Editorial 3/21

Liebe Leserinnen, liebe Leser:

‚Der Kongress findet (auch) bei mir zu Hause statt …‘, das war mein Gedanke, als ich am Online-Kongress von ProReiki via Zoom im April teilnahm. Es war direkt für mich spürbar: die Energie, das Feld, es war da, bei mir zu Hause, ohne Zeitverzögerung.

Dies war der erste Online-Kongress, an dem ich teilnahm (nicht die erste Zoom-Sitzung, aber der erste  Kongress). Und so konnte ich erstmals Unterschiede zu den sonst vor Ort stattfindenden Kongressen für mich reflektieren.

Bei Kongressen, die vor Ort stattfinden, fahre ich abends oder am nächsten Tag erst nach Hause … und dann gelangt langsam, über meine Person, etwas von der Energie, den Inhalten des Kongresses auch in meine Wohnung – indem ich etwa meiner Frau davon erzähle und Dinge tue, die darauf bezogen sind. Und schließlich geschieht die weitere Integration des Erlebten in meinen Alltag, Stück für Stück.

Dies ist bei einer Teilnahme an einem Online-Kongress völlig anders: die Energie ist sofort da, spürbar im Raum, in der Wohnung. Die Vorteile: Eine relativ zeitgleiche Integration des Erlebten ist möglich. Das, was daraus resultiert, kommt schneller in Gang und kann so schneller umgesetzt werden. Ich bin mit allen TeilnehmerInnen, die ebenso in ihren Wohnungen sitzen, direkt verbunden – und damit sind auch unsere Wohnungen energetisch miteinander verbunden. So findet, neben der geistigen Vernetzung, auch eine räumliche Vernetzung statt. Dies ist wohl der ganz große Unterschied zu den Kongressen vor Ort, welcher sicherlich weitreichende Folgen für unsere gesellschaftliche und menschliche Entwicklung haben wird, wenn solche Online-Kongresse öfter stattfinden.

Die Nachteile dabei: Andere BewohnerInnen meiner Wohnung kriegen den Kongress energetisch ungefragt mit, ob sie es wollen oder nicht. Ich bin gleichzeitig „auf dem Kongress“ und zu Hause – und dort bin ich vielleicht mit einem oder mehreren Menschen zusammen, die „nicht auf dem Kongress sind“, aber dennoch mit mir in Interaktion. Ich kann mittags oder abends schwerer abschalten, es fällt mir schwerer mich abzugrenzen, da der Kongress auch „über Nacht“ noch „in meiner Wohnung nachwirkt“. Bei Vor-Ort-Kongressen bin ich nach den Veranstaltungen dagegen räumlich von dem Veranstaltungsort meist etwas getrennt, befinde mich zum Beispiel in einem Hotelzimmer in der Nähe. 

Mein Fazit: Wenn mir gefällt, was auf einem Online-Kongress geschieht, und mein/e Mitbewohner die Energie davon auch mögen … klasse! Es entsteht eine neue Dimension von Erfahrung, von Bewusstsein, ein Feld wird über die Grenzen des Raumes hinweg aufgebaut, ähnlich wie beim Fernreiki. Wenn mir aber (eventuell in Teilen) nicht so gefällt, was auf dem jeweiligen Kongress geschieht, und/oder für meine Mitbewohner die Energie davon gerade nicht so passt … mh, nicht so toll, weil sie dann dennoch unmittelbar in meiner Wohnung präsent ist.

Es ist aus meiner Sicht also wie stets mit neuen Erfindungen, Prozessen, Entwicklungen: Wenn sie in jeweils passender, angemessener Weise stattfinden, sind sie oft klasse. Wenn sie jedoch übertrieben werden, zu intensiv genutzt werden oder damit Manipulation betrieben wird, sind sie oft schlimmer als Vergleichbares, was es vorher schon gab.

Den ProReiki-Kongress fand ich toll, so online! Auch von den TeilnehmerInnen der ReikiCon Online letztes Jahr und des RVD-Frühjahrsworkshops Online dieses Jahr war einhellig zu hören, dass es schöne, berührende Gesamterfahrungen waren. Ob ich mich nun in gleicher Weise mit anderen Kongressen, Gemeinschaften, Großveranstaltungen verbinden möchte … das weiß ich noch nicht. Ich schließe nichts aus – aber ich denke es ist auch gut, aufgrund der unmittelbaren energetischen Präsenz des Online-Geschehens in der eigenen Wohnung genau zu überlegen, womit man sich jeweils verbinden möchte.

Ein Vers aus dem alten chinesischen Tao-te-King passt zu dem, was wir heute erleben. Er heißt: „Ohne vor die Tür zu treten, kannst du dein Herz der Welt öffnen. Ohne aus dem Fenster zu blicken, kannst du das Wesen des Tao schauen.“

Das geht natürlich auch ohne Technik, einfach innerlich. Und wenn die Technik dabei helfen kann, diese innere Erfahrung zu machen … warum nicht?

Ich wünsche viel Freude mit dieser neuen Ausgabe des Reiki Magazins!

Oliver Klatt
Herausgeber Reiki Magazin

 

 

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