Die jährliche Konferenz der Reiki Alliance

Die Reiki Alliance, ein Zusammenschluß von Reiki-MeisterInnen, trifft sich jedes Jahr zu ihrer jährlichen Konferenz. Mit mittlerweile 800 Mitgliedern ist diese Vereinigung eine der größten Organisationen von Reiki-Meisterinnen und -Meistern weltweit, und ein solches Treffen ist immer ein besonderes Erlebnis. Jürgen Kindler berichtet.



Wenn sich die Reiki Alliance trifft, dann tut sie es gleich für eine Woche. Vom 22. bis 28. April 1997, diesmal im „Living Enrichment Center“ in Wilsonville, nur 30 Autominuten entfernt vom internationalen Flughafen in Portland/Oregon im Nordwesten der USA. 170 MeisterInnen waren dieses Mal gekommen, etwas weniger als bei der letzten Konferenz in Gersfeld (Deutschland) 1996.

Reiki-Alliance-Konferenz

In dieser Jahreszeit ist es schon sehr grün und so kalt (oder so warm) wie im Frühling in Deutschland. Als ich meinen Koffer packte, war er voll mit langen Hosen und Pullovern. Das war weise Voraussicht, wie sich noch herausstellen sollte.

Ich war schon ein paar Tage früher da, und es war sehr schön zu sehen, wie sich das Zentrum langsam mit Reiki-MeisterInnen füllte. Bereits bei den innigen Begrüßungen zeigte sich das enge Band, das weltweit zwischen vielen Reiki-MeisterInnen über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg besteht.

Da die Mitglieder der Reiki Alliance aus aller Welt kommen, ist die Konferenz oft die einzige Möglichkeit, sich zumindest einmal im Jahr zu treffen. Diesmal kamen die TeilnehmerInnen aus folgenden Ländern: Argentinien, Belgien, Brasilien, Chile, Curacao, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Hongkong, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweiz, Spanien, USA. Mit Hilfe einer ganzen Anzahl von ÜbersetzerInnen (alles Reiki-MeisterInnen) und einem Kopfhörersystem wurde die gesamte Konferenz in vier Sprachen übersetzt.

Das Programm

Phyllis Lei Furumoto, Großmeisterin und Trägerin der Linie des Usui Systems der Reiki-Heilung, und Paul Mitchell, Oberhaupt der Lehre, teilten mit den Reiki-MeisterInnen während der Konferenz intensiv das Geschenk von Reiki. Die beiden haben in den letzten Jahren gemeinsam das Usui System in Worte gefaßt – in die sogenannten vier Aspekte und neun Elemente.

Nachdem das Usui-System seit dem Jahr 1988 verschiedene Änderungen durch MeisterInnen erfahren hat, ist es der Reiki Alliance ein wichtiges Anliegen, zur alten und ursprünglichen Form zurückzufinden. Und wer sonst als Phyllis Furumoto als Großmeisterin und Linienträgerin sollte dafür in Frage kommen?

Das Hauptprogramm umfaßte Vorträge von Phyllis und Paul, Erläuterungen vom Vorstand und vor allen Dingen das Treffen in den sogenannten „Homegroups“ , kleinen Gruppen von fünf bis zehn MeisterInnen, die sich immer wieder über die ganze Konferenz verteilt getroffen haben, um sich gegenseitig kennenzulernen, zu unterstützen und einzelne Themen zu diskutieren. Wir hatten auch mehrere „jährliche Treffen“ (annual meetings), in denen der neue Vorstand gewählt und verschiedene, die geschäftlichen Belange der Reiki Alliance betreffende Themen diskutiert und abgestimmt wurden.

Der spirituelle Teil

Im Laufe der letzten Jahre ist die Reiki Alliance dazu übergegangen, nicht nur über Reiki zu reden, sondern es auch gemeinsam zu praktizieren. Jeden Tag haben wir uns eine Stunde in Dreiergruppen gegenseitig Reiki gegeben. Manchmal mit Musik, manchmal ohne. Paul Mitchell und Phyllis Furumoto gaben den MeisterInnen eine Kurzeinführung in die Art und Weise, wie Takata die Handpositionen gelehrt hat. Wir haben dann alle gemeinsam diese einfache Art des Reiki-Gebens praktiziert.

Ich glaube, daß Reiki uns geholfen hat, diese Konferenz besser zu verarbeiten und die von Phyllis gegebenen Informationen tiefer zu verstehen. Eine Konferenz der Reiki Alliance ist nicht nur ein physisches Zusammentreffen von Personen, sondern auch ein energetisches Ereignis. Wenn sich 170 Reiki-MeisterInnen gegenseitig Reiki geben, dann berührt das jeden im Raum. Das ist ein Erlebnis, das ich in meinem Herzen trage und an das ich mich das ganze Jahr über erinnere.

Auch die Reiki-Lebensregeln hatten ihren Platz in der Konferenz: Jeder Morgen begann in Stille, und es wurde über eine der Lebensregeln meditiert.

