Heilung, Harmonie und kleine Wunder

Einzigartige Erlebnisse rund um Reiki - Teil 1

Was macht Reiki aus? In welcher Weise wirkt Reiki für die Menschen? Wie geschieht Heilung? Elisabeth und Dieter Riedel teilen in berührenden Geschichten ihre Erfahrungen mit der universellen Heilenergie.


In den 1990er Jahren war das Reiki-Meister-Paar Elisabeth und Dieter Riedel international in Sachen Reiki unterwegs. Vor allem in Indonesien und in anderen Ländern Südostasiens, aber auch in ihrer Heimat Österreich weihten sie viele hundert Menschen in Reiki ein und gaben unzählige Reiki-Behandlungen. 2001 zogen sich beide nach Spanien, um ihre langjährigen Reiki-Erfahrungen für eine geplante Buchveröffentlichung niederzuschreiben. 2003 verstarb Dieter Riedel plötzlich und unerwartet, 2004 folgte ihm Elisabeth Riedel ebenso unerwartet. Die hier wiedergegebenen Geschichten sind Auszüge aus ihrem bislang unveröffentlichten Reiki-Buch – der Abdruck in drei Teilen geschieht mit freundlicher Genehmigung der Tochter von Elisabeth Riedel, Verena Jahn.

Reiki-Schwingung

Es war für uns immer wieder faszinierend miterleben zu dürfen, wie müde, verzagte, unsichere, vom Leben arg zerzauste Wesen sich während des Reiki-Kurses zu fröhlichen, strahlenden, offenen und zuversichtlichen Menschen entwickeln. Von der ersten Einweihung an zeigt sich diese Veränderung. Während einige Schüler wahre „Quantensprünge“ erleben, beginnen andere beinahe unmerklich, vor sich hinzustrahlen, als wäre in ihnen ein Licht entzündet worden – was ja irgendwie auch tatsächlich der Fall ist. Diese wunderbare Energie erweckt in uns wieder den göttlichen Funken, schließt uns wieder an die kosmische Licht- und Energiequelle an. Der Suchende entdeckt in sich auf einmal unbeschreiblich tiefe Liebe, spürt verloren geglaubte Gefühle und vor allem Selbstsicherheit, an der es den meisten Menschen leider mangelt. Da die Teilnehmer aber auch toleranter und offener werden, bleibt es nicht aus, dass die gesamte Gruppe, vorerst einander fremder, abtastender Wesen, während der Kurstage eine verschmolzene, liebevolle Gemeinschaft wird. Sie erliegt der Unwiderstehlichkeit dieser neuen, gemeinsamen, feinstofflichen Schwingung voller Staunen.

Es macht uns immer glücklich, wenn sich am letzten Kurstag keine grauen, vom Leben enttäuschten Menschen, sondern „Strahlemäuschen“ mit Hoffnung im Herzen von uns verabschieden. Manchmal fällt ihnen der Abschied untereinander, von uns und der besonderen Zeit, die wir miteinander verbracht haben, so schwer, dass die Tränen fließen. Es stellt sich eine sichtliche Weigerung ein, aus dieser liebevollen Geborgenheit wieder in den Alltag zurückkehren zu müssen. Viele unserer Kursteilnehmer blieben und bleiben danach füreinander hilfreiche und liebevolle Freunde, die sich regelmäßig treffen, um bei gegenseitigen Reiki-Behandlungen Energie und Harmonie zu tanken.

Spontanheilung

Als wir einmal in New Delhi, Indien, unterrichteten, mussten wir aus Zeitgründen wesentlich mehr Personen an einem Reiki-Kurs teilnehmen lassen, als wir dies normalerweise handhabten. Da unsere Organisatorin die Werbetrommeln stark gerührt hatte, unser Kalender jedoch keinen längeren Aufenthalt ermöglichte, hatten sich in ihrem Haus insgesamt zwölf Personen eingefunden. Es war nicht einmal mehr Platz für eine Maus, geschweige denn für einen weiteren Kursteilnehmer. Das Ganze entwickelte sich zu einem denkwürdigen Kurs: Es waren 47 Grad Celsius im Schatten, die Klimaanlage versagte ihren Dienst durch einen Stromausfall, wir arbeiteten am Boden, kopfüber über Matten gebeugt, hatten heiße, knallrote Köpfe und das Gefühl, sie würden jeden Augenblick platzen.



