Reise nach Bulgarien

Im Oktober 2014 fand die erste bulgarische Reiki Convention statt. Oliver Klatt war dabei – und berichtet von der dreitägigen Veranstaltung in Samokov, in den Bergen Bulgariens.

Ankunft in Sofia. Auf dem Flughafen ist angenehm wenig los, das Wetter ist grandios: strahlender Sonnenschein, klarer, tiefblauer Himmel, goldenes, warmes Herbst­wetter. Die kyrillischen Buchstaben, die mir auf Plakaten und Schildern entgegenprangen, wirken geheimnisvoll, wie Sans­krit oder das Hebräische. Und: Sie machen unmissverständlich klar, dass ich hier in einem Land bin, wo ich von der Sprache nicht einmal mehr die Buchstaben kenne.

Stefan Kanev und Oliver Klatt vor einer Kirche bei Samokov

Grandioses Wetter

Zum Glück werde ich abgeholt, von Stefan Kanev, der die bulgarische Reiki Convention organisiert. Wir fahren von Sofia nach Samokov, wo die Veranstaltung stattfindet, hinauf in die Berge, auf tausend Meter Höhe. Nach einer Stunde sind wir schon da. Wir sitzen draußen, zu dritt, trinken Kaffee. Sonne, lockere Stimmung, Berg­panorama. Stefan kann Bulgarisch und Deutsch, Tanja kann Bulgarisch und Französisch, und ich kann Deutsch und Französisch. Auf diese Weise können immer zwei von uns verstehen, was gerade gesagt wird. Dabei rücken die Inhalte des Gesprochenen etwas in den Hintergrund, angesichts des grandiosen Wetters und der sonnigen Stimmung.

Das Hotel ist einfach und insgesamt angenehm. Ich mag die Ästhetik der Gebäude hier. Vieles ist sehr individuell gebaut und wirkt dennoch zusammengehörig. Manche Straßen und Bürgersteige sind etwas holperig, aber man kommt überall gut durch – und dennoch (oder gar deshalb?) ist es auch irgendwie heimelig.

Am nächsten Tag: Wir besuchen die Klosterkirche in Samokov, christlich orthodox. Heiligenbilder und Ikonen überall an den Wänden, Kerzen, Weihrauchdüfte ... eine kraftvolle Energie ist spürbar. Auf dem Rückweg ins Hotel sehen wir Riesenstapel von Holz auf den Bürgersteigen liegen. Stefan erklärt, dass hier viel mit Holz geheizt wird, das aus den nahe gelegenen Wäldern kommt, und dass die Stapel in den nächsten Tagen von den Familien Stück für Stück auf die eigenen Grundstücke geschafft werden. Bis dahin bleiben sie einfach auf den Bürgersteigen liegen, und man geht drumherum. Das geht auch – und schafft sogar irgendwie eine lockere Atmosphäre.

Am frühen Nachmittag beginnt die Veranstaltung. Es sind so um die 30 Teilnehmer. Wir beginnen, indem wir in eine nahe gelegene Kirche gehen und dort, direkt vor dem Altar, einen Reiki-Kreis machen. Dann geht es zu Fuß wieder zurück zum Hotel, wo in einem Seminarraum das Programm stattfindet. Heute gibt es erste Vorträge. Ich war gefragt worden, etwas zu den Themen zu sagen, die sich aus der neuen Übersetzung der Reiki-Lebensregeln nach Mark Hosak ergeben: Freundlichkeit und die Bedeutung von Karma.

Ein anderer Referent spricht über „Entgiftung: Reiki, Homöopathie, Schüßler-Salze". Am späten Nachmittag findet noch eine Diskussion statt, zum Thema „Einweihung" sowie zur Bedeutung innerer Bilder und Empfindungen, die während einer Reiki-Behandlung hochkommen können. Ich habe die ganze Zeit Emilia an meiner Seite, die Deutsch-Lehrerin der Schule vorort, die auch in Reiki eingeweiht ist und alles übersetzt, in beide Richtungen. So kann ich verstehen, was gesagt wird, und kann sagen, was ich für mitteilenswert halte.

