»Auf den Spuren von Reiki« - ein Interview mit Don Alexander

Der Reiki-Meister und Sanskritforscher Don Alexander befindet sich seit Mitte der 80er Jahre auf den Spuren von Reiki. In den letzten zehn Jahren gab er weltweit Seminare zu den Reiki-Symbolen. Im folgenden macht uns Ruth Dehmke-Langhammer, die seit Jahren regelmäßig an seinen Seminaren teilnimmt, mit seiner Forschungsarbeit rund um Reiki vertraut. Im Anschluss daran folgt ein Interview mit Don Alexander, der per E-Mail einige Fragen von Oliver Klatt beantwortete.

 


Don Alexander

Der Sanskritforscher Don Alexander - er ist Engländer und lebt zur Zeit in London - hat viele Jahre als buddhistischer Mönch in Thailand gelebt und sich mit der Tradition des esoterischen Tantra-Buddhismus vertraut gemacht, einer Tradition, die den Hintergrund für die Sanskrit-Studien Dr. Usuis und dessen mystische Erfahrung auf dem Berg Kurayama bildete. In seinen Seminaren, in denen er die Ursprünge und die Bedeutung der einzelnen Reiki-Symbole und Mantren vermittelt, bildet er eine Brücke zwischen diesem uralten Wissen und unserer modernen holographischen Weltsicht. In den letzten Jahren erforschte er zudem die Verbindung von Reiki mit Akupressur- und Meridianpunkten.

Seit Jahrzehnten betreibt Don Alexander Quellenstudium, trifft sich mit Menschen, die Dr. Usui, Dr. Hayashi und Hawayo Takata kannten, mit ihnen arbeiteten, von ihnen Reiki lernten bzw. wertvolle Kenntnisse über diese Menschen besitzen. Sein tiefer Respekt vor Reiki verbietet es ihm jedoch, sein Wissen, seine Forschungsergebnisse und seine Erfahrungen in einem Buch zu veröffentlichen.

In seinen Seminaren vermittelt Don Alexander u.a. verschiedene Reiki-Meditationen, die jeder, der sie erlebt hat, für sich anwenden und nutzen kann. Bei einem Reiki-Symbole-Seminar, das Anfang Februar diesen Jahres in Chemitz mit 36 TeilnehmerInnen stattfand, wurden u. a. spezielle Übungen für den Alltag mit Reiki vermittelt und vier Energieübertragungen von Don Alexander und den drei Reiki-Lehrern Dhanya B. Rößger, Christoph Graf von Keyserlingk und Ruth Dehmke-Langhammer gegeben. Voraussichtlich zu Ostern 2002 wird Don Alexander wieder in Chemnitz sein.


Reiki Magazin: Du triffst dich mit Menschen, die Dr. Usui, Dr. Hayashi oder Hawayo Takata gekannt haben. Du erforschst die Ursprünge von Reiki. Was hast du herausgefunden? Was war deine Motivation?


