Briefe aus Japan

Wie erfahren die Japaner die derzeitige Situation in ihrem Land? In sechs Briefen, auf Anfrage der Redaktion des Reiki Magazins verfasst und zur Veröffentlichung bestimmt, teilen Reiki-Praktizierende aus Japan ihre Empfindungen, Wahrnehmungen und Einschätzungen zu den aktuellen Vorkommnissen in ihrem Land.


Über die in Deutschland lebende, aus Japan stammende Reiki-Lehrerin Hiroko Kasahara erhielten wir die folgenden sechs Briefe aus Japan. Hiroko wies uns auch darauf hin, dass es aus ihrer Sicht große Unterschiede gebe zwischen der Art, wie in Deutschland (und wohl auch in anderen westlichen Ländern) in den Massenmedien über den Reaktorunfall in Japan berichtet werde, und wie die Lage in Japan tatsächlich sei. Entgegen anderen Sichtweisen, die Massenmedien würden grundsätzlich bei der Darstellung von schlimmen Auswirkungen von Reaktorunfällen wie jetzt in Japan untertreiben, meint Hiroko, dass es gerade bei der momentanen Berichterstattung zu Japan auch viele Übertreibungen gebe wie z. B. die Schlagzeile, es werde für Tokyo „eine apokalyptische Katastrophe“ erwartet, während die Werte für Radioaktivität derzeit (Mitte Mai) in Tokyo nur halb so hoch seien wie z. B. derzeit in Moskau, laut Messungen russischer Wissenschaftler. Der Reaktorunfall sei sehr schlimm, aber er betreffe derzeit in seiner vollen Wucht nicht ganz Japan, wie in den Medien häufig dargestellt, sondern eine bestimmte Region, nämlich den Nordosten von Japan. Die hohe Radioaktivität, die gesundheitsschädigend ist, bestehe laut unabhängiger Messungen wie z. B. von Greenpeace derzeit „nur“ in der näheren Umgebung des Atomkraftwerkes von Fukushima.
Die folgenden Briefe sind, sicher auch bedingt durch die folgenschweren Vorkommnisse in Japan, teils sehr emotional geprägt. Persönliche Einschätzungen der Briefeschreiber stehen unter dem Eindruck vielfältiger Einflüsse und zugespitzter Ereignisse.

Reiki-Licht senden

„Ich bedanke mich für diese Gelegenheit, mit deutschen Reiki-Praktizierenden das Herz und Reiki zu teilen. Mit meinen Reiki-Freunden zusammen sende ich fortlaufend das heilende Licht zu den so vielen Betroffenen, die die Realität dieses Großbebens nicht annehmen können.
Nicht die Betroffenen, sondern wir, in den anderen Regionen, müssen unser Bestes tun: uns mit ihnen herzlich vereinen und eine gemeinsame Basis bilden, auf der wir alle gemeinsam stehen können.
Als Reiki-Praktizierender möchte ich für die Befreiung von Ängsten, von Traurigkeit und von Verzweiflung der Betroffenen Licht senden und ihren Schmerz teilen. Dies betrachte ich als das Reiki-Herz, nämlich „Tanagokoro“ (japanischer Ausdruck dafür, dass die Handfläche ein Herz ist) = uraltes japanisches Herz. Ich denke, dass wir das Reiki-Licht an die Ursache der Warnung senden sollten, die den betroffenen Orten, den betroffenen Men­schen und der Menschheit gegeben wurde.
Auf unserem letzten Reiki-Treffen haben die Teilnehmer jeweils eine Spende für die betroffenen Regionen gegeben, das Geld wurde dorthin geschickt. Ich habe vor, nun auf jedem Reiki-Treffen solche Spenden anzunehmen.
Atomkraftwerke wurden von Menschen geschaffen. Ich denke, dass wir diese Technik nicht einfach komplett ablehnen sollten, sondern für das Zusammen-dasein danken sollten – und diese Form der Energiegewinnung als eine Zwischenstation akzeptieren sollten, bis zur Entwicklung einer Energiegewinnung der nächsten Stufe (auch wenn ich die Atomkraft in gewisser Hinsicht nicht akzeptiere). Da wir aber von dieser Energieform auch profitiert haben, denke ich, dass wir auch dafür Reiki-Licht senden sollten.
Ein Reiki-Freund, der in Sendai, Wakabayashi-ku, lebt, war von dem Erdbeben betroffen. Verzweifelt dachte ich, dass er durch den Tsunami umgekommen sei. Nach drei Tagen erhielt ich einen Telefonanruf von ihm – und musste weinen. Ich konnte feststellen, dass andere Reiki-Freunde in den betroffenen Regionen am Leben sind. Danke, dass wir am Leben geblieben sind! Ich hoffe, dass wir, zusammen mit der Natur und den acht Millionen Göttern*, das Reiki-Herz teilen und weiter wachsen lassen.“

