„Ich sehe was, was du nicht siehst.” Georg Rieder, der Mann mit dem Röntgenblick

Einfach so in menschliche Körper hineinsehen können, ohne ein Gerät dafür zu brauchen, das klingt phantastisch und auch ein bisschen unheimlich. Einer, der das kann, der einen solchen „Röntgenblick“ hat, ist der Österreicher Georg Rieder. Doch er blickt nicht nur in die Menschen hinein, er hilft ihnen als Energethiker auch, wieder gesund zu werden.


Unheimlich war es für ihn schon, als er zum ersten Mal sah, wie sich die Haut vom Schädel seines Kumpels Herbert zu lösen schien und er die darunter liegenden Knochen und das Gehirn zu sehen bekam, erinnert sich Georg Rieder. Das war am 16. März 1980. Angefangen hatte alles mit einer Spielerei. 1977 war das und beide noch ziemlich jung. Herbert war Automechaniker, und Georg Rieder hatte noch nicht mit seiner Lehre als Koch begonnen.

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Energiewirbel

Ursprünglich wollten Herbert und Georg eigentlich nur die Stimmen von Verstorbenen mit einem Kassettenrecorder aufnehmen. Einem toten Freund wollten sie Fragen stellen und „alle Geheimnisse der Erde lösen“, so Georg Rieder rückblickend. Sie hatten allerdings Erfolg, zumindest mit dem Aufnahmegerät: einige der von ihnen eingefangenen Stimmen wurden von Parapsychologen als echt identifiziert. Später kam Tischerücken dazu. Das wurde ihnen recht bald langweilig, denn das „Tischerl“ zeigte immer nur das an, woran die beiden jungen Männer gerade dachten. Und so kam die Hypnose ins Spiel. „Der Herbert hatte gelesen, dass der Körper in Hypnose Dinge kann, die er sonst nicht kann“, sagt Georg Rieder. Die jungen Männer lasen viel und besuchten auch Hypnose-Vorführungen. Solcherart gerüstet, begann Herbert, den Georg zu hypnotisieren. Es funktionierte, Georg Rieder sah Dinge, die er noch nie vorher gesehen hatte: „Um den Herbert war so ein komisches Gebilde, braun-violett, wie Rauch. Es hat gefunkelt und ist in den Raum aufgestiegen.“ Als der Hypnotisierte erneut hinsah, saß da nur der Herbert in seiner blauen Schlosserhose. Kein Rauch. Und dann doch wieder. Es wurde spannend.

Allmählich stieg Georg Rieder immer tiefer in die Materie hinein. Er merkte, dass er nur zu denken brauchte, und schon konnte er in Herberts Körper hineinsehen. Er wünschte sich, dessen Herz zu sehen. Zunächst war da in dem braunen Rauch ein Energiewirbel auf der Brust, dann sah Georg einen Fleischklumpen. Unheimlich. Und das wurde noch überboten durch einen Blick in Herberts Kopf. Als Georg das Fleisch weggehen sah, den bloßen Schädelknochen und schließlich Herberts Gehirn, da war ihm „furchtbar zumute“, erinnert er sich. Er dachte aber, wenn die Hypnose aufhöre, dann sei alles wieder normal zu sehen. „Das hat mich beruhigt.“ Doch dem war nicht so.

Nur gut, dass Herbert und Georg da schon seit einiger Zeit Kontakt mit einem Institut für parapsychologische Forschung hatten. Seinerzeit hatte man ihnen dort geholfen, die mittels Tonband eingefangenen Stimmen zu identifizieren. Doch nicht nur das – sie brauchten zusätzlich Anleitung, um sich in ihrem Tun nicht zu verirren. Denn nicht nur Hypnose im Eigenbau, auch Stimmen aus dem Jenseits und Ergebnisse des Tischerückens können verheerend auf das Gemüt wirken. Wer kennt nicht Goethes Gedicht „Der Zauberlehrling“, in dem es angesichts der entfesselten Gewalten schließlich heißt: „Helft mir, ach, ihr hohen Mächte! ... Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ 

