ProReiki – der Berufsverband. Die erste Jahreshauptversammlung

„Anerkennung von Reiki heute und in Zukunft“. Unter dieses Motto hatte ProReiki – der Berufsverband e.V. seine erste Mitgliederversammlung am 30. April und den ersten Thementag seiner noch jungen Verbandsgeschichte am 1. Mai 2012 in Gersfeld gestellt.


Die sogenannte Jahreshauptversammlung ist für alle Vereine und Verbände eine regelmäßige, nicht immer gern erledigte Pflichtveranstaltung. ProReiki hingegen nutzt dieses „vorgeschriebene Mitgliedertreffen” dafür, dass sich alle Mitglieder aus erster Hand informieren, sich mit ihren Ideen und Vorstellungen in die Vereinsarbeit einbringen und so die Zukunft des Berufsverbandes aktiv mitgestalten können. Und da Transparenz und Offenheit einen hohen Stellenwert bei ProReiki einnehmen, waren alle Veranstaltungen auch für Gäste offen.

Mit rund 50 Teilnehmern startete die erste Jahreshauptversammlung. Eine kurze Rückblende, angefangen beim ersten Treffen der Visionäre, über die ermutigende Zustimmung auf der ersten Reiki Convention 2010 bis zur Gründung am 4. Juli 2011 stimmte die erwartungsfrohen Teilnehmer ein. In spannender Form berichtete die Vorstandsvorsitzende Angela Zellner über die Entwicklung gemeinsamer Werte und Ziele und von den besonderen Momenten als Name und Logo gefunden wurden. Und sie erinnerte an den gelungenen Versuch, den aus gemeinsamer Tiefe kommenden Erklärungssatz „Reiki ist spirituelle Energie aus dem Ursprung des Lebens“ in eine für die Öffentlichkeit verständliche Sprache und Bedeutung zu übersetzen.

Im zweiten Teil des Jahresberichtes gab Dieter Leisebein, Vorstand der Geschäftsstelle, einen Überblick über die Mitgliederentwicklung und lieferte einen zusammenfassenden Querschnitt der Anfragen an die Geschäftsstelle. So tauchte beispielsweise bei einigen der inzwischen rd. 140 Mitglieder immer mal wieder die Schwierigkeit auf, ein wichtiges Aufnahmekriterium zu erfüllen: den Nachweis ihrer „Linie“.

Usui-System des Reiki

Dieser Nachweis ist bisher eine der größten Herausforderungen sowohl für die potentiellen Mitglieder als auch für den Berufsverband selbst. Geschäftsstelle und Bearbeiter der Aufnahmebögen wurden dazu am häufigsten mit Fragen konfrontiert. Denn unerwartet oft waren nur lückenhafte und manchmal sogar nahezu keine Informationen vorhanden. Ein wesentlicher Wert von Reiki im Usui-System ist, dass sich die Meisterlinie des einweihenden Meisters auf den Begründer Mikao Usui zurückführen lässt, denn damit lässt sich die Weitergabe von Reiki seit Mikao Usui und damit die Zugehörigkeit zum Usui-System am besten nachvollziehen. Um möglichst vielen Interessenten eine Mitgliedschaft im Berufsverband zu ermöglichen und um niemanden auszuschließen, wurden bisher mehrere Lösungen entwickelt. So genügt der Nachweis wenigstens einer Linie eines einweihenden Meisters in einem Grad in einer auf Mikao Usui zurückzuführenden Richtung oder Schule bereits für die Aufnahme als aktives Mitglied. Außerdem steigen mit jedem neuen Mitglied die Chancen, mehr Linien dokumentieren und anfragende Interessenten beim Finden ihrer Linie unterstützen zu können. Einigen Bewerbern konnte so bereits geholfen werden. Andere machten sich engagiert auf die Suche nach ihren Wurzeln und fanden durch eigene Bemühungen und Kontaktaufnahme zu ihren Meistern ihre Linie selbst heraus; mancher wurde dabei mit bereichernden persönlichen Erfahrungen belohnt.

Berufshaftpflichtversicherung

Im dritten Teil des Vorstandsberichtes, dem Wirtschaftsbericht, stellte Bettina Pilz, Vorstand für Finanzen, nicht nur die Einnahmen und Ausgaben dar, sondern auch, wofür der Mitgliederbeitrag genutzt wird. Von den 120,- Euro Jahresbeitrag wird ein Viertel für die Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung des jeweiligen Mitgliedes aufgewendet. Zum Vergleich: Üblicherweise kosten solche Versicherungen 150,- bis 250,- Euro im Jahr. Bei ProReiki wird also mit einem geringeren als dem üblichen Jahresbeitrag für eine Betriebshaftpflichtversicherung sowohl der Mitgliedsbeitrag als auch der Versicherungsbeitrag für die Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt.



