Alkoholentzug mit Reiki

Gabriele Teßmann berichtet

 

Hinweis der Redaktion: Der nachfolgende Artikel wurde von der Redaktion überarbeitet. Das ursprünglich im Artikel genannte Gesundheitszentrum hatte um Löschung des Artikel gebeten, weil es Reiki nicht mehr in seinem Angebot hat. Wir fanden den Artikel aber weiterhin lesenswert und haben daher alle Verweise auf den Namen des Gesundheitszentrums entfernt. Die Redaktion, August 2007

Reiki als begleitende Therapie im »Alkohol-Turbo-Entzug«

Im einem Gesundheitszentrum bei Passau wird im Rahmen eines neuen, ganzheitlichen Konzeptes Reiki zur Behandlung Alkoholkranker eingesetzt. In Zusammenarbeit mit Schulmedizinern bietet die Reiki-Meisterin/-Lehrerin Gabriele Teßmann den Teilnehmern des Therapieprogramms Reiki-Behandlungen sowie Einweihungen in den 1. Reiki-Grad an. Das Angebot wird rege genutzt, die Erfolgsquote ist hoch. Gabriele Teßmann berichtet über ihre Arbeit mit Reiki beim »Alkohol-Turbo-Entzug«.

Zwischen der Drei-Flüsse-Stadt Passau und dem schönen Bäderdreieck Bad Füssing - Bad Griesbach - Bad Birnbach liegt das Gesundheitszentrum in einem idyllische Luftkurort. Es beherbergt die folgenden Fachbereiche: Neurologie, Orthopädie, Rehabilitation, Kurzzeit- und Langzeitpflege sowie die Abteilung für Verhaltensmedizin und Persönlichkeitstraining. Das Team des Gesundheitszentrums besteht aus ManagementtrainerInnen, PersönlichkeitstrainerInnen, SupervisorInnen, Diplom-PsychologInnen, EntspannungstherapeutInnen, Reiki-TherapeutInnen, ErnährungsspezialistInnen, Diplom-SportlehrerInnen, PhysiotherapeutInnen und DiätassistentInnen.

Das Gesundheitszentrum verfügt über eine Intensivstation mit High-Tech-Geräten für den »Alkohol-Turbo-Entzug« im Tiefschlaf. Die Teilnehmer des Therapieprogramms werden für die Dauer der Therapie von einem Spezialistenteam begleitet, bestehend aus InternistInnen, AnästhesistInnen, AnästhesiepflegerInnen und IntensivpflegerInnen, unter der Leitung des Chefarztes der Klinik.

Neue Wege

Neben meiner Tätigkeit im dem Gesundheitszentrum bin ich selbstständig als freie Reiki-Meisterin/-Lehrerin und Psychologische Beraterin tätig. Außerdem bereite ich mich zur Zeit auf meine Heilpraktikerprüfung vor.
Seit nunmehr drei Jahren befasse ich mich ganz intensiv mit drogenabhängigen jungen Menschen. Ich begleite sie mit Reiki bei ihrem Drogenentzug. Dabei konnte ich feststellen, dass bei den sogenannten »Flashbacks«, wie Kreislaufstörungen, Herzrasen, Atembeschwerden und Depressionen bis hin zu Panikattacken, Reiki letztendlich Linderung verschaffen konnte. Nachdem ich auch einem mir sehr nahestehenden, lieben Menschen helfen konnte, auftretende Panikattacken, begleitend mit Reiki, zu überstehen und schließlich »clean« zu werden, entstand in mir der tiefe Wunsch, Menschen bei ihrem Weg aus der Sucht zu helfen, ihnen die Hand zu reichen und ihnen einen neuen, glücklichen Weg aufzuzeigen.

Nach dem Vortrag im dem Gesundheitszentrum im Herbst 2003, berichtete ich dem Spezialistenteam in einem langen, persönlichen Gespräch über meine Erfahrungen mit Reiki im Suchtbereich und verwies auch auf die Reiki-Meisterin Margret Brosius, die an der Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Warstein schon länger sehr erfolgreich Reiki als begleitende Therapie im Drogenentzug einsetzt (siehe Artikel im Reiki Magazin, Ausgabe 4/2002). Die Teamleitung zeigte sich sehr aufgeschlossen und bat um eine Reiki-Sitzung, die sie dann letztlich überzeugte.

Während vieler Stunden, Wochen und Monate wurde alles geplant und vorbereitet. Die neuen Mitarbeiter lernten sich untereinander kennen, Reiki wurde im Team vorgestellt, und allen wurde eine Energieübertragung angeboten. Alle waren sehr neugierig und aufgeschlossen, und es gab großes Erstaunen, Genießen und Freude, so etwas erleben zu dürfen.

Im März 2004 startete unsere Arbeit. Im Rahmen des Therapieprogramms wurde schließlich jedem Teilnehmer, so nennen wir unsere Patienten, auch Reiki angeboten. Am Anreisetag erhält jeder Teilnehmer einen Ordner, in dem alle Therapieangebote und Seminare erklärt sind. Dieser Ordner beinhaltet nun auch eine Information über Reiki, und seitdem wird rege nach Reiki gefragt. Einige kennen es bereits aus eigener Erfahrung, andere haben schon einmal davon gehört, wiederum andere wollen es unbedingt erleben, weil die Menschen so davon schwärmen.

Mittlerweile haben sich auch noch andere Therapeuten im Gesundheitszentrum in Reiki ausbilden lassen. So arbeitet z. B. auf der Intensivstation ein von mir ausgebildeter Reiki-Meister.

