Prinzessin Malu - Das Leben eines Katzenkindes

Die Reiki-Meisterin und Buchautorin Christel Seligmann erzählt die berührende Lebensgeschichte von “Prinzessin Malu”, einer kleinen Katze, die in besonderer Weise die Aufmerksamkeit von Mensch und Tier auf sich zog.


Malu kam als vier Monate altes Katzenkind im Oktober 2004 in mein Haus. Sie war ein richtiger Wirbelwind und mischte die drei vorhandenen Senioren-Kater (15, 13 und 9 Jahre alt) ordentlich auf. Die bis dahin eher vor sich hin dösenden Jungs holte Malu zum Toben ab. Nicht immer in deren Sinn, und so setzte es dann auch - wurde der Übermut der Kleinen zu groß - so manche Ohrfeige oder unwilliges Anfauchen. Die beiden ältesten Kater legten sehr souverän die Hierarchie im Rudel fest. Streuner Robbi, den ich als verwahrlosten Kater aufgenommen hatte, war sich noch unsicher bezüglich seiner Einordnung in diese Hierarchie und wurde von den anderen dreien unbarmherzig angegriffen.

Eine lebendige Natur

Nun, Malu war eine Ausgeburt an Lebendigkeit. Kein Baum, kein Hausdach der Nachbarn war zu hoch, um darauf Unfug zu treiben. So manches Mal stand ich hilflos dabei, weil das kleine Mädchen so Herz zerreißend um Hilfe schrie. Da konnte nur Fernreiki helfen, indem ich ihr mental aufzeigte: “So, wie du da raufgekommen bist, geht es auch wieder herunter, vom Baum natürlich rückwärts.” Erste Versuche, den Baum kopfüber zu verlassen, endeten mit einem Sturz auf den Boden und kläglichem Gemaunze. Ich nutzte Fernreiki als erzieherische Maßnahme, denn als Mensch konnte ich ihr ein Verhalten in der Natur nicht direkt aufzeigen.

Eine besondere Vorliebe hatte Malu für die Straße und für offene Autos. Sie legte sich lang hingestreckt mitten auf die Fahrbahn, so dass Autofahrer sie mit lautem Hupen zum Verlassen der Straße auffordern mussten. Bisher war alles gut gegangen. Doch dann kam jener Sonntag im Dezember 2004. Malu hatte mittags noch auf dem Zaun zum Nachbarn hin mit diesem kokettiert und den Nachbarshund zu lautem Gebelle provoziert. Der Sonntag verstrich. Noch machte ich mir keine Gedanken, denn je älter Malu wurde, desto länger wurden auch ihre Ausflüge ins Dorf. Sie hatte absolut keine Scheu, in fremde Häuser zu marschieren und wurde von den Leuten in der Straße auch freundlich aufgenommen. Sie bezauberte einfach durch ihren Charme. Als sie aber um 20 Uhr noch immer nicht zurückgekehrt war, stieg ein ungutes Gefühl in mir hoch. Ich begann, ihr Fernreiki zu senden und legte das Haus in eine Lichthülle, um ihr die Heimkehr zu erleichtern.

Fernreiki und Beten

Um etwa 1 Uhr nachts bin ich dann auf der Couch eingenickt. Als ich wach wurde, suchte ich alle ihre Lieblingsplätze im Haus ab, doch die Kleine fehlte. Neben Fernreiki begann ich nun auch zu beten. Todmüde begab ich mich zu Bett, setzte ein Fernreiki-Depot und fiel in einen unruhigen Schlaf. Durch einen Albtraum schreckte ich morgens um 7 Uhr schweißgebadet hoch. Ich hatte Malu schwer verletzt “gesehen”. Ich träume selten bewusst, doch wenn, dann bewahrheiten sich diese Träume. Ich wusste, Malu war lebensgefährlich verletzt.

