Paracelsus

Auf der Grenze zwischen der Medizin des Mittelalters und jener der beginnenden Neuzeit wandert ein Mann, den spätere Generationen als einen der größten Ärzte seiner Zeit bewundern werden – und jede wird in ihm etwas anderes sehen.

 

Ein kleiner Mann mit fast kahlem Kopf, mager und bucklig – so soll Paracelsus Theophrastus von Hohenheim ausgesehen haben, wie ein Stich aus dem Jahre 1540 zeigt, zu seinen Lebzeiten noch angefertigt. Den Buckel verdanke er seiner Mutter, einer Leibeigenen des Klosters Einsiedeln, soll er einmal gesagt haben, der Aufenthalt in ihrem Leibe sei ihm nicht wohl bekommen. Der Vater, ein Arzt mit abgeschlossenem Medizinstudium, der in Einsiedeln niedergelassen war, galt indes als schöner Mann.

Doch bedeute das Aussehen eines Menschen vor den Augen Gottes nichts, weiß der Sohn dieser beiden ungleichen Eltern später, da es auf das „Bildnis" im Herzen ankomme, nämlich das Bild Gottes im Menschen, welches ewige Schönheit sei. „Diese Theorie vom hässlich geborenen Menschen mit dem Bildnis der ewigen Schönheit in sich", schreibt ein Biograph des Paracelsus, „gehört als Begründung der unverlierbaren Würde von allem, was ein menschliches Antlitz trägt, zu den Lichtpunkten einer anthropologisch fundierten medizinischen Ethik."

Eine Ethik, die zu einer Zeit entstand, in welcher der Mensch wenig galt, wofür beispielhaft die Bauern-Kriege von 1525 stehen. An diesen Kriegen in Süddeutschland nahm Paracelsus selbst teil, er unterstützte die Bergleute in Österreich. Nicht verwunderlich, war er selbst doch durch seine Mutter bis zu seinem Lebensende rechtlich gesehen ein Leibeigner des Fürstabtes vom Kloster Einsiedeln. Während dieser Zeit befasste er sich mit den Berufskrankheiten der Bergarbeiter und schrieb ein Buch über die sogenannte Bergsucht. Parallel dazu hat er Umweltverschmutzung und deren Auswirkungen erfasst und beschrieben.

Neues Bewusstsein

Der Reformator Martin Luther hatte durch seine Schriften und Predigten in den Menschen, insbesondere den leibeigenen Bauern ein Bewusstsein neu entfacht, dass sie aus der Bibel ableitbare Rechte und Werte hätten und dass ihre Herren nicht willkürlich über sie verfügen könnten. Da die Herren, weltlicher sowie geistiger Adel und die Ritter den Forderungen der Bauern nach einem für sie menschenwürdigen Leben nicht nachgaben, kam es zum Krieg. Die Bauernkriege wurden grausam niedergeschlagen. Doch nicht nur die häufigen Kriege dieser Zeit waren furchtbar. Auch das Bild, das vom Menschen gezeichnet wurde, und das seine Bestätigung fand in dem Gedanken Luthers, der den Mensch als Reittier Gottes und des Teufels sah, die beide abwechselnd die Oberhand hätten. Anfällig und zerbrechlich schienen die Menschen, die Lebenserwartung war niedrig, die Sterblichkeit hoch – wer nicht durch Folter, Hinrichtungen und generell Entbehrungen umkam, starb oft an einer der zahllosen Seuchen, die diese Welt heimsuchten, wie etwa der Pest. Eine neue Seuche war dazugekommen, ob sie von Kolumbus aus Westindien, wie man Amerika damals nannte, mitgebracht worden war, ist anzunehmen. Denn seit 1493, dem Geburtsjahr des Paracelsus, breitete sich diese Seuche in Europa wie ein Flächenbrand aus und wurde später eines der großen Themen des Arztes: die Syphilis.

