Editorial 3/18

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Ich habe mir gern vorgestellt“, so schreibt der spirituelle Autor Andrew Harvey über seinen Weg zur Erleuchtung*, „wie ich im Schneidersitz ungestört in einem Kloster in Ladakh sitze. Aber die Verwandlung, um die ich gebetet habe, geschieht beim Lärm einer Bohrmaschine in einem deutschen Dorf.“

Ein bisschen scheint mir die Haltung vieler von uns, die wir seit langem spirituell an uns arbeiten und uns für Heilung und Spiritualität einsetzen, gegenüber unserer modernen Zeit ähnlich zu sein wie die hier geschilderte Sicht Andrew Harveys bezüglich seiner Verwandlung. Er hatte sie sich anders, friedlicher vorgestellt – aber sie geschieht nun einmal in einer für ihn überraschenden, kruden Art und Weise.

Wenn ich mit anderen spirituell Lehrenden oder Praktizierenden über die Herausforderungen der heutigen Zeit ­spreche, kommen wir oft recht schnell an einen Punkt, wo ein gewisses Maß an Enttäuschung über dieaktuelle Entwicklung offenbar wird – zumindest kurz, wenn der Austausch ehrlich ist und der eine den anderen nicht belehren will. Ich finde, das darf auch einmal geäußert werden. Man darf sich nur nicht darin verlieren.

Halten wir den „Lärm“ der EU-Datenschutzverordnung aus, den „Lärm“ überzogener Erwartungen, der Ich-Sucht, den „Lärm“ zunehmender Beschleunigung? Besser ist es wohl ... denn das ist unsere Welt heute – und es gibt gerade keine andere!

Aber die Welt ist nicht ständig und überall so. Man kann sich, wo immer es geht,  Auszeiten und Ausräume nehmen. Sich mit Gleichgesinnten verbinden, sich Inseln schaffen und diese Inseln ausweiten, immer weiter.

Als eine solche Insel verstehe ich das Reiki Magazin. Und wenn wir dann mit Reiki ein großes, renommiertes Krankenhaus wie das UKB erreichen (siehe Ausgabe 2/12) oder die wissenschaftliche Forschung in Deutschland (siehe Ausgabe 1/16) oder ein Senioren- und Pflegezentrum einer großen Unternehmensgruppe, dann haben wir damit das „Festland“ erreicht: Reiki ist angekommen, in der Gesellschaft!

Derartige Entwicklungen publizistisch zu begleiten: das ist einer der Gründe, weshalb es das Reiki Magazin gibt. Und außerdem möchte das Reiki Magazin inspirieren und spirituelle Einsichten ermöglichen, die nicht an der Oberfläche der Dinge verbleiben, sondern bis zum Kern der jeweiligen Sache vordringen. 

Ich wünsche viel Freude beim Lesen und Entdecken dieser neuen Ausgabe!

Oliver Klatt
Herausgeber Reiki Magazin

 

* In „Der Pfad ins Herz“, das Buch, das Andrew Harvey über seine Erfahrungen mit Mutter Meera geschrieben hat.

 

 

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