Warme Hände


Die meisten Menschen, die Reiki haben, spürten nach den Einweihungen Wärme oder ein Gefühl des Fließens in ihren Händen. Doch es geschieht immer wieder, dass manch einer nichts in seinen Handflächen spürt. Upen Chokshi waren diese Gefühle in seinen Händen sehr wichtig. Sie waren ihm eine Bestätigung, dass Reiki floss.





Einmal hatte ich ein älteres Ehepaar in einem Seminar. Der Mann hatte Herzprobleme und bereits eine Bypass-Operation hinter sich. Ich möchte ihre Erfahrung in ihren eigenen Worten wiedergeben:

„Meine Frau und ich nahmen am ersten Tag des Reiki-Seminars teil. Während den Behandlungen nahmen wir keinerlei veränderte Gefühle in unseren Händen wahr. Wir fühlten überhaupt nichts. Ich sagte zu meiner Frau: „Diese ganze Reiki-Sache ist ein Betrug. Wir fühlen gar nichts. Ich glaube, wir haben unser Geld vergeudet. Wollen wir trotzdem morgen kommen und auch noch unseren Sonntag vergeuden?“ Wir waren unsicher. Aber wir waren sehr enttäuscht.

In der Zwischenzeit kam einer unserer Nachbarn. Er wusste, dass wir am Reiki-Seminar teilnahmen. Er bat um eine Behandlung, um dies einmal zu erfahren. Zögernd und voller Zweifel legten wir ihm unsere Hände auf. Wir nahmen wieder keinerlei Empfindungen in unseren Händen wahr.

Am nächsten Morgen kam unser Nachbar und sagte: „Was habt ihr gestern gemacht? Ich hatte einen sehr guten Schlaf, und ich habe fast keine Schmerzen mehr. Ich fühle mich voller Energie. Was habt ihr nur mit mir gemacht?“ Das war wirklich eine Überraschung für uns. Wir entschlossen uns, das Seminar weiterzumachen.

Später haben wir uns gegenseitig einfach Reiki gegeben. Wir hatten noch immer keine Empfindungen in unseren Händen. Aber nach einiger Zeit sind meine Herzprobleme ganz verschwunden. Ich habe viel mehr Energie und fühle mich jünger. Das ist wie ein Wunder.“

Ich habe auch von anderen ähnlichen Erfahrungen gehört. Ich erkannte, dass die Wahrnehmung in den Händen überhaupt nicht relevant ist. Reiki fließt dennoch. Natürlich ist es ein schönes Gefühl, wenn wir etwas spüren. Aber dies hat keine Auswirkungen auf die Ergebnisse der Reiki-Behandlungen.


Fernreiki auf Vorhaben


Ich war anfänglich begeistert über die Möglichkeit, Reiki auf Vorhaben zu senden, um diese mit Energie aufzuladen. Nach meinem 2. Grad-Seminar gab ich auf die verschiedensten Vorhaben ständig Reiki – besonders im geschäftlichen Bereich, wo es um die Verhandlung bestimmter Verträge ging. Oftmals funktionierte das wie ein Wunder. Aber dann gab es auch Zeiten, in denen ich spürte, dass es ein Fehler wäre, Reiki auf diese Vorhaben zu senden.

Tatsächlich gab es meinem Ego Nahrung, dass ich gelernt hatte, Reiki auf Vorhaben zu geben. Ich fühlte mich wie ein „Wundertäter“, der die Macht hatte, alles zu manifestieren! Dann kam die große Ernüchterung – es funktionierte nicht! Es fiel mir schwer zu begreifen, dass Reiki nur zum Besten aller Beteiligten wirkt.

Ich erinnere mich. Einmal gab ich Reiki auf das Vorhaben, einen großen und begehrten Vertrag zu erhalten. Obwohl ich „viel Reiki“ schickte, habe ich den Vertrag nicht bekommen. Rückblickend erkannte ich nach einigen Monaten, dass es gut war, dass ich diesen Vertrag nicht erhalten hatte, denn in der Zwischenzeit waren die Preise für die Rohmaterialien gestiegen und andere Materialien waren gar nicht mehr erhältlich. Hätte ich den Vertrag bekommen, hätte ich viel Geld verloren.

Aus dieser Erfahrung lernte ich, dass Reiki nur zum Besten aller Beteiligten funktioniert. Dies erlaubte mir auch, meine Anhaftung an bestimmte Ergebnisse loszulassen. Wenn ich Reiki an Vorhaben schicke, dann erwarte ich das Beste – und ich weiß auch, dass das, was ich erhalte, das Beste ist.

Nach langer Praxis erkannte ich meine Aufgabe darin, Reiki zu geben, um Harmonie und Frieden zu finden. Es kann schon vorkommen, dass meine Definition von Harmonie sich davon unterscheidet, was das Universum vorhat. Reiki kümmert sich nicht um persönliche Vorlieben. Ich habe gelernt, dem universellen Fluss zu vertrauen und mich selbst für das zu öffnen, was für alle Beteiligten das Beste ist. Ich kämpfe nicht mehr darum, dass bestimmte Dinge geschehen – jetzt kann ich das, was geschieht, einfach zulassen. Reiki ist bedingungslose Liebe. Lass einfach die Universale Lebensenergie die Arbeit tun! Dies war eine schwierige Lektion für mich.