In letzter Minute erschien noch ein pensionierter Luftwaffenoffizier, der unbedingt teilnehmen wollte. Er hatte um seinen Hals herum, zur Stütze der Halswirbelsäule, eine „Schanz-Krawatte“ (man verwendet diese üblicherweise nach Unfällen, bei der es zu einem Peitschenhiebsyndrom kam, z. B. durch einen Auffahrunfall). Die Kursteilnahme war ihm wichtig, da er bereits seit über fünf Jahren mit starken Schmerzen lebte und deshalb, auch wegen der Krawatte, keine Nacht entspannt schlafen konnte. Der Haussegen hing ebenfalls schief, da ihn die Schmerzen zu einem missmutigen Mann gemacht hatten.

Da es ein voller Kurs war, versprach Dieter ihm eine Kurz-Behandlung am Ende des Tages. Abends erzählte uns der Mann dann, er habe vor etwa fünf Jahren in Amerika, beim dortigen Militär, eine Ausbildung absolviert, und am letzten Abend habe die ganze Gruppe bei reichlich viel Bier Abschied gefeiert. Weil alle Teilnehmer sehr angeheitert waren, stießen sie sich zum Schluss originellerweise gegenseitig in ein Schwimmbecken. Dabei fiel er so unglücklich mit dem Genick auf den Poolrand, dass er sich die Halswirbelsäule schwer verletzte. Seit damals lebte er mit der Schanzkrawatte, geplagt von ständigen Schmerzen und ohne jegliche Besserung.

Als Dieter mit der Behandlung begann, flossen dem Mann ununterbrochen Tränen die Wangen herunter. Er hatte starke Schmerzen. Die Erstverschlimmerung schlug voll zu. Grund genug für Dieter, ihn für den nächsten Tag wieder zu einer Behandlung einzuladen, denn offensichtlich reagierte der Mann prompt auf Reiki. Als er wiederkam, war er wie ausgewechselt. Seit Jahren hatte er die erste Nacht schmerzfrei durchgeschlafen und war guter Dinge. Nach der zweiten Behandlung war er schließlich völlig schmerzfrei und teilte uns mit, er wolle zu uns nach Indonesien kommen, um weiter Reiki von uns zu erhalten. Nichts war ihm an Aufwand zu viel, um endlich wieder Lebensqualität zu erreichen. Wenig später kam er nach Jakarta. Dieter gab ihm noch vier Behandlungen, wobei sich der Mann nach der ersten bereits für immer seiner Schanzkrawatte entledigte. Er war schmerzfrei und ist es bis heute geblieben.

Anlässlich unseres nächsten Aufenthaltes in New Delhi lernte er auch den zweiten Grad. Gemeinsam mit seiner Frau wurde er zu einem starken Reiki-Team. Wann immer wir nach Indien kommen – auch mitten in der Nacht – holt uns ein fröhlicher, quicklebendiger Mann ab. Am liebsten würde er dann all unser Gepäck für uns tragen, weil er sich vollkommen wiederhergestellt fühlt und uns dafür so dankbar ist. Er ist ein treuer Freund geworden, der von Reiki begeistert und überzeugt ist.

