Mehr als ein Lehrer

Frans Stiene, Reiki-Lehrer, Forscher und Mitbegründer des International House of Reiki, reflektiert einen zentralen Aspekt in der Ausbildung von Reiki-Lehrern.

In früheren Zeiten hatten viele Schüler und/oder Lehrer mehr als einen Lehrer für ihre spirituelle Entwicklung. Denn verschiedene Lehrer zielen auf verschiedene Aspekte der Lehren ab. Ein Lehrer mag sich beispielsweise besonders gut mit dem Singen von Mantras auskennen, ein anderer mag Experte in Sachen Heilungsrituale sein.

Offenheit

Einige Lehrer schickten ihre Schüler sogar eine Zeit lang zu einem anderen Lehrer, damit diese dort eine besondere Methode oder Meditation erlernten, die sie selbst nicht so gut beherrschten. So etwas wurde keinesfalls als Problem angesehen, sondern eher als ein Gewinn.

Üblicherweise galt derjenige als Hauptlehrer eines Schülers, der ihm als erstes sein Wahres Selbst aufgezeigt hatte. Aber das bedeutete nicht, dass der Schüler nicht auch bei anderen Lehrern lernen konnte.

Heute allerdings erwarten viele Lehrer von ihren Schülern, dass sie nur bei ihnen lernen, es scheint da eine Art Furcht zu geben, dass ihre Lehren sonst „kontaminiert“ werden könnten. Ihre Lehren werden deshalb sehr streng ausgerichtet, und wer ein Lehrer dieser bestimmten Methode wird, kann dann ausschließlich in dieser bestimmten Art lehren. Und manchmal kommt noch die Vorstellung hinzu, dass, wer eine andere Idee oder Praxis dazumischt, dann dieses System nicht mehr länger lehren darf. Diese Art zu lehren ist in der Tat sehr begrenzt. Lehrer sind dazu da, das Bewusstsein ihrer Schüler zu erweitern – nicht dazu, sie engstirnig zu machen.

Wenn jemand seine Lernhorizonte erweitert, ist dies eine wunderbare Gelegenheit dazu, verschiedene Lehrer und verschiedene Stile zu erforschen. Ja – natürlich ist es gut, einen Hauptlehrer zu haben. Aber es ist auch gut, das zu erforschen, was andere tun und sagen. Dies hilft einem, als Schüler, ein sehr viel tieferes Verständnis des Systems zu erlangen, das man praktiziert. Und es hilft einem, seinen Geist zu öffnen.

Außerdem: Wenn wir Lehrer sein und auf substanzielle Weise praktizieren wollen, aus dem Herzen heraus, dann müssen wir beweglicher werden. Wir müssen in der Lage sein, verschiedene Ideen und Praktiken hinzuzufügen, von denen wir persönlich meinen, dass sie die Lehren in authentischer Weise ausdrücken – was einen Gewinn für unsere Schüler bedeutet. Eine spirituelle Lehre basiert auf Mitgefühl, und wenn wir verschiedene Schüler entsprechend ihrer spirituellen Entwicklung lehren wollen, müssen wir flexibel sein, damit wir das können.

Wenn wir sagen, dass wir eine spirituelle Praxis lehren, dann müssen wir, als Lehrer, unsere Schüler darin unterstützen, ihr Wahres Selbst wiederzuentdecken – dies ist das ultimative Ziel jeder Art von spiritueller Tradition. Und das können wir nur tun, wenn wir unsere Schüler freigeben – frei für Erkundungen und frei für die Erweiterung ihres Bewusstseins. Wenn wir unsere Lehren und unsere Schüler in eine Kiste packen, dann beschneiden wir sie in ihrem spirituellen Wachstum. Wenn wir dagegen die kistenartigen Grenzen und Beschränkungen entfernen, kann das spirituelle Wachstum des Schülers, wie das Mitgefühl, das in dem Akt liegt, sie freizugeben, grenzenlos werden.

 

Frans Stienes Forschungen zu den Ursprüngen der Reiki-Methode und sein praktisches Verständnis der japanischen Einflüsse auf das System führten für viele zu einer erweiterten Sicht auf das Usui-System des Reiki. Zusammen mit Bronwen Stiene gründete er das International House of Reiki.

Weitere Infos:
www.IHReiki.com

 

 

 

 

 

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