Wasser

Auf der Azoreninsel Pico ist Wasser das entscheidende Element. Angelika Arnolds lebt seit mehreren Jahren auf der Insel. In eindrücklicher Weise schildert sie ihr Erleben des Ozeans, der Wellen, der Delfine.

Wasser. Leicht und schwingend, hart und bedrohend, weich und warm, blumig und salzig ... Wasser zog mich ein Leben lang an. Meeresrauschen, salzige Luft, die nach Fischen riecht, Tiefe, die nach Geheimnis, nach dem Geheimnis in mir ruft. Wasser, das tragen kann, wenn man sich im Ozean befindet, Wasser, wo die Wellen so hoch sind, dass sie dich umbringen können. Was geschieht, wenn du dich in den Ozean begibst? So fange ich einmal mit meiner Geschichte an.

„Ich gehöre ans Meer."

Das Meer zog mich immer. Jeden Urlaub, den ich am Meer verbringen durfte – ich wollte nicht wieder nach Hause, nach Deutschland zurück. Irgendwie meinte ich immer: Eltern, hier ist irgendetwas schief gelaufen, ich gehöre ans Meer und nicht nach Köln. Oft überquerte ich den Rhein mit irgendeinem Ausflugsboot, nur um wieder das Wasser, den Fluss des Wassers zu spüren. Wasser reinigt, fließt unaufhaltsam, sogar so, dass der Stein erweicht im Laufe der Zeit. Ja, das ist doch etwas, Wasser fließt, ist Leben. Die Delfine kommen in meine Träume. Sehnsucht, immer wieder Sehnsucht, nach Wasser, nach dem Wesen der Delfine. Ich überlege, zu den Delfinen zu reisen. Schaue mir Angebote an und finde etwas, das ich mir leisten kann: Azoren. Herrjemine – wo liegt denn das? Der alte Schulatlas zeigt es mir. Mitten im Atlantik, zwischen Portugal und Amerika. Auf geht es!

Die ersten Schritte auf der Azoreninsel Pico. Ich fühle, ich bin zu Hause, endlich angekommen. Nach einigen Jahren und vielen, vielen Erfahrungen und Änderungen in meinem Leben beschließe ich: Ich wandere aus, möchte auf Pico leben. Die ersten Schritte in ein vollkommen anderes Leben. Der Ozean. Er lehrt, formt, Natur pur. Hier, auf dieser Insel, richtet sich alles nach dem Wetter, nach dem, was der Ozean gibt und wie er ist. Fischer fahren hinaus, holen den Fisch herein – doch wenn der Ozean tobt, dann ist alles anders. Die Wellen so hoch, so unberechenbar, Unterströmungen. Ja, da schwingt oft bei den Menschen die Angst mit. Und dann, wieder glatt wie ein Kinderpopo, sanft, umhüllend. Alle baden, die Boote sind draußen, den Touristen werden die Wale und Delfine gezeigt.

Zu den Delfinen gehen

Noch nie lebte ich so mit der Natur, beobachte sie, höre nachts das Meer rauschen und erkenne, was am nächsten Tag ist. Ein Wunder. Oft gehe ich mit den Delfinen schwimmen. Ich lächle, denn so viele Erfahrungen da draußen. Menschen, die kommen und mit den Delfinen schwimmen möchten, doch dann: Sie sehen die Größe des Ozeans, fühlen die Tiefe und trauen sich oft nicht, ins Wasser, zu den Engeln der Meere, den Delfinen zu gehen. Das Meer zeigt ihnen ihre Urangst. Die Tiefe steht auch für die Tiefe in jedem von uns. Für das, was in uns schlummert und nicht an die Oberfläche kommen möchte, was noch nicht bereit ist und was auch Angst macht, da es etwas Unbekanntes ist, nichts Alltägliches, Gewöhnliches.

