki-TherapeutInnen, dem Reiki-Verband-Deutschland, dem Dachverband Geistiges Heilen und der Reiki Al­liance Deutschland.

Wir sind ein Print-Magazin!

Auch wenn das Reiki Magazin von Anfang an erfolgreich mit einer Website im Internet präsent war und bis heute seine Online-Präsenz ausbaut, so war und ist das Reiki Magazin doch tief in seinem Herzen immer ein Print-Magazin. Deshalb erscheinen bis heute sämtliche Artikel – außer einer je Ausgabe – ausschließlich in den gedruckten Ausgaben.

In Zeiten von Fake News, zunehmendem Spam und On­line-Hysterie lade ich alle dazu ein, sich weiterhin (oder erneut) der beruhigenden, gut überschaubaren und geerdeten Form des Print-Magazins zuzuwenden. Gerade in den letzten Monaten sollte deutlich geworden sein, wie wenig nachhaltig und überprüfbar manche Beiträge im Internet sind – allein schon dadurch, dass Beiträge auf Websites jederzeit wieder gelöscht werden können. Ein Print-Magazin dagegen liegt gewissermaßen ewig vor. Ein Chefredakteur und die Autoren eines Print-Magazins stellen sich damit „auf ewig“ der Überprüfbarkeit ihres Tuns, und bemühen sich oft allein schon deshalb mehr als ein Internetredakteur darum, ganz grundsätzlich mit einer entsprechenden verantwortlichen Haltung zu agieren, zum Beispiel bei der Auswahl der Themen, bei dem Ton, den man dabei anschlägt und in den Arten der Berichterstattung. Dabei kann, insbesondere bei quartalsweise erscheinenden Fachmagazinen wie dem Reiki Magazin, mit aller nötigen Ruhe vorgegangen werden, und die Dinge überschlagen sich nicht und laufen nicht heiß.

Der olivers Verlag, der das Reiki Magazin seit 2008 herausgibt, ist ein kleiner Verlag, der ausschließlich mit dem Ziel gegründet wurde, das Reiki Magazin zu veröffentlichen. Weiterhin gibt es ein gefragtes Online-Reiki-Anbieterverzeichnis und einen breit aufgestellten Reiki-Shop auf der Website des Reiki Magazins. Wir finanzieren uns ausschließlich über die Einnahmen aus dem Verkauf der Magazine, der Sonderhefte, der Adresseinträge und unserer Reiki-Artikel und -Bücher im Shop sowie, in vergleichsweise geringem Maße, durch Anzeigen. Kein großer Konzern redet uns rein, wir berichten, worüber wir wollen, wir treffen unsere Entscheidungen selbst. Selbstverständlich geht so etwas nur, wenn man auch ökonomisch autark ist, was in der heutigen Zeit gerade für kleinere Unternehmen oft nicht einfach ist. Und so sind wir auch auf Ihre Unterstützung angewiesen. Deshalb: Wenn Sie noch kein Abonnement haben, schließen Sie doch eines ab! Empfehlen Sie uns weiter! Kaufen Sie die Reiki Magazin-Sonderhefte! (Bald werden es sicher Sammlerobjekte sein :-) Wenn Bücher und CDs oder andere Artikel, die wir im Reiki-Shop anbieten, Sie interessieren, kaufen Sie diese bei uns – so unterstützen Sie uns!  

Dankeschön!

Ich möchte diesen Text verbinden mit einem besonderen Dank an Jürgen Kindler, den Gründer und früheren Herausgeber des Reiki Magazins, sowie an Helmut Oberlack und Simone Grashoff, die beiden vielleicht bedeutendsten „Mitstreiter der ersten Stunde“ – und eben­so an die vielen anderen Mitarbeiter der letzten 20 Jahre, die hier nicht alle namentlich genannt werden können.

Ich freue mich sagen zu können, dass ich von Anfang an, seit 1997, Mitglied der Redaktion bin und durchgängig mit eigenen Beiträgen im Heft vertreten. Als sich 2001 die Möglichkeit ergab, die Chefredaktion zu übernehmen, griff ich zu – und arbeitete von da an sieben Jahre federführend für das Reiki Magazin, das zunächst weiterhin von Jürgen Kindler herausgegeben wurde. 2008 schließlich wollte Jürgen das Reiki Magazin nicht mehr weiterführen. Nachdem ich in mich gegangen war und die ganze Sache gut überlegt hatte, erwarb ich es von Jürgen (was ein Riesenschritt in Sachen unternehmerischer Verantwortung für mich war) – und führe es bis heute entsprechend dem Ursprungsgeist fort.

