"Aus dem Herzen leben" - Interview mit Dr. med. Holger Berges

Holger Berges ist niedergelassener Arzt in Hamburg und arbeitet seit 15 Jahren als Allgemeinmediziner. In einem Interview mit dem Reiki Magazin teilt er seine vielfältigen Erfahrungen.

In seinem Buch „Wissen der neuen Zeit“ spannt Holger Berges einen großen Bogen, bringt seine Erfahrungen und Gedanken aus seiner ärztlichen Praxis ein und verknüpft viele wissenschaftliche Disziplinen und Fragestellungen miteinander. Bis hin zu dem Gedanken, dass der Geist das alles Verbindende ist – und dass aus dem Herzen heraus zu leben durchaus die vernünftigste Option sein kann.

Große Offenheit

Reiki Magazin: Wie sind Sie als Mediziner darauf gekommen, sich mit dem Universum, dem Urknall und Themen wie Reinkarnation auseinanderzusetzen, die Sie in Ihrem Buch so vielfältig darstellen?

Holger Berges: Ich hatte als junger Student, mit 18 Jahren, die Gelegenheit, einen ehemaligen Chefarzt, einen Naturarzt kennenzulernen. Er hat mir einiges gezeigt, auch wie man meditiert. Die Leute kamen aus bis zu 500 Kilometern Entfernung zu ihm. Damals habe ich mir gedacht: Wenn mir später etwas am Studium oder dem System nicht gefällt, dann weiß ich, was ich dann mache. Ich hatte also einen „Plan B“. Ich besitze auch eine abgeschlossene Heilpraktiker-Ausbildung. Und ich habe zahlreiche Fortbildungen gemacht, habe mir alles mögliche angeschaut und meine Ideen und Schlüsse daraus gezogen. Es gibt auch einige sehr gute Bücher zum Thema, darunter vor allem das Werk „Energiemedizin“ von James Oschman, die ich sehr bewusst gelesen habe.

Dann habe ich meine Frau kennengelernt. Sie ist hellsichtig und bildet darin auch aus. Wir hatten damals ein großes Loft. Dort fanden Veranstaltungen mit bis zu 150 Teilnehmern statt. Viele davon haben wir gefilmt. So entstand spirit-TV. Damals haben wir verschiedene Leute interviewt und so alle möglichen Aspekte und Phänomene kennengelernt. Wir hatten Schamanen im Interview, tibetische Nonnen, indische Yogis. Über spirit-TV habe ich auch große Heiler kennengelernt. Und Persönlichkeiten wie Richard Bartlett, Gregg Braden, Armin Risi und Robert Betz. Inzwischen wird Spirit-TV auf YouTube fortgeführt, als spirit4utv.

Reiki Magazin: Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Buch, und wann ist es entstanden?

Holger Berges: Die Idee war, das alles zusammenzufassen. Begonnen habe ich damit vor etwa acht Jahren. Bis 2013 hab ich schließlich dran gesessen. Das Buch enthält etwa ein Drittel von dem, was ich damals alles zusammengetragen habe. Es ist die Essenz von all dem!

Reiki Magazin: Wie hilft Ihnen das Wissen, das Sie im Buch zusammengetragen haben, im konkreten Umgang mit Ihren Patienten?

Holger Berges: Die meisten, die zum Arzt gehen, kommen ja nicht wegen kleinerer Sachen, sondern sie sind richtig chronisch krank. Sie haben zum Beispiel Depressionen. Da schau ich dann: Was steckt dahinter? Welches ist das ursächliche Problem? Die technokratische Medizin, in der oft bloß Tabletten verschrieben werden, behandelt ja nur Symptome. Das geht aber nicht an die Wurzel des Problems. Häufig genug lassen sich die Leute jahrelang auf diese Weise behandeln, aber das ursächliche Problem bleibt bestehen.

Ich arbeite zum Beispiel mit der Akupressur, mit der Kinesiologie, mit kinesiologischem Austesten. Da können die Patienten in der Regel sofort sehen: Ah, da tut sich was! Länger als 30, 40 Minuten behandle ich nicht. Die Ergebnisse sind für den Patienten sicht- und fühlbar. Schmerzen, die vorher auf einer Skala von 1 bis 10 bei bis zu 7 waren, liegen hinterher oft bei nur noch 4.

