Gemeinnützigkeit von Reiki?!

„Gemeinnützigkeit ist ein Verhalten von Personen oder Körperschaften, das dem Gemeinwohl dient.“ So definiert die Wikipedia-Website den Begriff Gemeinnützigkeit. Viele Reiki-Praktizierende sind der Auffassung, dass die Reiki-Methode definitiv dem Gemeinwohl dient. 2016 wurde sogar ein Verein gegründet, dem es um genau dieses Thema geht. Oliver Klatt interviewte Angela Zellner, die 1. Vorsitzende der „Freunde der Reiki-Kultur e.V.“.

Oliver Klatt: Welche Ziele verfolgt der Verein „Freunde der Reiki-Kultur e.V.“?

Angela Zellner: Die „Freunde der Reiki-Kultur e.V.“ wollen die „Gemeinnützigkeit von Reiki“ erreichen. Wir betrachten Reiki als eine nützliche Methode für unsere Gesellschaft. Insbesondere im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich kann Reiki vielfältig eingesetzt werden. Um in diesen gemeinnützigen und geförderten Bereichen anerkannt mit Reiki arbeiten zu können, wollen wir, dass Reiki als „gemeinnützige“ Methode anerkannt wird, so wie andere Methoden oder Dienstleistungen auch, beispielsweise Sport, die in diesen Bereichen zum Einsatz kommen.

Bessere Möglichkeiten

Ein gemeinnütziger Reiki-Verein hat wesentlich bessere Möglichkeiten, mit anderen gemeinnützigen Vereinigungen und Körperschaften zusammenzuarbeiten und gemeinsame Projekte z. B. in Jugendeinrichtungen, Altenpflege, Krankenbetreuung etc. anzugehen und auch staatlicherseits Unterstützung zu bekommen. Viele in diesen Bereichen aktive Vereinigungen sind gemeinnützig und müssen darauf achten, ihren Status der Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden, wenn sie mit nicht gemeinnützigen Organisationen kooperieren.

Oliver Klatt: Wann wurde der Verein gegründet, und welche Projekte wurden bislang unterstützt?

Gründungsversammlung

Angela Zellner: Im Juli 2016 wurde auf der Gründungsversammlung die Satzung verabschiedet. In der Folge wurde dann mit dem Gründungsprotokoll die Eintragung beantragt, die daraufhin beim Vereinsregister in München erfolgt ist. Dabei wurde die Anerkennung als gemeinnütziger Verein mit folgendem Hauptgrund abgelehnt: „Reiki ist eine Technik der sogenannten Alternativmedizin, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist. Vereine, die nach ihrer Satzung diese Methode fördern, können nicht wegen Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens oder der öffentlichen Gesundheitspflege als steuerbegünstigte Körperschaft im Sinne des §§ 51ff AO anerkannt werden.“


Dies stellt aus unserer Sicht eine Benachteiligung dar und spricht der Reiki-Methode die Nützlichkeit für das Gemeinwohl des Menschen ab. Die Erfahrungen vieler Reiki-Praktizierender und zahlreiche Studien auf der ganzen Welt zeigen sehr wohl die Nützlichkeit von Reiki für den Menschen und für das Leben als Ganzes.

Die Freunde haben seit ihrer Gründung insbesondere die klinische Studie Reassure unterstützt. Diese in Kooperation mit ProReiki und der TU München mit Patientinnen aus drei Kliniken durchgeführte Studie soll die Auswirkungen von begleitenden Reiki-Anwendungen während der onkologischen Therapie von Brustkrebspatientinnen zeigen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet, und die Veröffentlichungen in Form von Doktorarbeiten sind in Vorbereitung. Weitere Unterstützung wurde für Jugendarbeit, nationale und internationale Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Auch Bildungsangebote zu Reiki und Wissenschaft wurden gefördert.

Oliver Klatt: Welche Kooperationspartner haben die „Freunde der Reiki-Kultur“?

Aktuelle Kooperationspartner

Angela Zellner: Nun, hier will ich an erster Stelle unseren Patenverein, den Krankenversicherten Verein e.V. nennen. Mit diesem gemeinnützigen Verein haben wir einen Kooperationvertrag, um „qualifizierte Dienstleistungen im Bereich der komplementären Gesundheits- und Genesungsförderung und des einzusetzenden Personals“ zu fördern. Der KVV e.V. kann als gemeinnütziger Verein auch Spendenquittungen ausstellen.

Auch ProReiki – der Berufsverband e.V. ist unser Partner, der für durch uns geförderte Projekte mit Reiki in klinischen Studien (z. B. Reassure-Studie) qualifizierte Reiki-Praktizierende einsetzt. Weitere Unterstützung erfahren wir derzeit auch durch den Reiki-Alliance-Deutschland e.V., der für unsere Mitgliederversammlung temporär Räume anmieten kann. So hat z. B. die Regionalgruppe von ProReiki in München nach Schließung des ProReiki-Praxis- und Qualifizierungszentrums wieder einen Treffpunkt gefunden.

Oliver Klatt: Welches Vorgehen wird nun konkret ins Auge gefasst, um die Gemeinnützigkeit doch noch erreichen zu können?

Angela Zellner: Es gibt eine Argumentationssammlung und Sammlung von Referenzen, um Einordnungen und Vorschriften der Finanzämter, z. B. in ihrem AEAO (Anwendungserlass zur Abgabenordnung), widerlegen zu können und eine Änderung bzw. Streichung zu bewirken. So heißt es in dem AEAO u.a.: „Vereine, deren Zweck die Förderung esoterischer Heilslehren ist, z. B. Reiki-Vereine, können nicht wegen Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens oder der öffentlichen Gesundheitspflege als gemeinnützig anerkannt werden.“ Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr ausreichend Argumente zusammen haben, um die Änderungen beantragen zu können.

Oliver Klatt: Das klingt gut! Angela, als letzte Frage: Wer kann bei den „Freunden der Reiki-Kultur“ Mitglied werden?

Mitgliedschaft?

Angela Zellner: Jede natürliche Person kann Mitglied werden. Auch juristische Personen, wie Firmen oder Vereine können Mitglied werden. Der Verein kennt ordentliche Mitglieder  (z. B. natürliche Personen), Fördermitglieder (natürliche und juristische Personen) sowie Ehrenmitglieder. Wer bereits Mitglied bei ProReiki ist, kann kostenfrei Mitglied bei den „Freunden der Reiki-Kultur e.V.“ werden.       

 

Aktuelle Websitepräsenz der
„Freunde der Reiki-Kultur e.V.“:

www.proreiki.de/freunde-der-reiki-kultur/mitgliedschaft

www.proreiki.de/freunde-der-reiki-kultur/informationen

Eigene Website in Planung.

 

 

 

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