„Reiki hat mein Leben verändert!“

An einem Kurs zum ersten Reiki-Grad nahmen vier Frauen teil, die einander – ohne Aufforderung durch uns – zu Kursbeginn über ihren Familienstand und davon, ob sie Kinder hätten, erzählten. Bei dieser ersten Tuchfühlung erklärte eine der Frauen: „Ich habe zwar keine Kinder, bin jedoch mit meinem Mann sehr glücklich, auch ohne Kind!“ Der Kurs nahm seinen Lauf, und wir kamen auch auf behinderte Kinder zu sprechen. Als diese Frau am Ende der ersten Einweihung noch alleine mit Elisabeth war, sagte sie plötzlich unter Tränen: „Ich muss dir sagen, dass ich doch ein Kind habe, aber ich wollte es vor den anderen nicht erzählen, weil es behindert geboren wurde. Es ist jetzt zwanzig Jahre alt. Einige Monate nach seiner Geburt hatte ich einfach nicht mehr die Kraft und die Nerven, dieses Kind aufzuziehen. Ich gab es in ein Heim und dachte, damit wäre für mich alles erledigt. Ich ging auch niemals mehr in das Heim, um das Kind zu sehen!“

Zwanzig lange Jahre hatte sie „Vogel Strauß“ gespielt, das Problem mit dem Kind existierte, so dachte sie, für sie nicht mehr. Für ihre Seele jedoch war es allgegenwärtig: Extreme Schuldgefühle plagten sie ständig, über Kinder durfte nirgends gesprochen werden, denn solche Bemerkungen machten sie aggressiv. Als sie dies erzählt hatte, lag sie in Elisabeths Armen und weinte bitterlich. Elisabeth tröstete sie, machte ihr klar, dass ein Mensch sich eben manchmal eine zu große Aufgabe vornehme und dann einfach nicht die Kraft dazu habe, sie zu bewältigen. Sie möge sich dennoch nicht selbst verurteilen, sondern ihre „Schwäche“ akzeptieren und eventuell doch einmal das Kind besuchen, um ihre Schuldgefühle in den Griff zu bekommen.

Am nächsten Kurstag erzählte sie dann der gesamten Gruppe völlig unerwartet und spontan, was sie bedrückte. Es war faszinierend zu erleben, wie die anderen drei Frauen sie sofort trösteten, umarmten, ihr sagten, sie möge keine Schuldgefühle haben, manchmal ginge eben etwas über die eigenen Kräfte. Sie streichelten sie, redeten ihr gut zu. Der Anblick erinnerte an eine Gruppe von Delphinweibchen, die ein neu geborenes Delphinbaby an die Wasseroberfläche tragen, wo es seinen ersten Atemzug tut, um sein eigenes neues Leben zu beginnen. Diese Liebe, die hier verströmt wurde, war ehrlich und bedingungslos.

Das ist es, was uns bei Reiki immer wieder in seinen Bann schlägt: Die bedingungslose Liebe zwischen Menschen, die einander vor kurzem noch gar nicht kannten, sich aber durch die göttliche Schwingung wieder als Geschwister finden. Eine Woche später erhielten wir einen Anruf, der uns sehr glücklich machte: Die Frau hatte sich überwunden, sich dem Problem gestellt und ihr Kind im Heim besucht. Seither war ihr im Herzen leichter, und sie überwand Schritt für Schritt die früheren Schuldgefühle. Sie sagte später: „Reiki hat nun mein ganzes Leben verändert! Ich denke auch dankbar an all die Hilfe zurück, die ich an diesem Wochenende durch alle Beteiligten erleben durfte!“ Solche Wunder vollbringt Reiki!

Stärkung der Abwehrkräfte

Eine junge Mutter hatte bei uns gerade Reiki gelernt, als ihre beiden Kinder an Scharlach erkrankten. Sie beschloss, nicht gleich zu Antibiotika zu greifen, sondern es vorerst mit Reiki zu versuchen und ihren Kindern durch Stärkung des Abwehrsystems zu helfen, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Sie behandelte die fiebernde Tochter hauptsächlich auf der Thymusdrüse und dem Lymphsystem, und das Kind war am nächsten Tag fieberfrei – der Scharlach wurde praktisch im Keim erstickt.

