"Reiki bringt alles nach oben..." - ein Porträt von Selima Dagmar Launhardt

Selima Launhardt ist eine der dienstältesten aktiven Reiki-Meisterinnen Deutschlands. Seit ihrer Meister-Einweihung 1992 hat sie rd. 900 Menschen in den ersten Reiki-Grad eingeweiht. Neben Reiki hat sie noch eine weitere Leidenschaft: Kristalle.

Zu Reiki gekommen ist sie über eine Krise. In ihrem Leben hatten die Dinge sich in eine Richtung entwickelt, die auf eine Katastrophe hinzusteuern schien: sowohl in ihrer Ehe als auch gesundheitlich. Insbesondere die Gesundheit machte der Goldschmiede-Meisterin im Jahr 1987 zu schaffen: ein Gehirntumor war festgestellt worden. Die Ärzte im Krankenhaus wollten sogleich operieren, um anschließend eine Chemo- und Strahlentherapie zu beginnen. Doch nicht mit Selima Dagmar Launhardt: „Ich habe ‚Nein!' gesagt", erinnert sie sich, „man hatte mir nur eine kurze Zeit zu leben gegeben, und die wollte ich nutzen, statt durch Chemo und Bestrahlung noch kränker zu werden!" Natürlich aber, so räumt sie gleich ein, war sie ängstlich und verzweifelt. Warum nur war alles so gekommen? Das war kein Leben, nein. Und so dachte Selima Launhardt sogar an Selbstmord. Die Ehe kaputt, die Kinder aus dem Haus, sie selbst todkrank – was blieb da noch? Doch sie bekam keine Gelegenheit, ihren Plan auszuführen. Ihre erwachsene Tochter hatte ihr nämlich eine Telefonnummer gegeben, von einer Dame in Quickborn, die eine Art Handauflegen anbot.Etwas merkwürdig sei ihr das schon vorgekommen: „Handauflegen?" ­– aber sie griff ohne Zögern zum Telefon und rief an. Sofort habe sie einen Termin bekommen und fuhr, „nein, raste", den weiten Weg von Buchholz in der Nordheide, wo sie seit Jahrzehnten zu Hause ist, nach Quickborn. Von Niedersachsen durch Hamburg nach Schleswig-Holstein. Bei der heilsam tätigen Dame angekommen, erhielt Selima Launhardt sogleich eine dreistündige Behandlung. Was sie damals noch nicht wusste: wie kraftvoll Reiki wirken kann!

Es ging ihr wunderbar, anschließend. So gut fühlte sie sich und so zuversichtlich, dass sie fortan neun Monate lang zwei oder drei Mal wöchentlich den weiten Weg nach Quickborn auf sich nahm, um eine Reiki-Behandlung zu bekommen. Die Behandlungen taten ihr innerlich zutiefst gut. Auch der Ehe halfen sie: nach zwei Monaten wurde Selima Launhardts Mann neugierig, was seiner Frau so gut tat und kam ebenfalls mit, um Reiki zu bekommen. „Wir blühten beide auf", resümiert Selima Launhardt dankbar. Sie veränderte ihre Lebensweise, und mit ihrer Gesundheit ging es voran: nach neun Monaten ergab eine Untersuchung im Krankenhaus keinerlei Auffälligkeiten mehr. „Als die Ärzte fragten, wie das möglich war, erzählte ich ihnen von den Reiki-Behandlungen. Sie haben mich ausgelacht," erinnert sie sich und macht eine wegwerfende Handbewegung, um zu zeigen, wie herablassend die Ärzte damals reagierten.

Einstieg in Reiki

Dennoch: „Es war mein Einstieg in Reiki!" Erlebt hatte die Kranke damals durch die Reiki-Behandlungen etwas, was sie heute beschreibt mit: „Liebe. Es war eine Ebene der Liebe, der akzeptierenden, reinen Liebe ..." Da musste sie hin, das wollte sie in ihrem Leben haben. Die Reiki-Behandlerin in Quickborn war, so zeigte sich, eine Schülerin von Brigitte Müller, der ersten deutschen Reiki-Meisterin. Und sie hatte eine Kollegin in Hamburg, Anugama Marg. Zu der nun ging Selima Launhardt, um sich in den ersten Reiki-Grad einweihen zu lassen. „Im Curio-Haus an der Rothenbaumchaussee war das", erinnert sie sich, „auch meinen zweiten Reiki-Grad habe ich im Curio-Haus erhalten." Anugama Marg war damals keine Unbekannte: sie hatte, wie seinerzeit Brigitte Müller, ihre Meister-Einweihung von Phyllis Furumoto erhalten.