Seine Forschungen, wie diese vielgestaltige und quälende Krankheit zu behandeln und zu heilen sei, brachten ihn nicht nur in Konflikte mit der Ärzteschaft der Stadt Nürnberg, in der er 1531 lebte, sondern schien auch wirtschaftliche Interessen zu tangieren. Fast könnte man sagen, Paracelsus war mit der Pharma-Industrie in Streit geraten. Ein ebenfalls aus Westindien stammendes Holz galt damals als das wirksamste Heilmittel, es musste teuer importiert werden und auch Kaufmannsfamilien verdienten gut an diesen Geschäften. Theophrastus von Hohenheim wagte es aber nicht nur, einheimische Kräuter als wirksame Heilmittel gegen die vielfältige Syphilis zu empfehlen, sondern auch, darüber ein umfangreiches Buch drucken zu lassen. Der Konflikt eskalierte derart, dass die Stadt Nürnberg den zweifachen Doktor der Medizin mit einem Publikationsverbot belegte. Das war eine schwere Strafe in einer Zeit, da nicht in jeder Stadt eine Buchdruckerpresse existierte. Es gab damals außer in Nürnberg nur in Basel eine für Paracelsus erreichbare Druckerpresse. Der Buchdruck, achtzig Jahre zuvor erfunden, war seinerzeit das modernste Medium, in seiner Bedeutung vergleichbar dem heutigen Internet.

Heil und Heilung

Bei seinem Tode 1541 in Salzburg hat Paracelsus ein Werk hinterlassen, von dem heute etwa 10.000 Seiten veröffentlicht sind, bei weitem noch nicht alle. Nicht nur erstaunlich, dass er während seines unsteten Lebens die Zeit gefunden hatte, seine Gedanken aufzuschreiben: „Einzigartig" darin sei, so ein Biograph, „die Zusammenschau von Medizin, Kosmologie, Psychopathologie, magischen Gesichtspunkten und politischer Kritik, die sich in einem faszinierenden Symbol- und Zeichensystem offenbart." Die Vielfalt an Aspekten passt in jene Zeit, in der sich besonders in Deutschland alles im Umbruch befand. Die Stände-Hierarchie war ins Wanken geraten, Papst und Kaiser lagen im Krieg miteinander, die Kirche hatte längst ihren seelsorgerlichen Auftrag vernachlässigt, es ging fast nur noch darum, den Menschen, die nach Heil und Heilung für Körper und besonders Seele verlangten, Geld abzunehmen für den Neubau des Petersdoms in Rom. Parallel zu den Wirren auf Erden stand eine astronomische Entdeckung: die des Nikolaus Kopernikus, der klarstellte, dass nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums stehe, sondern sich um die Sonne drehe. Die Sonne, von der bislang geglaubt wurde, sie kreise um die Erde.

Immer wieder aber zeigt sich in seinen Schriften, dass Paracelsus als Wissenschaftler auch skeptisch war. Eigentlich bewegte er sich in der medizinischen Strömung seiner Zeit, zumindest, was die Verbindung von durch Erfahrung gewonnenem Wissen und magischem Weltbild betraf. Allgemein wurde angenommen, dass Krankheiten schicksalshaft durch Sünde und Schuld entstünden, durch Einflüsse der Planeten, durch Magie und natürlich auch körperliche Faktoren. Aber diese eben wurden auch als Ergebnis astrologischer Ursachen gesehen. Insofern war Paracelsus' Sicht der Medizin keine neue oder originelle. Seine Besonderheit bestand darin, dass er sich auf jahrelange Wanderschaft begeben hatte, quer durch Europa, bis an dessen nordöstlichste Grenzen, nach Polen und Litauen. Auch auf der Insel Rhodos, in Slowenien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Portugal soll er gewesen sein. Er bevorzugte das Wissen, das er auf diesen Reisen gewonnen hatte, und verachtete die Medizin, die sich allein auf das stützte, was seit Jahrhunderten in Büchern niedergeschrieben und kommentiert, aber nicht praktisch überprüft und erweitert worden war. Trotz allem, was es an Schriften des Paracelsus gibt, ist es nicht möglich, eine fundierte und umfassende Biographie des europaweit ungeliebten „vagantische[n] arzet" zu schreiben.

Er war selten lange an einem Ort; häufig geriet er in Konflikte, weil Diplomatie nicht seine Stärke war und er manches nicht ertragen konnte, was er vorfand. Dazu gehörten neben Ansichten von Kollegen auch Aussagen wie diese, dass der Arztberuf für einen Christen unehrenhaft sei, so geschehen in Straßburg, wo Paracelsus sich 1526 aufhielt und das Bürgerrecht erwarb. Er opponierte gegen die Position, wonach „medizinisch angezeigte Operationen als ‚unehrliche Handwerke' galten", geriet in Streit und musste fliehen.

Die Zeit in Basel

Kurz darauf lebt er eine relativ lange Phase seit 1527 in Basel in der Schweiz und behandelt einen prominenten Patienten erfolgreich. Paracelsus wird zum Stadtarzt von Basel ernannt. Er darf sogar Vorlesungen an der dortigen Universität halten: nicht in Latein, wie allgemein üblich, sondern auf Deutsch. Diese Chance nutzt er, um seine Sicht der Dinge einer recht breiten Öffentlichkeit darzulegen. Dabei kommt die Kritik an der etablierten Medizin nicht gerade kurz, sofern diese sich allein auf Bücherwissen stützt und nicht auf Erfahrungen. Diese nun hat Paracelsus reichlich. In der Psychiatrie ist er fortschrittlicher als seine Kollegen, und er verwirft die überlieferten Traditionen, denen zufolge Krankheiten durch ein Ungleichgewicht von „Säften" im Körper entstünden. Er lehrt, dass sie von außen kommen, wie er auch anhand der Berufskrankheiten der Bergleute beobachten konnte. Provokativ ist Paracelsus dann, wenn er sich zur Heilkunde der Kräuterfrauen und Hebammen bekennt, die er auf seinen Reisen kennengelernt und seitdem angewandt hat. Denn diese Frauen gerieten stets in den Ruch der Hexerei und liefen Gefahr, hingerichtet zu werden.

In Basel nun beschäftigte Paracelsus sich mit Chirurgie und lobte das Wissen seiner chirurgischen Kollegen. Besonders wichtig war ihm die Wundreinigung als Voraussetzung für Heilung. Zu lesen war ihm dabei eine Fülle an Hinweisen: das Aussehen und Beschaffenheit der Wunde, deren Verhältnis zum gesamten Organismus des Patienten, Blutstillen, antiseptische Verfahren und Schmerzlinderung, gar der astrologisch günstigste Zeitpunkt, um diese Wunde zu pflastern. Besonders zu beachten aber war ein Aspekt: der psychische Zustand des Patienten, der zusätzlich großen Einfluss auf den Verlauf einer Wundheilung habe.

Paracelsus fasste fünf Gründe zusammen, die den Menschen krank machten: Sie entstammen Umwelteinflüssen, wie der Luft, die ein Mensch atmet, der Nahrung, die er zu sich nimmt, darüber hinaus der genetischen Konstitution sowie psychischen und sozialen Faktoren. Zuletzt ist eine Krankheit seiner Sicht nach aber auch eine Frage, die Gott an den Menschen stellt.

„Gott, Natur, Kosmos ..."

Die Heilmittel, die Paracelsus verwandte, nannte er „Arcana". Ein „Arcanum" ist aber nicht das, was man heute als einzelnes Medikament bezeichnen würde. Es steht in einer Fülle von Beziehungen und schafft selbst welche. Zwar handelt es sich vordergründig um Tinkturen, deren Dosis nur sehr klein war, deren Wirkung aber als sehr groß wahrgenommen wurde, wie Essenzen oder Extrakte aus Pflanzen, mineralische Zubereitungen. Das ist der enge Kontext, in dem dieser Begriff gefasst werden kann. Doch der weite ist umfassend: „Heilung über die Arcana ist ein leib-seelischer und spiritueller Vorgang, bei dem auch die soziale Dimension nicht ausgeschlossen ist", schreibt ein Biograph des Paracelsus, „Gott, Natur, Kosmos, die Sterne, das Reich der Stoffe und im Zentrum der Mikrokosmos Mensch als das grösste Wunder im Universum wirken zusammen. Sichtbares und Unsichtbares bilden eine Einheit." Auch die Schöpfung als ganze ist ein Arcanum, das Arcanum Gottes. Heilung ist ein alchemistischer Vorgang: sie ist Verwandlung; im Heilwerden des Menschen sah Paracelsus zugleich einen Weg zum Heil, zu Gott. Ziel ist das, was man „Menschwerdung" nennen könnte: der Mensch, der sich als Teil des Kosmos versteht, in einem „geschwisterlichen Verhältnis zur Materie, zum Tier- und Pflanzenreich, zum Geist." Oder, wie Paracelsus es ausdrückt: „Ich habe alle Wesen betrachtet: Stein, Pflanze und Tier, und sie sind mir wie zerstreute Buchstaben erschienen, im Vergleich zu denen der Mensch das vollständige, lebendige Wort ist."

