Erdbeben in Chile

Die in Chile lebende, deutsche Reiki-Meisterin Ilse Fasting schildert hautnah ihr Erleben des großen Erdbebens von Ende Februar ­dieses Jahres, in ihrer Wohnung im 10. Stock eines Hochhauses.


Santiago de Chile, 27. Februar 2010, halb vier Uhr morgens, 10. Stock.
Dreieinhalb Minuten wackelt es abwechselnd horizontal und vertikal, Grad acht auf der Richterskala. Ich sitze auf meinem Bett und höre, wie alles in die Brüche geht: Glas, Fernseher, Plattenspieler, Radio, Bücherborde bersten, fallen auf den Fußboden. Ich habe über 3.000 Bücher, zum Teil antik. Nun wird das Gebäude wohl ­zusammenbrechen. Tut es aber nicht. Man lebt noch!

Erstmal Reiki!

Schuhe an, Taschenlampe, über die Trümmer hinweg in die Küche. Wasser sammeln, solange es das noch gibt. Kurz darauf: kein Wasser mehr, kein Strom, kein Gas, kein Telefon, auch das Handy funktioniert nicht. Kein Kontakt zur Außenwelt, einige Tage lang. Da es noch dunkel ist, über den Schutt zurück ins Bett. Selbstbehandlung mit Reiki, der beste Weg, zur eigenen Mitte zu finden. Dann: leichter Reiki-Schlummer.

Der Morgen graut. Aus dem Fenster schauend sehe ich viele Hochhäuser, bis hin zum Hügel San Cristobal. Alle stehen noch. Donnerwetter! Also baut man hier tatsächlich erdbebensicher. Aber über Santiago eine dicke Staubwolke. Nach und nach erfährt man, dass Kirchen und ältere Gebäude zusammengebrochen sind. Viele der Hochhäuser, besonders in den teureren, höher gelegenen Stadtteilen, sind unbenutzbar. Makler, Baufirmen, Versicherer sind wie vom Erdboden verschwunden. Durch Bergungstrupps werden die teils kostbaren Sachen einfach auf die Straße gestellt. Die Leute haben alles verloren.

Überall Reiki

Mein Sohn und meine Schwiegertochter überlebten das Beben im 18. Stock eines 22-stöckigen Gebäudes, ganz in der Nähe. Sie konnten sich in eine Ecke flüchten, um nicht von Eisschrank und Waschmaschine überrollt zu werden. Natürlich haben unsere Gebäude überall Risse, aber es besteht keine Einsturzgefahr.

In Santiago leben sechs Millionen Menschen. Das Epizentrum des Bebens, mit Grad 8,8 auf der Richterskala, war im südlich gelegenen Concepcion, einer Großstadt. Es war Ferienzeit, viele Leute an den Stränden. Der Tsunami folgte dem Beben unmittelbar. Einige versuchten, das höher gelegene Land mit ihren am Strand geparkten Autos zu erreichen, wurden aber von der Flutwelle weggeschwemmt. Viele machten Camping. Jetzt: Keine Spur mehr davon. Ein Schiff, das vorher in einem kleineren Hafen lag, landete auf dem Marktplatz. Wie es in den Ortschaften im Hinterland aussieht, weiß man noch nicht genau.

"A Dios Gracias"

Die Container im Hafen von Valparaiso liegen im Wasser. Das Flughafengebäude Santiagos ist total eingestürzt, aber der Kontrollturm funktioniert. Überall haben die Straßen gewaltige Risse. Die wenigen Leute, die man kurz nach dem Beben hier in Santiago sieht, sagen: „A Dios gracia, uns ist nichts passiert.“

Das Ganze ist wie eine tiefe Wunde, die stark blutet, aber zunächst nicht schmerzt. Man spürt das allgemeine Trauma: Niemand scheint „normal“ zu reagieren. Hinzu kommen die vielen neuen Beben, nein, keine Nachbeben, sondern die Erde wackelt an den verschiedens­ten Stellen rund um Santiago. Vor drei Nächten bebte es kurz, aber sehr stark. Das unterirdische Grollen war bis in die höchsten Stockwerke zu hören. Das löste eine ­Panikwelle aus. Am nächsten Tag gab es mal wieder nichts zu kaufen. Nützliches und Nutzloses wurde gehamstert. Gestern Morgen beim Frühstück hörte ich das vertraute Klingeln der Lampen, die Türen schlugen auf und zu. Aber oftmals glaubt man, es bebt, und es ist doch nur Einbildung.