Das „Nebenprogramm“

Neben dem eigentlichen Programm hatten wir – wie bei jeder Konferenz – auch Pausen und freie Abende, während derer das eigentliche „soziale“ Leben stattfand. Das Wiedersehen von Freunden und Freundinnen aus aller Welt, der Austausch von Erfahrungen und das Erzählen von Erlebnissen und Geschichten sind für mich einige der wichtigsten Gründe, zur Konferenz zu kommen.

Höhepunkt dessen war der Kabarettabend, der von Reiki-MeisterInnen für Reiki-MeisterInnen gestaltet wurde. Die Veränderungen, die das Praktizieren von Reiki im eigenen Leben so bringt, sind mit Humor viel leichter zu bewältigen. Einmal im Jahr gibt es für Reiki-MeisterInnen die Gelegenheit, sich gegenseitig mit ernsten und lustigen Einlagen zu unterhalten. An diesem Abend hatte jede Gruppe ca. zehn Minuten Zeit, und wir wurden über zwei Stunden unterhalten! An diesem Abend hat jeder der Zuhörer irgendwann einmal sich vor Lachen kaum noch eingekriegt, und lebhafter bis tosender Beifall war allen Darstellungen sicher.

Das Ende der Konferenz

Während der Konferenz verliert man das Gefühl für Zeit und Raum. Das Erleben ist so intensiv, daß man sich fragt: „Auf welchem Kontinent bin ich eigentlich?“, oder „Was, es ist schon Freitag?“ So kam für viele das Ende der Konferenz beinahe unerwartet. Während der Abschlußzeremonie hat mich wieder erstaunt, wieviele Menschen geholfen hatten, die Konferenz zu ermöglichen: Fast zwei Drittel der Anwesenden hatten etwas dazu beigetragen. Und wieder, wie schon vor ein paar Jahren, war das Vortragen der Lebensregeln in den 18 Sprachen einer der bewegendsten Momente.

Dann war sie plötzlich vorbei, die Konferenz. In Wellen verließen die Reiki-Meister und -Meisterinnen diesen Ort, nach und nach trafen die TeilnehmerInnen des nächsten Treffens ein – die Reiki-Energie, für eine Woche ganz stark an einem Ort konzentriert, verteilte sich wieder in die Welt.



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Selbstdarstellung der Reiki Alliance

Die Reiki Alliance ist eine internationale Gemeinschaft von Reiki-Meister/LehrerInnen des Usui Systems der Reiki-Heilung. Die Basis der Reiki Alliance besteht in der Anerkennung der spirituellen Linie und der gegenseitigen Unterstützung als MeisterInnen im Usui System der Reiki-Heilung.

Die Reiki Alliance wurde 1983 von einer Gruppe von MeisterInnen gegründet, die von Frau Hawayo Takata ausgebildet und eingeweiht worden waren. Sie kamen zusammen, um Frau Takatas Andenken zu ehren und ihre Enkelin, Phyllis Lei Furumoto, als ihre Nachfolgerin in der weltweiten Führungsrolle von Reiki anzuerkennen.

Wir sind eine Allianz von Reiki-MeisterInnen, die sich der Qualität und dem Inhalt von Reiki verpflichten: dem Usui System der Reiki-Heilung. Unsere Ausübung und Lehren stellen viele Jahre der unmittelbaren Erfahrung, der Ausbildung und des Lernens und eine lebenslange Verpflichtung mit unserem uns einweihenden Meister oder unserer Meisterin dar.

Wir erkennen die direkte spirituelle Linie von Mikao Usui, Chujiro Hayashi, Hawayo Takata und Phyllis Lei Furumoto als GroßmeisterInnen an. Wir unterrichten das Usui System des Reiki, in dem wir die Form – unter Ehrung der Zeit – erhalten, wie sie durch die Großmeisterin Phyllis Furumoto heute zum Ausdruck gebracht wird.

Als Gemeinschaft teilen wir professionelle Standards und einen Ehrenkodex.

Wir streben danach, unsere Meisterschaft durch die Umsetzung der spirituellen Lebensregeln in unserem Alltag zu verwirklichen. Wir üben Reiki durch das Geben und Empfangen von Behandlungen aus. Regelmäßig führen wir unsere professionelle Weiterbildung und unser persönliches und spirituelles Wachstum fort.

Seit 1983 trifft sich die Reiki Alliance jährlich, um die Erfahrung der Gemeinschaft für ihre Mitglieder zu vertiefen. Die Reiki Alliance ist aus den 20 Gründungsmitgliedern auf eine Mitgliedschaft von ca. 800 Reiki-MeisterInnen, die 34 Länder vertreten, gewachsen.

Die Mitgliedschaft der Reiki Alliance steht allen MeisterInnen offen, die die Identitätserklärung annehmen, so wie sie 1993 auf der Konferenz in Whistler in Kanada beschlossen wurde.


(Quelle: The Reiki Alliance, USA. Übersetzung: Esther Sterchi)







 

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