Oteru-san (m), Reiki-Meister/-Lehrer
Kansai-Region, West-Japan

* Der Ausdruck „acht Millionen“ bedeutet im Japanischen „Vielzahl“. Spirituelle Vorstellungen, die in Japan weit verbreitet sind, besagen, dass in der Natur, im Leben und in der Materie Gott wohnt.

Egoismus überwinden

„Aufgrund des großen Erdbebens haben sich viele Menschen weltweit Sorgen um Japan gemacht und,  neben Reiki, viel Energie, Gebete und Spenden Richtung Japan geschickt. Ganz herzlichen Dank dafür!
Und es tut uns sehr leid, dass wir durch den Reaktorunfall Menschen aus aller Welt belasten.
Dieses große Erdbeben in Ost-Japan, begleitet von dem Tsunami und dem Reaktorunfall, brachte dreifachen Schaden. Und der Reaktorunfall ist noch immmer nicht behoben. (Bei dem Reaktorunfall in Fukushima handelt es sich eindeutig um menschliches Versagen. Das Atomkraftwerk in Fukushima wurde von einer 14 Meter hohen Tsunami-Welle getroffen. Das Atomkraftwerk in Onagawa dagegen wurde von einer noch viel höheren Tsunami-Welle getroffen, dort jedoch funktionierte die Notstromanlage.)
Am 11. März war ich in einer Stadt, die etwas von meinem Wohnort entfernt liegt. Lange Zeit bebte die Erde sehr stark, und ich sah, dass zwei nebeneinander stehende Hochhäuser, auf die ich schaute, beinahe gegeneinander stießen. Das Beben im Nordosten von Japan muss unvorstellbar gewesen sein.
Augenblicklich kam es zu einem Stromausfall. Alle Züge wurden gestoppt. Ich musste zu Fuß nach Hause gehen, was zwei Stunden dauerte. Zwei Tage später bekamen wir wieder Strom, aber wegen eines Mangels an Strom durch den Reaktorunfall gab es planmäßig zeitweisen Stromausfall. Auch in meinem Wohnort hatten wir mehrere Stunden keinen Strom.
Die Züge im Zentrum von Tokyo fuhren schnell wieder, aber in meiner Stadt standen die Züge bis Anfang April still. Außerdem gab es auch einen Mangel an Benzin, und ich konnte bis Ende März kein Auto fahren. Wasser und länger haltbare Lebensmittel gab es nicht ausreichend in den Läden zu kaufen.
Vom 11. März an habe ich für ca. einen Monat alle meine Aufträge abgesagt und Gruppen-Fernreiki für die betroffenen Regionen und Menschen gesendet, Rituale durchgeführt, bei denen 100 Menschen gemeinsam Energie sendeten, sowie Hilfsgüter und Spenden gesendet. Seitdem man in die betroffenen Regionen einreisen darf, führe ich dort Reiki-Behandlungen, Rettungen von Hunden und Katzen und weiteres Fernreiki sowie Rituale ehrenamtlich durch.