Fester Bestandteil

Reiki ist mittlerweile einer der vielen, wichtigen Bestandteile in unserem Therapieangebot. Dies aus den folgenden Gründen:

• Reiki dient der Entspannung.
• Reiki unterstützt die Entgiftung.
• Reiki löst Blockaden.
• Reiki stärkt das Immunsystem.
• In der Nachsorge kann Fernreiki eingesetzt werden.

Bei den Reiki-Behandlungen, die ich gebe, habe ich festgestellt, dass die Eindrücke, die ich während des »Scannens« intuitiv empfange, mit der Gefühlswelt des zu Behandelnden übereinstimmen. Ich spüre die Blockaden, Gefühle, ich spüre auch, wenn jemand ganz »zugemacht hat«, aus Schutz vor weiteren Verletzungen. Mittels der täglichen Energieübertragungen kommt es zu einem »Clearing«, und die Teilnehmer werden lockerer, beginnen in sich hineinzuspüren, öffnen ihr Herz-Chakra und empfinden einen tiefen Frieden, finden Vertrauen in ihren neuen Weg. Emotionen, die zuvor mit Alkohol ertränkt worden waren, können wieder frei fließen.

Die körperliche Regeneration wird durch Reiki gefördert. Weiterhin kann der chronische Charakter der Krankheit Sucht von den Teilnehmern besser und schneller akzeptiert werden. Stress, Belastungen und Frust werden besser abgebaut. Auf dieser Grundlage kann die Klärung von Zielen und Planungen für das weitere Leben erfolgen. Der Teilnehmer erhält bei uns persönliche und berufliche Fort- und Weiterbildungsseminare, Coaching, Physiotherapie, Kompetenz- und Lösungsorientierte Beratung, Seminare über Ernährung, Sporttherapie und die Erlebnistherapie.

Erlebnistherapie

Durch den Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum hinweg stellt bei einem Suchtkranken das Gehirn nach und nach die Produktion der körpereigenen Glückshormone (Endorphine) ein. Der Alkohol greift dann selbst in das Belohnungssystem des Betroffenen ein. Er »belohnt« nun quasi den Betroffenen, dies tun nicht mehr die körpereigenen Glückshormone. Nach einem Entzug kommt es aber nicht immer gleich wieder zur üblichen Ausschüttung der Endorphine - dies kann einige Zeit dauern. Deshalb ist es möglich, dass der Betroffene in ein tiefes Loch fällt, depressiv wird und wieder zum Alkohol greift.

Aus diesem Grund kommt im Rahmen unserer Therapieform die Erlebnistherapie zum Einsatz. Durch außergewöhnliche Erlebnisse in der Natur, Tätigkeiten, die man im Alltag nie tun würde, wie z. B. Bäume fällen, Blockhütten bauen, eine Floßfahrt auf der Donau unternehmen, im Hochseilgarten klettern u. v. m. ist es möglich, die Ausschüttung der Glückshormone wieder zu stimulieren. Die Lebensfreude kehrt zurück!

Darüber hinaus ist es für die Teilnehmer wichtig, zwischendurch immer wieder Momente zu finden, in denen sie sich nicht von äußeren Begebenheiten ablenken lassen, um Zeit dafür zu haben, neue Wege zu planen und diese auch zu gehen. Dazu gehört es, von Zeit zu Zeit in sich hineinzufühlen, hineinzuhören, sich zu entspannen und einfach zu »sein«, um schließlich wieder mit Disziplin für die Erreichung seiner Ziele arbeiten zu können.

Fernreiki für Nachsorge

Bis jetzt haben 95 Prozent aller Teilnehmer bei uns den 1. Reiki-Grad erlernt. Die Seminare finden in Gruppen statt, und auch die Co-Abhängigen können daran teilnehmen. Auf diese Weise können alle Beteiligten Reiki auch zu Hause für sich nutzen.

Ein Bestandteil des Nachbetreuungsangebotes ist das Fernreiki. Wir haben eine rund um die Uhr besetzte Hotline eingerichtet, die es möglich macht, zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Therapeuten unseres Teams zu erreichen, mit ihm zu reden sowie auch Fernreiki in schwierigen Situationen zu erhalten.

Einige Reikianer aus meinem Bekanntenkreis waren anfangs sehr skeptisch, als sie hörten, dass bei uns alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, in den 1. Reiki-Grad eingeweiht zu werden. Reiki sei doch ein ganz individueller, besonderer Weg, der mit einer bestimmten Berufung einher gehe. Das ist auch richtig, denn wir sind alle, jeder Einzelne, ganz besondere Menschen, wir gehen alle unseren ganz besonderen Weg und unsere Berufung ist die Liebe!

Ich denke, Reiki ist Licht und Liebe, und Reiki ist für alle da.

 

* Co-Abhängigkeit ist ein Begriff aus dem Gebiet der Drogenabhängigkeit, mit dem der Zustand beschrieben wird, in dem sich der Partner eines Alkoholikers befindet. Siehe dazu z.B. das Buch: »Co-Abhängigkeit«, Anne Wilson Schaef, Heyne Verlag, München 1999




Gabriele Teßmann, geb. 1956 in Bad Homburg v. d. H., zwei Kinder. Coach, psychologische Beraterin und Reiki-Therapeutin. Seit 1976 examinierte Krankenschwester, ausgebildet an dem Klinikum der Justus-Liebig-Universität in Giessen. Beginn meines Reikiweges 1999 im Rahmen meiner Montessori-pädagogischen Ausbildung. Selbständige Tätigkeit als Reiki-Lehrerin seit 2001. Laufende Ausbildung: Heilpraktiker

Kontakt:
www.Spirit-of-Reiki.beep.de

 

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