Doch jetzt war anderer, eher körperlich orientierter Rat vonnöten. So lernten sie den Obermedizinalrat Dr. Fiala kennen, einen Gerichtsmediziner und praktischen Arzt. Der war angetan von Georg Rieders Röntgenblick, nachdem er sich überzeugen konnte, dass diese Fähigkeit echt war. Der junge Mann sah nämlich im Körper des Mediziners etwas, von dem der Doktor zunächst nichts gewusst hatte und was sich erst bei genauerer Überprüfung feststellen ließ. In Dr. Fiala bekam der Mann mit dem Röntgenblick für ein paar Jahre einen Lehrer, der ihm half, zu benennen, was er sah. So lernte er die Organe und ihre Lage im Körper kennen, nicht zuletzt auch, weil Dr. Fiala ihm Patienten vorstellte, die er durchschaut haben wollte. Nur einmal waren beide sich uneins: Georg Rieder sah die Gallenblase in einem bläulichen Farbton, Dr. Fiala beharrte darauf, die müsse grün sein. Kurz darauf bekam der Mediziner Aufnahmen aus den USA zu sehen, die mithilfe einer neuen Technik gemacht worden waren und die Organe von innen zeigten. Die Gallenblase war darauf deutlich zu sehen: sie glänzte in blau.

Selbsthypnose

Zum Wehrdienst eingezogen ins österreichische Bundesheer, machte Georg Rieder weiter mit der Hypnose. Er hypnotisierte nun sich selbst. Und während er „in Selbsthypnose unterwegs war“, hörte er plötzlich eine Stimme in seinem Kopf. Das war 1982. Channeling war da noch nicht weit verbreitet. Die Stimme stellte sich vor als Louis Fernando de Orthega. Ein Freiheitskämpfer aus Spanien sei er gewesen und habe die Gabe des Röntgenblicks gehabt. Im Mittelalter war dies noch heikler als im 20. Jahrhundert. Nachdem er sich mit de Orthegas Gegenwart abgefunden und angefreundet hatte, fragte Georg Rieder, warum er selbst die Gabe besitze, denn die sei eine Belastung für ihn. Der spanische Geist erklärte es ihm: 14 Menschen auf der Welt seien vorgesehen, dieser Gabe teilhaftig zu werden, und er, Georg Rieder, sei der erste von diesen. De Orthega habe ihm diese Fähigkeit vererbt, um sein eigenes Lebenswerk aus dem 16. Jahrhundert zu vollenden. 

Durch seinen Helfer aus der geistigen Welt lernte Georg Rieder im Laufe der Zeit einiges über die Zusammenhänge der Entstehung von Krankheit. Eine Krankheit manifestiere sich erst im sogenannten Energiekörper, dem, was Georg Rieder einst als bräunlich-violetten Rauch wahrgenommen hatte, ehe sie gewissermaßen in den physischen Körper hinabsteige. Instinktiv hatte Georg Rieder da schon begonnen, Menschen durch Handauflegen zu behandeln. Der erste war Herbert. Der hatte schon seit einiger Zeit Schmerzen im Knie, die sein Arzt nicht so recht in den Griff bekam. Während ihrer Hypnose-Sitzungen sah Georg, „dass der Herbert überall diese braunvioletten Strahlen um seinen Körper hatte, nur an dem Knie nicht.“ Herbert sagte: „Dann mach doch was.“ Und Georg Rieder legte seine braunviolett strahlenden Hände über das Knie und stellte fest, dass die Lücke allmählich gefüllt wurde. Und was macht Herbert jetzt? „Der ist Schulmeister geworden!“, weiß Georg Rieder.

Röntgenblick im TV

Aus jugendlichem Leichtsinn hatte es begonnen, doch so sollte es nicht weitergehen. Das wurde Georg Rieder schließlich klar, als er im Fernsehen vor Publikum und laufender Kamera etwas identifizieren sollte, was sich hinter einer Holzwand befand. „Einen Mann ohne Unterleib“, tatsächlich eine Schaufensterpuppe, sah er da, sowie einen Feuerwehrmann in Uniform und eine Tänzerin mit einem „sich bewegenden Schal“, nämlich einer Python. All das identifizierte der Mann mit dem Röntgenblick zwar korrekt, doch wusste er im selben Moment, „dass mir die Gabe nicht für solche Spielchen gegeben worden war.“ Was soll das auch, durch Wände sehen, wenn man einfach um sie herumgehen und nachschauen könne, was dahinter sei, fragt er. Helfen wollte er. Seine Gabe einsetzen, um anderen Menschen zu helfen, gesund zu werden. Das Fernsehen half ihm indes dabei, indem er durch seine öffentlichen Auftritte bekannt wurde.