In den letzten Tagen lag der Schwerpunkt meiner Aktivitäten auf der Rettung von Tieren, da mehr Tiere als Menschen dem Einfluss des Reaktorunfalls ausgesetzt sind, der durch den Hochmut der Menschen und menschliches Versagen verursacht wurde. Trotzdem wurden die Tiere einfach im Stich gelassen. Denn die Menschen, die nach dem großen Erdbeben und dem Tsu­nami evakuiert wurden, hatten dabei ihre Haustiere nicht mitnehmen dürfen. Ganz plötzlich verschwanden so für die Tiere ihre Besitzer, ohne dass sie dies richtig verstehen konnten. Die Tiere wurden einfach allein gelassen, wie tragisch für sie. Wir sollten uns beeilen, diese Tiere zu retten. (...)
Ansonsten spüre ich erneut sehr stark, dass es wichtig ist, dass wir Lichtarbeiter uns direkt vorort begeben und dort das Licht hinbringen.
Der Wiederaufbau in den betroffenen Regionen wird sicher viel Zeit erfordern. Dort sieht es derzeit ähnlich aus wie auf ausgebrannten Feldern nach einem Krieg. Natürlich sind die Schäden je nach Ort unterschiedlich groß. In der Umgebung des Atomkraftwerkes in Fuku­shima ist es sicherlich am schlimmsten. Dies ist das Ergebnis törichter Taten, die, ohne mögliche Folgen zu bedenken, ausschließlich durch augenblickliches Interesse motiviert waren. Wie kann man bloß eine solch‘ gefährliche Sache beginnen, deren letztendlich sichere Handhabung noch gar nicht klar ist? Das ist nicht zu verstehen! Wenn Atomkraftwerke tatsächlich so sicher sein sollen, wie von einigen behauptet wird, dann sollen doch die Menschen, die Atomkraft fördern, selbst in der unmittelbaren Nähe der Atomkraftwerke wohnen. Und warum werden dann Atomkraftwerke nicht innerhalb großer Städte gebaut?   
Doch selbst inmitten all dieser negativen Zusammenhänge kann ich eine gewisse Freude spüren – darüber, dass sich unter uns Japanern ein Stolz, ein Dankbarkeitsgefühl und eine vereinende Energie sowie gegenseitige Unterstützung verstärkt haben. Ich denke, dass es für uns Japaner und auch für die Menschheit allgemein notwendig ist, aus dieser Katastrophe zu lernen, Anhaftungen loszulassen, aufzuhören mit einer von egoistischen Interessen motivierten Lebensweise (die einem tiefen Niveau entspricht) und einen Übergang von Trennung hin zu Vereinigung zu schaffen. Dafür finde ich es notwendig, dass wir Japaner jetzt vorangehen – und diese neue Daseinsform aufzeigen.“