Doch nicht nur Anugama Marg lernte Selima Launhardt kennen, sondern auch Phyllis Furumoto. Die lebte damals ein Jahr lang in Hamburg. Das war 1988, und Selima Launhardt hatte „das große Glück, sie persönlich kennenzulernen". Eine wunderbare Zeit sei das gewesen. Reiki gab ihr Auftrieb, und sie wusste, „den Weg will ich weitergehen!" Unterstützung bekam sie durch die Lehre von Phyllis Furumoto, die an sie weitergab, was ihre Großmutter Hawayo Takata gelehrt hatte: „Ein Reiki-Meister solle ausschließlich von Reiki leben, davon, dass er ganz und gar von Reiki eingenommen sei, und Reiki weitergebe", fasst Selima Launhardt zusammen. „Die ersten Jahre ging das ja auch!" sagt sie, „denn damals war Reiki noch nicht so verbreitet wie jetzt."

Ihre eigene Meister-Ausbildung schien sie darin zu bestätigen, dass es eine Lebensaufgabe sei. „Sehr intensiv" war die, sie assistierte in Seminaren bei Anugama Marg. Den krönenden Abschluss fand die Meister-Ausbildung 1992 in Kanada. Selima Launhardt wurde von Anugama Marg zur Reiki-Meisterin geweiht, im Beisein von Phyllis Furumoto. „Eine sehr bewegende Erfahrung ist das gewesen", sagt sie bestimmt und hebt hervor: „Reiki-Meister zu sein ist eine innere Berufung!" Es brauchte seine Zeit, bis sie soweit war, ihrerseits Meister-Schüler anzunehmen – auch wenn sie bald nach ihrer Meister-Einweihung Unterricht im ersten Reiki-Grad gab. „Neun Jahre hat es gedauert, bis ich für mich das Gefühl hatte, jetzt geht es, jetzt stimmt es. Ich habe damals auch begriffen, warum Usui nie Bücher geschrieben hat!" Reiki sei „keine Technik, die man eben so lernt, und schon gar nicht etwas, das man im Internet über Fern-Weihen bekommen sollte!" Da wird Selima Launhardt energisch, fast böse: „Diese ganze Entwicklung, dass man Reiki-Einweihungen billig im Internet ersteigern kann und die Leute dann noch nicht mal wissen, von wem sie ihre Einweihung oder ihren Meister-Grad bekommen haben, zieht Reiki nach unten!" ruft sie leidenschaftlich aus. Durch solche Entwicklungen werde die Qualität von Reiki beeinflusst, leider nicht in einem guten Sinne.

Quelle des Seins

Das macht sie einerseits traurig, andererseits bestätigt es etwas, was sie schon lange erlebt und weiß: „Reiki bringt alles nach oben. Wirklich alles. Wenn jemand sich Reiki gibt, dann behandelt er nicht nur die hellen Aspekte in sich, sondern auch die dunklen!" bekräftigt die Reiki-Meisterin. „Reiki ist perfekt. Reiki muss sich nicht entwickeln. Wir entwickeln uns, wir sind die, die sich entwickeln müssen!" Reiki zu praktizieren bedeute nicht, „hochspirituell an der Decke zu kleben", sondern es bedeute, „zur Quelle des Seins zu gelangen, eins zu werden mit sich und dem Leben." Dazu gehöre auch, die dunklen, ungeliebten Anteile in sich wahrzunehmen und zu akzeptieren, denn, so erläutert sie ihre Sicht dieses Prozesses, „Bewusstheit und Akzeptanz sind das einzige, was heilt". Ganz wichtig dabei ist, „mit sich selbst Mitgefühl zu haben – und es sich zu geben." Um dies umfassend anbieten zu können, arbeitet Selima Launhardt mittlerweile auch mit anderen Methoden als Reiki. Zu dem umfangreichen Repertoire der ärztlich geprüften Sportmasseurin gehören außerdem noch Fußreflexzonen-Massage, Akupunkt-Massage nach Penzel, Seelenmeridianmassage und die Arbeit mit Kristallen auf Heilbasis.

Selima Launhardt hat überdies in Paul Ferrini und seinen Jesus-Büchern einen Autor gefunden, der ihre Erfahrungen mit Reiki und den Menschen bestätigt – und auch, das ist ihr wichtig, einen Weg der inneren Entwicklung zeige, analog dazu, wie sie Reiki wahrnimmt. „Es ist für mich Christus-Energie ..." Ferrini sage seinen Lesern: „Du bist schon erleuchtet", fasst sie zusammen, es gehe letztlich darum, dieses eigene innere Licht auch wahrzunehmen. „Reiki zeigt mir und nährt für mich dieses Licht." Es sei eine Sache der Entscheidung: „Will ich das Licht nähren oder die weniger lichtvollen Aspekte meiner selbst?"