Heilung – ein Wunder

Ich sehe Heilung immer als einen Weg zur Selbstheilung. Heilung, verstanden als Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Kein Arzt der Welt kann Heilung „machen“. Wir können helfen, fantastische Sachen tun, keine Frage. Aber Heilung ... das ist ein Wunder, das geschieht. In meiner täglichen Arbeit als Arzt geht es mir außerdem vor allem auch darum, Karma aufzulösen.

Reiki Magazin: Karma auflösen? Was meinen Sie damit?

Holger Berges: Chronische Krankheiten können derart viele Ursachen haben. Das kann Stress sein, das können Themen seelischer Art sein, Missbrauchsthemen oder auch Traumata aus früheren Leben. Es sind Muster entstanden, in den Jahrzehnten der Krankheitsentstehung, die zu psychosomatischen Krankheiten werden können. Ursache ist der Geist, der mit der Materie interagiert. Ich sehe Krankheit als etwas, das der Patient erschaffen hat, als Folge der Muster, die zum Teil über Jahrzehnte bestehen. Was nicht heißt, dass er es bewusst erschafft.

Diese Muster, diese Informationsfelder kapseln sich ein und trennen den Patienten von seiner eigenen Heilkraft. Und die hat etwas mit der Kraft der Liebe zu tun. Dem Herzen. Denn das Herz ist der stärkste elektromagnetische Sender im menschlichen Körper. Und wenn wir lieben, alles Lebendige mit Liebe betrachten, wirkt das nicht nur auf uns, sondern auch auf unsere Umgebung. Denn alles ist miteinander verbunden. Es kommt ja alles aus dem Urknall.

Reiki Magazin: Was ist aus Ihrer Sicht wichtig in der heutigen Medizin?

Holger Berges: Die Ursachen von Krankheit herauszufinden und da ranzugehen! Meine Erfahrung ist, dass Emotionen dabei eine Rolle spielen. Emotionen und Gedanken. Jede Emotion ist im energetischen System des Körpers ein elektromagnetischer Impuls. Wir alle haben Glaubenssätze, die unsere Sicht auf alles prägen. Das Problem mit den falschen Glaubenssätzen ist nun: sie sind total schwierig anzugehen. Weil sie gewissermaßen das „Betriebssystem“ sind. Sie laufen sozusagen im Hintergrund und bestimmen, was man sieht und vor allem wie man es sieht.

Erschwerend kommt hinzu, dass man als kleines Kind, im Alter von bis zu vier, fünf Jahren, unbewusst die Glaubenssätze aus der Familie übernimmt. Die Kommunikation läuft oft über das Herz, das – wie ich es nenne – magneto-elektrische Feld des Herzens. Das kleine Kind hat noch keine Sprache, es fühlt. Es sitzt zum Beispiel bei Opa auf dem Schoß und fühlt, dass Opa unglaublich traurig ist. Es weiß aber nicht, dass der Opa sich gerade an den Krieg erinnert, den er erlebt hat. Es fühlt nur diese Traurigkeit. Und dann entsteht so ein Glaubenssatz wie „Ich bin schuld, dass Opa traurig ist“, „Ich bin schlecht“ oder „Ich verdiene nicht, geliebt zu werden“. Das ist eine Prägung, die bis in die DNA hinein wirkt. Emotionen werden nachweislich vererbt. Wir alle tragen die Lasten unserer Vorfahren mit uns herum.

Die Seele heilen

Da sollte die Medizin rangehen. Das aufspüren, die Traumata auflösen, die im Körper gespeichert sind. Richard Bartlett zum Beispiel hat eine Gabe: Ohne die Leute anzufassen, kann er ihnen helfen. Man kann aber auch mit Klopftechniken arbeiten, kinesiologisch abfragen. Es gibt so unglaublich viele Heilverfahren. Letztlich geht es darum, sich selbst zu heilen. Es geht darum, die Seele zu heilen. Und dafür ist die Sicht des Herzens das Entscheidende. Wenn wir ins Herz gehen und von da aus handeln, wird es immer das Richtige sein!

Reiki Magazin: Herr Dr. Berges, vielen Dank für das Gespräch.

Holger Berges: Gerne.

 

Das Interview führte Franziska Rudnick.

 

 

 

 

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