Nicht nur Dr. Fiala schickte Patienten zu Georg Rieder, auch andere Ärzte taten und tun dies mittlerweile. Es handelte sich da meist um Menschen, die in der Schulmedizin als „austherapiert“ gelten. Wie die Dame mit dem Tumor um die Herzschlagader, der weder auf Chemotherapie noch auf Bestrahlung reagierte und ihr allmählich das Leben abklemmte. Georg Rieder behandelte sie, in dem er ihr die Hände auflegte, und der Tumor verschwand. Der Sohn dieser Klientin studierte Medizin. Die Genesung seiner Mutter änderte sein Denken: nach dem Studium ging er nach China, um dort traditionelle chinesische Heilmethoden wie Akupunktur zu studieren. Er blieb kein Einzelfall.

Auf seinem Weg begegnete der Mann mit dem Röntgenblick noch einem weiteren hilfreichen Geist. Diesmal war es ein Mensch aus Fleisch und Blut, der Wissenschaftler Dr. Franz Minister. Er hatte in Spanien ein Institut für parapsychologische Forschung und machte Anfang der 1990er Jahre mit der Hypnose dort weiter, wo Herbert seinerzeit aufgehört hatte. „Der Doktor Minister sagte damals zu mir,“ erinnert sich Georg Rieder, „bei der Hypnose durch Herbert sei in meinem Kopf ein Schalter umgelegt worden, den man finden müsste, um effektiver arbeiten zu können.“ Über vier Jahre arbeitete Dr. Minister mit ihm. Den vermuteten Schalter fand er allerdings nicht. „Den gibt es auch nicht“, hat Georg Rieder mittlerweile selbst herausgefunden, es reiche eine gedankliche Ausrichtung.

Akasha-Chronik

Bei einer dieser Hypnosesitzungen wurde der Parapsychologe weggerufen, und Georg Rieder blieb allein zurück. Auf einmal schien der Hypnotisierte sich in einem Raum mit Glastischen zu befinden, an denen sieben Menschen saßen. Alle sieben hatten lange weiße Haare und Bärte und trugen silberne Gewänder. Einer dieser sieben schickte den erstaunt um sich blickenden Georg Rieder mit einer abweisenden Handbewegung aus dem Raum: „Komm erst wieder, wenn du weißt, was du willst!“ Franz Minister war begeistert, als er davon erfuhr. In seiner Sicht seien diese Gestalten die sieben Wächter der Akasha-Chronik, erklärte er seinem Probanden. Diese Chronik sei das „Weltgedächtnis“, ein Ort, an dem alles gespreichert werde, was jemals geschehen sei oder werde. Die Vorstellung davon ist alt, schon zweihundert Jahre nach Christus sprachen griechische Denker von einer solchen Chronik. Auch davor gab es im Judentum ähnliche Vorstellungen, etwa, dass die Namen all jener, die Gutes getan haben, in Büchern im Himmel genannt seien.

In der nun folgenden Zeit wurde Georg Rieder von seinem Hypnotiseur nicht nur ausgebildet im schärferen Röntgenblick, sondern auch gezielt zu den Wächtern geschickt, um Fragen zu klären.  Auf einer dieser Reisen erfuhr er, dass es in der Akasha-Chronik einen Raum gebe, „in dem alle jemals gedachten Gedanken aller Menschen gegenständlich gespeichert sind.“ Doch gab es auch Grenzen, nicht alle Fragen wurden beantwortet. Auch heute reist Georg Rieder hin und wieder zu den Wächtern. Etwa, wenn er herausfinden möchte, warum einer seiner Klienten erkrankt ist und er die Ursache weder sehen kann noch sie auf der Hand liegt. Manchmal bekommt er Antwort, manchmal nicht. Im Laufe der Zeit, die Georg Rieder als Energethiker arbeitet, hat er viele Menschen aus vielen Ländern zu Gesicht bekommen. Fast ebensoviele Ursachen für deren Leiden hat er kennengelernt.