Kazuhiro Sato (m), Reiki-Meister/Lehrer, Rituale-Meis­ter, Berater, Kabarettist, Vertreter der Spiritual Akademie Deva, Vorsitzender der NPO Japan Reiki Healing Association
Kanagawa-Präfektur


Neues Wertesystem

„Der 11. März 2011, 14 Uhr 46, wird für die Japaner wohl ewig in Erinnerung bleiben. Das große Erdbeben in Ost-Japan brachte eine viel größere Tragödie mit sich als das große Hanshin-Erdbeben im Jahr 1995.
Ich war zur Zeit des Bebens in Tokyo und habe die ganze Nacht gebraucht, um nach Hause zu kommen. Zu dieser Zeit traf es im Nordosten von Japan viele Menschen, der Tsunami riss viele Familien auseinander. Rd. 28.000 sind tot oder gelten als vermisst.
Die Städte an der rd. 500 Kilometer langen Pazifikküste wurden fast gänzlich zerstört. Die Menschen, die evakuiert werden konnten, leiden unter den unzureichenden Bedingungen wie mangelnde Kleidung, Lebensmittel und die schlechte Wohnsituation, die sie auch psychisch belasten. Diese Situation dauert derzeit an. Dazu kommt noch die Zerstörung des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi, was die Wunde noch vertieft. Es wird gesagt, dass mit einem solch großen Erdbeben und Tsunami nicht gerechnet worden war. 25 Jahre nach „Tschernobyl“ mussten wir die Schattenseite der Nutzung von Atomkraft erleben. In meinem Wohnort, Tokyo, leben jetzt viele Flüchtlinge. Ich, als eine Privatperson, schicke ihnen Spenden und Hilfsgüter. Was ich noch tun kann, ist, jeden Morgen Reiki zu senden, damit die Überlebenden die Hoffnung nicht verlieren. Viele von ihnen sind verzweifelt. Kinder, die ihre Eltern verloren haben, oder Großeltern, die ihre Enkel und Söhne und Töchter verloren haben. Viele haben ihre gesamte geliebte Familie verloren und leiden nun darunter, dass nur sie überlebt haben. Aber jetzt ist ganz Japan eins geworden. Der sich gegenseitig unterstützende Geist lebt in Japan von alters her. Es wird jetzt sichtbar, dass ein so wundervoller Geist auch im gegenwärtigen Japan noch existiert.
Im Jahr 1945 ging der Zweite Weltkrieg zu Ende, und die Nachkriegszeit begann. In Japan entwickelte sich ein neues Wertesystem. Auch jetzt, nach dem Reaktorunfall, entwickelt sich in Japan, mit Bezug auf das Schlüsselwort „Nachbeben“, bereits ein neues Wertesystem. Es gibt weder Metropolen noch Provinz. Japan ist eins. Ich hoffe, dass Reiki ein neues Wertesystem unterstützen kann. Ich glaube, dass das Senden von Reiki das Herz der Menschen heilen kann. (...)
Ich bitte euch, für Japan zu beten, auch wenn es nur kurz ist.“

Masami Goto (m)
Tokyo


Fernreiki senden

„1999 erhielt ich von Hiroshi Doi Sensei den Lehrergrad im Gendai Reiki Ho, ich habe jedoch bisher kein Reiki-Seminar gegeben und noch keine Reiki-Austauschtreffen organisiert.
Ich möchte meine Form der Reiki-Anwendung kurz erklären: Bevor ich mich abends schlafen lege, mache ich kurz Fernreiki, mit einem Dankbarkeitsgefühl, für die betroffenen Regionen – und dann lasse ich das Bewusstsein für ganz Japan, für die ganze Erde und das ganze Universum sich vergrößern, in meiner Vorstellung, und zwar so weit, dass auch ich schließlich eins mit allem werde. Bezugspunkt meiner Fernbehandlungen sind natürlich nicht nur die Ortschaften, das Gegenständliche dort, sondern auch alle lebenden Wesen.
Worauf ich hierbei achte, ist, eine Bedingung festzulegen, die sicherstellt, dass niemandem geschadet wird und die Situation sich nicht verschlechtert, sondern dass die Behandlung vielmehr dazu führt, dass, von der Vergangenheit über die Gegenwart bis hin zur Zukunft, die Situation optimal wird. Das heißt, sollte die Situation zum Zeitpunkt der Behandlung bereits optimal sein, dass dann keine Einmischung erfolgen soll.  (Es ist zwar selbstverständlich, dass Reiki nicht schadet, aber da es verschiedene Bewertungen und Meinungen gibt, möchte ich nicht meine Bewertung jemand anderem aufzwingen, sondern den Willen anderer respektieren. Es ist nur vorsichtshalber.)
Die Idee sowie die Technik dieser Art von Festlegung von Bedingungen bei Fernbehandlungen habe ich von Kazuaki Tanaka Sensei (SDE, in Amazaki) erlernt und in meine Reiki-Anwendungen eingeführt. Er ist ein alter Freund von Doi Sensei und kannte die Situation gut, damals, als Doi Sensei das Gendai Reiki Ho begründet hat.
Vor mehreren Jahren habe ich an einem Reiki-Austausch-Treffen von Doi Sensei teilgenommen und eines seiner von ihm signierten Bücher gekauft. Im Buch war eine Bedingung installiert, dass eine Energie ausstrahlt, wenn man die signierte Seite öffnet. In dem Raum, wo das Austauschtreffen stattfand, gab es eine energetische Installation, dass der Raum gereinigt wird, wenn eine bestimmte Musik läuft. Diese Form der Installation nutze ich auch oft, da sie sehr praktisch ist.“