Neue Fernseher

Ein paar Tage später kommen meine Kinder die zehn Stockwerke mit einem neuen Fernseher heraufgekraxelt. Der ist jetzt mit Drahtschnüren – nicht sehr hübsch, aber hoffentlich sicher – befestigt. Gerettete Gläser und Porzellan rutschen bei jedem neuen Stoß gefährlich an die Ränder der Borde heran. Obwohl unter der neuen, rechtspolitischen Regierung Polizei und Militär ständig im Einsatz sind, geht das Plündern weiter. Die Amts­übernahme erfolgte zwei Tage nach dem Beben. Die anwesenden Präsidenten, Kanzler und Obrigkeiten aus anderen Ländern sahen sich ängstlich um, wohl mit dem Wunsch, hier schnellstens wieder weg zu kommen.

Fernbehandlungen

Derzeit muss ich mich leider auf Fernreiki beschränken. Aber sobald wie möglich werde ich wieder mit den Einweihungen und Direktbehandlungen beginnen, so wie ich es zehn Jahre lang getan habe. Ein vereiterter Zeh macht mir zu schaffen, den ich mit Reiki und den hier sehr beliebten Naturheilmitteln heile. Die Ursache dafür liegt einige Jahre zurück. Durch einen Unfall rissen alle Sehnen des rechten Oberarms. Die Operation sollte lang und kompliziert sein. Schon bereit, in den Operationssaal geschoben zu werden, spürte ich so viel Energie – einige Leute schickten Fernreiki. Ich sagte dem Ärzte- und Schwesternteam: „Stop!“ Nach drei ­Monaten war der Arm geheilt, ohne Operation. Was den Zeh angeht, so wollte man ihn bzw. das halbe Bein ­sofort amputieren. Das ließ ich natürlich nicht zu.

Reiki ist ein Geschenk!

In einigen staatlichen Krankenhäusern in Santiago wird Reiki angewandt. Nach der Katastrophe ist die Nachfrage gewachsen. Internationale Reiki-Meister treffen sich mehrmals im Jahr in Santiago.

Reiki hat mein Leben von Grund auf verändert. Der Weg ist entscheidend, nicht das Ziel.

Reiki ist ein Geschenk. Man weiß nie, wohin einen die Reiki-Reise führt.

 



Ilse Fasting, erster Reiki-Grad in 2000, zweiter Grad 2001, Meistereinweihung im Jahr 2003. Zuvor in Uruguay lebend, heute in Chile.



Beben in Chile beschleunigt die Erde

Das Erdbeben vom 27. Februar 2010 in Chile gehört zu den fünf stärksten Beben, die je gemessen wurden. Neben den unmittelbaren Schäden hat das Beben offenbar auch Auswirkungen auf die gesamte ­Erde. So habe das Beben NASA-Berichten zufolge die Erdachse um etwa acht Zentimeter verschoben und ­damit auch die Erdumdrehung, wenn auch nur geringfügig, beschleunigt. Gleichzeitig hat das Beben den südamerikanischen Kontinent ein Stück weit verschoben, so dass manche Ortschaften GPS-Messungen zufolge bereits kurze Zeit nach dem Beben um bis zu drei Meter versetzt waren. Zuvor bewegte sich Süd­amerika im Rahmen der Kontinentalverschiebung nur um etwa anderthalb Zentimeter pro Jahr.
Quelle: newsage / www.news-age.de

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