Kristall-Arbeit

Eine Hilfe für manche Menschen auf dem Weg dorthin und eine Begleitung auf ihrem eigenen Weg mit Reiki hat die Goldschmiedin Launhardt in der Welt der Kristalle, genauer: der Bergkristalle, gefunden. Besondere Bergkristalle sind das. Es handelt sich um sogenannte „LebensKristalle®", die sie vor fast zwanzig Jahren kennenlernte und die sie bis heute in ihren Bann ziehen. Anugama Marg sagte ihrer Schülerin Selima seinerzeit auf den Kopf zu, ohne von deren Beruf zu wissen, dass diese eine „Affinität für Steine" habe. Wie recht sie doch hatte: Seit 1959 arbeitete Selima Launhardt bereits mit edlen Steinen, denn sie liebte und sammelte Steine seit ihrer Kindheit. Auf der Flucht 1945 aus Schlesien etwa hatte sie als kleines Mädchen einen Teil ihres Notproviants durch die glitzernden Steine ersetzt, die sie an den Ufern der Oder gesammelt hatte. „War meine Mutter böse, als sie das entdeckte!" erinnert sie sich, „ich habe das gar nicht verstanden." Die Liebe zu den Steinen zieht sich durch Selima Launhardts berufliches Leben: Als Goldschmiedemeisterin arbeitete sie im ganzen Land und später in Nigeria, wo sie und ihr Mann dreizehn Jahre lebten. Sie erwarb zusätzliche Qualifikationen, etwa die, wie man edle Steine zu Facetten schleift, damit sie wie Kristalle aussehen, glänzen und funkeln. Und dabei ging es ihr schlecht. Auf einmal kam es zu „Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen", sagt sie zurückblickend, „ich dachte zuerst, das müsste mit dem Steinstaub zu tun haben. Aber ich habe gemerkt, dass es mit dem Schleifen zusammenhing: die Steine litten, und ich fühlte das."

Doch nicht nur Selima liebt Steine, sondern auch ihre Reiki-Meisterin. Anugama Marg war damals eine der wenigen sogenannten „Lebenskristall®-Meister", die mit diesen Kristallen arbeiten. Das hieß für Selima Launhardt, dass sie nun auch mit den Kristallen zu tun bekam. Sie assistierte bei Seminaren und nahm später auch Steinsendungen aus den USA für sie entgegen. Eines Tages war eine Sendung Kristalle dabei, die niemandem zu gehören schien. Selima Launhardts Verwirrung war groß. Hatte sie doch diese Steine für ihre Lehrerin in Empfang genommen. „Und die behauptete, ‚das sind gar nicht meine!' Wie konnte das sein?" erzählt sie. Das Rätsel löste sich durch einen späteren Anruf von Christa Faye Burka, der Begründerin der Lebenskristall-Arbeit: „Es waren deine Steine!" wurde Selima gesagt, „sie gehören dir!" „Da war ich erstmal geplättet," sagt sie und lacht. Die Kristalle hätten sie gerufen, teilten ihr Anugama Marg und Christa Faye Burka mit, und es sei an der Zeit, selbst Lebenskristall-Meisterin zu werden. So geschah es; Selima Launhardt ist seitdem „lizenzierte Lebenskristall-Meisterin", wie sie hervorhebt. Einen Kristall aus der rätselhaften Sendung durfte sie für sich behalten, die anderen blieben bei Anugama Marg und fanden durch sie ihre Besitzer.

„Wunderschöne Musik ..."

Diese Kristalle gebe es in nur einer Region der Erde, in Arkansas, einem Bundesstaat der USA, und dort nur an einem Ort, der einst Heiligtum der dort lebenden Indianer gewesen sei. Ihre Qualität und Schwingung sei einmalig; anders als die der brasilianischen Bergkristalle, ja sogar die anderer Kristalle aus Arkansas. Für die Goldschmiedin eine faszinierende Materie: „Ich hole selbst diese Kristalle aus der Mine, sie kommen nicht über einen Zwischenhändler," berichtet sie. Und fügt hinzu: „Diese Kristalle haben mir die Verantwortung gegenüber dem Leben beigebracht. Reiki lehrte mich dasselbe. Alles ist miteinander verbunden. Und die Steine haben wunderschöne Musik in sich ... die Musik des Lebens."

 

Fotos: Archiv Dagmar Selima Launhardt

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok