Auf Reiki-Treffen unterwegs

Kolumne von Janina Köck

Jedes Jahr freue ich mich auf die verschiedenen größeren Reiki-Treffen in Deutschland. Alle neuen Termine werden sofort in meinen Kalender eingetragen. Auch wenn ich es nicht jedes Jahr schaffe, an allen Treffen teilzunehmen, versuche ich immer, so viele wie möglich mitzunehmen. Wie schafft man das eigentlich, wenn man zu Hause eine Praxis führt?, fragen sich manche. Die Teilnahme an mehreren Reiki-Treffen im Jahr kostet ja ganz schön viel Zeit und auch Geld. Nun, da wende ich einen einfachen Trick an: Ich engagiere mich für die jeweilige Veranstaltung – und arbeite nach Möglichkeit dabei mit. Helfer werden immer gebraucht, und bei einer Veranstaltung zu helfen ist nicht nur eine gute Möglichkeit, sich dabei einzubringen, es kann auch die finanzielle Last ein wenig lindern, die mit der Teilnahme an solchen Treffen leider auch einher geht.

Das Miteinander

Im Idealfall bin ich also auf vier größeren Reiki-Treffen im Jahr anzutreffen – und ich liebe es! Der Austausch, das Miteinander, Menschen zu treffen, die ich sonst nie getroffen hätte ... oder die ich nur wenige Male im Jahr sehe, eben auf diesen Events. Natürlich ist dabei nicht immer alles nur „Friede, Freude, Eierkuchen" – und das ist auch gut so. In den vielen Jahren, die ich bei solchen Treffen mit dabei bin, konnte ich immer wieder beobachten: Wenn viele Reiki-Menschen zusammen treffen und die Energien fließen lassen, kommt es zu spannenden Prozessen. Und manchmal auch zu starken Nachwirkungen. Das ist nicht immer nur einfach – aber im Großen und Ganzen doch wunderbar! Wenn ich bedenke, wieviel ich dabei schon lernen durfte über Menschen ... und Reiki ... und, natürlich am wichtigsten: über mich selbst. Danke, Reiki, für diese Möglichkeit!

Einige der wichtigsten Erkenntnisse, die ich im Laufe der Zeit auf diesen Treffen hatte, sind:

1. Bekannte Reiki-Persönlichkeiten kochen auch nur mit Wasser.
2. Jeder, der Reiki praktiziert (egal wie lange schon), ist immer noch und vor allem ein Mensch mit persönlichen Stärken und Schwächen.
3. Sei offen! Aber schau immer, wie es dir geht ... und tu nur, was dir guttut!

Bei jedem großen Reiki-Treffen gibt es immer sooo viel zu erleben. Das ist schön, kann aber auch anstrengend werden. Wichtig ist es dann zu schauen, wie es einem dabei geht. Muss man wirklich jeden Workshop mitmachen? Oder ist es einfach auch mal nötig, sich selbst zurückzuziehen, Reiki zu machen oder mit anderen in Ruhe zu sprechen?

Und: Wir hören nicht auf, Menschen mit ganz persönlichen Stärken und Schwächen zu sein, nur weil wir uns spirituell betätigen. Vielleicht haben wir mit Reiki einen kleinen Vorteil, weil es uns dabei hilft, mit den Herausforderungen des Lebens besser umzugehen. Aber deshalb sind wir nicht besser oder schlechter als andere Menschen, die sich vielleicht nicht spirituell betätigen. Und: die Herausforderungen hören deshalb auch nicht auf – verändern können wir lediglich die Art, wie wir mit ihnen umgehen.

Dasselbe gilt auch für bekannte Reiki-Persönlichkeiten. Manchmal haben wir vielleicht Vorstellungen davon, wie jemand sein könnte/soll/muss, wenn er oder sie beispielsweise ein in der Reiki-Szene bekannter Autor ist oder vielleicht das jeweilige Reiki-Treffen (mit) organisiert. Dann ist es wichtig, dass daraus keine Projektionen werden, die wir auf diese Menschen „werfen". Je näher ich manche dieser Menschen kennenlernen durfte, umso klarer wurde mir, dass auch sie letztlich immer noch Mensch sind, mit ihren ganz eigenen Prozessen, Projektionen, Stärken und Schwächen.

Reiki Festival

Jetzt im Herbst findet in Gersfeld wieder das Reiki Festival statt, die „Urmutter" aller Reiki-Treffen in Deutschland. Seit 2002 ist das Reiki Festival für mich wichtig, es war das erste größere Reiki-Event, bei dem ich dabei war. Mich hatte damals die Präsenz von Phyllis Furumoto angezogen – und auch die Aussicht, Reiki-Menschen kennenzulernen, die schon 20 Jahre und länger Reiki praktizieren. Das fand ich zu der Zeit wahnsinnig spannend, bereichernd. Und ich war damals gerade in einer Phase, in der ich auf der Suche nach meinen eigenen Reiki-Wurzeln war.

Phyllis Furumoto am Meistertag und während des Festivals zuzuhören und zu sehen, wie sie Fragen aus dem Publikum beantwortet, war für mich faszinierend. Doch musste ich natürlich zugleich auch schauen und nachspüren, wie das Gesagte in mein Reiki-Leben hineinpasst. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Prozess für frisch eingeweihte „Reikianer" nicht immer einfach ist.

Es ist auch interessant, den Wandel im Laufe der Zeit in manchen Aussagen von Phyllis zu sehen. Kam sie mir 2002 noch weniger tolerant vor hinsichtlich anderer Reiki-Richtungen, so hat sie dieses Jahr auf dem ProReiki-Jahreskongress zum Ausdruck gebracht, dass alle Reiki-Richtungen für sie wertvoll sind. Es ist gut, dass es zu einem solchen Wandel kommen kann, in den Auffassungen zu bestimmten Themen – und ich hoffe, dass diese Impulse auch in das Reiki Festival weiter mit einfließen. Dieses hat sich in den letzten Jahren ja bereits auf den Weg „zu neuen Ufern" gemacht, weg von der starken Takata-traditionellen Ausrichtung, hin zu mehr Offenheit, auch für Gäste aus ganz anderen Reiki-Richtungen. Ich wünsche mir, dass das Ehren der Tradition weiter besteht sowie gleichzeitig die Offenheit für neue Wege wächst und sich festigen darf. Dazu fällt mir noch ein bekanntes Sprichwort ein: „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers." In diesem Sinne wünsche ich dem Reiki Festival weiterhin viel Erfolg!

 

 

Janina Köck, klassische Homöopathin, körperorientierter Coach, Reiki-Lehrerin. Praxis Leben im Einklang in Köln. Organisation Reiki Convention, Gründungsmitglied ProReiki.

Kontakt:
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