Bei ihrem kleinen Sohn kam erschwerend hinzu, dass er hyperaktiv war, also unfähig und unwillig, im Wachzustand Reiki „über sich ergehen zu lassen“. Darüber hinaus gab es seit Wochen Kämpfe mit ihm, weil er in die Vorschule kommen sollte und seinen Schnuller einfach nicht entbehren wollte und konnte. Da Reiki auch die Intuition erhöht, fand die Mutter instinktiv die richtige Lösung für ihren Sohn. Sie wartete, bis er eingeschlafen war und behandelte ihn, in einer Entfernung von einigen Zentimetern, an der Thymusdrüse, vor allem jedoch auch auf den Fußsohlen, wo die dort befindlichen Reflexzonen die Energie im ganzen Körper verteilen. Der kleine Mann zeigte heftige Reaktionen im Schlaf, kämpfte, weinte, wachte jedoch nicht auf. Die Mutter hatte fast keine Nerven mehr, die Behandlung durchzuhalten, so leid tat er ihr. Sie hatte jedoch gelernt, dass Reaktionen auftreten können, wenn die Reiki-Energie die Selbstheilungskräfte aktiviert. So harrte sie aus, in der Hoffnung, am nächsten Tag würde alles gut sein.

Das Erstaunen am nächsten Tag war groß: nicht nur, dass der Junge fieberfrei war, ganz unvermutet war auch das Verlangen nach dem Schnuller verschwunden. Offenbar hatte er bei dieser nächtlichen Behandlung die Ursache seiner Schnullersucht losgelassen. Auch der Scharlach verabschiedete sich, bevor er überhaupt richtig ausgebrochen war. Das Immunsystem hatte durch Reiki ausreichend Abwehrkräfte entwickelt.

Erstverschlimmerung

Jeder Mensch wünscht sich ein Leben und Sterben ohne Schmerzen. Während des Lebens sind Schmerzen ein Signal dafür, dass etwas in uns nicht stimmt und nach Auflösung, Aufarbeitung oder Loslassen drängt – sofern die Schmerzen nicht auf frische Verletzungen oder Operationen zurückzuführen sind.

Schmerz ist nicht unser Feind, er ist ein Freund, der uns warnt, der uns mit der Nase auf unsere Probleme stößt. Heute ist es üblich, Schmerzen ohne langes Zögern durch Medikamente zum Schweigen zu bringen. Damit tun wir uns allerdings keinen guten Dienst. Besser wäre es, in uns hineinzuhorchen und verstehen zu lernen, welchen mentalen Hintergrund unser Schmerz hat. Schmerzende Gelenke oder Kreuzschmerzen deuten meist darauf hin, dass es gut wäre, sich mehr Ruhe zu gönnen oder die eigene Unbeugsamkeit zu hinterfragen. Zahnschmerzen können unaufgearbeitete Aggressionen anzeigen. Dies sind nur zwei Beispiele, um den Sinn von Schmerz zu erläutern.

Was geschieht, wenn wir Schmerzen mit Reiki behandeln und Besserung erfahren? Das ist einfach und wunderbar zugleich: Reiki entspannt und hilft uns, die Problematik zu erkennen. Der Besserung geht jedoch oft ein verstärkter Schmerz während oder unmittelbar nach der Behandlung voraus, vor allem bei akuten Verletzungen. Grund hierfür ist die durch Reiki ausgelöste „Zeitraffer-Heilung“. Es wäre unfair, jemanden, der sich gerade den Knöchel verstaucht oder die Hand verbrannt hat, nicht darauf hinzuweisen, dass es durch die Erstverschlimmerung zu intensiveren Schmerzen kommen kann. Durch diesen Prozess muss der Betroffene hindurch. Doch die Chance, danach viel schneller wieder heil zu sein, wiegt diese kurzfristige Unannehmlichkeit bei weitem auf.

