Reiki Festival: „Mein erstes Mal"

Im Herbst 2014 findet das Reiki Festival bereits im 22. Jahr statt. Reiki-Meisterin Sabine Hochmuth hält Rückschau auf das Festival vom vergangenen Jahr.

 

„Unendliche Quelle – mit Reiki in Reichtum und Fülle". Vielleicht lag es an diesem Motto, vielleicht an meiner freundschaftlichen Verbundenheit zu Peter Mascher oder auch an beidem. Jedenfalls entschied ich mich, dieses Mal den Weg nach Gersfeld anzutreten. Mein erstes Mal! Dabei fand das Reiki Festival doch schon so oft statt, und ich wurde auch schon oft eingeladen. Vielleicht wollte ich es auch einfach wissen: Was ist dran, an meinen gelernten und gepflegten Vorbehalten, beim Reiki Festival versammelten sich die „Konservativen der Reiki-Szene", die meinen, dass „nur ihr Usui Shiki Ryoho das wahre Reiki" sei? Im Gründungsprozess von ProReiki – der Berufsverband hatte ich die VertreterInnen dieser Linie als offene und tolerante Menschen erlebt, die auch freien Meistern mit Respekt begegneten. „Verschaffen wir uns also selbst ein Bild über diese altehrwürdige Veranstaltung", beschloss ich, und machte mich am Freitag mit gemischten Gefühlen und meiner Reiki-Freundin Simone Hahn auf die Reise in die Rhön.

Groß war die Freude, als ich das eine und andere bekannte Gesicht in der Gersfelder Stadthalle traf. Deren frühere ‚Reithalle' war einfallsreich gemäß dem Festivalmotto geschmückt, wirkte angenehm und einladend auf mich. „Schon mal ein guter Anfang!", konstatierte ich. Und dann war es soweit: Das Reiki Festival 2013 wurde eröffnet! Bei der Begrüßungszeremonie hatte ich den ersten „mentalen Stolperer", als nämlich die rund 100 „Reikianer" nicht wie gewohnt als Geste der Zustimmung laut in die Händen klatschten, sondern die Arme hoben und mucksmäuschenstill mit den Händen wackelten. „Hm", zog ich die Augenbrauen nach oben, „eigenwillige Art seine Freude kundzutun". Mein zweiter innerer Widerstand tauchte bei der Bildung der sogenannten Home-Groups auf, denn mit meiner Kleingruppe sollte ich ab sofort immer und alles gemeinsam machen. „Und das passiert mir", grummelte etwas in mir vor sich hin, „die gerne und spontan auf Menschen zu und mit ihnen in Kontakt geht – jetzt soll ich mir also vorschreiben lassen, mit wem ich meine Zeit verbringe?" Mit einem sanften, doch bestimmten: „Erst mal abwarten, was daraus wird ..." zügelte ich den kleinen Nörgler in mir. Wieder: „Hm ..."

Mein erstes wirklich herzliches „Ah" entlockte mir Paul David Mitchell. Ich wusste, dass er einer der 22 von Frau Takata eingeweihten Reiki-Meister ist und gemeinsam mit deren Enkelin das ‚Office of the Grandmaster des Usui Shiki Ryoho' bildet. Die lebendige und authentische Erzählung seines Reiki-Weges, den er gemeinsam mit der Frau ging, die ich nur aus Büchern kenne, gefiel mir ebenso gut wie seine lockere, doch präsente Art, mit der er sein großes und tiefes Wissen vermittelte – und dabei war er keine Sekunde belehrend. Und spätestens als wir Teilnehmenden schließlich in den praktischen Übungen zu seinem Ki-Training in den wechselseitigen Kontakt gingen, waren meine Mauern gefallen: Ich durfte lernen, lachen, teilhaben, schenken, erhalten, annehmen, einfach sein – ganz frei und ohne Reglementierung.

Erfahren und Eintauchen durfte ich auch bei dem Workshop, den ich mir aus den sechs ganz unterschiedlichen Angeboten, mit Reiki zu arbeiten, aussuchte. Ich entschied mich für die systemische Kleingruppenarbeit bei Manuela Schurk-Balles – und erhielt dabei ein großes Geschenk. Beeindruckend war auch der Reiki-Austausch, bei dem gefühlte Hunderte von Menschen gleichzeitig an den Tischen arbeiteten und der begleitet wurde von einfühlsamer Livemusik. Zwar hatte ich zu Anfang den Eindruck, dass die eine oder der andere etwas irritiert meine eher aktive und durch und durch intuitive Art und Weise des Reiki-Gebens beobachtete, was sich jedoch mit der Zeit legte. Und die ohnehin schon herzöffnende Energie im Raum stieg stetig weiter!