Der Arzt hat, so könnte man Paracelsus interpretieren, wie es sein Biograph tut, zugleich eine seelsorgerliche Funktion inne, denn er „führt den Menschen hin zu den Gründen seiner immerzu gefährdeten Leiblichkeit bis hin zum Grund umfassenden Heils ..." Paracelsus leitet seinen Auftrag, den er als Arzt hat, als Gabe Gottes her. Der Arzt handelt nicht für sich, sondern für Gott, lehrt Theophrastus von Hohenheim. Jeder Mensch ist wertvoll, ganz gleich, wie elend er sein mag. Seinen Wert erhält er dadurch, dass er von Gott geschaffen ist. Seelische Erkrankungen waren häufig im Mittelalter: Wer sich von Gott verurteilt wähnte oder Furcht vor dem Teufel hatte, geriet in Verzweiflung, die wiederum, wie Paracelsus erkannte, eine Quelle vieler anderer Krankheiten sein konnte, bis hin zur Gefährdung durch Suizid. Gegen sie helfe letztlich Barmherzigkeit des Arztes und der Gedanke, den Paracelsus eher fragend äußert: „was dem leibe schadet, zerbricht das haus des ewigen ..." Was dem Körper schadet, nimmt Gott seine Wohnung. Das innere Licht kann da nicht mehr leuchten.

Paracelsus wusste um die durch Angst verstärkte Anfälligkeit für Krankheiten, die sich auffällig zeigte, wenn Epidemien ausbrachen, und wies in seiner Schrift „Von den unsichtbaren Krankheiten" genau darauf hin.

„Spirituelle Essenz"

Für Paracelsus bestand der Mensch gewissermaßen aus drei Körpern. Damit befand er sich in einer Tradition, die zu seiner Zeit schon über tausend Jahre alt war. Der erste Körper des Menschen ist nach Paracelsus der äußere, der physische Leib, den man sehen und berühren kann. Dieser stammt ab von der Erde, er hat damit zugleich einen mütterlichen Ursprung. Daneben gibt es den inneren Leib, den unsichtbaren, der vom Sternenhimmel abstamme. Der dritte und innerste Leib des Menschen sei „Gott im Menschen".

Der äußere Leib entstammt der Natur, die im Leibe wirkende Kraft aber sei dieselbe, die überall in der gesamten Natur wirke, nämlich: Gott. Allem, was existiert, sei nach Paracelsus eine „Urkraft" gemeinsam, eine „spirituelle Essenz". Alle sichtbaren Phänomene sind somit nach Paracelsus Ausdruck des einen Geistes, der alles beseelt, nicht nur Pflanzen, Tiere, Menschen. Konsequenterweise betrachtete Paracelsus das ganze Universum als belebt.

Die Kraft, die dort wirke, sei auch im Menschen. Er nannte dieses immaterielle, überall anwesende und unsichtbare Prinzip: „Archäus". Der Archäus bringe alles hervor und gestalte alles. Dies lässt an die „morphogenetischen Felder" des Rupert Sheldrake denken. Im Körper des Menschen sei diese gestaltende Kraft „eine Art Feld, das (...) wie eine ‚leuchtende Sphäre' den Körper umgebe." In einem gesunden Menschen sei der Archäus gleichmäßig verteilt. Er reguliere alle Prozesse im Körper und sei verantwortlich für Gesundheit, Krankheit, Umwandlung der Nahrung in die Elemente des menschlichen Leibs. Doch nicht nur das: der Mensch selbst sei ein „mikrokosmischer Magnet" und dessen Kraft befände sich in Blut, Schweiß, Speichel, Exkrementen – sie sei auch nach der Trennung vom lebenden Körper wirksam. Wer diese „magnetisch-astrale Kraft" habe, könne Krankheiten lindern oder sogar heilen. Konsequenterweise arbeitete Paracelsus selbst auch mit Magneten, deren Kraft, wie er meinte, vom Himmel käme.