Innere Harmonie

Eine Dame um die Fünfzig saß bereits seit einiger Zeit wegen Multipler Sklerose im Rollstuhl. Sie erhielt von uns an mehreren Tagen hintereinander Reiki-Behandlungen am ganzen Körper. Die erste Reaktion war ein Sturzbach von Tränen, der sie selbst überraschte, aber unbeschreiblich erleichterte. Mit jeder Behandlung wurde sie weicher, harmonischer, ließ ihren Gefühlen, ohne sich zu schämen, freien Lauf. Bald stellte sich auch eine gewisse Lebensfreude und Zuversicht ein. Und eines Tages stand sie plötzlich, noch wankend und etwas unsicher, aus ihrem Rollstuhl auf. Damit hatte niemand gerechnet, und doch ereignete sich dieses unglaubliche „Wunder“. Die Freude beflügelte sie, und sie machte täglich Fortschritte.

Was war geschehen? Offenbar hatte Reiki ihr einen Spiegel vorgehalten, ihr klar gemacht, wie starr, wie verhärtet sie in den letzten Jahren geworden war. Doch da Reiki ganzheitlich wirkt, begann sie auch innerlich lockerer zu werden, und das wiederum löste ihre krampfartige Körpersituation. Sie hatte ihre Selbstheilungskräfte aktiviert und sich geistig verändert. Wie es ihr heute geht, wissen wir nicht, denn dies liegt viele Jahre zurück. Wenn es jemandem gut geht, hören wir meist nichts mehr von ihm. Die Menschen melden sich hauptsächlich dann, wenn es ihnen schlecht geht. Damit haben wir jedoch kein Problem. Wichtig ist nur, dass Reiki helfen konnte.

Führung von oben

Eines Tages nahm ein Großbauer, gemeinsam mit seiner Frau, an einem Reiki-Kurs zum ersten Grad teil. Danach waren sie Feuer und Flamme für Reiki, machten Behandlungen, schlugen mit Reiki-Treffen und Informationsabenden die Werbetrommel dafür. Beide nahmen auch mit einem Informationsstand an Messen und größeren Veranstaltungen teil. Er war viel mit uns in Kontakt, beide kamen beinahe zu jedem unserer monatlichen Reiki-Treffen, obwohl der Weg für sie sehr weit war und die Landwirtschaft viel Arbeit machte. Sogar vom Traktor aus telefonierte er mit uns per Handy, wenn er Fragen hatte oder von Erfolgen berichten wollte.

Einige Zeit später besuchten wir ihn auf seinem Hof, und er führte uns durch die Ställe. Es war uns bekannt, dass sein Vater und er Massentierhaltung betrieben, doch waren wir davor noch nie mit den Dimensionen eines solchen Betriebes konfrontiert gewesen. In einer künstlich beleuchteten, beheizten Halle waren hier Tausende Küken untergebracht. Sie wurden aufgezogen, bis sie ihr erstes Ei legten, um danach dem Besitzer wieder übergeben zu werden. Die Fütterung und Impfung erfolgte automatisch, über ein Silo. Die Tag- und Nachtzeiten wurden ihnen über elektronische Steuerung durch Licht oder Dunkel vorgegaukelt. Was von dem Futterlieferanten in die Silos hineingeschüttet wurde, wusste der Bauer gar nicht.

In einem anderen Riesenstall waren Massen von Schweinen – große, bereits ausgewachsene wie auch kleine Ferkel, in allen Größen. Die kleinen Schweine umlagerten ihre Mütter, und eine Heizlampe hing über jedem Abteil. Das Schreien der Tiere ging uns durch Mark und Bein. Die großen Schweine hingen manchmal übereinander, und wir konnten die Aggressionen und die Angst vor der Enge richtig spüren. Wir waren geschockt, wenngleich wir auch zu verstehen versuchten, dass die Familie dies als ihren Broterwerb betrachtete und wohl nicht so sensibel wie wir an dieses Thema heranging. Ständig dachten wir: ,Sie wissen nicht, was sie tun und welch unwürdiges Dasein dies für Lebewesen ist!‘ und ,Hoffentlich bringt Reiki sie früher oder später zum Umdenken!‘