Da man alleine selten viel erreicht, wurde und wird das Reiki Magazin stets von einer größeren Gruppe von Menschen aktiv begleitet und getragen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und den derzeitigen Mitgliedern dieser Gruppe danken, vor allem Dorit von Wilcke und insbesondere Dieter Leisebein, sowie den langjährigen redaktionellen Mitarbeiterinnen Franziska Rudnick, Micha­ela Weidner und Janina Köck sowie auch Frank Doerr, mit dessen Reiki-Land.de eine beständige gute Zusammenarbeit besteht – und nicht zuletzt auch Janine Warmbier, die das Reiki Magazin seit 20 Jahren layoutet.

Die nächsten 20 Jahre ...

Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre! Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitziehen, wird das Reiki Magazin dann immer noch ein Magazin aus Papier sein, das weich in den Händen liegt und das man ohne ein technisches Gerät lesen kann. Darüber hinaus beginnen wir in diesem Jahr, eine Reihe besonderer pdf-­Dokumente zusammenzustellen, die die wichtigsten und berührendsten Artikel aus insgesamt 20 Jahren themenbezogen zusammenfassen und über unsere Website für wenig Geld zu erwerben sein werden. Darin wird sich eine Menge zeitloser verborgener „Reiki-Perlen“ befinden, die es für jeden Interessierten zu entdecken gilt – insbesondere für jene Leserinnen und Leser, die erst kurze Zeit dabei sind.

Halten wir doch fest: Jede Reiki-Publikation, jede Reiki-Veranstaltung, jede Reiki-Vereinigung unterstützt Reiki insgesamt – und damit letztlich wieder jeden Reiki-Lehrer, jeden Reiki-Praktizierenden. Lassen Sie uns weiterhin an einem Strang ziehen, um immer mehr Menschen über Reiki informieren zu können. Und überdies versteht sich das Reiki Magazin, das soll nicht ungesagt bleiben, neben den „weltlichen“ Zielen, die es verfolgt, ebenso als Statthalter für „das Spirituelle in Reiki“. Dies ist aus unserer Sicht ganz wichtig, in einer Zeit der zunehmenden gesellschaftlichen Anerkennung, damit dabei nicht weltliche Zugeständnisse gemacht werden an Unternehmen, Kliniken oder „die Umstände“, die spirituell gesehen zu weit gehen und den Kern von Reiki eventuell gar gefährden könnten.

Vertrauenswürdiger Journalismus

Insgesamt betrachtet lässt sich feststellen: Nie zuvor war unabhängiger und glaubwürdiger Journalismus so wichtig wie heute. Und nie zuvor waren vertrauenswürdige Redaktionen mit einer klaren, transparenten Linie so wichtig wie heute, in dem derzeitigen medialen Durcheinander, das nicht zuletzt vor allem im Internet geboten wird – was mit internetspezifischen Einflüssen zu tun hat wie hohe Geschwindigkeit, relative Unverbindlichkeit und manchmal Anonymität, was leider vor allem auch weite Teile der Kommunikation in den Sozialen Netzwerken betrifft. Ich möchte Ihnen sagen: Wir sind eine vertrauenswürdige Redaktion mit einer klaren, transparenten Linie. Unsere Autoren zu den verschiedensten Themen rund um Reiki, Heilung und Spiritualität, aus den verschiedensten Reiki-Stilen und Ländern und Kontinenten sehen das so. Die Verbände, mit denen wir zusammenarbeiten, sehen das so. Und unsere vielen langjährigen Abonnenten sehen das so. Das alles ist viel wert! Wir freuen uns und sind dankbar, wenn Sie das auch so sehen.

Mit vielen Reiki-Grüßen von Herzen an Sie alle, die dieses Magazin möglich machen, durch Ihr Abonnement, Ihre Unterstützung, Ihre Beiträge und Ihr Engagement, auf die kommende Zeit, in beherztem Tun,                  

 

Oliver Klatt

Herausgeber Reiki Magazin                    

 

 

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