Umfassendes Wissen

Der Mensch selbst habe in sich Himmel und Erde, so lehrte er, an denen Phänomene ähnlich wie am irdischen Himmel und in der Erde stattfinden. Epilepsie war seiner Ansicht nach analog einem heftigen Gewitter am Himmel, ein anderer Typ von Anfällen entsprach eher einem Erdbeben. Der Mikrokosmos Mensch stellte den Arzt Theophrastus von Hohenheim zeitlebens vor Rätsel; er fragte sich, wie die „natürliche Aussenwelt und die moralische Innenwelt" miteinander zusammen hingen und wie „der Geist des Weltalls und seine Lebenskräfte auf den Mikrokosmos im Menschen" einwirken.

Der Arzt muss gemäß Paracelsus ein umfassendes Wissen nicht nur vom menschlichen Körper haben, sondern von der gesamten Natur: von den Pflanzen, Gesteinen, Metallen, der Astronomie und Meteorologie. Vier Säulen der Medizin gebe es: die Ethik des ärztlichen Handelns, sowie Kenntnisse von Alchemie, Astronomie und Philosophie (das Wissen um die Natur). Denn nur dann könne er seinen Patienten angemessen, dessen Stellung im Kosmos entsprechend behandeln. Er lehrt, dass alles sich in Wechselwirkung zueinander befinde. Erkennen der Natur führt laut Paracelsus zu Verstehen und Liebe: „Dan der nichts weiss, dem liebt nichts; der nichts kann, der versteht nichts ... der aber verstehet, der liebts, der merkts, der sichts ..."

Doch nicht allein der Mensch ist wertvoll, die gesamte Schöpfung Gottes ist durchdrungen vom „Licht der Natur", das mit dem bloßen Auge, dem Sinnesorgan allein nicht wahrgenommen werden könne. Es geht um ein inneres Schauen, eine innere Erkenntnis dessen, dass die Schöpfung „Siegelabdruck" Gottes sei.

Ursachen von Krankheit

Zu den fünf Ursachen von Krankheit hat Paracelsus auch fünf heilwirkende benannt. Sie stellen sozusagen eine Gesamtschau seines Wissens und der Medizin seiner Zeit dar. Zu diesen Wegen gehört einer, den man heute als „Schulmedizin" bezeichnen würde, die sogenannten „Allopathen". Die anderen werden gebildet durch „Homöopathen", deren Maxime lautete: was krank macht, könne auch gesund machen. Zu ihnen zählte er auch die Magnetopathen. Dann führt er Behandler auf, die mittels Worten den Kranken kurierten, sozusagen eine suggestive Gesprächstherapie anwandten – die Vorläufer der Psychotherapie. Ferner gab es die Ärzte, die mittels Kräutern und des ihnen innewohnenden Geistes behandelten und schließlich jene, die man heute „Geistheiler" nennen würde. Für Theophrastus von Hohenheim ist klar, dass es nicht die eine alleinwirkende Methode gibt, sondern dass die einzelnen Methoden, je nach Krankheitsfall, diesem angemessen zum Tragen kommen.

Am Schluss bleibt die Erkenntnis (vom inneren Licht), die wie ein roter Faden die Theorien und Lehren des Paracelsus durchzieht: „Sehent an die arzni, wer macht den kranken gsunt? Der arzet nit, noch auch das krut nit. Das in gsunt machet, hat nie kein mensch gesehen." Doch der „ist ein Arzt, der das Unsichtbare weiß, das keinen Namen hat, das keine Materie hat, und hat doch seine Wirkung."

 

 

 



Franziska Rudnick ist Redakteurin des Reiki Magazins und Autorin des Buchs „Heilende Begegnung". Als Heilpraktikerin wendet sie in ihrer Praxis Klassische Homöopathie, Reiki und andere energiemedizinische Methoden an. www.akatombo.de

 

Quellen:
Bischof, Marco: „Tachyonen", Aarau, 2004
Meier, Pirmin: „Paracelsus Arzt und Prophet", Zürich, 5. Aufl. 2004
Wehr, Gerhard: „Der Mystiker Paracelsus", Wiesbaden, 2013

 

 

Copyright Fotos:
Porträt Paracelsus: Pakhay Oleksandr - Fotolia.com
Paracelsus-Haus: Ansebach - Fotolia.com

 

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