Wir fuhren völlig deprimiert nach Hause, waren fix und fertig, so leid taten uns die Tiere. Was danach geschah, passte wunderbar in unsere Vorstellungen von „Führung von oben“. Das Jungbauernpaar begab sich immer mehr in die feinstoffliche Dimension, weil es viel mit Reiki, Bachblüten etc. arbeitete. Daneben lief der Bauernhof weiter. Kurz darauf erlitt der Altbauer einen Schlaganfall, und weil ihm dieser die Sprache und das Gehvermögen raubte, kam es auch nicht mehr zu den üblichen Auseinandersetzungen zwischen den Generationen. Der Jungbauer hatte nun das Sagen, und das Bild des Hofes änderte sich. Die Massentierhaltung wurde beendet, die Jungbäuerin richtete ein Geschäft für Tees, harmonisierende Produkte, Biokost etc. ein. Unlängst erzählte sie uns, dass sie nun auch beide ihre Kost auf „gesund“ umgestellt hätten und viele frühere Unpässlichkeiten und Erkrankungen der Vergangenheit angehörten. Kein Wunder, dass wir für sie sehr glücklich sind und ihnen das Allerbeste für ihren neuen Weg wünschen.

Reiki für Tiere

Einer unserer Reiki-Kurs-Teilnehmer besuchte kurz nach dem Kurs mit seiner Familie ein Restaurant. Dort trottete ein alter Schäferhund von Tisch zu Tisch und holte sich seine Streicheleinheiten. Als ihm unser lieber Freund die Hand auf den Kopf legte (was Hunde ganz besonders lieben), fiel das Tier wie ein Brett um – zum Schrecken unseres Freundes. Danach rollte sich der Hund auf den Rücken und hielt seinen Brustkorb so, als würde er die Reiki-Hand dort hin holen wollen. Die Wirtin staunte und sagte: „Seltsam, an der Stelle hat er sich vor einiger Zeit an einem Zaun schwer verletzt!“ Der Hund wusste also, was er wollte, und unser Freund war von der Wirkung von Reiki zutiefst beeindruckt.

Viele Reiki-Praktizierende berichten uns, dass ihre Haustiere sich unter die Reiki-Liege oder in deren Nähe legen und sich völlig ruhig verhalten, wenn jemand eine Reiki-Behandlung erhält. Es ist, als würden sie sich eine Portion Reiki abholen. Eine unserer Freundinnen erlebt immer wieder ihre Wunder, wenn sie Reiki unterrichtet. Hund und Katze verlangen stürmisch nach Einlass in den Kursraum. Erst dann sind sie ruhig, und seltsamerweise fühlt sich kein einziger Kursteilnehmer belästigt, egal, ob er sonst Tiere mag oder nicht.

Mediales Erlebnis

Eine Dame um die Fünfzig nahm an einem unserer Kurse teil und erzählte uns stolz, welche Flut von Seminaren sie bereits absolviert habe. Sie meinte, sie gehöre damit quasi schon einer „geistigen Elitetruppe“ an. Einige Zeit später machte sie den zweiten Reiki-Grad. Tags darauf begab sie sich in ihr Büro und verkaufte, zur Verblüffung von Chef und Kollegen, einen scheinbar unverkäuflichen Ladenhüter: eine alte Wohnung, auf der die Firma schon lange saß. Alle gratulierten ihr dazu und plötzlich – so berichtete sie uns später – hätte sie, über sich schwebend, Gestalten in grauen Gewändern gesehen, die herzlich lachten, sich auf die Oberschenkel klatschten und zu ihr sagten: „Na, da staunst du aber, was wir für dich alles tun können!“