Abends essen wir im Hotel, sitzen zusammen, lachen, es ist viel Herzlichkeit zu spüren. Einige der Teilnehmer sprechen etwas Englisch, Französisch oder Deutsch, sodass wir die eine oder andere kleine Unterhaltung führen können.

„Reiki ... Reiki ..."

Am nächsten Tag beginnt das Programm mit einer gemeinsamen Meditation. Es folgen Vorträge zu Themen wie „Aspekte des sechsten Chakras" von Petar Georgiev und „Die spirituellen Prinzipien von Reiki und die versteckte Botschaft der Vergebung" von Stefan Kanev. Ich erhalte, wofür ich sehr dankbar bin, tatsächlich zu jedem der Vorträge entweder eine deutsche oder englische schriftliche Übersetzung der wesentlichen Inhalte. So kann ich gut folgen, und außerdem habe ich wieder Emilia an meiner Seite.

Am Nachmittag stehen praktische Übungen auf dem Programm, meist mit langen mündlichen Anleitungen dazu, die nicht alle extra übersetzt werden können. Also schaue ich mir die Stadt an. Das Wetter ist nach wie vor grandios, warm und sonnig, immer noch strahlend blauer Himmel. Ich trinke einen Kaffee auf dem Marktplatz, gehe in einige Geschäfte und schaue mir die Stadt an. Kaufe ein kleines Geschenk für Emilia, für ihre Dolmetschertätigkeit.

Am späten Nachmittag gehe ich wieder zurück ins Hotel und gebe mir eine Reiki-Behandlung. Später findet ein bunter Abend statt, mit Buffet, Wein und Bier (wer möchte) und bulgarischen Volkstänzen. Es herscht eine ausgelassene, freudvolle Stimmung. Auch die „Reiki Hymne" (ich glaube in russischer Sprache) ist zu hören, ein Lied, das mich spontan berührt.* In dem schönen, etwas pathetischen Refrain heißt es immer wieder „Reiki ... Reiki ...". Um elf Uhr packt der DJ ein, und der Abend klingt in ruhiger Atmosphäre aus.

Der letzte Tag. Wie schnell die Zeit vergeht. Vormittags halte ich einen Vortrag zum Thema „Die Reiki-Systeme der Welt & die Reiki-Geschichte". Hinterher gibt es eine Diskussion dazu. Einer der weiteren Vorträge dieses Vormittags berührt mich besonders: „Ich wünsche Ihnen Glück!" von Ivanka Schachanova. Der Vormittag und damit die gesamte Veranstaltung schließt mit einer kraftvollen Meditation und einem Gebet aus dem „Tes­tament der farbigen Strahlen des Lichtes" des bulgarischen Meisters Peter Dunoff (1864-1944), der eine Lehre esoterischen Christentums begründete – mit wunderbar berührendem, spirituellem Live-Gesang von der Sängerin Miglena Teenova-Nusheva.

Die Teilnehmer/innen der ersten bulgarischen Reiki Convention

Herzlichkeit und Freude

Nach dem Mittagessen folgen lange Abschiede voller Herzlichkeit und Freude ... und auch etwas Wehmut darüber, dass die schönen gemeinsamen Tage schon wieder vorbei sind.

Der Aufbruch vom Flughafen in Sofia, eine Stunde später, ist ähnlich entspannt wie die Ankunft. Zwei Stunden weiter – und ich bin schon wieder zurück in Berlin. Sonntagabend. Auch hier ist das Wetter warm. Ich fahre nach Hause und bin tief erfüllt von den Erlebnissen dieser für mich sehr besonderen Reiki-Tage in einer kleinen Stadt in den Bergen Bulgariens.

 

 

Die bulgarische Reiki Covention 2015 findet statt vom 9.-11. Oktober. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich direkt an den Organisator wenden: Stefan Kanev, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

* www.youtube.com/watch?v=bPBtS7qD3q4