Auch für mich bedeutete es anfangs eine Überwindung, einfach ins Wasser zu springen und zu vertrauen, dass genau das Richtige passiert, vertrauen, dass ich geborgen bin, in dem großem Ozean, getragen in seiner Energie. Da draußen, den Tauchanzug an, Flossen an den Füßen, Maske und Schnorchel an, auf dem Bootsrand sitzend und dann auf den Kapitän hören: Jetzt! Und ich gleite in das Wasser, oder plumpse manchmal richtig hinein. Nie gewiss, was mich dort erwartet. Unheimliche Tiefe! Die Delfine rufen: Komm zu uns. Der erste Schock, die Kälte des Wassers. Dann nehmen mich die Delfine in ihrem Element auf. Ein Wunder. Ich fühle mich so wohl, sicher und geborgen mit ihnen. Ihre Rufe, ihre tiefe All-Liebe, ihre Verspieltheit, ihr so wunderbares einfaches Sein, ihre Nähe und ihre Blicke, nehmen mich, tragen mich. Die Tiefe des Ozeans ist im Frieden mit mir. Begegnungen im Tiefen dessen, was wirklich ist. Und dann sind sie verschwunden. Leere. Tief von unten die Sonnenstrahlen, die sich von der Wasseroberfläche her spiegeln. Wie ein Strahlen, das von unten kommt. Die Hände spielen mit diesem Licht. Stille. Fast unheimlich. Noch ein paar Luftblasen der Delfine unter mir, wie eine Gardine aus Licht.

Das Salz des Meeres

Sonnenlicht spielt mit dem Wasser. Ich weiß nicht, was unter mir ist, fast 2.000 Meter tief! Plankton im Wasser, Kleinstlebewesen. Alles ist in Bewegung, alles fließt im Fluss des Lebens. Das Salzwasser trägt mich oben an der Wasseroberfläche, lässt mich schweben. Die Wellen schaukeln meinen Körper ganz sanft. Ein Blick zum Boot – komm heraus. Schade, oder doch gut, eine kleine Angst kommt hoch. Bei den Delfinen bin ich vollkommen frei, vollkommen ohne Angst. Es wird Zeit, an Bord zu gehen, zu berichten, was ich gesehen und gefühlt habe.

Auf der Fahrt zum Hafen weht der Meereswind sanft und manchmal recht hart auf der Haut, in den Haaren. Das Salz des Meeres auf dem Körper, ein Lächeln auf dem Gesicht, sage ich danke für mein Erleben im Ozean, mit dem Erleben der Delfine. Meine Haut schmeckt nach Salz, mein Magen hat auch ein wenig Salzwasser – nun, macht nichts. Später im Bett erlebt mein Körper nochmals die Bewegung des Ozeans, jede Welle kann ich nachspüren, nochmals erleben. Jede Begegnung mit den Engeln der Meere nochmals fühlen, mit Tränen in den Augen und vollkommener Dankbarkeit für das Erleben.

Wunder des Lebens

Hier haben die Menschen Respekt und Achtung vor dem Wasser. Auch ich lernte es. Manchmal spielen wir miteinander, manchmal ist es besser, nicht zu nah an den Ozean und das Toben des Meeres heranzugehen. Oft weht in der Winterzeit das Salz, der Dunst des Meeres hoch zum Haus. Dann ist alles feucht, der Ozean, das Wasser des Meeres ist unaufhaltsam. Und doch: Ich liebe es. Fühle, was das Wasser mir sagen möchte, wie es mich lehrt, das Leben zu nehmen, wie es ist. Fühle die Energie, die im Wasser enthalten ist – so dass ich mich oft nach einem erfrischendem Bad nicht mit Süßwasser duschen möchte. Sehe das Wasser in so vielen Farben und Nuancen, manchmal fast schwarz, dann türkisblau, dann spiegeln sich die Wolken bizarr an der Wasseroberfläche, dann glasklar.

Oft sieht es aus, wenn die Sonne scheint, als würden Millionen von Sternen auf dem Wasser leuchten. Alles ist möglich, alles ist da. Das Meer sagt mir: „Du bist der Tropfen aus dem Ozean. Mit all den Informationen des Ganzen. Du bist ein Teil des Ganzen. Du bist Alles. Gib dich dem Ganzen zurück." Wasser, das Wunder des Lebens. Ishvarakoti Angelika Sira

 

Angelika Arnolds bietet Heilreisen, SeelenIch Freizeiten und Ausfahrten zu den Delfinen und Walen an. Außerdem: Reiki – komplett, Meditation, energetische Wirbelsäulenbegradigung, Dolphin Spirit Healer, Medium/Heilerin im neuen Bewusstsein. „Ich danke all meinen Lehrern, den Menschen, den Delfinen, dem Universum."

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