Außer ihr sah niemand diese Geschöpfe, die bald darauf verschwunden waren. Abends konnte sie ihrer Neugier nicht widerstehen und sagte: „Jetzt möchte ich, dass ihr wiederkommt und mir sagt, wer ihr seid!“ Und da waren sie wieder! Sie erklärten ihr, sie seien ihre Schutzwesen und stünden ihr zur Verfügung, wenn sie Hilfe nötig hätte. Dann verschwanden sie, und die gute Frau hängte sich sofort ans Telefon, um allen, die es wissen oder nicht wissen wollten, zu erzählen, dass sie die Fähigkeit hätte, ihre Schutzgeister zu rufen. Nun, das war das Ende ihrer Kommunikation mit ihnen, sie tauchten nie wieder auf; wohl weil sie sich ohne ausreichende Demut mit fremden Federn geschmückt hatte, indem sie triumphierend allen mitteilte, wie gut sie sei.

Wir empfahlen ihr, sich mit entsprechenden Mitteln zu „erden“, um wieder mehr in die Realität zurückzufinden. Sei es durch ausreichend viel Reiki auf das Wurzelchakra oder durch Essen, denn dies erdet ebenfalls. Im übrigen rieten wir ihr zu akzeptieren, dass sie nun einmal im Hier-und-Heute lebt. Der Befehl „abzuheben“ wird höheren Ortes schon zur rechten Zeit kommen.

Reiki als Doping

Ein ungewolltes Ergebnis erzielte Elisabeth eines Tages mit Reiki, als ein überaus gestresster Baumanager ihr erzählte, dass er vor lauter Geschäftsdruck keine Ruhe mehr finde. Er sitze völlig überdreht nächtelang vor dem Fernseher, ohne müde zu werden. Erst gegen Morgen schlafe er vor dem Gerät ein, und seine Freundin schleppe ihn dann für zwei bis drei Stunden Schlaf ins Bett. Tagsüber fühle er sich wie ein überspannter Bogen, sei aber am Tagesende zu antriebslos, um noch ins Fitness-Center zu gehen, was früher seine Leidenschaft gewesen war. Mit seinen etwa fünfunddreißig Jahren war der Mann reif für einen Zusammenbruch. Der Erfolg hatte ihn aufgefressen.

Er bat um Reiki, und während der Behandlung von etwa zwei Stunden, am Abend, bei gedämpfter Beleuchtung und entspannender Musik, schlief er sofort ein und schnarchte, als ginge es darum, einen ganzen Wald abzusägen. Danach fiel es ihm schwer, in die Realität zurückzukehren, weil er das erste Mal nach langer Zeit richtig tief geschlafen hatte. Ganz fasziniert von Reiki und seiner Wirkung fuhr er nach Hause. Drei Tage später erzählte er, er hätte sich kurz nach der Reiki-Behandlung gefühlt, als könne er Bäume ausreißen (die er jedoch davor schon im Schlaf abgesägt hatte). Er war so kraftvoll und dynamisch, dass er – entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten – gemeinsam mit seiner Freundin fast drei Tage und Nächte auf Festivitäten durchmachte, ohne einen Energieabfall zu bemerken. Sogar das Fitness-Center sah ihn in dieser kurzen Zeit wieder. Er meinte nun, Reiki sei das ideale Dopingmittel für ihn. Als solches wird Reiki ja sogar schon von einigen Spitzensportlern angewendet, zumal es auch auf mentaler Ebene zu Bestleistungen beiträgt.
Die meisten Sportler, die davon profitieren, hängen ihr Geheimnis nicht an die große Glocke. Reiki statt Dopingmittel, welch eine Alternative ... Unser obgenannter Held allerdings ist – bedingt durch seinen Erfolg – schon wieder gestresst unterwegs. Wir werden sehen, wann er wieder Halt durch Reiki sucht. Angedeutet hat er es schon, nur hat er momentan keine Zeit. Irgendwann wird sein Körper ihm schon sagen, wann er sich wieder Zeit nehmen muss für sich.



– Fortsetzung in der Ausgabe 1/13 –

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