Editorial 2/21

Liebe Leserinnen, liebe Leser:

ist die rasante Entwicklung der Technik, die wir gerade erleben, nun ein Segen, oder wird sie noch zu einem Fluch werden? Wir erlauben derzeit – ganz so, als gäbe es keine andere Möglichkeit –, dass wir immer abhängiger werden von technischen Geräten. Manche erleben dies als erleichternd, als allgemeinen Fortschritt. Andere empfinden vieles davon, ganz im Gegenteil, als eine Form von Invalidität und als Rückschritt.

Ein beinahe unschlagbares Argument für die steigende Nutzung des Internets in jeglicher Weise war lange Zeit über, dass damit eine geringere CO2-Belastung einher gehe, als wenn man auf Papier liest, CDs hört und DVDs schaut. Wie sich die Dinge ändern können … denn das Internet zu nutzen ist mittlerweile auch ziemlich umweltschädlich, vor allem durch das immer weiter zunehmende Streaming. Es gibt Studien, die beispielsweise zeigen, dass das Streamen eines längeren Spielfilms tatsächlich insgesamt umweltschädlicher ist als sich eine DVD zu kaufen und den Film einfach auf dem DVD-Player abzuspielen.

Das Internet ist so gesehen in vielen Aspekten kaum nachhaltiger und umweltschonender als Gedrucktes, CDs und DVDs. In unzähligen Clouds rund um die Welt werden Filme, Fotos, Texte und Nachrichten dauerhaft gespeichert und bereit gehalten – auf einer riesigen Anzahl von Servern, die in großen Rechenzentren permanent arbeiten. Die Server müssen gekühlt werden, die Rechner benötigen Strom. Weltweit produzieren IT-Geräte und -Anwendungen derzeit rd. 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – das entspricht in etwa den Gesamttreibhausgas-Emissionen Deutschlands.

Eine Stunde Video-Streaming erzeugt so viel CO2 wie etwa ein Kilometer Autofahren. Bei jeder Suchanfrage im Internet entsteht CO2: Laut Google produziert eine Anfrage etwa 0,2 Gramm CO2. Durch die Internetnutzung allein in Deutschland entsteht jedes Jahr so viel CO2 wie durch den gesamten Flugverkehr im Land. Eine längere E-Mail, dauerhaft gespeichert, kann mehr CO2 verursachen als ein einfacher Brief auf Papier.

Auch das Streamen von Musik erzeugt viel CO2. In einer Studie wurde detailliert untersucht, welche Ressourcen einerseits für die Produktion von LPs und CDs und andererseits für das Streaming von Musik benötigt werden – und welcher CO2-Ausstoß dabei entsteht. Das Ergebnis: Streaming ist tatsächlich schädlicher als die physischen Datenträger es waren und sind. Der Studienleiter, Kyle Devine, stellte fest, dass „der Umstieg auf das Streaming zu einem signifikant höheren CO2-Ausstoß geführt hat“.

Du hältst das Reiki Magazin in deinen Händen, das nach wie vor auf Papier erscheint. Ohne Flackern eines Monitors. Beim Umblättern scheint natürliches Licht auf die Seiten, das Gedruckte, die Farben. Die Seiten haben eine gute Größe – dies ermöglicht einen Gesamteindruck eines Artikels. Die Zeitschrift liegt locker in den Händen. Du kannst jederzeit darauf zurückgreifen, unabhängig von technischen Geräten. Kein Internetdienst kann hier enthaltene Inhalte einfach zurücksetzen oder sperren. Ein schlechtes CO2-Gewissen ist nicht nötig.

Viel Freude mit dieser neuen Ausgabe des Reiki Magazins!

Oliver Klatt
Herausgeber Reiki Magazin

 

 

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