Und es gab noch etwas zu lernen. Meine Frau Anjana nahm einmal an einem Usui I - Seminar teil. Sie berichtete, was Paul Mitchell erwähnt hat. Wenn wir uns regelmäßig Reiki geben und unser Energie-/Schwingungsniveau dadurch immer weiter erhöhen, dann werden sich die Vorhaben von selbst manifestieren. Ich fand dies sehr interessant. Auch aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass wenn unser Schwingungsniveau höher ist, sich dann Dinge einfach dadurch manifestieren, dass wir daran denken. Es ist also gar nicht nötig, dass ich Reiki auf Vorhaben schicke. Wenn wir uns darauf konzentrieren, unsere Blockaden zu lösen, unser Schwingungsniveau zu erhöhen und die Anhaftung an Resultate loszulassen, manifestieren sich die Ergebnisse von selbst.


Reiki und Freiheit


Wie ich zuvor schon sagte, war ich den Ergebnissen von Reiki-Behandlungen sehr verhaftet, und auch den Ergebnissen von Fernreiki. Einmal erzählte mir eine Schülerin aus Coimbatore, dass sie, nachdem sie einer Frau mit Haarausfall einige Behandlungen gegeben hatte, selbst Haarausfall bekam. Sie fragte mich, wie das möglich sei.

Auch einige andere Reiki-Praktizierende hatten diese Erfahrung gemacht. Ich hatte keine Antwort auf dieses Problem. Ich war auf der Suche. Einmal nahm ich an einem Seminar meines Freundes Don Alexander aus England teil. Er sagte, dass wir meistens, wenn wir Reiki-Behandlungen geben, sofort bestimmte Ergebnisse erwarten. Wenn sich diese Ergenisse nicht zeigen, sind wir unzufrieden und ziehen die Kraft von Reiki in Zweifel.

Er sagte, Reiki ist Universelle Lebensenergie und hat eine eigene Weisheit. Wenn wir bestimmte Ergebnisse erwarten, ist dies wie ein Widerstand, der den Fluss von Reiki bremst. Wenn wir Reiki mit bestimmten Erwartungen an die Ergebnisse oder mit einem Widerstand geben, dann kann es geschehen, dass wir die Symptome der Patienten übernehmen. Aber auch dann, wenn wir dieselben Probleme wie der Patient latent in uns selbst haben, ist es möglich, dass diese aktiviert werden. Dann empfinden wir dies vielleicht so, als hätten wir diese Krankheit von Patienten „übernommen“.

Ich empfehle meinen Schülern folgende Haltung beim Reiki geben: Lege deine Hände auf wie ein staunendes Kind, ohne zu wissen, was unter deinen Handflächen geschieht, und staune, wie die Universale Lebensenergie arbeitet. Sei dankbar und liebevoll mit dir selbst und mit dem Patienten. Erlaube Reiki, einfach zu arbeiten. Und ... es können Wunder direkt unter deinen Händen geschehen!


Reiki und Meditation


Ich hatte eine interessante Erfahrung mit einem Swami, der an einem 2. Grad-Kurs teilnahm. Er meditierte regelmäßig mehrere Stunden täglich und berichtete von folgender Erfahrung:

„Normalerweise machen wir 10-14 Atemzüge in der Minute. Wenn wir ärgerlich oder aggressiv sind, steigt dies auf ungefähr 14-18 Atemzüge in der Minute. Wenn ich meditiere, sinkt mein Atemrhythmus auf 7-10 Atemzüge per Minute. Nach meinem 1. Grad Seminar praktizierte ich regelmäßig Reiki. Jetzt ist mein normaler Atemrhythmus weniger als 10, und wenn ich meditiere, sinkt er auf weniger als 4-5 Atemzüge per Minute. Das bedeutet, dass mein normaler Atemrhythmus jetzt so ist, als wäre ich ständig in Meditation! Und meine Meditation ist viel tiefer.“

Etwas Ähnliches wird von vielen berichtet. Wenn sie ihre Hände auflegen, um jemanden zu behandeln, dann wird die Atmung verlangsamt – wir atmen entspannter. Und wenn wir Reiki einfach erlauben zu fließen, dann kommen wir selbst auch in ein meditatives Stadium. Für mich ist Reiki geben eine Meditation an sich, die uns tief in uns selbst bringt und uns erlaubt, mit dem in Berührung zu kommen, wer wir wirklich sind. Wenn wir keine Erwartungen haben, kann Reiki uns wirklich frei machen. Reiki kann uns lehren zu SEIN. Reiki kann uns lehren, Dinge geschehen zu lassen. Dies ist der Weg zur Freiheit hin.