Editorial 2/22

Liebe Leserinnen, liebe Leser:

„Das ‚Neue‘ – als technische, soziale oder methodische Entwicklung – wird erst dann zum Segen, wenn es eine dienende Funktion gegenüber dem Großen Ganzen hat, wenn es dem Glück aller dient.“

So formuliert Pater Anselm Grün einen entscheidenden Aspekt sinnvoller Neuerungen ... und unterscheidet damit „Fortschritt“, der uns dient, von „Fortschritt“, der uns nicht dient.

Welche Art von Fortschritt dient uns wirklich? Was möchte vielleicht lediglich eine kleine Gruppe technikverliebter Menschen? Was ist eher elitär oder avantgardistisch ausgerichtet? Und: Inwieweit sollen nun Roboter, Drohnen und elektromagnetische Felder dauerhaft verstärkt Einzug in unsere menschliche Lebenswelt halten? Dies sind sehr bedeutende Fragen, und es würde mich freuen, wenn es einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu diesen Themen geben würde, mit allgemeiner Akzeptanz für eine große Meinungsvielfalt.

Gestern hing ich mal wieder in einer Telefon-Hotline fest. Als mich die Roboterstimme aufforderte, bestimmte Zahlen anzugeben, ertappte ich mich dabei, die Zahlen so aufzusagen, wie ein Roboter es tun würde, rein „mechanisch“ ... ich dachte, dass die Zahlen dann vielleicht schneller vom Roboter erkannt würden – was dann auch tatsächlich so war. Sage ich die Zahlen auf meine Weise, kommen öfter Rückfragen seitens des Roboters, und ich muss öfter etwas wiederholen. Sage ich die Zahlen wie ein Roboter auf, komme ich schneller durch.

Im ersten Moment freute ich mich darüber, schnell durchgekommen zu sein. Hinterher war ich jedoch etwas erschrocken über mich. Hatte ich doch als Mensch roboterhaftes Verhalten nachgeahmt, um in einem robotergesteuerten Vorgang schneller voranzukommen ... Im Nachhinein gefiel mir das nicht. ‚So weit kommt es noch ...‘, dachte ich, ‚das werde ich nicht wieder tun.‘ Nun werde ich wohl wieder dazu übergehen, Zahlen per Tastatur einzutippen. Heute ist es die Telefon-Hotline, morgen der Garten, der so angelegt wird, dass ein Rasenmäher-Roboter ihn optimal mähen kann (und nicht, wie es den Pflanzen zuträglich ist) ... und übermorgen eine ganze Stadt, die Robotern mehr entgegen kommt als Menschen?

Die Veränderung des Weltklimas ist eine Herausforderung, ja. Das Thema Corona und die Politik dazu sind eine Herausforderung, ja. Jedoch ist es an der Zeit, dass wir uns intensiv der allergrößten Herausforderung unserer Tage regulativ widmen, auf gesellschaftlicher Ebene: dem immens zunehmenden Einfluss von Robotern und Künstlicher Intelligenz auf unsere menschliche Lebenswelt – und dem zunehmenden Einfluss der Denkrichtung des Transhumanismus, die Mensch und Technik körperlich verschmolzen sehen möchte.

Mit Reiki haben wir etwas ursprünglich Natürliches zur Hand, etwas, das von Lebewesen für Lebewesen wirkt. Wenden wir es an – für uns und andere, und wenn nötig auch für Roboter. Lehren wir es und geben es weiter – um natürliche, lebendige Prozesse und alle Lebewesen auf Erden in ihrem So-Sein weiter zu unterstützen.

Viel Freude mit dieser Jubiläumsausgabe!

Oliver Klatt

 

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