Den ganzen Montag verbrachte ich damit, abwechselnd Fernreiki zu schicken, zu beten und alle geistigen Helfer anzuflehen, mir das kleine Katzenmädchen heim zu tragen. Katzenhalter wissen, dass schwerkranke Tiere sich zum Sterben verkriechen. Doch wenn sie dies täte, würde ich ihr nicht helfen können. Am Nachmittag hörte ich schließlich die Katzenklappe aufgehen. Ich rannte zum Flur, und da kam mir ein blutverschmiertes, schreiendes Katzenkind entgegen, den rechten Hinterlauf - wie nicht zum Körper gehörend - hinter sich herziehend. Trotz des riesigen Schrecks, der in meine Glieder fuhr, konnte ich mich, dank Reiki, ganz schnell fassen. Vorsichtig legte ich Malu in den Transportkorb und fuhr umgehend mit ihr zum Tierarzt. Ihr jämmerliches Weinen begleitete mich.

Operation am Bein

Die Tierarztvertretung fragte: “Einschläfern oder operieren?” Welch’ eine Frage. Der Röntgenbefund zeigte gottlob keine inneren Verletzungen. Lediglich das rechte Bein war zertrümmert und sah schlimm aus. Malu wurde operiert. Mein Tierarzt ist ein begnadeter Chirurg. Er flickte das zertrümmerte Bein zusammen und platzierte darin einen etwa 10 Zentimeter langen Nagel, von der Ferse bis fast hoch zum Hüftgelenk. Da er wusste, dass ich Reiki praktiziere, rief er mich sofort nach Beendigung der Operation an, und ich holte Malu ganz schnell aus der Narkose zurück. Sie blieb noch über Nacht zur Beobachtung und verhielt sich nach Aussage des Praxispersonals auffallend entspannt und ruhig. Kein Wunder, denn Malu erhielt Non-Stop-Reiki.

Am nächsten Tag durfte sie heim. Zehn Tage später sollten die Fäden gezogen werden, dazu wollte der Tierarzt ins Haus kommen. Die nächsten Tage blieb alle Arbeit im Haus liegen, Malu blockierte es, denn sie verbrachte Stunden auf meinem Schoß und ich die Zeit damit, ihr behutsam die Hände aufzulegen. Bereits am dritten Tag nach der Operation begann sie die Fäden auszubeißen. Die Schwellung des Beines war bereits am zweiten Tag so gut wie weg. Dann rannte sie, mit dem steifen und vom Körper abstehenden Bein, bereits wieder durch die Wohnung, und so, als ob nichts geschehen sei, begann sie, die Kater zu ärgern. Der Tierarzt war nicht wenig erstaunt, Malu so quicklebendig zu sehen. Fäden gab es keine mehr zu ziehen, die Operationswunde war nur noch ein rosa Strich. Acht Wochen sollte der Nagel im Knochen bleiben. Doch ich überzeugte den Tierarzt davon, ihn bereits nach sechs Wochen zu entfernen und gleichzeitig auch die Sterilisation vorzunehmen.

Etwas Neues ausprobieren

Sechs Wochen später also wieder die leidige Fahrt zur Praxis. Als ich Malu abholen konnte, zeigte mir der Arzt die neue Röntgenaufnahme. Der Nagel war absolut homogen mit dem Knochen verbunden, kein Grund für den Doc, ihn zu entfernen. Doch so ging das nicht. Malu hatte sich eine neue Lauftechnik durch die Versteifung des Beines zugelegt, die nach wenigen Jahren mit Sicherheit zu Hüftproblemen führen würde. Also vereinbarten wir für eine Woche später einen Termin für eine neue Operation, und ich sagte, dass ich jetzt erstmalig etwas Neues mit Reiki ausprobieren wolle, mit dem Ziel, dass der Organismus den Fremdkörper auf natürliche Weise abstoße. Ich war mir absolut sicher, dass das möglich ist. Dazu war intensives Fernreiki angesagt. Bereits mehrere Stunden später begann Malu kläglich zu maunzen und sich ihr Beinchen zu belecken. Es kam etwas in Bewegung. Am dritten Tag blitzte etwas Metallisches am Bein auf. Der Nagel hatte sich in Bewegung gesetzt.

