Die Heiler - der Film! Ein Interview mit Wolfgang T. Müller

Wie funktioniert Heilung? Was macht einen Heiler aus? Kann jeder heilen? Fragen, auf die es unterschiedliche Antworten gibt. Wolfgang T. Müller hat deutschsprachige Heiler dazu befragt – und die inspirierendsten Antworten in einem Dokumentarfilm zusammengefasst. Oliver Klatt interviewte den Regisseur von „Die Heiler“, der aktuell auf DVD erschienen ist.

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Oliver: Für deinen Film „Die Heiler“ hast du rd. 50 Heilerinnen und Heiler interviewt, darunter Horst Krohne, Dr. Ruediger Dahlke und einen weiteren Arzt, der auch als Heiler tätig ist. Im Film sehen wir die wesentlichsten Aussagen all dieser Heiler zusammengestellt. Dabei ist es dir, wie ich finde, hervorragend gelungen, trotz all der Vielfalt nicht den Fokus zu verlieren und stets einen roten Faden beizubehalten, an dem der Film entlang läuft. Das macht ihn locker und zugleich auch hochinteressant, bei all der gesammelten, praktischen Kompetenz zu diesem Thema, die sich in den Aussagen der verschiedenen Heiler zeigt. War es schwierig, eine Auswahl der Szenen zu treffen, die es letztlich in den Film geschafft haben?

Polarisierende Aussagen

Wolfgang: Ja, es war schon eine Herausforderung, aus über 130 Stunden gedrehtem Rohmaterial die „richtigen“, die spannenden, bewegenden, wegweisenden, weisen Antworten herauszufiltern, ohne Ansehen oder Erwartungshaltung der interviewten Personen zu berücksichtigen. Da habe ich schon einige im Nachhinein enttäuscht, die fest mit einer Präsenz im Film gerechnet hatten. Andere wiederum hätten eine andere Aussage von ihnen spannender oder authentischer gefunden als jene, die ich zusammen mit meiner Cutterin ausgesucht habe. Mir war wichtig, nicht nur rationell argumentierte und den Verstand ansprechende Statements zu zeigen, sondern durchaus auch polarisierende, gefühlsbetonte, eher esoterischen Kreisen zuzuordnende, bewegende Aussagen im Film einzubauen. Aber von vorneherein war auch geplant, bei positiver Annahme des Films einen zweiten oder gar dritten Teil herauszubringen. Schließlich habe ich den Protagonisten jeweils über 40 Fragen gestellt, und es ist im ersten Film nur ein kleiner Teil der Themen behandelt worden. So dürfen sich die Zuschauer sicherlich bald auf eine Fortsetzung freuen.

Oliver: Im Film geht es, neben all der Komplexität und dem Unfassbaren, das auch immer mit Heilung zu tun hat, um Fragen wie „Was ist geistige Heilung?“, „Wie funktioniert Heilung?“ und „Welche Geisteshaltung ist dafür nötig?“. Oft herrscht Übereinstimmung in wesentlichen Punkten, zwischen verschiedenen Heilern, manchmal auch nicht, wie beispielsweise bei der Frage „Kann jeder heilen?“. Dabei scheint es auf die zugrunde liegende, spirituelle Philosophie des jeweiligen Heilers anzukommen. Wie gehst du mit solch paradoxen Zusammenhängen um, wenn ein Heiler sich so zu einem Thema äußert, und ein anderer anders, und beide, jeder auf seine Weise, authentische, gute Heilarbeit leisten?

„Es gibt so viele Wahrheiten ...“

Wolfgang: Da sage ich immer: Wer heilt, hat recht! Es gibt so viele Wahrheiten, die aus gelebten, eigenen Wirklichkeiten entstehen, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Jeder hat aus seiner Sicht recht und spricht die Wahrheit. Ich maße mir nicht an, eine bestimmte Meinung als wahr zu verbreiten. Gerade die unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen auch unter Heilern, die ja in erster Linie Menschen wie du und ich sind und ihre eigene Lebensgeschichte haben, machen den Film so interessant und abwechslungsreich. Es war auch meine erklärte Absicht, dass der Film mit seinen teilweise gegensätzlichen Aussagen polarisieren und so zur Diskussion anregen soll. Ich hoffe, es ist mir gelungen.

Oliver: Der Film berührt auch das Thema Dankbarkeit, welches ein zentrales Thema in den fünf Lebensregeln des Usui-Systems des Reiki ist. Wie wichtig ist für dich Dankbarkeit, als grundlegende Haltung, im Alltag?

Dankbarkeit leben

Wolfgang: Dankbarkeit ist für mich das wichtigste Wort im Universum. Dankbarkeit schließt Liebe mit ein. Dankbar zu sein für die großen und kleinen Dinge im Leben, dies auch zu erkennen und bewusst zu erfahren, ist das Schönste, was einem im Leben widerfahren kann. Danke zu sagen, dass ich bin, danke zu sagen für all’ die wunderbaren Erfahrungen, die ich machen darf in diesem Paradies, welches ich unsere Erde nenne, ist für mich ein fester Bestandteil meines spannenden und aufregenden Lebens geworden. Statt zu sagen „Ich bin zufrieden“, sollte man besser sagen und auch fühlen: „Ja, ich bin dankbar!“ Danke, dass es dich gibt, danke, dass es mich gibt.

Oliver: Du praktizierst selbst als geistiger Heiler – was macht aus deiner Sicht die Essenz des Heilens aus?

Wolfgang: Nichts zu erwarten, nichts tun zu wollen, nichts tun zu müssen, einfach nur da zu sein und die universelle Energie, die jedem von uns unbegrenzt zur Verfügung steht, zu lenken. Einfach nur Kanal zu sein für den Klienten und sich selbst der frischen Energie zu erfreuen, die dabei auch bei mir „hängen“ bleibt. Auch nach sechs Heilbehandlungen von je einer Stunde am Tag fühle ich mich noch immer frisch und hellwach. Interessant ist dabei zu beobachten, dass ich an diesen „Heiltagen“, aber auch bei meinen Heilseminaren, nie wirklich Hunger verspüre. Ich scheine dann von einer anderen Art von Energie genährt zu werden. Immer mache ich auch am Anfang meiner energetischen Heilbehandlung darauf aufmerksam, dass nicht ich der wirkliche Heiler bin, sondern dass der Klient dies ist. Nicht ich heile, sondern ich wecke und kräftige einfach nur die Selbstheilungskräfte meines Klienten, soweit er dies annehmen kann.

Selbsterkenntnis und Selbstheilung

Als spiritueller Lebensberater bin ich jedoch gleichzeitig auch Spiegel für die Befindlichkeiten des Klienten. So kann dieser im Gespräch erkennen, wo die Ursachen seiner „Krankheiten“ liegen, und damit kann auch nachhaltig Heilung, Transformation geschehen. So fungiere ich auch als Vermittler zwischen den unterschiedlichen „Sprachen“ der Seele, dem Unbewussten, und des Verstandes, dem Bewussten.
Zusammengefasst: Ich begleite den Klienten nur ein kleines Stück seines Weges zur Selbsterkenntnis, Selbstheilung und Revitalisierung. Mehr nicht. Und mehr kann und darf ich auch nicht tun. Die Heilungsverantwortung liegt immer nur beim Klienten, nie bei mir.
Das ist für mich die Essenz der Geistheilung. Und dies ist auch eine meiner Kernaussagen in meinem Dokumentarfilm „Die Heiler“.


DVD erhältlich über www.horizonshop.de

 

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