Buchrezension: „Reiki - Wohlbefinden und Heilung durch Energiearbeit“ von Jasmin Harsono

Dieses Buch ist in der „Selfcare Collection“ des DK-Verlags (Penguin Random House) erschienen und aus dem Englischen von Wiebke Krabbe übersetzt. Das ansprechend gestaltete Hardcover ist professionell illustriert, und die Texte und Übungsanleitungen sind grafisch so bearbeitet, dass man sofort Lust zu blättern bekommt. Ein Thema umfasst jeweils eine Doppelseite, sodass sich der Leser schnell einen Überblick über verschiedene Aspekte des Reiki-Systems verschaffen kann.
Indem die einzelnen Themen, wie zum Beispiel „Die Ursprünge“, lediglich auf je zwei Seiten präsentiert werden und der Hauptakzent dabei auf der Grafik und Bebilderung liegt, fehlt leider sehr viel an Information. So heißt es beispielsweise in der kurzen Darstellung der Geschichte des Reiki, Hawayo Takata habe sich statt einer OP für eine Reiki-Behandlung entschieden, durch die sie geheilt wurde. Jemand, der Reiki kennenlernen möchte, könnte durch diese ungenügende Information ein falsches Bild davon erhalten.


Häufig werden japanische Fachtermini verwendet, deren Ursprung und Bedeutung aber nicht zufriedenstellend übersetzt oder erklärt werden. So heißt es z.B., der Leser solle sich setzen, die Gassho-Position einnehmen und warten, bis er die Reiki-Kraft spüre. Er wird ermutigt, nach diesem Buch zu praktizieren und darauf hingewiesen, dass verschiedene Wahrnehmungen auftauchen können (welche, wird hier allerdings vernachlässigt) oder dass der Übende vielleicht gar nichts spüre, sich aber sicher sein könne, dass Reiki fließe. Leider wird erst viel später im Buch mit nur einem einzigen Satz erwähnt, dass für das Praktizieren der Reiki-Heilmethode mehrere Einweihungen Voraussetzung sind. An dieser Stelle wird dann auch auf den Unterschied zwischen Einweihung und Reiju eingegangen, leider wird hier die Information ebenfalls zu verkürzt dargestellt, sodass ein Leser, der sich ins Thema Reiki einlesen möchte, gar nichts damit anfangen kann.

Jasmin Harsono geht nach der Darstellung des Wesens von Reiki auf die Heilmethode als System ein und gliedert sie in fünf Elemente: Die Lebensregeln, Meditation, Heilende Hände, Einweihung und Symbole & Mantren. Die vier Reiki-Symbole werden präsentiert und mit jeweils einem Satz erläutert. Die Darstellung entspricht teilweise nicht dem, was als ‚korrekt’ bezeichnet werden kann, und die Erklärungen sind zu kurz und zu allgemein.

Es folgt das Kapitel zur Selbstbehandlung mit Reiki, eine Anleitung dazu, wie man die sieben Hauptchakren mit Reiki versorgt. Dieser Teil des Buches ist am liebevollsten illustriert. In mehreren Zeichnungen werden sowohl die Chakren als auch die vorgegebenen Handpositionen dargestellt. Wieder kommen hier allerdings eigentlich nötige Erklärungen viel zu kurz.

Den Hauptteil des Buches machen gesammelte Techniken aus der Reiki- und Entspannungspraxis aus. Das Kapitel „Übungen für das Wohlbefinden“ enthält verschiedene Meditations- und Reiki-Techniken. Im vierten und letzten Teil, „Heilende Übungen“, werden verschiedene Handhaltungen gezeigt, die mit Reiki verwendet werden können, um beispielsweise die Verdauung zu stärken oder Kopfschmerzen zu lindern. Aufgrund der gelungenen Illustration sind diese für den Übenden leicht erschließbar und in die Praxis umzusetzen.

Fazit: Mehr Schein als Sein. Das Buch ist professionell herausgegeben, der Inhalt repräsentiert leider nicht ausreichend das Wesen von Reiki als Heilmethode.

Rezensentin: Melina Tobisch

Einschätzung der Redaktion: Optisch gelungen, inhaltlich leider zu oberflächlich!

 

 

 

 

 

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