Geburtswehen

Kolumne Janina Köck

 

Ein Thema, das im Zusammenhang mit Schwangerschaft häufig auftritt, ist die Angst vor der bevorstehenden Geburt. Dieser ganz spezielle Übergang ist ja nicht nur für das Baby, sondern gerade auch für die werdende Mutter prägend. Nicht umsonst gibt es viele Geschichten und Mythen rund um das Thema Geburt. Dabei heißt es oft, dass sie eine Initiation für die Frau ist. So wird beispielsweise im Keltischen der Mutter eine zentrale Rolle beigemessen. Es wird die Dreifaltigkeit der Göttin als junge Frau (Jungfrau), Mutter und alte Frau angebetet. Irgendetwas muss es also mit dem Mutter-Sein auf sich haben. Und wodurch wird man Mutter? Durch das Gebären eines Kindes.

Auch wenn eine Geburt etwas ganz besonders Schönes sein kann, vor allem wenn man sich darauf vorbereitet, ist die Angst vor den Schmerzen doch bei fast jeder schwangeren Frau vorhanden. Wird der Bauch dann runder und es geht dem Ende der Schwangerschaft entgegen, wird die Geburt schnell zum Thema. Wo willst du entbinden – und wie? Natürlich oder Kaiserschnitt? Das sind Fragen, die auch dein Umfeld interessieren, und es wird mit Ratschlägen und Geschichten nicht gegeizt. So wurden mir Stories erzählt von fünf Kilo schweren Babies, die nur per Kaiserschnitt geholt werden konnten. Oder es wurde mir gesagt, dass gerade beim ersten Kind der Prozess der Geburt auch sehr, sehr lange, d.h. viele Stunden dauern könne. Ich denke, für die meisten Frauen sind solche Angst machenden Geschichten nicht hilfreich, einen positiven und entspannten Blick auf die Geburt hin zu haben.

Da ich, was Schmerzen betrifft, eh ein kleiner Angsthase bin, war für mich die Aussicht auf Schmerzen während der Geburt natürlich überhaupt nicht beruhigend. Was also tun? Wie es manchmal so ist, fällt einem das Naheliegendste zunächst nicht ein ... nämlich Reiki zu schicken. Erst als ich mich mit Brigitte Grimberg darüber unterhielt, sagte sie, dass sie mit Fernreiki auf Geburten gute Erfahrungen gemacht habe. Da hätte ich natürlich auch selbst drauf kommen können! Aber wenn man selbst in der Situation ist, ist man manchmal richtig eigenblind. Gesagt, getan: Ich schickte also regelmäßig Reiki auf die Geburt, und ließ auch Fernreiki zur Unterstützung schicken. Das allein hatte schon eine beruhigende Wirkung – und minderte einen Teil meiner Angst. Die eigenen Ängste erst einmal anzuerkennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, ist der erste Schritt zur Bewältigung.

Darüber hinaus fand ich Fernreiki und Mentalbehandlungen zu bestimmten Themen ebenfalls sehr hilfreich. Auf jeden Fall kann Reiki einen in der Schwangerschaft und auch vor der Geburt gut unterstützen. Außerdem gibt es ja noch Geburtsvorbereitungskurse, die man belegen kann. Ich hatte nur leider keine Zeit mehr dazu – denn einen Tag bevor der Kurs beginnen sollte, war mein Kind schon geboren.

Leichte Geburt

Bis zur Geburt meines kleinen Babies habe ich noch normal gearbeitet. Das Wochenende bevor sie sich entschied auf die Welt zu kommen, gab ich meinen letzten Reiki 1. Grad-Kurs. Danach hätte ich mich – die letzten sechs Wochen – eigentlich in aller Ruhe auf die Geburt vorbereiten wollen. Es heißt ja, dass man beim ersten Kind gerne auch mal „überträgt", d.h. dass das Baby auch gerne mal ein bis zwei Wochen später kommt. Tja, Pustekuchen! Der kleinen Maus war es wohl zu langweilig geworden, oder sie war einfach sehr neugierig auf das Leben und die Welt da draußen.

Vorwehen waren dann das erste Anzeichen, dass tatsächlich etwas in Bewegung kam. Zur Kontrolle war ich im Klinikum und wurde auch zur Beobachtung über Nacht da behalten. Die Ärztin meinte noch, dass es sich auch wieder beruhigen könne ... schließlich seien es ja noch sechs Wochen Zeit und es sähe nicht so aus, als würde ich in den nächsten Tagen gebären. Und noch einmal: Pustekuchen! Ihr Gesicht am nächsten Morgen hättet ihr sehen sollen, als die Kleine dann schon da war :–) Es ging also alles sehr schnell: Die eigentliche Geburt fand innerhalb von 45 Minuten statt. Also habe ich weder „übertragen" noch hat es ewig gedauert. Es ging tatsächlich so schnell, dass ich noch nicht einmal den Kreißsaal von innen gesehen habe. Natürlich lief die Geburt nicht ganz schmerzfrei ab – aber ich bin dankbar, dass ich nicht mehrere Stunden in Presswehen verbringen musste, die Geburt also relativ „leicht" ging.

Es lief also mal wieder alles ganz anders als geplant. Aber ist das nicht häufig so? „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach' Pläne ..." – so oder ähnlich heißt es doch. Seit einigen Jahren habe ich ein eigenes Motto, das mir hilft, gelassener zu bleiben: „Es ist wie es ist, und ich geh flexibel damit um." Und so war es auch hier: Es ist wie es ist, und irgendwie kommt man schon mit der Situation zurecht. Und manchmal gestaltet sie sich auch, ganz wie von selbst, noch besser, als man es je hätte planen können.

Obwohl die kleine Maus sechs Wochen zu früh kam, ging es ihr nach der Geburt gut, und sie war gesund. Sie musste in den nächsten Tagen und Wochen nur etwas an Gewicht zulegen, bis sie ihre Wärme selbst halten konnte. Ansonsten aber war sie der Sonnenschein der Säuglingsstation und meiner Hebamme. Und auch mir ging es gut. Schon kurze Zeit nach der Geburt war ich wieder auf den Beinen und konnte herumlaufen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Reiki und die regelmäßige Selbstbehandlung mein Baby und mich vor, während und nach der Geburt in besonderem Maße unterstützt hat.

 

Janina Köck, klassische Homöopathin, körperorientierter Coach, Reiki-Lehrerin. Praxis Leben im Einklang in Köln. Organisation Reiki Convention, Gründungsmitglied ProReiki.

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