Am Tag der Operation war ich früh in der Praxis. Inzwischen schaute der Nagel etwa vier Milimeter aus dem Knochen heraus. Für den Arzt war das unbegreiflich. Er nahm die Nagelzange, und mit einem Ruck zog er ihn heraus. Ein klein wenig Sekret trat aus. Keine Narkose, keine neue Operation. Meine Gebete und Reiki hatten hier ein kleines Wunder vollbracht. Es dauerte nur wenige Tage, und Malu setzte das verletzte Bein wieder ganz normal auf, begann erneut Bäume zu erklimmen, jetzt schon routiniert. Schnell wuchs Fell über die Bauchwunde der Sterilisation, das Bein sah ebenfalls wieder wie neu aus.

Malu ist wieder weg

Alle Menschen liebten dieses kleine Katzenmädchen, und sie liebte die Menschen, ohne jede Vorbehalte, in absolutem Vertrauen. Dann kam jener 1. Oktober 2006. Es war wieder ein Sonntag. Malu mal wieder auf Exkursion. Sie erschien nicht am Sonntagabend, auch nicht am Montag oder Dienstag. Meine Unruhe nahm zu. Fernreiki, Gebete, wie gehabt. Ich ahnte, es war etwas Schlimmes geschehen. Am Mittwoch änderte ich die Botschaft beim Fernreiki. Ich bat flehentlich darum, mein Katzenkind tot oder lebendig heimholen zu dürfen. Ich schrieb einen Aushang mit Foto, verteilte viele Zettel an Schulkinder und hängte die Suchanzeige an Straßenlaternen auf.

Gerade war ich eine Stunde im Haus, als mich eine Bewohnerin des Dorfes anrief. Sie sagte mir, auf der Ausgangsstraße des Dorfes sei in einer scharfen Kurve eine Katze totgefahren worden, auf die die Beschreibung passe. Die Anwohner hatten das Tier einfach am Ufer des Siels, etwa anderthalb Meter unterhalb der Straße, “entsorgt”. Mein Herz schmerzte über so viel Unachtsamkeit. Andererseits: wäre sie beerdigt worden, hätte ich Malu nie gefunden. Als ich sie hoch holte und auf dem Arm hielt, lag sie da, als ob sie schliefe. Keinerlei äußere Verletzung, nur ein wenig schmutzig war sie. Da Malu eine ausgesprochene Wasserratte war und auch gerne mal in die Badewanne hüpfte, duschte ich sie lauwarm ab, rubbelte sie trocken und beerdigte sie an einem schönen Platz im Garten.

Dankbarkeit

Meine Trauer um den Verlust dieses so unbedarften und unvorsichtigen Katzenmädchens währte kurz, dank Reiki. Der Schmerz versiegte, und geblieben ist unendlich große Dankbarkeit für all das, was sie mir durch ihr So-Sein aufzeigte. Sie war das lebendige Beispiel für die heilende Kraft von Reiki und noch mehr für eine vorbehaltlose Liebe zu allen Menschen. Ich liebe Dich sehr meine kleine Prinzessin. Danke für die Zeit mit Dir.

Christel Seligmann: “Seit nunmehr 18 Jahren lehre ich Reiki, und die wunderbare Energie hat mich im Laufe dieser Zeit mit Erlebnissen und Erfahrungen besonderer Art gesegnet, wie eben der Geschichte mit Malu. Erst vor rund zwei Jahren erfuhr ich, dass das Handauflegen quasi Erbe meiner Familie väterlicher- und mütterlicherseits ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich mit der Erstgrad-Einweihung vor 20 Jahren wieder nach Hause gekommen bin. Auch die besondere Liebe zur Tier- und Pflanzenwelt, verbunden mit deren Heilung, ist eine Hinterlassenschaft meiner Ahnen und daher eine große Gnade und Bereicherung meines Lebens.” / Christel Seligmann ist Autorin der Bücher “Reiki mit Tieren” und “Frischer Wind beim Handauflegen” sowie Mitautorin von “Die Reiki Lebensregeln” (Hrsg.: Frank Doerr).

Kontakt:
D-26954 Nordenham, Hayo-Husseken-Str. 1
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Fotos: Archiv Christel Seligmann