Am Abend entführte uns dann das Festivalteam in den Stadtpark. Die Aufforderung  „Trage dein Licht in die Welt" untermalten wir eindrucksvoll  mittels Fackeln und Wunderkerzen. Und das Team, Krishna, Elfi, Peter und Hildegard, hatte sich vorgenommen, für weitere Überraschungen zu sorgen. So wurde es schließlich noch ganz beschwingt und heiter an der Sektbar und mit Live-Musik im Foyer. Im großen Saal tanzten später Hans und Brigitte Trumpf ein Menuett in historischen Kostümen. Die beiden waren vor zwanzig Jahren Mitbegründer des Festivals und sind noch heute begeistert dabei. Zum Abschluss spielte die Festival-Band mit Gerhardt, Peter und Dhanya – und bat uns alle zum Tanz auf das Parkett.

Als wir uns dann am Sonntag wieder auf den Heimweg machten, dachte ich: ‚Gut, dass ich jetzt mal beim Reiki Festival dabei war. Reiki ist in der Tat eine unendliche Quelle, ist Reichtum und Fülle, die sich in ganz verschiedenen und doch im Kern gleichen Facetten zeigt' – alles andere ist unbedeutend. Ich lernte auf dem Festival eine pluralistische Reiki-Gemeinschaft kennen, in der sich die Mitglieder unterschiedlichster Alters- und Berufsgruppen sowie verschiedener Reiki-Stile und -Linien mit Respekt und Offenheit begegnen. Und der kleine Nörgler darf beim nächsten Mal zu Hause bleiben. Danke!

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Der Meistertag

Von Hilde Rentz

Jedes Jahr liegt dem Meistertag ein besonderer Zauber inne, gleichsam eine erwartungsvolle Leichtigkeit, Vorfreude und Offenheit, die auch im Oktober 2013 rd. 60 Meisterinnen und Meister von Beginn an in ihren Bann zog. Durch die kraftvolle Stimme von Peter Maschers Bratsche fühlte ich mich schon beim Eintreten in den Bürgersaal der Stadthalle in Gersfeld willkommen. Lachen und Bewegung ... mit der Darstellung des Mottos: „Unendliche Quelle – Reiki in Reichtum und Fülle" in einer Phantasiesprache wie auch durch die liebevolle, entspannte Führung der Gemeinschaft durch den Tag hielt das Organisationsteam die Energie bis zum Ende des Tages. Respekt!

Als Gast war Paul David Mitchell eingeladen, der als langjähriger, von Frau Takata eingeweihter Meister die Gemeinschaft an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben ließ und über seine persönliche Erforschung seiner Reiki-Praxis sprach. Er erläuterte, was Phyllis Furumoto in den frühen 1990er Jahren dazu bewogen hatte, die Praxis ihrer Großmutter Hawayo Takata zu analysieren, mit dem Ergebnis, anhand der „vier Aspekte" (Heilungspraxis, Persönliche Entwicklung, Spirituelle Disziplin und Mystischer Orden) die Praxis zu beschreiben. Paul bezeichnete die Aspekte als „Zugangstore zur Praxis", als „Repräsentanten der menschlichen Reise, durch alles, was ist". Sehr eindrücklich schilderte er, wie die fünf Lebensregeln Grundlage für die Praxis von Reiki sind und wie wichtig sein Entschluss für ihn selbst war, diesen Lebensregeln Aufmerksamkeit zu schenken. Zum Ende hin wurden wir dazu ermuntert, sehr genau darauf zu achten, was im jeweiligen Augenblick für uns wahr ist. „Bist du bereit, nachzuforschen, was dahinter steht?"

Selbstverständlich gab es eine gemeinsame Abschlussrunde, es wurde gesungen, und wir versuchten, unsere Gefühle in Bewegung umzusetzen. Wir wurden mit Wunderkerzen verabschiedet ... Und, was mich betrifft: Ich bin am Abend als anderer Mensch gegangen, als der ich morgens gekommen war: nun leicht und dennoch ganz und gar bereichert und erfüllt! Unendliche Quelle – Reiki in Reichtum und Fülle!

 

 

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