Editorial 4/17

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Sommer-Ausgabe des Reiki Magazins gab es in der Serie von Dr. Mark Hosak zum Gedenkstein für Mikao Usui eine besonders interessante Information: Bei der Neu-Übersetzung der Inschrift kam heraus – dort wo steht, in welcher Weise Usui ­Zugang zur Reiki-Methode erhielt –, dass er sie auf dem Kurama-Berg „mit einem Mal“ empfing, „wie aus heiterem Himmel“ ...

Selbstverständlich war dem eine lange Suche Usuis vorausgegangen, mit viel Hingabe, Forschung und Vorbereitung. Und natürlich lässt sich dieses „plötzliche Empfangen“ der Reiki-Methode nicht unabhängig davon sehen. Dennoch scheint es so, als seien es im Wesentlichen wenige Momente gewesen, vielleicht auch einige Stunden in einem „erleuchteten“ Zustand, in denen Usui mehr oder weniger alles erhielt, an Informationen und Einsichten, was die Reiki-Methode im Kern ermöglicht und ausmacht.

Diese Sichtweise deckt sich im Grunde mit derselben Stelle in der Reiki-Geschichte, wie Hawayo Takata sie erzählte. Und erteilt damit kürzlich aufgekommenen Interpretationen, Usui habe über Jahrzehnte die Symbole und Rituale entwickelt und auf dem Kurama-Berg lediglich „den Segen von oben“ dazu erhalten, eine klare Absage.

Wenn die neueren, immer detaillierter werdenden Forschungen nun zunehmend im Kern das ergeben, was auch schon in der Geschichte nach Hawayo Takata enthalten ist ... ja, ist dann diese Forschung nicht eigentlich überflüssig?

Nein! Denn zum einen stehen diese neuen Erkenntnisse, auch wenn sie nicht die „allerletzte Wahrheit“ darstellen, zumindest auf der Basis nachprüfbarer Quellen – und beruhen damit nicht (nur) auf Hörensagen. Und zum anderen bestätigen sie ja gewissermaßen die mündlich überlieferte Geschichte, in jenen Punkten, die übereinstimmen – was überraschend oft der Fall ist.

Ich hatte einmal ein ähnliches Erlebnis: Viele kennen die Stelle in der Geschichte nach Takata, wo Usui sich den Zeh stößt, an einer Baumwurzel, auf dem Kurama-Berg, und sich dann die Hände auflegt und der Schmerz schnell verschwindet. Ich hatte diese Stelle früher immer für ausgedacht gehalten, irgendwie nett und auch passend, aber sicher nicht echt. Dann, als wir 2004 mit einer Gruppe Reiki-Magazin-Leser/innen und Frank Arjava Petter eine Reise nach Kyoto machten und dabei den Kurama-Berg besuchten, sah ich dort, an der Stelle, wo Usui allem Anschein nach gesessen und meditiert hatte, tatsächlich unglaublich viele Baumwurzeln sehr weit aus dem Boden hervorragen ... und einige aus der Gruppe stießen sich tatsächlich ihre Zehen daran. Verblüffend!

Als wir dann den Berg wieder hinuntergingen, kehrten wir in einem kleinen Restaurant ein, das fast wie die Herberge wirkte, wo Usui – in der Geschichte nach Takata – die Zahnschmerzen der Herbergstochter heilte und daraufhin vom Herbergsvater zu einem üppigen Mahl eingeladen wurde. Wer weiß ... vielleicht war es ja genau dieses Restaurant, das zu Zeiten Usuis die besagte Herberge war.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser neuen Ausgabe des Reiki Magazins, die wie immer Information und Inspiration in einer ausgewogenen Mischung für Sie bereit hält!

Oliver Klatt
Herausgeber Reiki Magazin

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok