Mit Reiki ran an die Kartoffeln!

Ein künstlerisches Event der etwas anderen Art kreierte im Spätherbst 2008 Torsten Haake-Brandt. Der in Hamburg lebende Künstler gab im westfälischen Schöppingen einem speziellen Objekt Reiki, nämlich der von EU und Verbrauchern umkämpften Kartoffel „Linda“

 

Was haben die Linda-Kartoffel und Reiki gemeinsam? Was verbindet sie? Ein Mensch - die Person des Künstlers Torsten Haake-Brandt. Doch Torsten Haake-Brandt ist nicht nur Künstler, sondern auch seit dem Sommer 2008 in den ersten Reiki-Grad eingeweiht. Zunächst skeptisch und „angenervt von dem missionarischen Eifer“, mit dem seine Frau und deren Freundeskreis ihn Mitte der 1990er-Jahre unbedingt zu Reiki bringen wollte, hat er sich doch später in Reiki einweihen lassen, „als es keine Modeerscheinung mehr war, sondern seine Wirkung mich überzeugte“. Dies wurde ihm offenbar, als er „entspannt am Strand in Griechenland lag“ und in der Ferne einem Masseur zusah, der „in aller Ruhe seinen Klienten massierte“. Dessen langsame, ruhige Bewegungen lösten in Torsten Haake-Brandt den Wunsch zum 50. Geburtstag aus: „Ich will eine Reiki-Einweihung!“ Vierzehn Jahre hatte es gebraucht, bis er diese Entscheidung für sich wahrhaftig treffen konnte. Zugleich führt er damit eine Art Familienerbe weiter, denn seine Großmutter und deren Mutter waren seinerzeit Heilerinnen auf dem Dorf, „die mit Handauflegen und Besprechen den Menschen helfen konnten."

Schwerpunkt der künstlerischen Tätigkeit Torsten Haake-Brandts war jahrelang das „Nichts“ als solches, sowie „der institutionalisierte Zweck“, die Arbeitswelt. Doch zwischenzeitlich geriet er in eine Krise: „Die Kunst und die markttechnischen Abläufe, das alles langweilte mich auf einmal derart, dass ich nicht mehr produzieren wollte.“ Der Kunstmarkt wirkte auf ihn zudem konstruiert und aufgesetzt, so dass er sich zurückzog aus dem Geschehen. Doch ganz in Ruhe ließ ihn die Kunst nicht, machte sie doch einen Großteil seines Lebens aus. Nunmehr beschäftigte ihn der Gedanke: „Was geht jeden Menschen an?“ Landwirtschaft und Ackerbau wären etwas, das jeden angeht ... Er ließ diesen Gedanken zunächst ruhen und reifen.

„Reiki ist eine Heilquelle ...“

Bei einem Klassentreffen auf dem Heimatdorf nahe Bremerhaven, wo Torsten Haake-Brandt aufwuchs, „wollten natürlich alle über Torsten, den Künstler hören!“ erzählt er, „und dazu hatte ich überhaupt keine Lust! Also hab ich den Leuten etwas über Ebay erzählt, und wie ich dort Werke von mir verkauft habe.“ Dann fragte ihn sein Tischnachbar, ein Bauer, der Linda-Kartoffeln anbaute: „Sag mal, kann man auch Kartoffeln bei Ebay verkaufen...?“ Man konnte. Der Künstler wurde zum Kartoffelverkäufer. Mit Erfolg: „Wir haben hunderte Kilo von Kartoffeln verkauft! Es war phantastisch!“

Reiki kam später dazu. In 2008, dem Jahr seiner Einweihung in den ersten Reiki-Grad, bekam Torsten Haake-Brandt ein Stipendium „KWW-Kunst-Wissen-Wirtschaft“ der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen - und verbrachte einige Zeit an diesem Ort, nördlich von Münster in Westfalen. Er nutzte es, um „Kunst-Reiki“ zu praktizieren, sich selbst und Künstlerkollegen Reiki zu geben und eine Verbindung zwischen der Heilenergie Reiki und Kunst herzustellen. Dazu sagt er: „Heilenergie brauchen wir für den täglichen Umgang miteinander, für den Umgang mit uns selbst, für den Umgang mit der Kunst, Natur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Reiki ist eine solche Heilquelle. Das Ziel meiner Arbeit ist sozusagen das ‚Aufladen der künstlerischen Lebensbatterien’, der Gabe von universaler Lebensenergie.“
Reiki als Kunst