Don Alexander: Ich werde mit meiner Motivation beginnen. Seit ich Reiki 1983 zum ersten Mal erfahren habe, spürte ich ganz einfach eine tiefgehende Resonanz mit etwas, das mich tief bewegte. Etwas, das wichtig war. Nicht nur für meine Klienten (zu der Zeit arbeitete ich als Psychotherapeut und benutzte, neben anderen Techniken, buddhistische Meditation), sondern auch für meine eigene innere Entwicklung. Es dauerte zwei Jahre, ehe ich einen Reiki-Meister aus den USA nach England »importieren« konnte, um ein 1. Grad-Seminar zu halten. Für den 2. Grad musste ich mir die Zeit nehmen, nach San Diego zu reisen. Dort wurden mir einige Symbole gezeigt, von denen ich erwartet hatte, dass sie Sanskrit seien. Aber was immer sie auch waren, sie waren eindeutig nicht Sanskrit. Genauso eindeutig war jedoch auch, dass sie »funktionierten«. Nach Jahren der Schulung als Bhikkhu, als buddhistischer Mönch, war ich mit Pali sehr vertraut und hatte dadurch bereits ein Gefühl für Sanskrit. Diese beiden Sprachen sind sehr nah miteinander verwandt. Ich hatte gehofft, dass ich, als ich 1987 zum Reiki-Meister ausgebildet wurde, vielleicht das Geheimnis der fehlenden Sanskrit-Symbole lernen würde. Aber nein. Nur noch mehr Fragen! Nun, Fragen sind gesund - besonders wenn es Fragen sind, die einen voran treiben...
Meine Untersuchungen und Entdeckungen wurden die Basis meiner »Symbole-Seminare«, die ich über zehn Jahre lang weltweit gelehrt habe. Aber es gab immer noch Fragen, die meine Suche anspornten. Chris Marsh, ein Freund von mir, der viele Jahre in Japan gelebt und dort Kampfsportarten studiert hat, berichtete mir kürzlich von seinen Treffen mit zwei älteren, aber immer noch strahlend lebendigen Menschen, die Mikao Usui gekannt haben und von ihm in einer Zeit ausgebildet worden sind, als weder das Wort Reiki noch die sogenannten Reiki-Symbole benutzt wurden. Langsam, in einem angemessenen Tempo, werden meine Fragen jetzt beantwortet.

Ruth Dehmke-Langhammer erwähnte, dass du gehofft hattest, dich mit einer der frühen japanischen Schülerinnen von Dr. Usui treffen zu können. Hast du sie schon getroffen? Möchtest du etwas dazu sagen?


Don Alexander: Vor einiger Zeit hat jemand gedankenlos einige Informationen über einen dieser bemerkenswerten Menschen im Internet veröffentlicht. In ganz kurzer Zeit schien es, als würde sich ein Strom von »Reiki-Touristen« den Weg zu ihrer Tür bahnen. Zwar ist sie noch recht lebhaft, aber weit über 100 Jahre alt und deshalb sehr gebrechlich. Ihre Freunde und Schüler waren schockiert über die Ungehörigkeit vieler dieser Versuche, ihr näher zu kommen, und begannen schnell, sie davor zu schützen. Es ist jetzt viel schwieriger, auf direktem Weg mit ihr in Kontakt zu kommen. Und was mich betrifft, so verspüre ich nicht länger mehr irgendeinen persönlichen Wunsch oder das Bedürfnis, sie oder jemand anderen aus dieser frühen Generation zu treffen. Die Praxis in der östlichen Welt ist es, einfach zu praktizieren. Zu praktizieren, bis der »richtige Zeitpunkt« da ist und der Meister (oder die Gelegenheit) erscheint.

Was ist die Essenz deiner Einsichten über die Reiki-Symbole und Mantren?


Don Alexander: Reiki, wie es heute gekannt wird, entsprang alten buddhistischen wie auch shintoistischen Wurzeln. Und es hatte enge Verbindungen mit der traditionellen japanischen Medizin und den Kampfsportarten. All diese Gebiete umfassen Disziplinen, die sowohl spirituell als auch körperlich sind. Tatsache ist, dass in den östlichen Traditionen Verstand, Körper und Geist niemals als etwas Getrenntes angesehen wurden - außer in der Sprache, die wir benutzen. In Indien wie auch in Japan entwickelten sich seit dem Altertum Praktiken, die das Singen heiliger Klänge beinhalten. Sprache, und vor allem Klangmuster, die noch keine Worte waren, wurden energetisch genutzt. Ich meine damit, dass Klänge, Silben und Kombinationen daraus dazu genutzt wurden, um in dynamischer Weise das Erleben der Welt zu ändern. Denke an den »Logos« im Christentum und Zauberformeln wie »Abracadabra«, und du wirst eine Idee bekommen von der enormen Vielfalt von Bedeutung und Resonanz auch in den westlichen Traditionen. Ein Element von Reiki ist hieraus erwachsen. Visuelle Symbole kamen später. Diese machen es vielleicht leichter für jene, die nicht bereit oder nicht in der Lage dazu sind, das manchmal beschwerliche Training eines 21-tägigen Fasten- und Meditationsretreats auf einem heiligen Berg oder in dessen Umgebung zu unternehmen. Nebenbei gesagt scheint es, dass Dr. Usui sich vielen derartiger Trainings unterzog, nicht nur dem auf dem Berg Kurayama. Der Tendai-Buddhismus, dem er und seine Familie folgten, hat seine Basis auf dem Mount Hiei. Weit entfernt von rein tantrischen Techniken, war die zentrale Praxis seines Trainings Shamatha und Vipashyana (in Pali: Samatha und Vipassana).