Mikio Kimura (m), Angestellter
Yokohama, Kanagawa-Präfektur


Das mutige Herz Japans

„Was nach dem großen Erdbeben in Ost-Japan meine größte Anerkennung findet, ist die warmherzige Unterstützung von so vielen, vielen Menschen aus der ganzen Welt, die die Japaner erreicht hat. Als Japaner bin ich bewegt. Aus Taiwan kam eine Spende in Höhe von 15 Milliarden Yen (rd. 135 Millionen Euro), und im Rahmen einer Freundschaftsstrategie seitens der US-amerikanischen Armee sind auch heute, Mitte April, noch fast 20.000 Helfer im Land tätig, meist Angehörige der US-Marine, um beim Wiederbau zu helfen. Von ganzem Herzen bin ich dafür dankbar. Japan steht nun vereint da. Ich bin fest entschlossen, mich eines Tages für diese Hilfe zu revanchieren.
In der Ortschaft „Sakaemura“ (bekannt als „tiefster Schnee im Winter“), im nördlichen Teil der Nagano-Präfektur, wo ich wohne, ereignete sich das große Erdbeben – und viele haben ihre Häuser verloren.
Die größte Angst, die ich jetzt habe, ist, dass es noch keine Perspektive dafür gibt, wann endlich der Unfall des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi unter Kontrolle gebracht werden kann. Es ist auch ein Problem, dass sich der Schaden durch einige unbegründete, negative Gerüchte vergrößert, was einen ernsthaften, wirtschaftlichen Rückschlag mit sich bringt. Viele denken fälschlicherweise, dass derzeit sämtliches Gemüse, Getreide und Fleisch aus der gesamten Fukushima-Präfektur gefährlich sei – und dass nicht bloß Lebensmittel, sondern auch Industrieprodukte, sogar die Menschen selbst dort alle durch Radioaktivität „verseucht“ seien, was aber nicht in jeder Hinsicht stimmt. Ohnehin ist die Lage stressig genug, und die betroffenen Bauern, Fischer und auch andere Bürger sehen sich längerfris­tig mit einer leidvollen Situation konfrontiert. Ferner reagieren viele Menschen in anderen Ländern sehr nervös und lassen sich teilweise auch täuschen, mit der Ansicht, nicht nur Fukushima, sondern ganz Japan sei jetzt ein „Tschernobyl“ geworden. Viele Ausländer neigen dazu, Japan zu verlassen. Und natürlich ist die Zahl der Touristen nicht nur im Nordosten von Japan, sondern im ganzen Land massiv gesunken. Immer mehr Hotels werden wohl in Konkurs gehen müssen. Im Gegensatz zu den warmherzigen Unterstützungen und Botschaften aus der ganzen Welt nehme ich diesbezüglich eine gewisse Leichtfertigkeit bei den Menschen im Umgang mit dem Informationsfluss in dieser Sache wahr, worüber ich Traurigkeit empfinde.
Jetzt befindet sich Japan in einer sehr schwierigen Zeit. Jedoch wird Japan mit Sicherheit einen wundervollen Wiederaufbau schaffen – und die Erfahrungen aus diesem Unheil dazu nutzen, die Entwicklung und Durchführung eines weltweit bestmöglichen Energieversorgungssystems zu betreiben. Auch ein Risiko-Bewertungs- und Warnsystem auf allen erdenklichen Ebenen für das Katastrophenmanagement wird entwickelt werden. Ich bin davon überzeugt, dass Japan zum idealen Wiederaufbau des Landes voranschreitet, das zukünftig im weltweiten Vergleich als mit am sichersten, angenehmsten und am wenigsten umweltbelastend wird gelten können. Ich denke, dass Japan, welches als Staat in der Welt eine der ältesten Geschichten hat, nie untergeht. Wie ein Gedicht des Meiji-Kaisers es besagt:

Wie mutig das Herz Japans ist
Kommt zum Vorschein
Gerade wenn sich etwas ereignet

Von dem Tag des Erdbebens an bete ich für den Seelenfrieden der Opfer. Ich bete, damit den Betroffenen so schnell wie möglich wieder friedvolle Tage beschieden sein werden.“

Eiji Asada (m)
Nagano

Danke!