Reiki ist für Torsten Haake-Brandt sehr wertvoll, ein Kunstwerk eben, auch wenn man es nicht sehen, hören oder anfassen kann. Aber jedes Kunstwerk enthält etwas vom Geist des Künstlers, dessen, der es entwarf oder erschuf. Es ist, wie Torsten Haake-Brandt formuliert, „ein Abbild der Lebenseinstellung und des Bewusstseins des Künstlers“. In diesem Sinne ist Reiki für ihn Kunst, denn es wurde von Mikao Usui kreativ genutzt und weitergegeben; und es hat sich über die Jahre zu etwas entwickelt, das Menschen anregen, begeistern und ihr Leben bereichern kann.

Zurück zur Berührung


Das Statement von Torsten Haake-Brandt zu dem Wert, den Reiki für ihn hat und den er vermitteln möchte, ist eindeutig: „Reiki ist ein Weg zurück zur Berührung - weg von Isolation und Einsamkeit.“ Das ist auch etwas, das jeden angeht; es ist mindestens ebenso wichtig wie Ackerbau und Landwirtschaft und somit: Kartoffeln!

Kartoffel-Lizenzen?

Was ist die Linda, und wie kam er dazu, dieser Kartoffelsorte Reiki zu geben? Dazu muss Torsten Haake-Brandt erstmal etwas weiter ausholen, bis hin zum Eintrag der Linda in die Bundessortenliste, vor über 30 Jahren. Jeder Züchter, der eine neue Pflanzensorte züchtet, hat diese in die Sortenliste einzutragen. Dafür erhält er von jedem, der diese Pflanze anbauen will, eine Lizenzgebühr. So verdient er an deren Züchtung. Nach 30 Jahren läuft dieses Patent ab. Nun kann jeder der möchte  besagtes Saatgut anbauen und verkaufen, ohne Lizenzgebühren bezahlen zu müssen. Das war bei der Linda der Fall.

Deren Züchter Europlant will sie nun vom Markt nehmen, weil kein Gewinn mit der Kartoffel mehr gemacht werden kann. Zudem hat man eine neue Sorte herausgebracht, die natürlich verkauft werden soll. Niemand hat mit dem Widerstand der Bauern und Kartoffelesser gerechnet, die Kartoffel „Linda“ wurde zum Zankapfel.

Reiki für Linda

Mit seiner Aktion um die Linda-Kartoffel will der Künstler auf deren Situation aufmerksam machen. Es ist, wie er sagt, „ein ‚Bauernkrieg’ gegen einen mächtigen Zuchtkonzern, und es geht um die Frage, ob eine erfolgreiche Kartoffelsorte einfach vom Markt genommen werden darf.“ Reiki soll der Linda Kraft geben, denn „Linda ist vom Aussterben bedroht - ihr muss geholfen werden! Sie soll sich schützen können gegen die Angriffe und stärker werden!“ ruft er aus.

Beste Kartoffel der Welt

Doch nicht allein mit Reiki will Torsten Haake-Brandt der bedrohten Linda helfen. Er hat auch ein Buch geschrieben, in dem nicht nur er zu Worte kommt, sondern auch seine Mitstreiter. Bilder, Collagen, Gedichte und Texte ehren die „beste Kartoffel der Welt“. Seine Kartoffeln kauft der Künstler übrigens direkt auf dem Bauernhof eines Freundes. Da weiß er, was er hat: Linda.
Der Bauernhof, wo der Künstler die Linda-Kartoffel kauft:
Bio-Lindenhof Wrede, 27616 Lunestedt, Lange Str. 41

 

Neues von der Ackerfront:
Liebe Linda,
Hommage an die beste Kartoffel der Welt
Torsten Haake-Brandt
ISBN 978-3-87956-335-7
Karin Kramer Verlag
Tel.: (030) 684 50 55
www.karin-kramer-verlag.de
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