Karmische Gesetze

Neben naheliegenden körperlichen Gründen für Krankheiten gibt es auch karmisch bedingte. Die Hüter der Akasha-Chronik würden zuweilen erschreckende Hinweise geben, wenn der Energethiker frage. So etwa, warum ein Kind, das gesund heranwuchs, durch eine Impfung einen solchen Schock bekam, dass es seitdem schwerkrank ist. Ein Arzt in einem Konzentrationslager sei dieses Kind in seinem vorigen Leben gewesen und habe mit Menschen experimentiert. Nun erfahre es am eigenen Leibe, was seine Taten ausgelöst haben. Karmisches Gesetz wirke da. Georg Rieder hadert manchmal mit solchen Antworten. Mit dem Schweigen kommt er allerdings zurecht. Die Akasha-Chronik schweigt, wenn eine Krankheit einen Lernprozess für den Betreffenden bedeutet. Auch Georg Rieder bekommt mit, ob es sich lohnt, mit einem Klienten weiterzuarbeiten, er merkt das nach einigen Behandlungen.

Bei einem Mann, der an den Folgen eines Schlaganfalls litt, hat er einmal erlebt, dass seine Behandlungen überhaupt nichts brachten. „Ich hab das dem Mann gesagt, und er ist gegangen.“ Aber er gab nicht auf: ein paar Monate später kam er wieder – „... und die Energie floß nur so!“ ruft Georg Rieder aus. Sein Klient hatte in der Zwischenzeit gelernt, Hilfe anzunehmen.

Auch Verwünschungen könnten verheerend auf die Gesundheit eines Betroffenen wirken, so Georg Rieder. Die Ursache für viele Krankheiten sei, dass den Menschen „die Verbindung verlorengegangen ist, die Verbindung nach oben und nach unten.“ So jemand habe weder Kontakt zur Erde noch eine Anbindung an den Himmel, zum Göttlichen. Aber der Energethiker weiß auch: „Wir sind alle Schöpfer, denn wir sind Gottes Ebenbild.“

Physikalisches Experiment

Gespräche nehmen einen großen Stellenwert ein in seiner Arbeit. Denn Georg Rieder hat festgestellt, dass etliche Klienten mit immer demselben Leiden zu ihm gekommen sind. Das sich nicht änderte, weil die Menschen ihre Lebenseinstellung nicht geändert hatten. Also arbeitet er nun mit ihnen an ihren Glaubenssätzen und Lebensumständen. Wie damals mit dem Mann, der Schilddrüsenkrebs hatte. Für Georg Rieder waren die Zusammenhänge klar, denn der Patient war lange in einer Klosterschule gewesen und hatte „immer nur geschluckt und geschluckt“. Der Mann wurde gesund und hat sein Leben komplett umgekrempelt – er ist mittlerweile Maler und Bildhauer in der Toskana.

Was geschieht, wenn Georg Rieder seinen Röntgenblick anwendet? Er selbst weiß es nicht genau. Er weiß nur, dass es mit seinen Augen zusammenhängen müsse, denn mit verbundenen oder geschlossenen Augen könne er auch auf der Röntgenblick-Ebene nichts sehen. Ein deutscher Physiker, Günter Haffelder, hat mit ihm ein Experiment gemacht. Bei dem Experiment maß der Physiker mit einem eigens entwickelten Gerät die Hirnströme des Mannes mit dem Röntgenblick. Dabei stellte er ein von Georg Rieder ausgehendes Energiemuster fest, das sich konstant auf 7,2 Hertz einpendelte, sobald er jemanden mit dem Röntgenblick betrachtete. 7,2 Hertz liegen genau in der Schumann-Frequenz, dem elektromagnetischen Feld, das um die Erde pulsiert.

Auf seine besonderen Fähigkeiten angesprochen, resümiert Georg Rieder verschmitzt lächelnd: „Ich kann nicht beweisen, dass ich es kann, die Wissenschaft kann aber auch nicht beweisen, dass ich es nicht kann!“





Quellen:
- Vortrag von Georg Rieder, gehalten 2004 in Graz, YouTube-Videos 1-10
- Telefongespräch mit Georg Rieder
- Website von Georg Rieder


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Autorin: Franziska Rudnick, www.akatombo.de

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Foto Georg Rieder: Privat
Foto „Herz“: Copyright: ap_i - Fotolia.com





 

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