„Jetzt, mit oder ohne Verbindung zu Reiki, bin ich einfach dankbar: Mutter Erde, die alle Lebewesen am Leben hält und ernährt, der Sonne, dem Wind, dem Erdboden, der Luft, dem Wasser.
Dass das Wasser kommt, wenn ich den Hahn aufdrehe, dass ich mir ohne Mühe Lebensmittel besorgen kann und drei Mahlzeiten am Tag nicht vermissen muss.
Dass ich ein Bad nehmen und im warmen Bett schlafen kann, dass ich eine Arbeit habe und arbeiten kann, dafür bin ich dankbar.
Und dafür, dass – trotzdem wir fortwährend, unter dem Vorwand von Wirtschaftswachstum, die Erde abschaben, Wälder aufschneiden, die Natur zerfressen –, wir nun schon so lange Zeit von dem großen, nachsichtigen Geist geschützt werden, wie auch die uns Menschen nährende Natur.
Ich bitte die über Zeit und Raum hinaus gegenwärtig arbeitenden Götter um Verzeihung für die egoistisch geprägte Daseinsform von uns Menschen.
Dafür, dass wir alles als selbstverständlich nehmen und Dankbarkeit vergessend leben, bitte ich um Verzeihung.
Dafür, dass durch Schutz und Wirkung verschiedener Wesenheiten unser Leben bestehen bleibt, danke ich.
Danke, dass ich den Segen der Sonne empfangen darf. Danke auch für den Regen. Der sonnige wie der regnerische Tag tut der Erde gut. Der sonnige wie der regnerische Tag wie auch der wolkige Tag ist immer gutes Wetter für uns.
Solange wir Menschen sie nicht verrückt machen, tobt die Natur nicht. Sie tobt, wenn wir Menschen die Achtung vor der Natur vergessen. Wenn sie zu toben scheint, ist dies der Beweis dafür, dass wir Menschen auf der Erde nicht ausreichend verwurzelt sind – und die Bescheidenheit verloren haben.
Daher ist Beten sehr wichtig. Jetzt. Nach Möglichkeit jetzt. Ein Dankbarkeitsgefühl gegenüber der Natur, ein Dankbarkeitsgefühl gegenüber der Erde ... das möchte ich mit vielen Menschen teilen.
Erwachte Menschen sollten gemerkt haben, warum sich dieses große Erdbeben in Ost-Japan ereignet hat, was für eine Energie da ausgestoßen wurde, dass es kein bloßes Zusammenstoßen der Erdplatten war.
Daher bete ich, ein Gebet der Dankbarkeit. Ich bitte um Verzeihung. Und sage wieder danke.
Dafür, dass es Felder gibt, dass ich auf Feldern stehen und diese pflügen darf, dass wir hier Getreide anbauen und dieses essen dürfen, dass es schmackhaft für uns ist.
Dafür, dass ich leben darf, bete ich das Gebet der Dankbarkeit. Danke!“

Kayako Funasaki (w), Angestellte in einer Schule
Chiba-Präfektur (an der Küste)

 

Redaktioneller Hinweis: Wir entschuldigen uns dafür, sollte es im Zuge der redaktionellen Bearbeitung der Briefe in deutscher Sprache – in der kurzen Zeit, die dafür zur Verfügung stand – an der ein oder anderen Stelle zu kleineren, inhaltlichen Ungenauigkeiten gekommen sein.

Wir danken Hiroko Kasahara für die Vermittlung zwischen der Redaktion des Reiki Magazins und den einzelnen Briefeschreibern. Ohne sie wäre dieser Beitrag nicht zustande gekommen.

Übersetzung aus dem Japanischen:
Hiroko Kasahara

Redaktionelle Bearbeitung: Oliver Klatt

 

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