Du erforschst die Kombination von Reiki mit Akupressur und Meridianpunkten. Bist du zu einem Ergebnis gekommen?


Don Alexander: In den früheren Jahren meines Lebens habe ich herausgefunden, dass manchmal meine Stimme wie auch meine Augen einen heilenden Einfluss haben können. Als ich dann Reiki entdeckte (oder Reiki mich, wie immer es auch gewesen sein mag) war es selbstverständlich, dass ich diese Fähigkeiten in meine Praxis mit einbaute. Du kannst dir also vorstellen, dass ich elektrisiert war, als ich vor gar nicht langer Zeit in Übersetzungen von Notizen, die Schüler von Usui-San gemacht hatten, las, dass er im Zusammenhang mit den Praktiken, die er lehrte, »Blicken«, »Klopfen« und »Singen« einsetzte. Es würde ein ganzes Buch benötigen, um meine Erforschungen entlang dieses Weges auszuführen. Meine Antwort auf diese Frage wird also noch etwas warten müssen.

Hast du dich bereits mit Phyllis Furumoto getroffen?


Don Alexander: Ja. Ich hatte das Vergnügen, Phyllis mehr als einmal zu treffen. Und ich muss sagen, dass ich von allem, was sie für Reiki und die Heilung in der Welt getan hat, tief bewegt bin. Ich verehre sie, und ich bewundere ihre Hingabe. Eine derartige Hingabe war es, die die frühesten Schüler von Dr. Usui inspirierte und die von ihnen gefordert wurde. Da ich jedoch aus einem buddhistischen Hintergrund komme, habe ich immer nach einem größeren Verstehen und größerer Erfahrung dieses Aspektes in Usui-San?s Lehre und Praxis gesucht. Meine Suche nach einer tiefen Verbindung mit Sanskrit-Symbolen und den tatsächlichen Meditationspraktiken, denen sich Dr. Usui unterzog und die er seine Schüler lehrte, führte mich auf einen geringfügig anderen, aber vielleicht parallelen Weg.

Du lehrst Reiki-Meditationen und Reiki-Übungen für den Alltag. Kannst du etwas dazu sagen?


Don Alexander: Zu Zeiten Dr. Usuis wurden nur einige wenige in Okuden, den 2.Grad, eingeweiht, und noch viel weniger in Shinpiden, den 3. Grad. Von den Schülern wurde, besonders in den frühen Tagen, erwartet, dass sie meditierten und ihre Hinwendung und Hingabe an ihre eigene spirituelle Entwicklung bewiesen. Dies wurde nicht als getrennt von ihrer Reiki-Praxis angesehen. Dies ist es, was mich interessiert und was die Grundlage dessen ist, was ich lehre. Aber da Dr. Usui immer nur das lehrte, was auf einer bestimmten Ebene und der Bereitschaft seiner Schüler entsprechend passte, ist es nicht angemessen, hier und zu diesem Zeitpunkt weitere Informationen dazu zu geben.

Vielen Dank für das Interview.



Kontakt zu den Veranstaltern von Seminaren mit Don Alexander:

Dhanya B. Rößger
Dhanan Jaya Zentrum für Transformation, Ekstase und Stille
Schönherrstr. 8
09113 Chemnitz
Tel.: (0371) 450 58 00
oder (0371) 30 78 86 (privat)
oder 0171 - 544 86 79
EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Christoph Graf von Keyserlingk
Böhmische Str. 19
01099 Dresden
Tel.: (0351) 801 55 54
oder (035209) 21 672