Ein besonderer Moment während der öffentlichen Vorstellung von ProReiki am Abend des motivierenden Sitzungstages war die Würdigung und Anerkennung von Jürgen Kindler, der seit Jahrzehnten für Reiki aktiv ist. Nachdem die Bürgermeisterin von Gersfeld, Margit Trittin, die zahlreich anwesenden Konferenzteilnehmer und Bürger von Gersfeld begrüßt hatte, dankte sie dem ehemaligen Herausgeber des Reiki Magazins und Initiator des ersten Reiki-Festivals in Gersfeld für dieses „Zusammenbringen”: 1994 hatte Jürgen Kindler Gersfeld für die Reiki-Gemeinschaft entdeckt, seitdem sind „Reikianer“ dort immer wieder gern gesehene Gäste.

Thementag 1. Mai 2012

Die Spannung auf den Verlauf des Thementages war bei allen Beteiligten groß, denn für das Organisationsteam, Referenten und Publikum war dies eine Premiere! Zu Beginn berichtete Marc Bendach über seine Erfahrungen mit Reiki im Berliner Unfallkrankenhaus.* Die bahnbrechende Bedeutung für den Einsatz von Reiki wurde für jeden Anwesenden spür- und nachvollziehbar und zeigte auf, was mit Geduld und „Glaube“ möglich ist. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um direkt bei einem Praktiker mehr über „Reiki und Schulmedizin” zu erfahren.

“Wir machen Sie sicherer!” war das Thema des ProReiki-Versicherungspartners Ralf Messer, der in seinem Vortrag alle wichtigen Fragen zur Berufshaftpflicht bei ProReiki sowie zu anderen Versicherungsangeboten erläuterte. 

Im dritten Themenblock des Tages stellte Dagmar Richter ihre Studie zur betrieblichen Gesundheitsförderung mit Reiki vor. Im Rahmen ihres Studiums zur „Beraterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement“ führte die Präventionsexpertin eine Studie durch, die aufzeigt, welche deutlich positiven Auswirkungen die Anwendung der Reiki-Selbstbehandlung bei der Präventionsarbeit in Betrieben haben kann.**

„Warum wissenschaftliche Studien zu Reiki?” lautete der Titel des Vortrags von Isabella Petri, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von ProReiki. Mit ausdrucksstarken Bildern gab sie den Teilnehmern einen Überblick über den Stand bisheriger Forschungsreihen, die die fühlbaren Effekte von Reiki wissenschaftlich „sichtbar” und „messbar” machen.

Gastreferent Michel Jansen stellte auch für Laien gut verständlich die Gesetzeslage zur Ausübung des geistigen Heilens vor. Der erste Vorsitzende des Dachverbandes für Geistiges Heilen erläuterte wichtige Grundlagen, Beschlüsse und Urteile und erklärte bildhaft, warum Reiki zu den geistigen Heilweisen gezählt werden muss. Auch gab er praktische Hinweise, welche Wege bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit Behörden beschritten werden können.

„Reiki-Linien stellen sich vor”

Die von Oliver Klatt und Jürgen Kindler geleitete Podiumsdiskussion am Abend war trotz des langen und informationsreichen Thementages gut besucht. Bereits während der Präsentation der Podiumsteilnehmer konnten einige Missverständnisse aufgeklärt und Vorbehalte revidiert werden, so dass einige Publikumsteilnehmer schließlich, zum Teil selbst überrascht, bemerkten, dass es tatsächlich viele Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Richtungen gibt. Im Anschluss entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen allen Anwesenden. Die einhellige Schlussfolgerung dabei lautete, Reiki allgemeinverständlich in seiner Einfachheit, Klarheit und Ganzheitlichkeit sowie mutig auch mit seiner spirituellen Essenz in der Öffentlichkeit vermitteln zu wollen. Mit diesem Wunsch und großer Vorfreude auf das nächste Treffen gingen die ProReikianer – natürlich nicht ohne sich noch einmal mit Reiki und untereinander über die Hände im Kreis verbunden zu haben – wieder auseinander.




Anmerkungen:

* Das Reiki Magazin berichtete in Ausgabe 2/12 (derzeit noch erhältlich).
** Das Reiki Magazin berichtete in Ausgabe 2/10 (derzeit noch erhältlich). Der Artikel steht auch online, auf Stichwort „Frühere Ausgaben“, dort: „Alle Ausgaben“, dort: „Ausgabe 2/10“ >>

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Weitere Infos / Mitgliederaufnahme:
ProReiki - der Berufsverband e.V.
Postfach 41 04 68
12114 Berlin
www.proreiki.de

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Artikel erstellt von Sabine Hochmuth und Angela Zellner.
Foto von Janina Köck.